Und wieder die Kaffeemaschine

Zu Kaffeemaschinen und Filtertüten scheine ich ein spezielles Verhältnis zu haben:

Ich stehe auf, hole die Sonntagszeitungen herein und schalte die Kaffeemaschine an. Ich setze mich an den Tisch und sortiere die Sonntagszeitung des Vertrauens wie üblich – oben den Reiseteil, dann Politik, Wirtschaft, Finanzen, Wissenschaft, Wohnen, Leben und ganz nach unten das Feuilleton. Die Kaffeemaschine macht heute sehr seltsame Geräusche, scheint sehr kurzatmig zu sein, läßt ein ungewöhnliches Gurgeln vernehmen. Nach Verarbeiten der Hälfte des Wassertanks schaltet sie sich aus. Die Kaffeemaschine macht schlapp – am Sonntag! Nach einer Weile starte ich sie erneut, das Ergebnis ist wie zuvor. Die Holde kommt hinzu und ich teile ihr zerknirscht den Ausfall des Geräts mit. Sie schaut sich kurz um und macht deutlich, daß die Kaffeemaschine nach der Reinigung am Vortag nicht wieder vollständig zusammengebaut ist, das obere Teil des Einwegventils fehle!

Beim Aufsetzen der Kaffeemaschine übersah ich das Fehlen des oberen Ventilteils völlig. Meine Aufmerksamkeit war auf ganz und gar auf andere Dinge, nämlich die Überschriften auf den Titelseiten der Sonntagszeitungen, gerichtet. Kein Wunder…

Freitag ist Würsteltag (4)

Wie wird eine fränkische Schweinsbratwurst zur Delikatesse? Einfache Antwort – mit gutem Fleisch und interessanter Gewürzmischung, die von kreativen Metzgern verarbeitet werden. So wird eine fränkische Bratwurst vom hällischen Landschwein mit Ingwer, Macis und Rohrzucker kreiert. Voller Geschmack – da muß ein gutes Bier gegenhalten können. Das Belgian Winter, ein Saison mit Zimt, Sternanis und Nelke kann das in unnachahmlicher Art und Weise. Wurst und Bier spielen auf den gesamten Klaviatur der Geschmackspapillen.

Fränkische Bratwurst und Belgian Winter

Fränkische Bratwurst und Belgian Winter

 

Senf ist bei dieser Wurst völlig überflüssig.

2016

Instagram sieht mein 2016 etwas selektiv … Aber knorke war es.

2016

2016

Die Sache mit der widerspenstigen Heizung

Seit langem ist der technische Fortschritt in das Beherbergungsgewerbe eingezogen. Kein Hotel, das der geneigte Gast in den letzten Jahren besuchte hat an den Heizkörpern ein vom Gast bedienbares Heizungsventil, viele Hotels haben gar keine Heizkörper mehr sondern steuern die Zimmertemperatur mit der Klimananlge, die gleichtzeitig Heizung ist. Der Gast ist in der Lage an einer Konsole im Zimmer die gewünschte Zimmertemperatur festzulegen.

Das Zimmer im Hotel des Vertrauens, in dem der Gast die Weihachtsfeiertage verbringt, besitzt eine solche. Für den Gast soll die Bedienbarkeit so einfach wie möglich sein, er braucht nur drei Tasten an der Konsole zu bedienen: ein/aus, Temperatur hoch, Temperatur runter. Ein fabelhaftes Konzept wenn es denn funktioniert:

Die Zimmertemperatur ist bei Ankunft des Gastes auf 19 Grad gestellt. Der Gast erhöht auf 22 Grad und fährt mit seinen Tätigkeiten fort. Wie aus dem Nichts ist das System plötzlich auf 20 Grad eingestellt. Er erhöht erneut und macht anschließend einen Spaziergang ins Städtchen. Bei seiner Rückkehr sind nur noch 19 Grad eingestellt. Eine ähnliche Situation beim morgentlichen Aufstehen. Vor dem Schlafengehen auf 21 Grad eingestellt, beim Aufwachen ist das System auf 19 Grad parametrisiert. Eine automatische Nachtabsenkung scheint dem Gast plausibel aber warum ist die dann auf Dauer gestellt und die Temperatur erhöht sich morgens nicht?

Nun, nicht die Heizung ist widerspenstig oder hat ein Eigenleben sondern die Parametrisierung der zentralen Steuerung des Systems durch das Hotel ist gelinde und freundlich gesagt – eigenwillig. Der Gast wird das bei seinem nächsten Aufenthalt im Hotel ansprechen und ist gespannt auf die Antwort.

Die Sache mit der Düse

Das Hotel des Vertrauens an der Ostsee hat das Bad unseres Lieblingszimmers modernisiert. So finden wir einen neuen Duschkopf vor. Dieser Duschkopf hat an der Oberseite vier Tasten, die jeweils andere Düsen aktivieren – Rain oder Jet heißen sie beispielsweise. Das wird natürlich ausprobiert und die Taste mit dem lustigsten und auch seltsamsten Namen ist die interessanteste. Die Düsen formieren einen Jetstrahl der sich langsam pulsierend bewegt – faszinierend! Die Recherche in der Suchmaschine des Vertrauens ergibt, daß sowohl Name als auch Idee der Bewegung der Düsen von den Techniken der Ureinwohner des Fünften Kontinents abgeleitet ist – sehr spannend! Der Hersteller der Brause benennt den Zweck u.a. für die Massage des Nackens.

