Ihr schlimmster Kunde ist ihr bester Freund

So titelt Jeff Jarvis in seinem Buch „Was würde Google tun?“ auf Seite 39 ein Kapitel, daß mit moderner Unternehmenskommunikation im Internet beschäftigt. Deutsche Unternehmen tun sich teilweise sehr schwer mit dieser Einsicht, wie das aktuelle Beispiel der JAKO AG zeigt, dokumentiert von Kai Pahl auf den Seiten AllesausserSport. Der Sportbekleidungshersteller JAKO überzieht den Blogger Trainer Baade mit Abmahnverfahren.
Die Alternativen sind so offensichtlich, falls JAKO überhaupt meint, es müsse auf einen kritischen Artikel reagieren. Man hätte dem Trainer per Mail ein Gesprächsangebot machen können, ein Telephonanruf wäre nicht schlecht gewesen, ein Kommentar in seinem Blog zwingend. Über diesen Respekt, der damit dem Trainer zuteil geworden wäre, hätte er sicherlich, durchaus positiv, berichtet.
Und eines ist ebenfalls klar, das Unternehmen hat immer noch die Chance dieses PR-Desaster zu seinen Gunsten zu wenden. Lernfähigkeit zeigen, mit dem Trainer reden, den Fehler zugeben, ein Unternehmensblog einrichten, sich mit Sportbloggern austauschen. Es ist schier unfaßbar, daß ein Unternehmen, welches seinen Markt eher im Breitensport sieht und sich mit Sponsoring beschäftigt, im Internet stumm ist. Mit Sprachlosigkeit werden Chancen vergeben. Und wenn sich JAKO entschließt im Internet Gespräche führen zu wollen, dann bitte nicht über Marketing- oder PR-Abteilungen, das Unglück wäre vorprogrammiert.
Aber soweit scheint man noch lange nicht zu sein. Die Ruhrbarone berichten über eine erste Reaktion, die eher hilflos erscheint: „Alles nur ein Mißverständnis“.

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