Archiv der Kategorie: technologie

Über die Klobrille

Ich frage mich ob die Digitalisierung bei der Klobrille Einzug gehalten hat und muß feststellen, daß das bereits seit den achziger Jahren der Fall ist. Zwar nicht unbedingt in Berlin, Deutschland oder Europa sondern am andere Ende der Welt in Japan, wie die Wikipedia weiß. Das erstaunt mich dann doch, hielt ich bisher unsere, mechanisch sich selbst absenkende Klobrille den Gipfelpunkt der Toilettentechnologie. Ich bin eines besseren belehrt und freue mich darüber.

Klobrille

Klobrille

Ich werde meinen Kumpel Roger beim Bier danach befragen …

Hemden im Internet

Voller Enthusiasmus mache ich mich auf die Suche nach Hemden im Internet. Bei einem Onlinefashionshop bekomme ich einen ordentlichen Rabatt sodaß die Hemden der Marke, die mich interessieren, doch spürbar billiger sind statt einem unrabattierten Preis von 99,95€. Hemden dieser Marke trage ich als Businesshemden zum Anzug denn es ist die mir einzig bekannte Marke, die schwarze Langarmhemden mit Button-Down-Kragen herstellen. Ich suche allerdings diesmal karierte Langarmhemden mit Button-Down-Kragen und freue mich zunächst sehr über das Angebot. Bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, daß es sich ausschließlich Hemden in Slim-Fit-Form handelt. Grauenhaft, erinnert das an die taillierten Hemden der 1970ger Jahre. Ich trage ausschließlich Regular-Fit-Form, was auch den Vorteil hat bestimmte Partien am Körper mit Wohlgefallen zu verhüllen. Schade, so wird es nichts mit den Hemden aus dem Internet. Ich gehe statt dessen ins Kaufhaus des Vertrauen der Holden und kaufe mir zwei karierte Langarmhemden in Regular-Fit für 19,95€ pro Hemd ganz analog. Da freut sich auch der Sparfuchs in mir.

Das Schreiben mit der Hand

Ich erinnere mich noch gut an die Schreibhefte der ersten Klasse – vier Linien, innerhalb derer die Buchstaben geschrieben wurden. Ein Blick in die Suchmaschine des Vertrauens zeigt mir, daß das heute immer noch so ist. Ein Preis für Schönschreiben gewann ich nie. Meine Handschrift war immer krakelig, daran hat sich auch als Erwachsener nichts geändert. Ein Graphologe hätte seine Freude daran, die Interpretation kann ich mir lebhaft vorstellen. Seit Jahren schreibe ich sehr wenig mit der Hand, Einkaufszettel, gelegentlich ein paar Notizen. Die Hauptschreibweise ist per Tastatur. Vor Weihnachten schrieb ich eine Reihe Weihnachtskarten, ich mußte mich wirklich anstregen keine Fehler zu machen und halbwegs leserlich zu schreiben. Kann eigentlich die Handschrift ohne regelmäßiges Schreiben schlechter werden oder war das nur eine Momentaufnahme?

Piratenente

Die Kurzreise nach Hamburg bringt aus dem Hotel des Vertrauens eine neue Mitbewohnerin nach Kreuzberg – eine Piratenente. Sie fühlt sich sofort zwischen den hier lebenden Artgenossen wohl. Da sind eine Kapitänsente, eine Seefahrerente, eine Taucherente, eine Conciergeente und noch einige mehr. Allerdings sind diese gegenüber der neuen Mitbewohnerin etwas zurückhaltend, sind sie doch von den hochgezogenen Augenbrauen und der Axt irritiert. Da die Piratenente mich entzückt, folgt ein Photo auf dem Fuße samt algorithmischer Bildverbesserung mit Perfectly Clear, etwas algorithmischem Blurring mit Tadaa SLR und etwas Lux und Helligkeit mit Instagram. Auch Artwork ist selbstverständlich willkommen und Prisma bietet dafür mit dem algorithmischen Filter, benannt nach dem großen indischen Künstler Thota Vaikuntam, den richtigen satten Gelbausdruck.

Piratenente

Piratenente

Und wieder die Kaffeemaschine

Zu Kaffeemaschinen und Filtertüten scheine ich ein spezielles Verhältnis zu haben:

Ich stehe auf, hole die Sonntagszeitungen herein und schalte die Kaffeemaschine an. Ich setze mich an den Tisch und sortiere die Sonntagszeitung des Vertrauens wie üblich – oben den Reiseteil, dann Politik, Wirtschaft, Finanzen, Wissenschaft, Wohnen, Leben und ganz nach unten das Feuilleton. Die Kaffeemaschine macht heute sehr seltsame Geräusche, scheint sehr kurzatmig zu sein, läßt ein ungewöhnliches Gurgeln vernehmen. Nach Verarbeiten der Hälfte des Wassertanks schaltet sie sich aus. Die Kaffeemaschine macht schlapp – am Sonntag! Nach einer Weile starte ich sie erneut, das Ergebnis ist wie zuvor. Die Holde kommt hinzu und ich teile ihr zerknirscht den Ausfall des Geräts mit. Sie schaut sich kurz um und macht deutlich, daß die Kaffeemaschine nach der Reinigung am Vortag nicht wieder vollständig zusammengebaut ist, das obere Teil des Einwegventils fehle!

