Schlagwort-Archive: Internet der Dinge

Über „gute“ Things

Es ist fast ein Jahr her als der @holadiho einen Blogpost mit dem Titel „Warum ist es so schwer gut zu sein?“ schrub. Ich empfehle den Post samt Kommentaren nachdrücklich, denn er macht im Grunde genommen klar, daß, sobald das Denken in ökonomische Kategorien abgleitet – das Denken sich vom Gegenstand entfernt und vom Reden über Geschäftsmodelle überlagert wird – sich das „Gute“ verflüchtigt. Er bittet die Leser:

Und noch konkreter – könnt ihr mir helfen mit Ideen, wie das Internet of Things diese Wende hin zum Guten schaffen könnte? Fallen Euch „Things“ ein, die Frontex das Leben schwermachen würden? Oder kleine Devices, die SchülerInnen zu mehr Empathie und weniger Bullying und Ausgrenzung anregen? Anwendungen die Obdachlosen den Zugang zu Leergut erleichtern?

Ob er ein Antwort bekommen hat weiß ich nicht, jedenfalls in den Kommentaren ist keine ersichtlich. Ich mußte an seinen Post denken als ich heute vormittag diesen Tweet las:

Ein Blick auf die Seite Open Refugee Ware und ein wenig Stöbern in der Suchmaschine des Vertrauens zeigen beeindruckend wie mit neuester Technologie wie z.B. 3D-Drucken quasi in Makermanier die Produktion von low-cost Prothesen für Kriegsopfer in Flüchtlingslagern möglich ist. (Ja verdammt, scheinbar bedarf, paradoxerweise und im Widerspruch zu meinen obigen Worten, Gutes-Tun durch Herstellen der Begleitung eines  ökonomischen Arguments).

Mir jedenfalls macht so eine Initiative Hoffnung daß es mit den „guten“ Things klappen könnte.

Oh Mother!

In der Sonntagszeitung des Vertrauens steht heute im Wirtschaftsteil ein Artikel über ein Gerät zur Vernetzung des Alltags. Ein Bild ist dabei und irgendwie kommt mir die Form bekannt vor. Das Gerät sieht aus wie ein Nabaztag ohne Ohren. Sofort fällt mir die re:publica-Session aus dem Jahr 2008 mit Rafi Haladjian ein, der den Nabaztag mit entworfen hatte. Die Session faszinierte mich sehr und einige Zeit später kaufte ich mir einen Nabaztag und taufte ihn Häschen P. Häschen P kommunizierte mit Schab0wski, dem Nabaztag vom Moellus. In der Tat ist Rafi auch der Gründer von Sen.se, der das Gerät namens Mother herstellt und es ist klar, daß hier die Idee des Nabaztags weitergeführt wird. Einem ersten Impuls folgend denke ich an einen Kauf, verwerfe das aber angesichts von 290€ ziemlich schnell. Auch wird hier die Datensammlung zentralisiert auf Servern von Sen.se fortgeführt, was mir angesichts von Erreichbarkeits- und Stabilitätsgründen unzureichend erscheint.

Daß die Idee des Nabaztags weiterlebt finde ich spannend, werde es beobachten.

Was haben Häschen P und Jemeinsam gemeinsam?

Nüscht, zumindest auf den ersten Blick sag ich mal. Denn was sollten Häschen P, mein Nabaztag mit der neuesten verrückten Idee des mrschtief zu tun haben?

Der Nabaztag war völlig schräg, etwas das überflüssig wie ein Kropf erschien und doch Spaß brachte. Hatten wir Gäste brabbelte er unversehens los und ich habe mich diebisch an der Überraschung des Besuchs erfreut. Er sagte zuverlässig die Zeit und das Wetter an und kommunizierte gelegentlich mit dem Nabaztag von moellus. Über die iPhone-App waren seine Ohren aus der Ferne zu steuern und durch ihn hinterließ ich Nachrichten an die Holde, die darüber nicht immer amused war.
Am interessantesten fand ich, daß er in der Lage war RFID-Chips zu lesen. Damit kann man Gegenständen beliebige Anwendung zuordnen, Gegenstände kommunizieren lassen. Ein klitzekleiner aber faszinierender Schritt in ein erstes, rudimentäres privates Internet der Dinge.

Leider waren die Server der Nabaztags grundsätzlich überlastet, fetzige Anwendungen konnten nur gelegentlich genutzt werden und ein gewisser Zweifel, was den Schutz der Daten anging, war immer gegenwärtig. Die Firma ging in Konkurs, es gibt einen Nachfolger und die Nabaztags heißen jetzt Karotz.

Was nun Jemeinsam, die verrückte Idee vom mrschtief, betrifft, so werden hier QR-Codes verwendet. Und da taucht plötzlich die Alternative zu den RFID-Chips für die exakte Identifizierung von Gegenständen und ihre Verknüpfung mit Anwendungen auf. Das Internet der Dinge ist wieder präsent.

Man wird es kaum glauben aber ich hatte, trotz jahrelanger iPhonenutzung, bis zu meinem ersten Check-In bei Jemeinsam keinen Codescanner auf meinem Device. Seitdem ist das iPhone noch öfter in meiner Hand und das Internet der Dinge rückt wieder stärker in mein Interesse.
Zudem gehört unsere Firma dem weltweit größten Logistikkonzern, der komplexe logistische Prozesse über RFID und Barcodes steuert. Hier müssen doch interessante Details zu erfahren sein, da erwarte ich demnächst eine ausführliche Besichtigungstour.

Also irgendwie haben Häschen P und Jemeinsam doch wat jemeinsam.