Das Deutschlandfest der SPD und Landlordgame

Im letzten Jahr schrub ich was über meine Affinität zum Landlorgame. Nun bin ich ja trotz einigem Dissenz auch der SPD gewogen und diese Mischung ließ sich dann beim großen Deutschlandfest zum 150 jährigen Geburtstag der SPD ausprobieren. Nachdem der Matze das Venue dazu auf Foursquare angelegt hatte, kaufe ich es letzten Freitagabend. Der Preis ist günstig; fünfzig Euro plus fünf Euro Steuern und fünf Coins für auf vierhundert Euro erhöhte Pacht pro Checkin sind durchaus angemessen. Ich bin natürlich gespannt auf das Ergebnis. Hier ist es bis heute 15:30 Uhr, dann verkaufe ich es wieder.

Deutschlandfest
Deutschlandfest

Insgesamt ein feines Geschäft, Nettogewinn 67.995 Euro, doch was stehen da für Mengengerüste dahinter. Der Sonnabend bringt 58.000 Euro, das sind also 145 Checkins bei Foursquare. Bei 300.000 von der Polizei gezählten Besuchern hätten sich also etwa 0,05% der Teilnehmer eingecheckt. Natürlich sind da auch die (Doppel)Checkins des Newsdesks dabei aber das scheint mir vernachlässigbar. Selbst wenn ich die Hälfte der Teilnehmer als Kinder kategorisiere und abziehe, beim verbleibenden Rest 70% mit mobilem Internet vermute lande ich bei etwa 0,1% der Besucher. Die Menge ist übersichtlich. Akzeptanz für Location Based Games sieht anders aus.

Die Wiederentdeckung des Tumblelogs

Keine vier Wochen nach dem Erstellen meines Twitteraccounts hatte ich mir das erste Tumblelog zugelegt. Was ich damit wollte war glasklar, automatisch von verschiedenen Diensten Texte, Links und Bilder chronologisch an einer Stelle ablegen. Einerseits um das Sammelsurium mit Interessierten zu teilen und andererseits um für mich selber eine Art Archiv anzulegen. Tumblr und soup.io sind die beiden Plattformen, die ich dafür nutze. Die automatische Übermittlung der Posts an die Tumblelogs wurde mit der Zeit immer instabiler und seit Ende 2011 ist der Import von Tweets durch die geänderte Twitter-Api nicht mehr möglich. Der Reiz des Neuen zieht natürlich und so wurden mit dem Aufkommen neuer Dienste wie z.B. Posterous die wackeligen Tumblelogs immer uninteressanter und ich habe sie schlichtweg nicht mehr genutzt, ich könnte auch sagen ich hätte sie vergessen.

Der Artikel „Tumblr is not what you think“ von Adam Rifkin Mitte Februar weckte nun erneut mein Interesse für die Tumblelogs. Tumblr ist nun, dank der jungen Generation unter den ersten 10 meistbesuchten Webseiten in den USA.

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Frühabendlicher Ausflug in die City West

Freitagabend während des Feierabends in der Linie 1; ich fahre in die City West um noch schnell ein paar Wochenendeinkäufe zu erledigen. Bin gehobener Stimmung und freue mich auf ein entspannendes Feierabendbier. Steige Wittenbergplatz aus, mache meine Erledigungen hier und dort, danach per Fahrstuhl in die Lebensmittelabteilung des großen Kaufhauses am Tauentzien. Das Kalbskarree sieht ansprechend aus, kaufe ein Kilo und begebe mich schnellen Schrittes zur Tschechischen Bierbar.

Es sind noch Hocker an der Theke frei, ich nehme Platz, lege das Device auf den Tresen und warte auf das erste Budweiser. Dabei ein wenig die Gäste abchecken, einige aus der Generation Achtundsechzig, die Mehrzahl aus der Generation Babyboomer, zwei oder drei Nasen aus der Generation Golf, jüngeres Publikum ist Fehlanzeige. Eine kleines Trüppchen Touristinnen bespricht laut ihren Wochenendaufenthalt in der Stadt, Lachen und Zuprosten, sie sind in guter Stimmung. Trinke mein erstes Bier, die Muskulatur entspannt sich, spiele mit dem iPhone herum, Twitter, Plurk, App.net. Landlordgame ist immer noch off aber es kümmert mich nicht in diesem Moment. Trinke das zweite Bier etwas zügiger, bestelle das dritte und bekomme unversehens Teile der Unterhaltung eines Mannes und einer Frau mit dem Barkeeper mit. Sie unterhalten sich leise, ein privates Gespräch in der Öffentlichkeit, nicht für die Umstehenden bestimmt. Erkenne, daß es um die aktuelle Sexismusdebatte handelt, die sie aus den Massenmedien (nicht Internet, meine Vermutung) kennen. Satzfetzen wie „wenn eine Frau mit einem tiefen Ausschnitt herumläuft, trägt sie eine Mitschuld“ geäußert durch den Gast, erreichen mich. Kribbeln im Nacken, Muskulatur spannt sich, mein Herz schlägt etwas schneller. Stiere in mein Glas. Der Gast versucht sich zu seiner Äußerung die Bestätigung des Barkeepers zu holen. Erkenne an dessen Körpersprache, daß ihm das Gespräch deutlich unangenehm ist, er murmelt Unverständliches und dreht sich zu seinen Zapfhähnen und nimmt das Gepräch nicht mehr auf.

