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Champagnerbier

Vor einiger Zeit hatte ich hier über den erneuten Versuch geschrieben über Untappd verschiedenste Biere zu bewerten, die ich so im Laufe der Zeit probiere. Das ist mir in diesem Jahr ganz gut gelungen und ich habe gerade das fünfzigste Bier eingestellt. Regelmäßig gehe ich beim Einkauf in der Lebensmittelabteilung des Vertrauens in der City West in die Bierunterabteilung und wähle dort zufällig aus. Nein mit “Zufällig” ist es nicht richtig beschrieben, ich schaue nach der Flaschenform und dem Alkoholgehalt und das führt mich häufiger zum Champagner-Bier. Allerdings konnte mich keines der bisher verkosteten Champagner-Biere wirklich überzeugen und ich denke ein Wechsel des Wahlmechanismus ist angebracht.

Ich werde darüber mal mit dem Athanasius Katz vom Bierblog übers Bier und Biertrinken bei der nächsten Ironblogger-Berlin-Bierkassenvertrinkung sprechen wollen.

Hallo Sommerzeit

Langsam öffne ich die Augen und sehe die LED-Projektion des Weckers an der Schlafzimmerdecke. Es ist 7:42 Uhr. Etwas früh am Morgen für Sonntag denke ich und weiter – es ist Sommerzeit und dieser verdammte Funkwecker hat sich wieder nicht umgestellt. Das hat er die Jahre vorher jedenfalls tatsächlich teilweise erst Wochen später getan. Aufstehen und erstmal einen Kaffee trinken. Die Freude ist groß, daß es die F.A.Z. nun nach sieben Wochen und etlichen Anrufen im Kundencenter geschafft hat, die F.A.S. wieder vertragsgemäß zuzustellen. Mit Vergnügen widme ich mich der Sonntagszeitung. Kaffeekanne ist alle und ich setze neuen Kaffee auf und stelle gedankenverloren die Uhr der Mikrowelle eine Stunde vor. Intervention der Holden, was ich denn da mache, sie hätte doch schon die Sommerzeit eingestellt. Und was zu erwarten war, auch der Funkwecker im Schlafzimmer hatte sich bereits umgestellt.
Bin nicht mal groß erstaunt, Sommerzeit fühlt sich so völlig normal an…

Mein erster Tweet

Irgendwie scheint gerade wieder ein Meme auf Twitter zu laufen: “Mein erster Tweet”. Hier der dazugehörige Link.
Mein erster Tweet war auf unserer nugg.ad-Weihnachstfeier am 6.12.2007 zu “fortgeschrittener Stunde”. Der Inhalt spricht für sich:

Der erste Tweet

Der erste Tweet

Vier Wochen ohne Sonntagszeitung

Seit vier Wochen wird die abonnierte Sonntagszeitung nicht mehr geliefert. Die Gründe sind ein Rätsel. Mehrfache Anrufe im Kundenzentrum fruchten nichts. Freudliche Mitarbeiter registrieren den Sachverhalt, entschuldigen sich, versprechen der Sache nachzugehen und immer wieder Ratlosigkeit. Gutscheine werden geschickt, sodaß ich mit dem Gutschein der Vorwoche beim Büdchen des Vertrauens die ausgebliebene Sonntagszeitung holen kann. Ist aber nicht Sinn eines Abonnements die Zeitung beim Büdchen des Vertrauens per Gutschein zu holen. Zeitgleiche Ereignisse werden zu Kausalitäten umgedeutet: beginnt doch die Nichtlieferung just in dem Moment, indem als Gratistreueleistung die Werktagsausgabe der Zeitung für zwei Wochen geliefert wird. Zusammenhänge werden vom Kundenservice verneint. Ratlosigkeit bei mir. Ist da ein großes schwarzes Loch des Nichtverstehens zwischen Verlag, Agentur und Zusteller?

Am Mittwoch werde ich erneut einen Entschuldigungsbrief des Verlags samt Gutschein für die Zeitung erhalten, den ich am kommenden Sonntag einlösen könnte. Ob es kommenden Sonntag mit der Zustellung klappt?

Die Balkonsaison 2014 ist eröffnet

Der dichte Morgennebel am Freitag war ja schon mal ein interessanter Fingerzeig. Nach dem freundlichen Donnerstag und der starken Abkühlung der Luft in der Nacht war die morgendliche Kondensation nicht überraschend und Hoch Guido löste den Nebel rasch auf. Das machte Lust auf mehr am Wochende.

