Drei Bundestagswahlen mit dem Wahl-O-Mat

Drei Bundestagswahlen lang begleitet mich der Wahl-O-Mat wobei er sicherlich keine Rolle für mein Wahlverhalten spielt aber teilweise überraschende oder gar nach eigenem Empfinden paradoxe Ergebnisse liefert. Die Macher des Wahl-O-Mat liefern die Erklärung für diese Paradoxien auf ihrer Webseite gleich mit, nämlich Reduzierung der Inhalte von Wahlprogrammen auf ja/nein-fähige Aussagen und Thesenauswahl durch eine Redaktion. Damit bekommt der Wahl-O-Mat einen ideologischen Filter, was meiner Ansicht nicht schlimm ist, es muß nur klar sein.
Ich habe mir die Versionen der Bundestagswahl von 2005 und 2009 heruntergeladen, mit meiner heutiger Perspektive genutzt und zusammen mit der 2013-Version gelistet. Hier das Ergebnis:

  2013 2009 2005
SPD 83% 64% 68%
Linke 76% 73% 77%
Grüne 72% 70% 68%
Piraten 71% 71% —-
FDP 59% 51% 45%
CDU/CSU 47% 41% 32%

Das Ergebnis scheint nur auf den ersten Blick überraschend.  Deutliche Änderungen in meiner Übereinstimmung mit den aus den Wahlprogrammen destillierten Thesen scheinen die (Alt)Parteien SPD, FDP und CDU/CSU zu betreffen. Sollte der redaktionelle Teil des Filters keine Rolle gespielt haben so sind die Thesen selber der Grund. Entweder sind im aktuellen Wahlkampf keine so strittigen Themen wie davor relevant  oder aber die Parteien selber haben sich inhaltlich angenähert.

Der Wahl-O-Mat ist ein schönes Spielzeug, wie im übrigen die vielen anderen neuen Tools auch. Besonders gerne habe ich den Bundeswahlkompass genutzt, der eine sehr schöne Multidimensionale Skalierung durchführt und das Zustimmungsmuster in einer Graphik als räumliche Nähe zu den Parteien verortet.

Bundeswahlkompass Bundestagswahl 2013

© Bundeswahlkompass Bundestagswahl 2013