Beim Aufsetzen der Kaffeemaschine übersah ich das Fehlen des oberen Ventilteils völlig. Meine Aufmerksamkeit war auf ganz und gar auf andere Dinge, nämlich die Überschriften auf den Titelseiten der Sonntagszeitungen, gerichtet. Kein Wunder…

2016

Instagram sieht mein 2016 etwas selektiv … Aber knorke war es.

2016

2016

Die Sache mit der widerspenstigen Heizung

Seit langem ist der technische Fortschritt in das Beherbergungsgewerbe eingezogen. Kein Hotel, das der geneigte Gast in den letzten Jahren besuchte hat an den Heizkörpern ein vom Gast bedienbares Heizungsventil, viele Hotels haben gar keine Heizkörper mehr sondern steuern die Zimmertemperatur mit der Klimananlge, die gleichtzeitig Heizung ist. Der Gast ist in der Lage an einer Konsole im Zimmer die gewünschte Zimmertemperatur festzulegen.

Das Zimmer im Hotel des Vertrauens, in dem der Gast die Weihachtsfeiertage verbringt, besitzt eine solche. Für den Gast soll die Bedienbarkeit so einfach wie möglich sein, er braucht nur drei Tasten an der Konsole zu bedienen: ein/aus, Temperatur hoch, Temperatur runter. Ein fabelhaftes Konzept wenn es denn funktioniert:

Die Zimmertemperatur ist bei Ankunft des Gastes auf 19 Grad gestellt. Der Gast erhöht auf 22 Grad und fährt mit seinen Tätigkeiten fort. Wie aus dem Nichts ist das System plötzlich auf 20 Grad eingestellt. Er erhöht erneut und macht anschließend einen Spaziergang ins Städtchen. Bei seiner Rückkehr sind nur noch 19 Grad eingestellt. Eine ähnliche Situation beim morgentlichen Aufstehen. Vor dem Schlafengehen auf 21 Grad eingestellt, beim Aufwachen ist das System auf 19 Grad parametrisiert. Eine automatische Nachtabsenkung scheint dem Gast plausibel aber warum ist die dann auf Dauer gestellt und die Temperatur erhöht sich morgens nicht?

Nun, nicht die Heizung ist widerspenstig oder hat ein Eigenleben sondern die Parametrisierung der zentralen Steuerung des Systems durch das Hotel ist gelinde und freundlich gesagt – eigenwillig. Der Gast wird das bei seinem nächsten Aufenthalt im Hotel ansprechen und ist gespannt auf die Antwort.

Die Sache mit der Düse

Das Hotel des Vertrauens an der Ostsee hat das Bad unseres Lieblingszimmers modernisiert. So finden wir einen neuen Duschkopf vor. Dieser Duschkopf hat an der Oberseite vier Tasten, die jeweils andere Düsen aktivieren – Rain oder Jet heißen sie beispielsweise. Das wird natürlich ausprobiert und die Taste mit dem lustigsten und auch seltsamsten Namen ist die interessanteste. Die Düsen formieren einen Jetstrahl der sich langsam pulsierend bewegt – faszinierend! Die Recherche in der Suchmaschine des Vertrauens ergibt, daß sowohl Name als auch Idee der Bewegung der Düsen von den Techniken der Ureinwohner des Fünften Kontinents abgeleitet ist – sehr spannend! Der Hersteller der Brause benennt den Zweck u.a. für die Massage des Nackens.

Wir deuten die Funktionalität weiter und verwenden den pulsierenden Wasserstrahl bidet-esque. Und das mit spürbarem Erfolg.

Orientierungslos auf der Autobahn

Wir fahren mit dem Auto auf einen Wochenendbesuch nach Hamburg. Irgendwann fällt mein Blick auf eine Entfernungsanzeige und ich lese voller Verblüffung „Dresden“ auf dem Schild, allerdings ohne Entfernungsangabe. Wie kann das sein, sind wir doch in entgegengesetzter Richtung unterwegs? Ratlosigkeit. Auf der Rückfahrt passiert Dasselbe, jetzt allerdings erscheint das Auflisten logisch, sind wir doch in der richtigen Richtung unterwegs. Wir haben gedrucktes Kartenmaterial ziemlich neuen Datums dabei und dieses hält des Rätsels Lösung bereit. Die A14, in Teilen fertiggestellt, in weiten Teilen noch in der Planungsphase wird Wismar über das Dreieck Nossen und die A4 mit Dresden verbinden. Wenn man von Hannover auf der A7 nach Hamburg fährt, wird dort eine Entfernungsangabe für Berlin gelistet? Vermutlich vor dem Kreuz Allertal – oder?

Die wundersame Instagram-2-flickr-bridge

Manchmal ist Technik besonders störrisch. Da schimpfe ich mit den Dingen als wären sie Menschen und könnten mich verstehen. Die Instagram-2-flickr-bridge ist so ein Ding. Sie setzte im vergangenen September völlig aus. Alles Löschen und Neuerstellen brachte nichts, selbst der Einsatz von iftt blieb erfolglos. Heute schaue ich zufällig auf meine flickr-Seite und sehe, daß seit September diesen Jahres Photos funktionsgemäß übertragen werden. Ein geschlagenes Jahr fast auf den Tage genau bleibt die Bridge stumm. Sehr, sehr wundersam oder wohnen Kobolde nicht nur in Fahrstühlen?