Noch ein Keep-it-simple-Dinner für Strohwitwer

Ach ja, immer diese Zufälle! Ein lustiger Zufall ist, daß der Chris im selben Zeitraum wie ich Strohwitwer ist. Nun ist Chris nicht irgendwer, sondern hat schon als Hobbykoch die Gelegenheit gehabt seine Fähigkeiten Wolfram Siebeck vorstellen zu können. Im Blog Männer unter sich berichtet er über seine Strohwitwerküche unter dem Kürzel “UFMK” was “Ultra-Faule-Männer-Küche” bedeutet und bezeichnend für die Einfachheit seiner Rezepte ist. Das ist spannend, sehr gut zu lesen und natürlich empfehlenswert zum Nachkochen für alle Strohwitwer, die sich wenig Arbeit machen wollen.

Wenn ich Strohwitwer bin habe ich die Möglichkeit die Küche zu genießen, die die Holde nicht mag, ich aber gerne esse. Darunter fällt Fleisch von Hase und Kaninchen. Wie kann es auch anders sein, bei meinem letzten Gang zur Tschechischen Bierbar entdecke ich beim Fleischhändler des Vertrauens Hauskaninchenleber und lasse mich davon zu einem Triplett aus drei Sorten Fleisch inspirieren:

Taubenbrüstchen, Hasenrückenfilet, Hauskaninchenleber

Taubenbrüstchen, Hasenrückenfilet, Hauskaninchenleber

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Repressive Demenz

Der Nico hat einen sehr schönen Blogpost zur merkwürdigen Haltung eines SPD-Politikers zur Vollüberwachung der deutschen Bevölkerung, der Vorratsdatenspeicherung einerseits und zum amerikanischen Überwachungsprogramm Prism andererseits geschrieben. In seinem Artikel drückt er sein Unverständnis für diese Haltung wie folgt aus:

Ich verstehe nicht, was mit Menschen passiert, sobald sie anfangen, sich mit Innenpolitik auseinanderzusetzen, warum sie immer gleich bereit sind, die Freiheiten der Einzelnen zu opfern für mehr suggierte Sicherheit, die tatsächlich aber nie gegeben ist.

Dieses beobachtbare Phänomen möchte ich in Anlehnung an Manfred Spitzer als “Repressive Demenz” bezeichnen. Ich sehe zur Zeit zwei Erklärungen. Zum ersten wird von einem solchem Politikbereich, in dem es immer um die Beschränkung von Bürgerrechten geht, ein bestimmter Menschenschlag angezogen, der darauf, um es flapsig zu sagen, konditioniert ist. So finden sich Gleichgesinnte und verstärken ihre Positionen, gerade auch, wenn von den Vertretern der Sicherheitsbehörden Forderungen an sie herangetragen werden. Die andere Erklärung ist, daß einige Menschen mit bürgerrechtlicher Einstellung bei der gemeinsamen der Arbeit mit Vertretern der Sicherheitsbehörden in einem zunehmenden Gruppendenken ihre Urteilskraft so modifizieren, daß sie zur Wahrnehmung anderer Positionen nicht mehr in der Lage sind. Die beiden Wege sind nicht disjunkt.

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Keep-it-simple-Dinner für Strohwitwer

Ich bin momentan Strohwitwer, eine merkwürdige Zeit. Genauer gesagt, eher merkwürdig waren die Tage davor, denn dort erlebte ich mal wieder adoleszente Großartigkeitsphantasien: In der Strohwitwerzeit werde ich alle möglichen tollen Dinge machen, die mir die Anwesenheit der Holden vermeintlich nicht gestattet wie z.B. das Sitzen in einer Charlottenburger Großdestille werktags morgens um acht Uhr zum Schultheißtrinken, dazu Soleier knabbern. Aber wie immer, alles nur heiße Luft, die Zeit als Strohwitwer ist völlig normal, nur der Bierkonsum ist leicht aber unbedeutend erhöht. Nun ja, beim Wochendeinkauf habe ich mich etwas verkauft und das kam so: Im Angebot beim Fleischhändler des Vertrauens gibt es frisches Entrecote aus Uruguay. Ich also nichts wie hin und kaufe ein knappes Kilo für zwei Tage. Dabei entdecke ich noch Prime Rip Entrecote dry aged aus deutschen Landen für einen sehr, sehr günstigen Kilopreis aber ich habe ja bereits meine Stücke. Zufrieden begebe ich mich zur “Tschechischen Bierbar”, trinke meine Budweiser und hatte viel Spaß an den Gesprächen, die waren diesmal unbezahlbar. Als ich mich auf den Heimweg mache, komme ich noch einmal am Fleisch vorbei und kann nicht widerstehen. Noch die kleinste Scheibe von den Prime Rib Stücken muß mit und – schluck – das sind ca. 600 gr. Mit 1,5 Kilo Steak gehe ich nach Hause.

