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Die linke Seite

Manche Muster müssen erst sichtbar gemacht werden. Muster in Daten müssen mit Hilfe von Werkzeugen sichtbar gemacht werden allerdings legen diese Werkzeuge die Erscheinung der Muster fest.

Ganz im Gegensatz dazu erscheint bei der aktuellen Wetterlage und der damit verbundenen Bodenmorphologie ein sehr charakteristisches Muster von Dreckflecken auf meinem Hosenbein, überraschenderweise ausschließlich am linken. Mir als erschrockenem Hosenträger ist die Vermutung der Ursache ein leichtes – es sind die neuen Schuhe, genauer das markante Profil. Eine zunächst höchst zufriedenstellende Erklärung, die jedoch kurze Zeit später durch das Tragen anderer Schuhe zurückgewisen werden muß – das Muster ist das gleiche.

Hosenbeine

Hosenbeine

Nun könnte ich die Sache natürlich auf sich beruhen lassen drängt sich da nicht gleich eine neue Vermutung auf – liegt es etwa an meinem Gang? Gehe ich womöglich seltsam? Diese bohrende Frage schreibe ich hier auf und lasse sie damit einfach los.

Ein Jeanskauf

Klamottenkauf ist für mich eine Qual. Es macht mir keinen Spaß, scheint aber gelegentlich notwendig falls mal ein Bekleidungsstück kaputt geht. Danach richtet sich auch mein Einkaufsverhalten, überlegen was man braucht und dann rein in den Laden, kaufen und – zack – wieder raus, gucken und schlampern ist nicht. Das ist übrigens ein Verhalten, das ich schon als Teenie an den Tag gelegt habe. Allerdings hatte ich damals einen Markenwahn kultiviert – bei Jeans, die Marken der restlichen Bekleidung waren schnuppe. Das hat sich mit den Jahren gelegt und ist teilweise ins Gegenteil mäandriert wenn ich z.B. beim Kaufhaus um die Ecke, das es längst nicht mehr gibt, Jeans für 15€ kaufte, die jetzt noch im Schrank liegen, die allerdings aus mir unbekannten Gründen in der Weite etwas geschrumpft sind.

Neulich war es wieder soweit, eine Jeans mußte her. Ich begab mich in das Kaufhaus des Vertrauens in der City West und steuerte guter Dinge die Etage mit den Jeansmarken an jeweils eigenen Ständen an. An einem der Stände musterte mich der agile Verkäufer mit Kennerblick und empfahl mir eine sehr coole Jeans in belebendem Steingrau. Auf dem Weg zur Anprobe in die Umkleidekabine blickte ich auf das Preisschild – 170€ – und fühlte nichts, nicht mal eine Empörung ob dieses Preises. Frozen Man Syndrom, oder so. Anprobe – und was soll ich sagen der Schnitt war eine Hüfthose. H Ü F T H O S E! Das fühlte sich hochgradig unangenehm an und ich bat entschlossen um eine Hose mit normalem Schnitt. Und dann stellt sich raus, an all den Jeansständen der verschiedenen Marken gibt es keine Hosen im „klassischen“ Schnitt. Ein weiterer freundlicher Verkäufer verwies mich an die Herrenabteilung, ich verstand Altherrenabteilung, dort hätte man Jeans im „klassischen“ Schnitt und mit Stretch. Mit S T R E T CH! Was will mir der Mann sagen? Dank des Studiums der Stoiker blieb ich ruhig. Allerdings, der Tip war o.k., ich konnte eine Jeans erwerben, die mir gefiel und die im Preis in vernünftigen Dimensionen lag.

Aber eines ist klar, Klamottenkauf wird durch mir durch diese Erfahrung nicht leichter.