Ein neuer Versuch: Untappd – drink socially

Der Stecki hat meinem Gefühl nach in letzter Zeit häufiger Posts bierologischen Inhalts von Untappd zu Twitter gepostet. Die englischsprachige Wikipedia schreibt zu Untappd „is a social networking service that allows its users to check into beers as they drink them, and share these check-ins and their locations with their friends“. Beim Lesen seiner Tweets erinnere ich mich, daß ich dort auch noch ein Zugang habe und logge mich mal flugs ein. In der Tat ist mein Account am sechsten November 2010 angelegt und nur einen Tag genutzt. Ich beschließe das kurzfristig zu ändern und einen erneuten Versuch mit Untappd zu starten. Mit der App auf dem iPhone begebe ich mich zu einem Frühschoppenbuffet nach Köpenick ins Waschhaus und mache vom Dienst Gebrauch. Die App ist intuitiv leicht zu verwenden und hat neuerdings eineige interessante Filter für Photos. Die Biersorten werden schnell gefunden und der Pull von Foursquare-Locations funktioniert problemlos.

Untappd
Untappd

In der nächsten Zeit ergeben sich für mich einige Gelegenheiten den Service zu verwenden, so wie das anstehende Ironblogger Berlin Neujahrsbiertrinken, das ich dann sortenweise protokollieren werden.

Ob ich dabei bleiben werden?

Ob das Aufschreiben hilft?

Gut eine Woche nach dem Aufschreiben meiner Filtertüteneigenheit ist sie verschwunden. Bin erstmal fasziniert davon und habe da aber eher noch mehr Fragen: Ist das durch das Aufschreiben verschwunden und falls ja, für wie lange oder ist das nur vorübergehend? Wie funktioniert der Mechanismus? Welche anderen Tätigkeiten können helfen? Irgendwie scheint das ja ein Gewinn an Autonomie zu sein. Und falls das so wäre, welche weiteren Eigenheiten, insbesondere im sozialen Kontext lassen sich so verändern? Kann sich die Lebensqualität dadurch verbessern? Das wird sicher noch eine interessante Reise ….

Bahnfahrt in den Norden

15:30 Uhr
Heute geht es per Bahn in den Norden. Was so auf einer langweiligen Bahnfahrt passiert möchte ich gerne in diesem Post protokollieren. Da ich per iPad und iPhone reise und immer noch nicht weder mit der wordpress-App noch mit blogsy warmgeworden bin, schreibe ich schonmal ein paar Sätze vorneweg, sodaß ich mir die Formatierungen dann jeweils kopieren kann. Klingt amateurhaft ist aber genau so.

16:50 Uhr
Warten in der DB Lounge. Irgendwie nicht viel los für einen Sonntag oder ist die Ferienzeit schon rum?. Es gibt Vollkornstulle mit Kochschinken und Beck’s. Lustiger jungscher Typ sitzt neben mir, der erklärt, daß er schon alle DB Lounges besucht hat, nur Hamburg fehle ihm, da führe er jetzt hin.

17:30 Uhr
Erster Halt Spandau. Zug ist pünktlich aber übervoll. Frage mich ob er auf seiner Fahrt von Leipzig aus Reisende aus ausgefallenen Zügen aufnehmen mußte. Sitze auf einem Einzelplatz um meine Ruhe zu haben, werde mich aber später den Mitreisenden widmen. Denke die Fülle wird bis Hamburg anhalten. Kann von meinem Platz aus sehen, daß viele Leute vor dem Dienstabteil stehen und mit den Bahnangestellten diskutieren.

19:00 Uhr
Zug leert sich erwartungsgemäß in Hamburg Hauptbahnhof. Weiß immer noch nicht warum er so übervoll bis hierher war. Denke lieber an diese Bierbar ohne Namen auf der Südseite des Bahnhofs wo es leckeres Astra auch in kleinen Gläsern gibt. Jetzt auf meinen Lieblingsplatz, einem Doppelsitzer mit kleinem Tischchen am Fensterplatz und Beinfreiheit, gewechselt. Endlich zwei Steckdosen für iPad und iPhone. Na klar, Speisewagen gibt es auch nicht, sondern einen Notverkauf in Wagen Neun. Bei meiner letzte Reise mit diesem ICE im letzten Jahr war das genau so. Warum kriegt die Bahn das eigentlich nicht gebacken? Das letzte warme Beck’s im Notverkauf ergattert, muß eine Stunde halten.