Morgennebel

Morgennebel

Der Sonnabend begann so freundlich, daß wir die Heizung abschalteten, denn bei 25 Grad im Wohnzimmer ist eher das weite Öffnen der Fenster angesagt. Die Wochenendeinkaufliste war relativ kurz, sodaß ich nur einen kurzen Gang zum Kaiser’s des Vertrauens um die Ecke machen mußte. Der Nachbarschaftspark lud nach dem Einkauf bei den milden Temperaturen in der Sonne zum Verweilen ein. Ein/zwei eiskalte Desperados leisteten mir Gesellschaft.

Theodor-Wolff-Park

Theodor-Wolff-Park

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#d64hurra

Sonntagabend, voller Bauch vom Dinner und im TV läuft “Schnappt Shorty!” während ich einige Sätze über den “D64 Neujahrsempfang 2014″ im Grünen Salon schreibe. Den kategorisisere ich in die Schublade “Vermischtes” denn das Inhaltliche gibt es von Gesche Joost genau hier und ab dem nächten Absatz folgt Anekdotisches.

Sehr gut besucht war der Neujahrsempfang, ca. 195 Anmeldungen gab es im Vorfeld. Unter den Gästen waren nicht nur Vereinsmitglieder oder Abgeordnete der SPD sondern auch Mitglieder anderer netzpolitischer Vereine und weitere Vertreter der Zivilgesellschaft, sowie etliche Leute aus der Crowd, von denen ich es nicht erwartet hatte. Bei gekühlten Getränken (sehr wichtig, das Bier ging nicht aus) und einem Buffet aus Fingerfood (das immer wieder aufgefüllt wurde) amüsierte sich das Publikum bei Musik und angeregten Gesprächen.

Buffet

Buffet

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Verdinglichung heute

Der designierte Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokratie für die Europawahl 2014, Martin Schulz, hat in einem Presseerzeugnis ausführlich das Thema Digitalisierung beleuchtet. Nico hat in seinem Blog darauf einen ausführlichen Kommentar geschrieben, den ich so gerne unterschreibe und dem ich eigentlich nichts hinzuzufügen habe.

Doch scheint mir die Forderung von Martin Schulz, “die Verdinglichung des Menschen nicht zuzulassen” und “die Ökonomisierung aller Lebensbereich zu verhindern” etwas aus der Zeit gefallen zu sein. Verdinglichung und Ökonomisierung sind längst Realität und im täglichen Leben seit Jahrzehnten auch ohne Digitalisierung erfahrbar.
Verdinglichung, nicht unbedingt als ökonomischer Begriff, sondern als Adiaphorisierung menschlicher Angelegenheiten sind beispielweise in der Verwaltung gang und gäbe. Ohne die Reduktion menschlicher Angelegenheiten auf Vorgänge und Aktenzeichen wäre eine rationale Bearbeitung ohne Distanz unmöglich.
Verdinglichung im ökonomischen Sinne drängt sich in alle sozialen Interaktionen, in denen Menschen sich freiwillig oder gezwungen, in Waren verwandeln um einen Zweck zu erreichen. Das sind die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt, die jeder Arbeitnehmer kennt. Und diejenigen, die eine Wohnung suchen wissen genau, daß pekuniäre Potenz nicht ausreichend ist, sondern sich die ganze Person in eine Ware verwandeln muß, die dem Vermieter zusagt. Alltagserfahrung von Müttern und Vätern, die eine Kitaplatz suchen, sind daß sie sich gezwungen sehen ihr Kind ebenfalls als Ware präsentieren, das diese oder jene besondere Eigenschaft hat. In den Angelegenheiten des Politischen erfahren wir seit Jahren wie der Inhalt immer weniger relevant wird, der Person immer mehr Aufmerksamkeit zugeschrieben und medial vermittelt wird. Der Politiker ist zur Ware geworden. Wie die Menschen auch in Angelegenheiten des Gefühlslebens warenförmig handeln hat Eva Illouz beschrieben. Verdinglichung und Ökonomisierung sind also nahezu allgegenwärtig.

Abschließend eine Bemerkung zur Vorratsdatenspeicherung. Da die Politik, entweder freiwillig aufgrund der neoliberalen Ideologie oder vielleicht gezwungenermaßen, in immer mehr Politikfeldern Entscheidungs- und Vollzugsmacht abgegeben hat, bleibt das, was sie “Innere Sicherheit” oder “Äußere Sicherheit” nennt, noch als Entscheidungs- und Vollzugsmacht für sie übrig. Hier sieht sie  Gelegenheiten des Handelns, wie richtig oder falsch sie auch sein mögen.

