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Ups – ein Hypechen auf App.net

Was ist denn auf App.net los? Seit vorgestern haben sich meine bescheidenen Followerzahlen von irgendwas in den Zwanzigern fast verdoppelt. Liegt es an der Einrichtung von von Schnupperaccounts für 5$ im Monat oder an der auf 36$ herabgesetzten Jahresgebühr? Entwickeln sich die Mitgliederzahlen dadurch nach oben und melden sich zudem mehr Entwickler an, um an dem neu aufgesetzten Developer Incentive Program zu partizipieren? Bin mal gespannt wie die Antwort darauf lautet.

Heute bin ich das erste Mal seit Wochen wieder in meinem Account gewesen um die Anfragen zu bearbeiten. Dabei habe ich noch einen Blick auf die Liste der Third-Party-Apps geworfen und muß erfreut feststellen, daß da eine Menge neuer Anwendungen hinzugekommen sind. Sehr erfreulich! Ich habe auch gleich die kostenlosen Apps Rhino und Rivr ausprobiert. Auch Tweetbot für Twitter hat ein Geschwister für App.net, auch zum Crossposten, namens Netbot für 3.99 Euronen bekommen. Da bin ich dann doch eher geizig. Im Bereich der  Browser-Plug-Ins tut sich ebenfalls eine Menge.

Ob das Incentivierungsprogramm für Entwickler den Entwicklern selbst und vor allem dem gemeinen Nutzer Vorteile bringt wird, zeigt die Zeit.

Im Übrigen vermissen wir den @moellus auf App.net.

Furioser Endspurt – App.net funded

Dalton Caldwells geplante Twitteralternative, App.net wird nun ausgerollt. In einem furiosen Endspurt wurde das Ziel $500.000 zur weiteren Entwicklung einzusammeln, gut 38 Stunden vor Ablauf der selbstgesetzten Frist erreicht. Die spannenden Minuten zwischen $495.000 und dem Ziel habe ich mir live angesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt, gut drei Stunden später, sind weitere $53.000 eingesammelt. Vor drei Tagen übrigens waren erst 70% des Solls erreicht. Vor vierzehn Tagen war ich noch skeptisch ob sich genügend zahlende Nutzer finden würden, bin dann aber selbst auf den Zug aufgesprungen, denn dabei sein möchte ich schon auch um den Preis eines niedrigen Geldeinsatzes.
Warum mache ich da eigentlich mit, was erwarte ich? Zunächst ist einfacher zu sagen was ich nicht erwarte: Datenschutz europäischer Provenienz, auf die Schnelle einen knalligen Desktopclient wie mein Lieblings-Twhirl und eine bedeutende Reichweite. Erwartbar sind jedoch in der Tat ordentliche Clients und ein tragfähiges Ökosystem rund um den neuen Dienst. Dies bedarf aber Zeit, dies ist der kritische Faktor. Ich bin gespannt ob und wie der pekunäre Beitrag des einzelnen Nutzers die eigenen Erwartungen reguliert. Werden sie ungeduldig wenn die Funktionalität nicht wie erwartet zu wünschen übrig läßt? Haben sie Geduld und sind vielleicht sogar bereit ihre Zahlungsbereitschaft zu erhöhen?
Es wird spannend ob ein werbefreier Microbloggingdienst, für den die Nutzer zahlen sollen, bestehen wird.

This tweet made my day

Epochale Tweets sind selten aber der folgende von @baranek hat mich umgehauen:

Ich kenne den @baranek persönlich und als ich diesen Tweet las, da mußte ich mir das Geschehen vor meinem geistigen Auge vorstellen. Ich fand und finde diesen Tweet urkomisch konnte beim Lesen nicht mehr vor Lachen und nun, einige Zeit später während ich diese Worte schreibe, kichere ich immer noch vor mich hin. Meine Augen tränen vor Lachen …

This tweet made my day, danke @baranek!

Essen, überall Essen

Essentweets, Essenplurks, Essenfotos – Essen scheint überall zu sein. Selbst als eigene Kategorie in meinem Blog, was ich tatsächlich vergaß, hatte ich das Schreiben über Essen und Trinken in mehr als 140 Zeichen seit den Veränderungen auf Qype aufgegeben. Trotzdem präsentiere ich permanent Essensbilder auf Instagram, flickr und Plurk. Und ich scheine nicht alleine zu sein.