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Das Deutschlandfest der SPD und Landlordgame

Im letzten Jahr schrub ich was über meine Affinität zum Landlorgame. Nun bin ich ja trotz einigem Dissenz auch der SPD gewogen und diese Mischung ließ sich dann beim großen Deutschlandfest zum 150 jährigen Geburtstag der SPD ausprobieren. Nachdem der Matze das Venue dazu auf Foursquare angelegt hatte, kaufe ich es letzten Freitagabend. Der Preis ist günstig; fünfzig Euro plus fünf Euro Steuern und fünf Coins für auf vierhundert Euro erhöhte Pacht pro Checkin sind durchaus angemessen. Ich bin natürlich gespannt auf das Ergebnis. Hier ist es bis heute 15:30 Uhr, dann verkaufe ich es wieder.

Deutschlandfest
Deutschlandfest

Insgesamt ein feines Geschäft, Nettogewinn 67.995 Euro, doch was stehen da für Mengengerüste dahinter. Der Sonnabend bringt 58.000 Euro, das sind also 145 Checkins bei Foursquare. Bei 300.000 von der Polizei gezählten Besuchern hätten sich also etwa 0,05% der Teilnehmer eingecheckt. Natürlich sind da auch die (Doppel)Checkins des Newsdesks dabei aber das scheint mir vernachlässigbar. Selbst wenn ich die Hälfte der Teilnehmer als Kinder kategorisiere und abziehe, beim verbleibenden Rest 70% mit mobilem Internet vermute lande ich bei etwa 0,1% der Besucher. Die Menge ist übersichtlich. Akzeptanz für Location Based Games sieht anders aus.

Irrtümer teilen – keine Abmeldung bei einem Onlinebezahlsystem möglich

Irrtümer sind wichtig. Zu reflektieren was nicht geht, Irrtümer, Fehlschläge, Niederlagen u.s.w unterstützen das Lernen nachhaltig. Leider liest man viel zu selten davon. Deshalb habe ich mich entschlossen in loser Reihenfolge meine eigenen Irrtümer zu teilen.

Es ist schon ein paar Jährchen her: In der Alten Münze Berlin ist ein Event mit hohem Schnittchenfaktor auf dem, soweit ich mich erinnere, der Deutschlandrepräsentant eines Onlinebezahlsystems über sein Unternehmen referiert, es klingt wirklich spannend. Einige Zeit später melde ich mich dort an. Es gibt einige kostenpflichtige Dienste, die ich nutzen möchte und die über dieses System bezahlt werden wollen. Anmeldung und Funktion sind kein Problem, einige Zeit nutze ich die Bezahlfunktion ohne Probleme. Bis – ja bis ich mich von diesem Bezahlsystem wieder abmelden möchte. Es ist unmöglich den Account zu kündigen. Ich hatte wohl bei der Einrichtung die Geschäfts- bzw. Nutzungsbedingungen nicht richtig gelesen, möglicherweise wird auch über die Unmöglichkeit der Accountlöschung nicht informiert. Und das alles in einem so sensiblen Bereich, indem es um die finanziellen Angelegenheiten der Kunden geht. Für mich ein Vertrauensbruch erster Güte. Nicht nur bei Onlinebezahlsystemen werde ich in Zukunft bei der Anmeldung unbedingt auf die Abmeldekonditionen achten. Ich habe hoffentlich daraus gelernt. Soetwas passiert mir hoffentlich nicht ein zweites Mal.