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Seneca und die Rinderrouladen

Eine nachmittägliche Rundreise.

Gestern haben die Holde und ich unsere ritualisierte Wochenendeinkaufstour ändern müssen, da das Lebensmittelgeschäft des Vertrauens in der Nachbarschaft die gewünschten Rinderrouladen nicht vorrätig hatte. Daraus resultierte eine ungeplante Nachmittagsreise durch die Stadt. Wir entschlossen uns zu einer Fahrt von Kreuzberg nach Mitte um vor dem Einkauf im nächsten Lebensmittelgeschäft noch einem Kulturkaufhaus in der Friedrichstraße einen Besuch abzustatten. Gerne war ich dabei, denn an diesem Ort finde ich immer Lesestoff der, wenn nicht sofort konsumiert, meine Antibliothek füllt. (Meine Antibibliothek ist frei nach Nassim Taleb die Sammlung meiner ungelesenen Bücher, die mein [niedergeschriebenes] Nichtwissen enthalten und mir damit [fast] wertvoller/interessanter als die gelesenen sind.) Die Holde fand, wie gewünscht, Jo Nesbøs „Die Larve“ und ich selber verließ den Buchladen mit David Graebers „Schulden“, einem Heftchen mit Texten von Immanuel Kant „Kant zum Vergügen“ und Senecas Dialog „Von der Kürze des Lebens“. Graeber und Kant landeten sofort in meiner Antibibliothek, Seneca las ich gestern in einem Zug durch. Die Gelassenheit des Stoikers, seine „Theorie der Zeit“ interessierten denn doch sofort.

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Burg Eisenhardt

Ein kurzer Ausflug zur Burg Eisenhardt bei Bad Belzig samt Burgbräubierverkostung war der kulturelle Teil am heutigen Ausflug. Für das Besteigen des Burgturms braucht es schon etwas Kondition, dafür wird man mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Die alten Baumeister wußten schon warum.

Blick von der Burg
Blick von der Burg

Wenn mir Daddeln Spaß macht – Landlordgame

Gegen Spielezeugs bin ich ja einigermaßen immun. Möglicherweise ertrage ich es nur schwer selbst spielerisch zu verlieren. Einzig Location Based Services wie Foursquare, Gowalla und Friendticker haben mich fasziniert und zum Spielen animiert. (Jedem Institutionellen Datenschützer werden sich bei dem Gedanken sicherlich die Fußnägel hochrollen). Seit August gibt es nun Landlord, ein Spiel, das auf Foursquare aufsetzt. Genauere Einzelheiten beschreiben sowohl Thomas Knüwer hier und der @moellus da.

Mich hat das Spiel sofort in den Bann gezogen und ich habe wenig rational sowohl unser Büro als auch das Willy-Brandt-Haus als „Immobilien“ erworben.

Landlordgame
Landlordgame

Wenig rational deswegen, das ich nicht auf die „ökonomische“ Wertigkeit der Venues sondern auf Emotionen gesetzt habe. Ist mir bewußt.

Die Spielstrategien von @moellus und mir unterscheiden sich sehr. Er ist der risikoreiche Spekulant, der bis an die Grenze seiner Barmittel geht, ich bin da wesentlich schisseriger und finde eine unzureichende Liqidität unerträglich. Er ist der Ossi-Hasardeur, ich bin der Wessi-Langweiler.

Landlordgame
Landlordgame

Es macht Spaß, versucht es auch und … äh, sorry, ich muß mal eben in mein iPhone gucken ob da neue Earnings sind…

Ups – ein Hypechen auf App.net

Was ist denn auf App.net los? Seit vorgestern haben sich meine bescheidenen Followerzahlen von irgendwas in den Zwanzigern fast verdoppelt. Liegt es an der Einrichtung von von Schnupperaccounts für 5$ im Monat oder an der auf 36$ herabgesetzten Jahresgebühr? Entwickeln sich die Mitgliederzahlen dadurch nach oben und melden sich zudem mehr Entwickler an, um an dem neu aufgesetzten Developer Incentive Program zu partizipieren? Bin mal gespannt wie die Antwort darauf lautet.

Heute bin ich das erste Mal seit Wochen wieder in meinem Account gewesen um die Anfragen zu bearbeiten. Dabei habe ich noch einen Blick auf die Liste der Third-Party-Apps geworfen und muß erfreut feststellen, daß da eine Menge neuer Anwendungen hinzugekommen sind. Sehr erfreulich! Ich habe auch gleich die kostenlosen Apps Rhino und Rivr ausprobiert. Auch Tweetbot für Twitter hat ein Geschwister für App.net, auch zum Crossposten, namens Netbot für 3.99 Euronen bekommen. Da bin ich dann doch eher geizig. Im Bereich der  Browser-Plug-Ins tut sich ebenfalls eine Menge.

