Aus nördlicher Perspektive scheinen bayerische Restaurants ein Schlaraffenland zu sein: krosse Keulen, herrliches Bier – aber das Zentrale ist die Innereienküche. Das ist wichtig zu wiederholen: Innereienküche, Innereienküche, Innereienküche…… Um so seltsamer ist die Erfahrung sobald im Draußen am Gendarmenmarkt meistens „Currywurst, Pommes“ gegessen wird. Das wirft Fragen auf…
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Warum sollte die SPD ihren Wählern etwas zumuten?
In (bürgerlichen) Presseorganen – aus Frankfurt, München, Hamburg und Berlin – wird die Sozialdemokratie aufgefordert ihren Wählern und Mitgliedern etwas zuzumuten. Damit ist gemeint Renten, Krankenversicherungs- und Pflegeleistungen zu kürzen und einen ungebremsten Anstieg der Mieten zu gewährleisten sowie Arbeits- und Kündigungsschutz abzubauen.
Dieselben Presseorgane schreiben allerdings nichts über Zumutungen der konservativen oder sogenannten liberalen Parteien für ihre Wähler und Mitglieder.
Was begründet dieses seltsame Ungleichgewicht?
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Über einen Sonntag 8
Schreibübung im (Sonntagstagebuch)bloggen in Sätzen mit maximal zwei Wörtern, die sich im Text nicht wiederholen dürfen – eine spielerische Modifikation.
Äuglein aufmachen. Toilette aufsuchen. Schlafqualität ermitteln. Blutdruckmessgerät positionieren. Holde liebkosen. Nase schneuzen. Kaffee eingießen. Draußen betrachten. Schlafzimmerfenster kippen. Betten aufschütteln. Flugmodus rausnehmen. Feedreader durchgehen. Mastodon öffnen. Eierkocher anschalten. Schnittlauch schneiden. Frühstück auskosten. Zähne putzen. Plurk grüßen. Sonntagszeitung durchforsten. Katzenwäsche durchführen. Müll rausbringen. Briefkasten aufschließen. Porter trinken. Geschirr spülen. Wasserflasche kaltstellen. Danksagung finden. Emotion zeigen. horaxnotes rebloggen. Altpapier zusammentragen. IPA schlürfen. Filegros brutzeln. Hollandaise umrühren. Abendessen verzehren. Satt sein. Muttern anklingeln. Rezept erörtern. Fernsehzeitung auswerten. Gerichtsfilm ansehen. Magerjoghurt essen. Mund spülen. Stichworte zusammentragen. Notiz schreiben. Nanostromausfall überrascht. Router rebooten. Kaffeemaschine bestücken. Ausgiebig gähnen. Blogbeitrag veröffentlichen. iPad abschalten. Gute Nacht.
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Habermas
Als hätten wir nicht im Alltag das Gefühl, der Himmel fiele uns auf den Kopf, da stirbt Jürgen Habermas.
Das geht ja eigentlich gar nicht, ist aber leider so…
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Über Relektüre
„Wenn ich zuweilen in einem meiner alten Gedankenbücher einen guten Gedanken von mir lese, so wundere ich mich, wie er mir und meinem System so fremd hat werden können, und freue mich nun so darüber, wie über einen Gedanken meiner Vorfahren.“ schreibt Georg Christoph Lichtenberg in den Gedankenbüchern, 1963 herausgegeben von Franz Mautner bei S. Fischer.
Beim erneuten Lesen einzelner Posts hier in meinem Blog oder in meinem Tumblelog ergeht es mir ähnlich. Ich wundere mich, daß ich bestimmte Sachverhalte bereits gedacht und verschriftlicht habe, die mir in der Gegenwart einfallen und irgendwie wichtig erscheinen und von denen ich denke, daß ich sie mir im Moment einfallen. Es scheint tatsächlich so zu sein, daß Verschriftlichen Vergessen heißt. Geschriebenes ist – egal ob in Binärschrift oder alphabetisch – fixiert beziehungsweise gespeichert und kann getrost vergessen werden. Vielleicht sollte ich mehr verschriftlichen um Platz für Neues zu machen…
(Beitrag vom 10.6.2021 in „horax sammelt hier“)
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Über einen Sonntag 7
Vor acht Jahren (tagebuch)bloggte ich in Sätzen mit zwei Worten – eine spielerische Modifikation – über einige Sonntage. Die Tage in dieser Kürze zu beschreiben fiel mir nicht leicht da die Worte im Text möglichst nicht wiederholt werden sollten. Das ging stockend von der Hand. Vielleicht werde ich die Schreibübung in unregelmäßigen Abständen wiederholen.
