Schlagwort-Archive: Psychologie

Über Routine

Fragen wir doch einmal was an Routine schlecht sein kann. Im Reich der Notwendigkeiten und Zwecke kann sie genau das Gegenteil, das Richtige sein. Denn die Routine kann die Gedanken fließen lassen, die sich dann zur Spekulation aufraffen und sich wieder hinterfragen und sich reflektierten. In der Routine können sich die Rancièreschen Subjektivierungen entfalten, Dissens entstehen, sich Politik vorbereiten. Das Gegenteil von Routine benennen wir Innovationsprozeß.  Ein, in der heutigen Zeit, positiv konnotierter, vom Reich der Notwendigkeiten und Zwecke fast eingeforderter Zustand des Tuns. Nur was macht es mit dem Einzelnen wenn der Zustand auf Dauer gestellt ist?

Über verteilte Zufriedenheit

Erlösungsphantasien verstellen den Blick auf die Wirklichkeit. Wenn der Mensch erstmal Dies oder Das getan habe, wenn Person XY sich endlich dafür für die Sache Z entschließen würde – die Welt wäre im Lot. Der Irrtum ist wie folgt: einerseits ist hier eine Überschätzung der Person, ihre Subjektivität alleine könnte eine Änderung ihrer Verhältnisse hervorbringen und andererseits verkennt sie gleichzeitig die Objektivität der Wirklichkeit, ihre Widerstandskraft, die auch andere in ihrem Handeln bricht. Eine dauerhafte Zufriedenheit wird nicht aus einem einzigen Bereich des Lebens erreicht. Eine dauerhafte Zufriedenheit ist eine verteilte, die das Risiko der objektiven Verhältnisse streut. Zufriedenheit in der Relation zur Partnerin, in der Arbeit, im Hobby, im Lesen, im Musizieren, im Sporten u.v.a.m.. Schlagen die Verhältnisse in einem Bereich zu, so werden die anderen unabhängig vom Verlust sein. Und die Trauer um den Verlust wird sich in Maßen halten.

Über ein Beta-Testing mit Instagram

Über die nicht-chronologische Timeline in Instagram sind wir wenig erfreut, trotzdem geben wir dem Dienst immer wieder noch eine Chance. Nicht wirklich aus vollem Herzen, sind die Locations doch nicht von Foursquare sondern Eigengewächse, was uns immer wieder Probleme bereitet und die Timeline wird dazu von völlig irrelevanter/m Werbung/Sponsoring verstopft. Gelegentlich fragt uns Instagram ob wir an einem Beta-Testing teilnehmen wollen und wir sagen gerne zu, in der Hoffnung, daß sich wesentliches zum Guten ändert. Wir probieren die Betaversion diesmal auf dem iPad aus. Mit großem Interesse wollen wir über das Neue Feedback geben – wir haben nur ein Problem: Wir wissen nicht was wir testen sollen. Und wir sehen keine Veränderung. Hinweise suchen wir vergeblich. Ein Anschreiben des Dienstes ist müßig, der Testgegenstand sollte klar sein. Aber so ist halt Instagram (sagen wir fatalistisch zu uns selbst) – unvollkommen, intransparent und eigentlich haben wir keine Lust drauf.

Aber warum benutzen wir es immer noch?

Das kann Instagram doch eigentlich besser

Ja, Instagram ist knorke, genauer gesagt war knorke. Es ist nachvollziebar, daß die Eigentümer diesen Dienst nicht aus reiner Philanthropie betreiben, nein, der Dienst soll auch wirtschaftlich sein. Verständlich sind Versuche die Timeline in der Form zu verändern, daß der geneigte Nutzer dort länger verweilt und somit den Dienst wirtschaftlich attrakiver macht. Diese Manipulation von Chronologie zu einem irgendwie gearteten Gebilde ist einigen, mir auch, sauer aufgestoßen. Aber der Mensch lernt damit umzugehen, erfindet Techniken, sodaß das gestörte Nutzererlebnis fast wieder wie unter chronologischen Bedingungen ist. Auch das Problem der, zunächst erratischen und dann nicht mehr angebotenen instagram-2-flickr-bridge läßt sich verschmerzen.

Kritisch, nein, nervend ist die aktuelle Ausspielung von Werbung, der gesponserten Post. Dabei hat Instagram die sanfte Werbeausspielung hat ja beherrscht. Zur Zeit ist es so: Wird Instagram geöffnet, ist nach den ersten drei Posts der vierte ein gesponserter, danach folgt nach acht bis neun Posts ein gesponserter. Das ist zuviel, das ist Flatulenz. Die Aufforderung, bzw die Möglichkeit diesen Posts zu verwerfen, indem man ihn anklickt um dann eine Begründung zu markieren ist respektos gegenüber dem Nutzer. Dieses wäre bei einer deutlich geringeren Frequenz angemessen. Aber man weiß ja nie. Vielleicht lernen die Nutzer damit zu leben. Ist das Muster halbwegs erkannt kann sich eine Technik des Weiterscrollens, des Nichtwahrnehmens etablieren. Davon haben zwar Instagram und der Werbetreibende nichts, für den Nutzer wird die Flatulenz der gesponserten Posts halbwegs erträglich

Trotzdem, das geht so nicht. Instagram ist kaputt!

Überwältigende Erkenntnis

Wenn einen die Erkenntnis überwältigt ist das ein großartiges Gefühl. Wenn einen die Erkenntnis überwältigt, daß Ereignisse nicht aufgrund von Verschwörung oder Bosheit sondern durch Zufall ausgelöst werden ist das erleichternd möglicherweise auch ambivalent und sogleich stellen sich weitere Fragen. Warum hab ich das nicht gleich gesehen? Warum ärgere ich mich über meine Blindheit? Und natürlich eine Menge Fragen mehr. Introspektion ist nicht immer einfach und negative Emotionen können einerseits hilfreich sein, andererseits besteht die Gefahr eines dauerhaften gedanklichen Lock-In-Effekts.

Das Wetter ist großartig, der Himmel blau und den Menschen freundlich zugewandt, die Sonne lacht und erwärmt mit ihrer ganz eigenen Zuneigung die Luft.

Erstmal ein Bier zur Abkühlung und über die Freude eines befreiten Kopfes…

American IPA

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