Allerlei Entrecote, linkes Stück als Prime Rib dry aged

Allerlei Entrecote, linkes Stück als Prime Rib dry aged

Und jetzt also zu meinem favorisierten Keep-it-simple-Dinner mit einfachstem Aufwand:

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Schutzwaffe, ein Wieselwort

Die Vorgänge bei der gestrigen Blockupy-Demonstration in Frankfurt lassen mich über den Begriff Schutzwaffe erneut nachdenken. Natürlich hat sich neusprech.org dem Thema bereits angenommen und die Wikipedia kommt zu folgendem Ergebnis:

Der Begriff Schutzwaffe oder passive Waffe bezeichnet diejenigen Teile der Ausrüstung einer Person, die nicht zum Angriff, sondern zum Schutz des Trägers gegen Waffenanwendung bestimmt sind.

Dieses ist eine Positivdefinition, die allerdings in der gelebten politischen Praxis gerade in Verbindung mit dem Versammlungsrecht zu höchst unerfreulichen Konsequenzen führen kann. Sagt doch das Grundgesetz Artikel 8:

(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.
(2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.

Nun mag man sich schnell darüber einigen was eigentlich eine Waffe sein könnte, Messer, Pistole, ja auch wer mit einem Basballschläger zu einer Demonstration geht, möge sich nicht beklagen wenn ihm die Teilnahme durch die Polizei verwehrt wird. Durch die Einführung des Dysphemismus Schutzwaffe werden nun das öffentliche Recht, ich meine hier die Befugnisse der Polizei, in grotesker Weise ausgedehnt, denn eine negative Definition, “was ist nicht eine Schutzwaffe”, schließt nur die oben versucht zu skizzierende Definition von Waffen an sich ein und stellt als unbestimmter Rechtsbegriff Dinge, die eine Person am Körper trägt oder in den Händen hält in inflationärer Art und Weise unter Generalverdacht. Damit kann zumindest jede, vom politischen Establishment ungewünschte Demonstration angehalten und beendet werden. Natürlich kann das abschließend von den Verwaltungsgerichten geklärt werden, die dann in mühseliger Art und Weise, sich auch gegebenenfalls widersprechend, urteilen müssen was angemessen ist und was nicht.
Meiner Auffassung nach sollten die  entprechenden Paragraphen aus dem Versammlungsrecht, was nunmehr Ländersache ist, zumindestens bei rot-grünen Parlamentsmehrheiten gekippt werden; diese Vorschriften sind in einer Demokratie unangemessen.

Meine Antwort auf Antischokkes Rant

Mit diesem Post zu den Iron Bloggern Berlin ist die friedfertige Antischokke gestern für eine logische Sekunde zur “Rantischokke” geworden und ich bin daran nicht ganz unschuldig. Da es wahrscheinlich etwas länglicher wird antworte ich von hier aus.

Ich bin strikt gegen die Zulassung von mehr als ein Blog pro Person.
Es gibt auch aus meiner Sicht für eine Person gute Gründe mehrere Blogs zu betreiben. Was die Teilnahme von zwei, drei, fünf oder zehn Blogs pro Person bei den Iron Bloggern soll, erschließt sich mir dagegen in keinster Weise. Diese Blogger haben nach meinem Verständnis ein Performance- bzw. Optimierungsproblem und keine akute Bloghemmung. Der Gedanke, och da mach ich mal mit um meine zwei, drei, x anderen Blogs zu pushen, finde ich abwegig. Iron Blogging ist für mich viel tiefergehend, es ist die praktizierte Selbsthilfe um überhaupt erst einmal sprechfähig zu werden und langfristig zu bleiben. Auch heute noch nach fast eineinhalb Jahren Iron Blogging quäle ich mich bei jedem Wort, jedem Satz, jedem Artikel, es flutscht eben nicht einfach so. Allerdings möchte ich Interessenten mit mehreren Blogs nicht einfach von vornherein ausschließen, sie mögen sich bitte auf ein Blog beschränken. Dies haben wir bei dem ein oder anderen auch bisher praktiziert. Anderen Chaptern sei eine andere Vorgehensweise unbenommen. Ich habe übrigens die Zulassung von mehreren Blogs hier in Berlin gegenüber Antischokke kritisiert und sie hat daraufhin die Diskussion eröffnet.

