Schlagwort-Archive: ironblogger

Eine seltsame Platzierung im Regal

Die Lebensmittelabteilung des Vertauens in der Stadt hat ihren Bierverkaufsbereich umgestaltet. Im Gegensatz zu den großzügig gestaltenen Bereichen Weine oder Hochprozentiges, die jeweils beratendes Verkaufspersonal haben, ist der Bierbereich deutlich kleiner und ohne eigenes Personal. Das fände ich für mich persönlich nicht weiter schlimm, falls der Bereich eine sich mir erschließende Ordnung hätte. Die einzige Ordnung, die ich erkennen kann ist die nach Ländern. Nicht ersichtlich ist mir eine Ordnung nach Bierarten geschweige denn eine separate Sortierung in oder nach Craftbieren vs Rest. Das führt dann zu verwirrenden Platzierungen sodaß das Black Flag Imperial Stout von Schoppe Bräu und das Pale Ale von Flying Turtle neben Standardpilsetten industrieller Brauerereien stehen.

Bierplatzierung

Bierplatzierung

Ich wünsche mir da ein wenig mehr Klarheit und Herzblut, so wie das in anderen Bereichen der Lebensmittelabteilung des Vertrauens gang und gäbe ist.

Blick aus dem Fenster – #BloggerfuerFluechtlinge

Blickt der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands aus seinem Büro im Willy-Brandt-Haus Richtung Osten über die Wilhelmstraße hinweg, schaut er über den Kiez, in dem ich mehr als mein halbes Leben zuhause bin, länger als das Willy-Brandt-Haus überhaupt steht. Er blickt also über einen Kiez, der eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat, bewegt was seine bauliche Erscheinung als auch seine Bewohner betrifft. Übrigens, im Norden angrenzend liegen die Teile der Friedrichstadt, in der durch Anweisung seiner Majestät, des Königs, auch Häuser für französische Flüchtlinge nach der Gründung errichtet wurden. In meinem Kiez kam es seit Ende der achziger Jahre bis in die Zweitausender hinein zum Einzug vieler Flüchtlinge samt ihrer Familien durch die Umbrüche in Südosteuropa. Im Januar 2014 haben 71,89% der 5485 Bewohner einen Migrationshintergrund. Hat sich durch den Einzug der Menschen etwas an der Lebensqualität der (Alt)Bewohner geändert? Ich sehe das nicht. Natürlich gab und gibt es Nachbarschaftsstreitigkeiten und Reibungen, doch das sind Reibungen im normalen Zusammenleben in einem Kiez und gründen eben nicht darauf was einer ist, welche Eigenschaften er hat, welche Hautfarbe, ob mit Haaren auf dem Kopf oder ohne. So ist das Zusammenleben im Kiez eben ein ganz alltägliches und das, glaube ich, ist überall möglich.

Allerdings, und deshalb habe ich den Vorsitzenden der SPD im ersten Satz erwähnt, hat die Politik eine Pflicht zum Sprechen und Handeln bezüglich der internationalen Flüchtlingssituation. Um das gleich einzuhegen, nein ich habe keine fertigen und abschließende Rezepte, genau so wenig wie die Gewählten. Mich hat einer der Aufbau-Texte von Hannah Arendt sehr nachdenklich gemacht, der Text heißt “Die Entrechteten und Entwurzelten” vom 15 Dezember 1944. Der letzte Absatz lautet:

Die eigentliche Schwierigkeit des Flüchtlings – und Staatenlosenproblems liegt darin, daß es innerhalb einer alten nationalen Organisation der Völker schlechthin unlösbar ist. Die Staatenlosen zeigen vielmehr, deutlicher als alles andere, die Krise des Nationalstaats an…

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Über Loco-Motion

Ohrwürmer fressen sich in das Gehirn, verwirren den Geist, blockieren sowohl Denken als auch Wollen und betäuben die Seele. The Loco-Motion ist so einer, der mich gelegentlich heimsucht. Drei sehr bekannte Versionen gibt es, das Orginal gesungen von Little Eva, die Siebziger-Jahre-Variante von Grand Funk Railroad und ein Cover aus den Achzigern von Kylie Minogue. Mein Favorit ist die Grand-Funk-Variante insbesondere auch in der Live-Version von 1974.

Zur Erbauung habe ich alle drei Versionen mal eingebettet.

(Die Videos sind nicht unter einer Creative Commons Lizenz lizensiert)

Kurzbesuch auf der Biermeile

Vor zehn bis fünfzehn Jahren war mein letzter Besuch auf dem Internationalen Berliner Bierfestival und dieses Wochenende ist es wieder mal soweit. Ich bin in Gesellschaft, wir sind an handwerklich produzierenden Brauereien interessiert. Es ist heiß, viel zu heiß für einen längeren Besuch. Wir besuchen u.a. die Stände von Bierlinie, Brewdog, Rollberg, Braukunstkeller und Dérer. Einige Kühlmaschinen sind zu schwach, die offerierten Biere daher zu warm.