Repressive Demenz

Der Nico hat einen sehr schönen Blogpost zur merkwürdigen Haltung eines SPD-Politikers zur Vollüberwachung der deutschen Bevölkerung, der Vorratsdatenspeicherung einerseits und zum amerikanischen Überwachungsprogramm Prism andererseits geschrieben. In seinem Artikel drückt er sein Unverständnis für diese Haltung wie folgt aus:

Ich verstehe nicht, was mit Menschen passiert, sobald sie anfangen, sich mit Innenpolitik auseinanderzusetzen, warum sie immer gleich bereit sind, die Freiheiten der Einzelnen zu opfern für mehr suggierte Sicherheit, die tatsächlich aber nie gegeben ist.

Dieses beobachtbare Phänomen möchte ich in Anlehnung an Manfred Spitzer als „Repressive Demenz“ bezeichnen. Ich sehe zur Zeit zwei Erklärungen. Zum ersten wird von einem solchem Politikbereich, in dem es immer um die Beschränkung von Bürgerrechten geht, ein bestimmter Menschenschlag angezogen, der darauf, um es flapsig zu sagen, konditioniert ist. So finden sich Gleichgesinnte und verstärken ihre Positionen, gerade auch, wenn von den Vertretern der Sicherheitsbehörden Forderungen an sie herangetragen werden. Die andere Erklärung ist, daß einige Menschen mit bürgerrechtlicher Einstellung bei der gemeinsamen der Arbeit mit Vertretern der Sicherheitsbehörden in einem zunehmenden Gruppendenken ihre Urteilskraft so modifizieren, daß sie zur Wahrnehmung anderer Positionen nicht mehr in der Lage sind. Die beiden Wege sind nicht disjunkt.

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Die Wiederentdeckung des Tumblelogs

Keine vier Wochen nach dem Erstellen meines Twitteraccounts hatte ich mir das erste Tumblelog zugelegt. Was ich damit wollte war glasklar, automatisch von verschiedenen Diensten Texte, Links und Bilder chronologisch an einer Stelle ablegen. Einerseits um das Sammelsurium mit Interessierten zu teilen und andererseits um für mich selber eine Art Archiv anzulegen. Tumblr und soup.io sind die beiden Plattformen, die ich dafür nutze. Die automatische Übermittlung der Posts an die Tumblelogs wurde mit der Zeit immer instabiler und seit Ende 2011 ist der Import von Tweets durch die geänderte Twitter-Api nicht mehr möglich. Der Reiz des Neuen zieht natürlich und so wurden mit dem Aufkommen neuer Dienste wie z.B. Posterous die wackeligen Tumblelogs immer uninteressanter und ich habe sie schlichtweg nicht mehr genutzt, ich könnte auch sagen ich hätte sie vergessen.

Der Artikel „Tumblr is not what you think“ von Adam Rifkin Mitte Februar weckte nun erneut mein Interesse für die Tumblelogs. Tumblr ist nun, dank der jungen Generation unter den ersten 10 meistbesuchten Webseiten in den USA.

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Frühabendlicher Ausflug in die City West

Freitagabend während des Feierabends in der Linie 1; ich fahre in die City West um noch schnell ein paar Wochenendeinkäufe zu erledigen. Bin gehobener Stimmung und freue mich auf ein entspannendes Feierabendbier. Steige Wittenbergplatz aus, mache meine Erledigungen hier und dort, danach per Fahrstuhl in die Lebensmittelabteilung des großen Kaufhauses am Tauentzien. Das Kalbskarree sieht ansprechend aus, kaufe ein Kilo und begebe mich schnellen Schrittes zur Tschechischen Bierbar.