Mercedes Bunz hat in einem Artikel im Tagesspiegel einige Erläuterungen zu diesem relativ neuen Massenphänomen gegeben. Einen Satz finde ich besonders interessant:

„Und auch heute könnte man das Foto der Mahlzeit immerhin als so etwas wie das moderne Tischgebet lesen, halten wir doch damit vor dem Essen einen Moment inne und vergegenwärtigen uns selbst unser gutes Leben.“

Das „Innehalten“ ist für mich des Pudels Kern. Ein gutes Essen herzustellen verlangt Zeit und ein gutes Essen läßt sich nicht ohne Zeit genießen. Zeit und Autonomie sind miteinander verwoben und verschränkt denn Autonomie braucht Zeit. Wer ein gutes Essen genießt handelt autonom und wer ein Photo von gutem Essen, das er genießt, in das beschleunigte Digitale injiziert, der zeigt seine Autonomie.

Werde mal diese Hypothese bei nächster Gelegenheit an mir selber überprüfen.

Personalisierung von Plastikkarten – die @horax BankCard

Möglicherweise haben die Kritiker des Internets recht und auch mir vernebeln zusehens Algorithmen, Social Networks, böse Unternehmer und andere dunkle Gestalten die Sinne. Ich habe mir nämlich die EC-Karte mit meinem Twitteravatar personalisiert und ich finde das auch noch gut.

Die Berliner Volksbank hat ein Produkt namens Wunschbild BankCard im Angebot. (Zu Kosten und weiteren Informationen folge man dem Link). Wie bei solchen Angeboten üblich „beantragt“ man das Produkt. Dies ist online möglich und ist in wenigen Minuten recht einfach und schnell getan. Jedes „Antragsbild“ durchläuft eine sogenannte „Bildprüfung“, auf deutsch gesagt, eine Zensur. Nach dem Lesen der „Richtlinien zur Bildprüfung“ war ich mir nicht wirklich sicher ob der Avatar durchkommt. In diesen Richtlinien sind bspw. Zigaretten oder politische Symbolik nicht gestattet. Es lief glatt, die Karte wurde mir nach knapp 14 Tagen zugesandt.

Antragsbild Wunschbild BankCard

Die Qualität des Produkts hat mich äußerst angenehm überrascht. Glänzende Farben, deutlich frischer und ausgeprägter als auf dem hier abgebildeten Antragsbild, machen die Karte zu einem wirklichen Hingucker und der Begeisterungsausruf meiner Holden, als sie die Karte das erste Mal sah, war echt und fasziniert.
Diese Art der Personalisierung läßt sich noch auf eine Metaebene steigern, indem ich für die nächste Gelegenheit eines meiner Bilder aus Frauenfusses Moleskine-Projekt verwende. Die Möglichkeit kommt bestimmt.

Das Moleskine-Projekt und die Zensursula eines Reinigungsmittelherstellers

Mein Twitteravatar hatte die Ehre von Michaela von Aichberger im Rahmen ihres Moleskine-Projekts künstlerisch verewigt zu werden. Natürlich bin ich darüber mächtig stolz und finde ihre Idee und Umsetzung, Follower zu malen sehr gelungen. Natürlich sind mir ihre Tweets ein stetiger Quell der Freude und ich empfehle Michaela, die unter dem Pseudonym Frauenfuss twittert, gerne weiter. Passend zum Outfit meines Twitteravatars, der Michaela an die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnert, hat sie ihre Zeichnung mit den damals sehr beliebten, als Aufkleber erhältlichen Blümchen eines Reinigungsmittelherstellers gestaltet. Heute sind sie nicht mehr im Verkauf und so hat sich Michaela für ein paar Aufkleber direkt an die Firma gewandt, die ihren Wünschen entsprach. Jedoch fand das Kunstwerk keine Gnade vor der dortigen Pressestelle und die Künstlerin wurde aufgefordert das Kunstwerk zu überarbeiten.