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Über die Langlebigkeit von Technologien in meiner Wohnung

Nach gefühlten Jahrhunderten des Wohnens in meiner Wohnung werden in Bälde die Fenster ausgetauscht werden. Zugige doppeltverglaste Holzfenster werden durch Kunststoffenster mit deutlich besserer Isolierungswirkung ersetzt werden. In Anbetracht dieser Maßnahme und angeregt durch Nassim Talebs neues Buch “Antifragilität” sehe ich mich in meiner Wohnung um und entdecke Dinge von überraschender Langlebigkeit. Wobei es sich nicht um die Langlebigkeit des einzelne Ding an sich, sondern um die Langlebigkeit seines informationellen Gehalts, der “Technologie” handelt.

Um beim Beispiel Fenster zu bleiben, so findet man in Rom guterhaltene Fenster aus dem dritten Jahrhundert nach Christus, wenn von modernen Fenstern die Rede ist. Wache ich morgens auf, dann habe ich (so ich nicht nachts um die Häuser gezogen bin) im Bett geschlafen, einer Technologie, die es bereits im Alten Ägypten vor mehreren tausend Jahren gab. Begebe ich mich nach dem Aufstehen ins Badezimmer zur Toilettenbenutzung, dann reicht die informationelle Natur der Toilette bis fast fünftausend Jahre nach Mesopotamien zurück. Die alten Römer kannten bereits so etwas wie die Wassertoilette. Stelle ich mich unter die Dusche, dann ist mir bewußt, daß bereits die alten Griechen Duschen nutzten. Die Vorgänger meiner Kaffeemaschine sind seit dem achzehnten Jahrhundert bekannt. Nehme ich dann zum Kaffee ein Buch zur Hand so ist sein ältester bekannter Vorgänger die fünftausend Jahre alte Papyrusrolle und der Buchdruck, als Holzdruck, war bereits 868 n.Chr. in Asien bekannt. Gutenbergs Erfindung der Druckerpresse im fünfzehnten Jahrhundert läßt das moderne Buch vor fast 600 Jahren entstehen.

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Gemeinsam für die Netzneutralität!

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Die Netzneutralität muss gesetzlich verankert werden, denn sie betrifft uns alle! Auch wenn sich viele Bürger unter dem Ausdruck Netzneutralität nicht viel vorstellen können, werden sie die Auswirkungen der weiteren Aufweichung der Netzneutralität zu spüren bekommen. Dienste werden teurer oder schlechter erreichbar oder gar unbenutzbar.

Die Netzneutralität ist der Garant dafür, dass alle Inhalte und alle im Netz angebotenen Dienste diskriminierungsfrei übertragen werden, also gleichbehandelt werden. Das ist wichtig, weil wir nicht wollen, dass einzelne Telekommunikationsanbieter ihre eigene Dienste oder Inhalte bevorzugt verfügbar machen.

Das Internet ist mittlerweile aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wir nutzen das Internet tagtäglich für die Kommunikation mit Freunden und Familie, wir nutzen das Netz für unsere Arbeit und wir nutzen es zum Entertainment, genauso wie wir im Netz einkaufen oder Bildungsangebote wahrnehmen. Diese Vielfalt, diese Erreichbarkeit der unterschiedlichsten Inhalte, macht das freie Netz so attraktiv und ermöglicht unserer Gesellschaft die vielfältigsten Formen der Teilhabe. Das freie Netz basiert auf dem Prinzip der Netzneutralität.

Weitere Infos findet ihr auf echtesnetz.de

(Dieser Beitrag ist Teil eines Posts von Nico Lumma im Blog des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt)

Dezentrale Urnen

Die Piratenpartei beendet heute ihren Bundesparteitag in Neumarkt. Die Teilnehmer verabschieden verschiedenste Beschlüsse zu Wirtschafts-, Sozial-, Migrationspolitik und in weiteren Bereichen. Damit werden Standpunkte geklärt und die Wähler sowie auch die politischen Wettbewerber bei der Bundestagswahl können sich orientieren. Mit dieser Positionierung kann das Ringen um die Wählerstimmen beginnen, ein normaler demokratischer Prozeß.