Ein wirklich herausragender Sud ist das Salted Lime Wit/Gose von Vagabund, das Dérer am Hahn hat. Sehr erfrischend, säuerlich und leicht mit 4,8% ist das ein Bier, das sich ausgezeichnet bei der Hitze trinken läßt. Der Gemeinschaftssud von Braukunstkeller und Kehrwieder Kreativbrauerei, das “historische” Köpenicker Moll, ein Rauchbier mit Rauch- und Sauermalznoten und 5,2% wird auf Maulbeerbaum-Chips gelagert. Es wird in der Flasche gereicht. Ich finde das Bier interessant, hat aber eine Trinktemperatur von deutlich über 6 Grad, eine erneute Verkostung wäre angemessen.

Die Biermeile versteht sich als eine internationale Veranstaltung mit 340 Brauereien aus 87 Ländern mit ca. 2400 Bieren und erwartet 800.000 Besucher über drei Tage. Das ist für die Veranstalter ein Erfolg. Mein Besuch im nächsten Jahr ist offen.

Unterhaken! Solidarität mit netzpolitik.org!

Was für ein Irrsinn!

Während der Generalbundesanwalt davon absieht, gegen die NSA wegen des Abhörens der Handys der Kanzlerin und anderer Regierungsmitglieder zu ermitteln, soll nun gegen netzpolitik.org ein Exempel statuiert werden. Netzpolitik.org, das unter anderem live und kritisch aus dem NSA-Untersuchungsausschuss berichtet, der den von Edward Snowden aufgedeckten Spionageskandal und die mögliche Verwicklung deutscher Dienste darin untersucht, ist das führende Blog für digitale Bürgerrechte in Deutschland und wurde deshalb auch als “Ausgezeichneter Ort der Bundesregierung im Land der Ideen” von der Bundesregierung und Markus Beckedahl als “Journalist des Jahres 2014″ ausgezeichnet.

Nach den Enthüllungen über die Machenschaften und auch dem Versagen der Geheimdienste in diesem Land müssen wir feststellen, dass die Kontrolle der Geheimdienste nicht mehr funktioniert. Es ist daher gut, dass unabhängige Medien wie netzpolitik.org immer wieder über diese Themen berichten. Es ist daher gut, dass netzpolitik.org immer wieder nervt, Fragen stellt und Dokumente veröffentlicht, die dieses Versagen dokumentieren oder die Überwachung durch die Geheimdienste offenlegen.

Die Ermittlungen sind ein gezielter Angriff auf kritische Berichterstattung über die Rolle der Geheimdienste, über die Einschränkung von Bürgerrechten im digitalen Raum und der offensichtliche Versuch, Journalisten und Aktivisten zu diskreditieren. Diesen Versuch gilt es zu unterbinden. Deshalb stellt sich D64 solidarisch an die Seite von netzpolitik.org.

Die Pressefreiheit ist der Garant dafür, dass die Demokratie funktioniert. Die Ermittlungen wegen Landesverrat gegen netzpolitik.org zeigen, dass der Generalbundesanwalt ganz dringend in den Ruhestand geschickt werden sollte, er ist nicht mehr tragbar für dieses Land!

Wir rufen dazu auf, netzpolitik.org finanziell zu unterstützen:

Inhaber: netzpolitik.org e. V.
Konto: 1149278400
BLZ: 43060967 (GLS Bank)
IBAN: DE62430609671149278400
BIC: GENODEM1GLS
Zweck: Spende netzpolitik.org

(Dieser Beitrag ist Teil eines Posts von Mathias Richel im Blog des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt)

Bericht zum Craft Beer Crawl der Bierinseln Berlin

Der mit Spannung erwartete Tag ist da, der Craft Beer Crawl der Bierinseln Berlin beginnt. (Felix schreibt über die Hintergründe, die Bedeutung der Bierinsel Initiative wie immer kenntnisreich in diesem Post.) Eine Route habe ich mir bereits festgelegt. Alle ausgesuchten Bierinseln auf diesem Kurs sind Gelegenheiten, die ich noch nicht besucht habe. Eine Menge neuer Eindrücke erwarten mich.

Pünktlich um 12 Uhr geht es mit der U6 vom Mehringplatz zur Seestraße, dann sind es nur ein paar Schritte zu Fuß bis zur ersten Bierinsel, der Vagabund Brauerei. Beim Betreten des Taprooms habe ich das Gefühl einer Zeitreise in die Vergangenheit. War ich doch in einem anderen Leben rund um die damalige TFH und im Afrikanischen Viertel unterwegs. Der Taproom erinnert in Lage und Ausstattung daran. Vier Biere sind am Hahn, ich wähle drei davon aus und bitte den Vagabunden mir die richtige Reihenfolge zu benennen, in der ich die Biere verkosten soll, das Ergebnis ist folgendes:

Vagabund Brauerei: von rechts, Double IPA 7,1%, Szesuan Saison 5,2%, Rainer`s Rye Saison 7,5%

Vagabund Brauerei: von rechts, Double IPA 7,1%, Szesuan Saison 5,2%, Rainer`s Rye Saison 7,5%

Die Gläser empfinde ich sehr angenehm, die Temperatur der Biere ist an diesem doch heißen Tag auf den Punkt. Die drei Biere schmecken mir ausgezeichnet und ich bin mir sicher, daß dies nicht mein letzter Besuch bei Vagabund sein wird.