Augen aufschlagen. Latschen anziehen. Schlafqualität prüfen. Blutdruck messen. Morgen sagen. Holde küssen. Kaffee brühen. Regen betrachten. Unleidlich sein. Tablet anschalten. Mastodon öffnen. Netnewswirebutton drücken. Plurk starten. Schrippen aufwärmen. Minigurke aufschneiden. Philosophiesendung sehen. Duschen verwerfen. Bücher bestellen. Hunger bekommen. Schnitzel naschen. Balkonthermometer ablesen. Rausgehen absagen. Interdentalbürstchen austauschen. Geschirr abwaschen. Eisberge bestaunen. Senf rausstellen. Eier anpieken. Bereal bespielen. Tüften abgießen. Abendessen genießen. Gesättigt fühlen. Muttern anrufen. Trauer empfinden. Fernsehzeitung studieren. Tatort schauen. Magerjoghurt schleckern. Zähne putzen. Tippi zuhören. Stichworte zusammenreimen. Kaffeemaschine vorbereiten. Sporttasche packen. Müde werden. Blogbeitrag publizieren. Gute Nacht.
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Dummerweise verplappert
Zu Beginn der gestrigen Freitagsrunde in der Markthalle Neun habe ich dummerweise die Existenz dieses Blogs erwähnt. Es wurde sich dafür interessiert, den Namen habe ich verschwiegen; die Leute an der Bar kennen mein Tumblelog und können darüber nach hier referenzieren. Ob mir die Inhalte peinlich wären wurde gefragt und ein wenig musste ich das zugestehen. Ich möchte keine Beiträge in der ersten Form Singular schreiben denn ich denke da fehlt ein gewisser Abstand, eine gewisse Reflektion – Michel de Montaigne möge mir verzeihen. Ausnahmsweise mache ich das heute, vielleicht wirkt das Bier nach…
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Stehend geschichtet oder im Kranz gelegt
Bis vor einigen Jahren war der Einkauf von Sardellenfilets beim Lebenshändler des Vertrauens einfach. Vorrätig waren einzig Sardellenfilets in Salzlake, stehend geschichtet in einem Behältnis, das einem Reagenzglas, allerdings mit flachem Boden, ähnelte. Der Deckel war eine Kombination aus Hartplastik mit einer Korkunterseite. Heute sind die Sardellenfilets in Rapsöl eingelegt und in Gläser gefüllt. Dabei gibt es zwei Varianten: stehend geschichtet oder im Kranz gelegt. Für die Unternehmen müssen beide Darreichungsformen Profit bringen sonst wären sie nicht im Angebot aber warum werden beide gekauft? Die Beschäftigten an der Bedientheke sind auf Nachfrage etwas ratlos, bemerken aber, daß die im Kranz gelegten Filets länger seien.
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Über das iPhone 8 und sein Back Cover
Im April 2019 zog das aktuelle iPhone 8 als Nachfolgerin eines defekten iPhone 8 hier ein. Knapp ein Jahr trug es die Last des Daseins als Unternehmenshandy bis 2020 diese Bürde entfiel. Seit sieben Jahren funktioniert es ohne Fehl und Tadel. Die Oberfläche ist makellos, Riefen sind nicht zu erkennen. Knöpfe und Anschlüsse tun was sie sollen. Das Betriebssystem ist etwas außer Mode, eine Applikation wird nicht mehr upgedated, eine weitere musste wegen Ausfall gelöscht werden. Eine neue Applikation konnte nicht geladen werden. Mit einer maximalen Kapazität von 93% der Batterieleistung im Neuzustand ist es fit genug keine Nachfolgerin zu dulden. Es wird wohl noch eine Weile hier wohnen.
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Über die Flasche Ingwer Sirup
Links neben dem Messerblock und vor dem Behältnis mit verschiedenen Küchenutensilien, wie Schöpfkellen, Heber, Wender und Kochlöffeln, steht eine Flasche Ingwer Sirup. Die schlanke Flasche ist 30,5 Zentimeter hoch, enthält 375 Milliliter Ingwer Sirup und hat einen kombinierten Plastik-Kork-Verschluß, der mit einer Folie versiegelt ist. Spuren im Inneren des Flaschenhalses zeigen, daß einiges an Flüssigkeit trotz der Versiegelung verdunstet ist. Am Boden der Flasche befindet sich ein Aufkleber mit dem Verbrauchsdatum: Spätestens zu verbrauchen bis 20.4.2012. Die Flasche Ingwer Sirup stammt aus den Nullerjahren. Sie erregt keine Aufmerksamkeit und hat sich vom Lebensmittel zur Dekoration gewandelt.