horax im molsekine-project version 1 (c) 2009 www.michaela-von-aichberger.de

horax im molsekine-project version 1 (c) 2009 http://www.michaela-von-aichberger.de


Was ist der Stein des Anstoßes? Dieses sollte der geneigte Leser selber herausfinden, hier ist eine „autorisierte“ Version:
horax im molsekine-project version 1 (c) 2009 www.michaela-von-aichberger.de

horax im molsekine-project version 2 (c) 2009 http://www.michaela-von-aichberger.de


Von dieser Stelle aus nochmal herzlichen Dank für diese wunderbaren Zeichnungen an Michaela von Aichberger. Und liebe Presseleute, bleibt locker, Toleranz zahlt sich aus.

Das politische Tweetup – (Wahl)Veranstaltung neuen Typs?

Am 22.5. fand das erste politische Tweetup hier in Berlin im Salon Schmück statt. Eingeladen hatte Björn Boehning , SPD-Direktkandidat in Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost für den Bundestag. Zusammen mit Thorsten Schäfer-Gümbel , Fraktions- und Landesvorsitzender SPD Hessen und Oliver Zeisberger , Founder of http://www.barracuda.de,  wurde schwerpunktmäßig die Rolle des Web2.0 im anlaufenen Bundestagswahlkampf aus der jeweiligen Sicht dargestellt.  Eine Einladung war auf der Homepage von Björn Boehning abgestellt, desweiteren vertraute man auf die Diffusionseffekte in Twitter.  Insgesamt waren ca. 20-25 Leute persönlich anwesend, ungezählte andere verfolgten das Geschehen per Twitter unter #bbtsg an den Bildschirmen.

Als großer Vorteil für den  geneigten Interessenten eines Tweetups ist es , dass hier interessante politische Inhalte mit einem Minimum an parteipolitischen Dekorationen transportiert werden können. Das beginnt bereits mit der Einladung. Eine Einladung per Brief mit Partei-Logo wäre  von mir z.B. ungelesen im Schredder gelandet. Die schlichte Terminankündigung über Twitter ohne parteipolitisches Brimborium erhält da schon deutlich mehr Aufmerksamkeit. Auch der Veranstaltungsort sollte mit parteipolitischen Werbemitteln eher zurückaltend ausgestattet sein. Hier vermittelte das Raucherzimmer des Schmücks mit seiner Wohnzimmeratmosphäre eine beruhigende Privatheit. Es ließ sich unaufgeregt zuhören und diskutieren. Lustigerweise saß ich ausgerechnet direkt vor dem einzigen vorhandenen SPD-Aufsteller, der auch nicht besonders aufdringlich wirkte; vielleicht weil ich mit dem  Rücken dazu saß. Die Twitterwall auf der Mustertapete des Schmücks unterstrich den experimentellen Charakter des Treffens und wirkte damit sehr sympathisch. Eine durchgestylte Hochglanzwall wäre nur fehl am Platz gewesen.

links Björn Boehning, mitte Torsten Schäfer-Gümbel

links Björn Boehning, mitte Thorsten Schäfer-Gümbel

Zusammenfassend stelle ich fest, dass diese Ansprache zu einer politischen Veranstaltung bei mir gewirkt, sprich Interesse hervorgerufen hat und ich habe mich trotz alternativen Termins  (Party!!!) dorthin begeben. Ich halte diesen Zugang  für ein probates Mittel politisch interessierte Mitmenschen zur Teilnahme an Veranstaltungen zu bewegen zu denen sie sonst nicht gekommen wären. Ich hoffe es wird eine Serie von Tweetups, vielleicht auch  auch von anderen Parteien, hier in Berlin geben.

Zum Schluß noch ein Wort zum Inhaltlichen des Tweetups am 22.5. Nun, für mich persönlich gab es leider nichts wesentlich Neues, habe ich das Gros des Gesagten bereits auf dem Politcamp09 gehört. Die Gerüchteküche brodelt und behauptet, die Reihe der Tweetups mit Björn Boehning wird in Kürze fortgesetzt und das nächste Thema wird „Netzsperren“ sein.  Darüber wurde auf dem Politcamp09 leider so gut wie nichts gesagt. Ich bin gespannt!