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Route der Bierinseln Berlin

Was die “Bierinseln Berlin” sind, ist hier zu lesen. Der famosen Craft Beer Crawl lege ich meine persönliche Route zugrunde. Sie beginnt im Wedding, führt über Gesundbrunnen nach Prenzlauer Berg und Mitte und endet schließlich in Kreuzberg. Von den insgesamt 21 Bierinseln besusche ich sieben, zusätzlich kommt noch die Stammbar dazu. Die Route mit den Taprooms und Besuchszeiten sind auf den folgenden beiden Bildern aus Swarm zu sehen:

craft beer crawl 1

craft beer crawl 1

craft beer crawl (2)

craft beer crawl (2)

Ein umfangreicherer Post zur “Bierinseln Berlin” folgt in den nächsten Tagen.

Über die “Bier & Burger” Gang

Wir sind nun eine “Bier & Burger” Gang, die weltbeste natürlich und geheim. Geheim deshalb, weil unsere Kommunikation auf Threema läuft. Und weltbeste deshalb, weil tolle Leute dabei sind und Serendipität unser Gemüse ist, wie sich gleich beim ersten Treffen herausstellt. Zeitpunkt und Lokation des ersten Treffens wird also verabredet und -sieh da, Sidol- eine Tischreservierung ist nicht möglich, da die Braterei Ruhetag hat, was sie aber auf der Homepage nicht vermerkt. Weitere Tischreservierungen bei alternativen Bratereien schlagen fehl und so treffen wir uns ohne Tischreservierung auf der gegenüberliegenden Straßenseite vom Hops. Wir sind pünktlich, großes Hallo und die Burgerfans beschließen spontan einen Besuch im Restaurant Spätzle & Knödel zwei Schritte vom Hops entfernt. Ich bin begeistert, schwäbische Küche ist großartig und bis zu dem Zeitpunkt kannte ich das Restaurant nicht. Unsere Iron Blogger Berlin Bierkassenleerung machen wir grundsätzlich im Hops, zu anderen Gelegenheiten bin ich dort ebenfalls und mir fällt das “Spätzle & Knödel” jetzt erst auf. Die scheinbare Malaise eines Ruhetags der gewünschten Braterei schafft eine überraschende und wohlfeile Alternative. Ich nehme ein Wiener Schnitzel mit Gurken-Kartoffelsalat für 14,90€ von der Sonderkarte und trinke dazu ein angenehmes Oberelchinger Prälat. Die Mitessenden sind mir ihrer Wahl ebenfalls sehr zufrieden.

Wiener Schnitzel mit Gurken-Kartoffelsalat

Wiener Schnitzel mit Gurken-Kartoffelsalat

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Der Briefkasten

Mit mehreren Tüten beladen komme ich bei dieser Hitze vom üblichen Wochenendeinkauf zurück. Dabei überquere ich nicht den Mehringplatz sondern durchquere ihn unterirdisch über die doch freundlicher temperierte Station der U6 um dann den Schatten der Luftgeschosse der Nachbarhäuser auszunutzen. Kinder spielen im deutlich kühlen Raum um die große Briefkastenanlage. Ein kleines Mädchen öffnet mir freundestrahlend die Haustüre und ich bedanke mich bei ihr. Ich öffne meinen Briefkasten und sichte die einliegende Post als das kleine Mädchen mir stolz einen Werbekatalog zeigt. “Guck ma was ich hier habe” fordert sie mich strahlend auf und blättert in dem Werbekatalog. “Kannste schon lesen und wo haste den denn her?” frage ich sie und sie zeigt auf einen Briefkasten. “Und wo wohnste?”. Sie zeigt auf einen anderen Briefkasten in einem anderen Stockwerk. Belustigt wende ich mich in Richtung des Fahrstuhls.

Threema zum Zweiten

Die Erstinstallation von Threema führte ich im August 2013 auf meinem iPhone durch. Die Zahl der Kontakte blieb übersichtlich, sechs Personen insgesamt, davon heute zwei inaktive. Als ich das Gerät wechselte versetze ich Threema in den wohlverdienten Dämmerschlaf, die iMessage war auch damals bevorzugter Messanger. Ich wurde dieser Tage von einem weiteren Kontakt gebeten Threema zu reaktivieren was ich heute auch tat. Da ich kein Backup durchgeführt hatte war das Generieren einer neuen ID notwendig, die alten Kontakte waren zu meiner Überraschung bereits markiert. Wenn Threema, dann volle Pulle, eine Verknüpfung der ID mit Mobilfunknummer oder Mailadresse habe ich abgelehnt. Irgendwie ist die Usability des Dienstes aber immer noch nicht wie ich mir das vorstelle. Ich habe es nicht geschafft den Account mit einem Avatar zu verknüpfen. Mein neuer Kontakt war völlig ratlos ob er mich trotz übermittelter ID auch gefunden hatte. Ein Tag an dem Threema zwei Menschen an den Rand des Wahnsinns gebracht hat.