Wir deuten die Funktionalität weiter und verwenden den pulsierenden Wasserstrahl bidet-esque. Und das mit spürbarem Erfolg.

Alt – ein Riß in der Matrix

Wer die Dreißig um zehn oder zwanzig Jahre übertroffen hat und im Spiegel den nagenden Zahn der Zeit an sich sieht besitzt in aller Regel einen Geist, ein Bewußtsein von sich selbst, das doch eher jugendlich und radikal ist (also so zwischen 17 und 25 Jahren), gepaart allerdings mit einem gehörigen Schuß Gelassenheit.

Ich warte im Parterre auf den Fahrstuhl. Ein Nachbar Anfang der Zwanzig nestelt an seinem Briefkasten und gesellt sich langsam zu mir. Die Fahrstuhltür öffnet sich und ich gebe ihm Zeichen er möge einsteigen. Er weigert sich strikt, murmelt etwas Unverständliches und bedeutet mir den Vortritt. Ich steige ein und frage nach dem Schließen der Fahrstuhltür, was er gesagt hätte. Die Antwort verblüfft mich, ein Riß geht durch die Matrix: „Ich habe gelernt, Ältere haben den Vortritt“. Unvermittelt alt – ein Hoch auf die Gelassenheit …

Freitag ist Würsteltag (3)

Zweimal hintereinander über eine Wildschweinbratwurst zu schreiben ist vielleicht ungewöhnlich aber dringend geboten. Geboten gerade auch in Kombination mit dem begleitenden Bier. Der Post bleibt jedoch kurz und unter 120 Worten, denn Worte können die Emergenz dieser Kombination nicht beschreiben. Die Wurst ist mit Blauschimmelkäse, Birne und Honig gefüllt. Sie hat einen feinen fast weichen Geschmack. Als begleitendes Bier ist ein Stout genau die richtige Wahl. Der Taoismus denkt das Vollkommene als leer und weich. Diese Kombination von Wurst und Bier versetzt den Essenden in einen Zustand der Glückseligkeit der sich tranceartig leer und weich anfühlt – die Geschmackspapillen erleben das Vollkommene.

Wildschweinbratwurst mit Blauschimmelkäse, Birne, Honig dazu Stout

Wildschweinbratwurst mit Blauschimmelkäse, Birne, Honig dazu Stout

Vollkommene Harmonie.

Senf erübrigt sich bei dieser Bratwurst.

Upgrade-Bedenken

Irgendwie bin ich gerade etwas lost. WordPress.com bietet mir die Tarife -Persönlich, Premium, Business- um jeweils 20$ pro Jahr reduziert an. (Ich vermute mal, das gilt nicht dauerhaft) … Eingestellt ist der Tarif Free, dazu habe die Bestandteile „Domain Mapping“ und „Werbefrei“ für 43$ im Jahr gebucht. Der Tarif „Persönlich“ bietet mir genau diese Bestandteile als Package für 15,88$ im (ersten?) Jahr an. Normalpreis wäre also 35,88$. Rechnerisch sicherlich eine klare Sache, trotzdem habe ich Bedenken. Keine rationalen sondern eher ein Bauchgefühl…

Hat jemand Erfahrung mit diesen Packages?

Drei leere Pullen

Lustig kann es werden, schlägt der Zufall zu und man glaubt sich ganz im Gegenteil kausal bedingt. Während ich gedankenverloren Flaschen in den Container werfe fällt mein Blick auf die halbleere Rotweinflasche auf dem Container. Amusement! Lache vor mich hin uns versuche mir vorzustellen welche Menschen da partyesque oder übermütig das gute Stück dort abgestellt haben.

Theodor Wolff Park

Theodor Wolff Park

Später, nach dem Verlassen der Bank beim Überqueren der Bayreuther Straße am Wittenbergplatz entdecke ich eine leere Jägermeisterflasche, die auf einem Tischchen abgestellt ist. Wieder Amusement und Imagination. Lustiger Zufall, denke ich, was du heute siehst, sage ich zu mir.

Wittenbergplatz

Wittenbergplatz

Beim Verlassen der U-Bahnstation stolpere ich fast über eine leere Vodkaflasche. So einen Zufall gibt es doch nicht – drei leere Pullen an einem Vormittag, das kann doch nicht sein.

Mehringplatz

Mehringplatz

Ist es aber doch und zwar reiner Zufall…

Orientierungslos auf der Autobahn

Wir fahren mit dem Auto auf einen Wochenendbesuch nach Hamburg. Irgendwann fällt mein Blick auf eine Entfernungsanzeige und ich lese voller Verblüffung „Dresden“ auf dem Schild, allerdings ohne Entfernungsangabe. Wie kann das sein, sind wir doch in entgegengesetzter Richtung unterwegs? Ratlosigkeit. Auf der Rückfahrt passiert Dasselbe, jetzt allerdings erscheint das Auflisten logisch, sind wir doch in der richtigen Richtung unterwegs. Wir haben gedrucktes Kartenmaterial ziemlich neuen Datums dabei und dieses hält des Rätsels Lösung bereit. Die A14, in Teilen fertiggestellt, in weiten Teilen noch in der Planungsphase wird Wismar über das Dreieck Nossen und die A4 mit Dresden verbinden. Wenn man von Hannover auf der A7 nach Hamburg fährt, wird dort eine Entfernungsangabe für Berlin gelistet? Vermutlich vor dem Kreuz Allertal – oder?