Es sind noch Hocker an der Theke frei, ich nehme Platz, lege das Device auf den Tresen und warte auf das erste Budweiser. Dabei ein wenig die Gäste abchecken, einige aus der Generation Achtundsechzig, die Mehrzahl aus der Generation Babyboomer, zwei oder drei Nasen aus der Generation Golf, jüngeres Publikum ist Fehlanzeige. Eine kleines Trüppchen Touristinnen bespricht laut ihren Wochenendaufenthalt in der Stadt, Lachen und Zuprosten, sie sind in guter Stimmung. Trinke mein erstes Bier, die Muskulatur entspannt sich, spiele mit dem iPhone herum, Twitter, Plurk, App.net. Landlordgame ist immer noch off aber es kümmert mich nicht in diesem Moment. Trinke das zweite Bier etwas zügiger, bestelle das dritte und bekomme unversehens Teile der Unterhaltung eines Mannes und einer Frau mit dem Barkeeper mit. Sie unterhalten sich leise, ein privates Gespräch in der Öffentlichkeit, nicht für die Umstehenden bestimmt. Erkenne, daß es um die aktuelle Sexismusdebatte handelt, die sie aus den Massenmedien (nicht Internet, meine Vermutung) kennen. Satzfetzen wie „wenn eine Frau mit einem tiefen Ausschnitt herumläuft, trägt sie eine Mitschuld“ geäußert durch den Gast, erreichen mich. Kribbeln im Nacken, Muskulatur spannt sich, mein Herz schlägt etwas schneller. Stiere in mein Glas. Der Gast versucht sich zu seiner Äußerung die Bestätigung des Barkeepers zu holen. Erkenne an dessen Körpersprache, daß ihm das Gespräch deutlich unangenehm ist, er murmelt Unverständliches und dreht sich zu seinen Zapfhähnen und nimmt das Gepräch nicht mehr auf.

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Und jetzt auch noch MacBook Air

Die langjährige erfolgreiche Nutzung von iPhone und iPad haben mich langsam aber sicher auch im Notebooksegment weichgekocht: seit Freitag habe ich ein MacBook Air. Es ist mein erstes Notebook von Apple. Das Teil sieht großartig aus und fühlt sich großartig an aber werde ich es ebenfalls so gut oder sogar besser nutzen können wie meine alten Windowsrechner? Das Anmelden am heimischen Wlan war ein Klacks, sogar die Installation meines heißgeliebten Twitterclients Twhirl ging problemlos. Allerdings bereiten mir andere Dinge, die bis jetzt unter Windows ohne Nachdenken funktionieren, Schwierigkeiten. Wie legt man selbsterstellte Dateien und Dokumente ab, gibt es ein Ordnersystem, sowas wie einen Explorer oder muß ich mich völlig umgewöhnen? Wie konvertiere ich Fotos in ein anderes Format, wie richte ich mir den Bildschirm vernünftig ein? Wo sehe ich tiefergehende Systemeinstellungen?

Screenshot MacBook Air

Im Moment fühle ich mich mit dem Air wie ein Anfänger, wie ein Kind, das das völlig Unbekannte langsam tastend erkundet. Bin gespannt wie lange diese Phase dauert.

Wenn mir Daddeln Spaß macht – Landlordgame

Gegen Spielezeugs bin ich ja einigermaßen immun. Möglicherweise ertrage ich es nur schwer selbst spielerisch zu verlieren. Einzig Location Based Services wie Foursquare, Gowalla und Friendticker haben mich fasziniert und zum Spielen animiert. (Jedem Institutionellen Datenschützer werden sich bei dem Gedanken sicherlich die Fußnägel hochrollen). Seit August gibt es nun Landlord, ein Spiel, das auf Foursquare aufsetzt. Genauere Einzelheiten beschreiben sowohl Thomas Knüwer hier und der @moellus da.

Mich hat das Spiel sofort in den Bann gezogen und ich habe wenig rational sowohl unser Büro als auch das Willy-Brandt-Haus als „Immobilien“ erworben.

Landlordgame
Landlordgame

Wenig rational deswegen, das ich nicht auf die „ökonomische“ Wertigkeit der Venues sondern auf Emotionen gesetzt habe. Ist mir bewußt.

Die Spielstrategien von @moellus und mir unterscheiden sich sehr. Er ist der risikoreiche Spekulant, der bis an die Grenze seiner Barmittel geht, ich bin da wesentlich schisseriger und finde eine unzureichende Liqidität unerträglich. Er ist der Ossi-Hasardeur, ich bin der Wessi-Langweiler.

Landlordgame
Landlordgame

Es macht Spaß, versucht es auch und … äh, sorry, ich muß mal eben in mein iPhone gucken ob da neue Earnings sind…