Achtundvierzig Grad Unterschied

Schrulligkeiten sind ja eine Würze des Lebens. Eine meiner eigenen Schrulligkeiten kann ich selber mit dem iPad erleben, wenn ich morgens in schöner Regelmäßigkeit die App Magical Weather von MeteoGroup aufmache. Was die Wetterapp so kann ist hier zu lesen. Meine Einstellung sieht dann so aus:

Magical Weather

Magical Weather

Nach der Wetteranzeige der jeweils aktuellen Location sind dort Örtlichkeiten meiner Domains aufgereiht: von Orten in den USA (us) über das Britische Territorium im Indischen Ozean (io) und Montenegro (me) sowie den Kokosinseln (cc) bis zu Tumaco in Kolumbien (co). Auch das Wetter in der Hauptstadt meiner Sehnsuchtsinsel St. Lucia, Castries, wird angezeigt.
Der Temperaturunterschied von 48° zwischen Berlin und Diego Garcia, zwischen zuhause und der dem Land der Domain dieses Blogs ist schon gewaltig und dies zu konstatieren und darüber nachzudenken erscheint schnurrig. Also ich selber erscheine mir schnurrig.

Als ob ich versuchte mir mit dem morgentlichen Blick auf das Wetter in den Ländern die Domains peu à peu anzueignen und anzuverwandeln …

Ein neuer Versuch: Untappd – drink socially

Der Stecki hat meinem Gefühl nach in letzter Zeit häufiger Posts bierologischen Inhalts von Untappd zu Twitter gepostet. Die englischsprachige Wikipedia schreibt zu Untappd “is a social networking service that allows its users to check into beers as they drink them, and share these check-ins and their locations with their friends”. Beim Lesen seiner Tweets erinnere ich mich, daß ich dort auch noch ein Zugang habe und logge mich mal flugs ein. In der Tat ist mein Account am sechsten November 2010 angelegt und nur einen Tag genutzt. Ich beschließe das kurzfristig zu ändern und einen erneuten Versuch mit Untappd zu starten. Mit der App auf dem iPhone begebe ich mich zu einem Frühschoppenbuffet nach Köpenick ins Waschhaus und mache vom Dienst Gebrauch. Die App ist intuitiv leicht zu verwenden und hat neuerdings eineige interessante Filter für Photos. Die Biersorten werden schnell gefunden und der Pull von Foursquare-Locations funktioniert problemlos.

Untappd

Untappd

In der nächsten Zeit ergeben sich für mich einige Gelegenheiten den Service zu verwenden, so wie das anstehende Ironblogger Berlin Neujahrsbiertrinken, das ich dann sortenweise protokollieren werden.

Ob ich dabei bleiben werden?

Adieu

Unser Zeitungszusteller hört auf. Das ist sicher nicht wirklich etwas Ungewöhnliches, ökonomische Relationen werden beendet, andere stellen sich her. Unser menschliches Verhältnis macht mich allerdings ein wenig nachdenklich. Weder waren wir anonym für ihn, noch war er anonym für uns denn wir kennen seinen Namen, wir wissen seine Adresse aber wir haben ihn noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen. Mit der Zeit haben wir uns irgendwie, auf eine nicht zu erklärenden Art und Weise mit ihm verbunden gefühlt. Die Holde hat zu bestimmten Feiertagen ein kleines Geschenk für ihn vor unsere Tür gestellt, er hat uns gelegentlich eine kleine Zeichnung wie auf dem folgenden Bild zukommen lassen.

Osterhasi

Osterhasi

Jetzt hat er sich mit einem persönlichen Brief zum Jahreswechsel verabschiedet. Wir werden ganz altmodisch darauf antworten, ihm Adieu sagen, mit Papier und Briefmarke.

Update 13.1.2014

Ein Presseerzeugnis schreibt heute über die miserable ökonomische Situation vieler Zeitungszusteller. Die Bezahlung erfolgt per Stücklohn und erreicht keinesfalls den gesetzlich geforderten Mindestlohn von 8,50€. Viele Zusteller sind Aufstocker. Irgendwie schäme ich mich, indem ich indirekt mit dem Zeitungsbezug dieses quasi ausbeuterischen Verhalten der Zeitungen unterstütze. Was kann die richtige darauf Antwort sein? Persönlicher Verzicht auf ein Zeitungsabo und/oder ein Mindestlohn auch für solche Beschäftigungsverhältnisse bzw. das konsequente Verfolgen des Verbots die Menschen in eine eventuelle Scheinselbstständigkeit zu zwingen?