Bemerkenswert ist für mich was die Piraten nicht beschliessen nämlich die Ständige Mitgliederversammlung (SMV). Auf dem Parteitag haben Befürworter und Gegner gewichtige Argumente auf ihrer Seite, die eine Entscheidung nicht einfach machen aber ich befürchte, daß der Nichtbeschluß Wirkungen in die anderen Parteien hinein entfalten wird. Diejenigen, die der Digitalisierung schon immer ablehnend gegenüber standen, die “Zart-Digitaliserten” wie Jens Best diese Leute nennt, werden Morgenluft wittern und mit Verweis auf den Nichtbeschluß jede auch noch so geringe politische Erneuerung in dem Bereich zurückweisen. Die Lage der progressiven Kräfte in den anderen Parteien wird damit nicht einfacher.

Damit haben die Piraten der Digitalisierung im politischen Willensbildungsprozeß und darüber hinaus möglicherweise einen Bärendienst erwiesen.

Faktenchecker im Zug

Fahre ICE und sitze in der Ruhezone; mache ich so gut wie nie aber auf dieser Reisestrecke mit der elenden Mobilfunkverbindung bietet das bessere Chancen auf einen Sitzplatz, hat ja geklappt. Lese ein wenig, nicke dabei immer wieder für Sekunden ein. Eine Stunde vor Ankunft am Zielort zwinge ich mich aufzustehen und begebe mich in den Speisenwagen. Es ist ein neuer Speisenwagen, das Bordbistro hat jetzt diesen fipsigen Tisch vor dem Fenster, hinter den ich mich halb gebückt quetschen kann und bei dem ich aufgrund der Unkomfortabilität sofort an so etwas wie “Mehdorns späte Rache” denken muß. Ich habe Durst und bestelle ein großes Bier. Zwei weitere Mitfahrer sind im Bistro und unterhalten sich. Irgendwie bekomme ich Gesprächsfetzen mit, es sind ein Verlagsmitarbeiter und ein Medienwissenschaftler. Der Verlagsmitarbeiter erläutert dem anderen die Struktur seines Unternehmens, erklärt die strenge Teilung in einen Print- und Onlinebereich, die so gründlich sei, daß sich Redakteure aus den verschiedenen Bereichen nicht mal kennen würden. Im Printbereich würden die Fakten ausgiebig und gründlichst recherchiert, der Onlinebereich diene halt einem anderen Zweck. Ich staune vor mich hin. Er sagt von sich er gehöre natürlich zum Printbereich sei aber kein Redakteur sondern ein Faktenchecker, einer der das Geschriebene gegenliest. Ich bestelle mir ein zweites großes Bier. So ist das also denke ich bei mir, die sind sich wohl nicht grün im Verlag oder schwingt da etwas Überheblichkeit mit? Möchte zu gerne wissen ob es denn Faktenchecker im Onlinebereich gibt? Traue mich nicht ins Gespräch einzugreifen, leere mein Glas und gehe zu meinem Platz zurück. Lese weiter in Senecas “Von der Gelassenheit”, das Werk hat sich seit fast zweitausend Jahren bewährt.

Lesekick

Möge es Unterschiede zwischen Flash, Flow oder Kick geben, jedenfalls befinde ich mich seit Ostern in einem fast rauschhaften Zustand des Lesens von – Büchern, genauer gesagt Büchern aus Holz. Selbst außer Haus, bei der Fahrt zur Arbeit, zur Party oder auf Dienstreise, habe ich ein Buch bei mir. In der Zeitspanne bis heute habe Werke von Gigerenzer, Taleb, Gladwell, Gray und Seneca gelesen, Werke von Graeber, Sandel, Shirer und anderen stehen teilweise noch orginalverpackt im Regal und warten auf Entdeckung.

Bücher

Bücher

Gelesen habe ich schon mein Leben lang, als Kind Titel wie Robinson Crusoe oder Robin Hood und sogar das Alte und Neue Testament für Kinder, mit siebzehn, achtzehn Jahren dann Bukowski, Kerouac und die Beat Generation. Die gelesene Literatur als Twen und später erspare ich mir jetzt einfach.
Was mag wohl der Grund für diesen plötzlichen Lesekick sein?

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