Ob das Incentivierungsprogramm für Entwickler den Entwicklern selbst und vor allem dem gemeinen Nutzer Vorteile bringt wird, zeigt die Zeit.

Im Übrigen vermissen wir den @moellus auf App.net.

Lahmt das Interesse an netzpolitischen Konferenzen?

In der vergangenen Woche war ich auf der netzpolitischen Konferenz netz:regeln der Böll Stiftung in Zusammenarbeit mit Bitkom und dem netzpolitischen Kongreß der Linksfraktion im Bundestag. Beide Konferenzen hatten, jedenfalls nach meinen Bedürfnissen, interessante Inhalte wie z.B. Panels zu Selbstregulierung in der Wirtschaft, Big Data, Innovation im Netz aber auch zu Counter-Mapping wie die Kartographie des Gentrifizierungsprozesses in Berlin. Gerade letzteres fand ich besonders spannend, habe ich mich doch vor gefühlten Jahrhunderten selbst mit diesem  Thema  und verwandten Themen beschäftigt.

Als Besucher der Vorgängerveranstaltungen im letzten Jahr habe ich auf beiden diesjährigen Veranstaltungen eine spürbare nachlassende Teilnehmerzahl festgestellt. Lahmt das Interesse an netzpolitischen Konferenzen? Eine Erklärung kausaler Art habe ich nicht und erkläre mir das einfach mit einem Regressionseffekt: Gleich hohe Teilnehmerzahlen der Events im Zeitablauf sind eher unwahrscheinlich, ein zufälliges Schwanken der Teilnehmerzahl im Zeitablauf ist plausibel. Ein grundsätzlich nachlassendes Interesse an netzpolitischen Konferenzen vermute ich nicht.

Furioser Endspurt – App.net funded

Dalton Caldwells geplante Twitteralternative, App.net wird nun ausgerollt. In einem furiosen Endspurt wurde das Ziel $500.000 zur weiteren Entwicklung einzusammeln, gut 38 Stunden vor Ablauf der selbstgesetzten Frist erreicht. Die spannenden Minuten zwischen $495.000 und dem Ziel habe ich mir live angesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt, gut drei Stunden später, sind weitere $53.000 eingesammelt. Vor drei Tagen übrigens waren erst 70% des Solls erreicht. Vor vierzehn Tagen war ich noch skeptisch ob sich genügend zahlende Nutzer finden würden, bin dann aber selbst auf den Zug aufgesprungen, denn dabei sein möchte ich schon auch um den Preis eines niedrigen Geldeinsatzes.
Warum mache ich da eigentlich mit, was erwarte ich? Zunächst ist einfacher zu sagen was ich nicht erwarte: Datenschutz europäischer Provenienz, auf die Schnelle einen knalligen Desktopclient wie mein Lieblings-Twhirl und eine bedeutende Reichweite. Erwartbar sind jedoch in der Tat ordentliche Clients und ein tragfähiges Ökosystem rund um den neuen Dienst. Dies bedarf aber Zeit, dies ist der kritische Faktor. Ich bin gespannt ob und wie der pekunäre Beitrag des einzelnen Nutzers die eigenen Erwartungen reguliert. Werden sie ungeduldig wenn die Funktionalität nicht wie erwartet zu wünschen übrig läßt? Haben sie Geduld und sind vielleicht sogar bereit ihre Zahlungsbereitschaft zu erhöhen?
Es wird spannend ob ein werbefreier Microbloggingdienst, für den die Nutzer zahlen sollen, bestehen wird.

Neue Devices

Bei der Nutzung neuer Devices bin ich ja nicht der schnellste. Den Wechsel vom Blackberry zum iPhone habe ich eher lustlos mitgemacht, war jedoch nach einer halben Stunde iPhone-Nutzung vollkommen geläutert. Ähnlich geht es mir mit dem iPad. Erst wollte ich keines, jetzt befinden sich gleich zwei Exemplare im Haushalt. Vor drei Wochen habe ich das erste iPad 3 bekommen, eine Woche später habe ich weiteres Exemplar der Holden gekauft. Auch das iPad möchte ich nicht mehr missen. Insbesondere das Lesen von Presseerzeugnissen und Texten aller Art im Safari-Browser mit dem Retina-Display ist großartig. Kein verzögerter Seitenaufbau, das Lesen im Gehen finde ich außerordentlich klasse. Für das Lesen ist das Device hervorragend geeignet. Auch das Abspielen von Videos läuft flüssig und ich mache davon mehr Gebrauch als auf den Laptops.

Die Holde hat nutzt das Device für ihre ganz eigenen Aktivitäten wie Musikhören und jede erdenkliche Variante von Solitärspielen und Sudokus.

iPad

Nach drei Wochen Besitz ist das iPad nicht mehr aus unserem täglichen Gebrauch wegzudenken.