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Datenvolumina

So eine Belustigung, das Lachen ist lauthals. Spreche mit einem Freund über das im letzten Monat verbrauchte DSL-Datenvolumen. Achtzehn GB verbrauchte ich, find das nicht zu wenig. Er lacht und lacht und … Er verbraucht fünfhundert GB im Monat, Netflix, Entertain und so weiter und so weiter.

Ich scheine wohl doch sehr analog zu sein.

Kuriose Technik

Kuriose Technik ist sowohl in der Nachbarschaft als auch im Hauhalt verteilt. Ein Telephonhäuschen aus Holz, das eine Telephonsäule aus Metall umschließt sind Gegensätze, die versöhnlich stimmen. Es ist eine Innovation, die zum Schmunzeln anregt.

Telephonhäuschen

Telephonhäuschen

Das die Auswahl eines WC-Sitzes erhöhte Anforderungen stellen kann erscheint auf den ersten Blick nicht einleuchtend. Nicht nur Material oder Farbe variieren in unterschiedlichen Kombinationen, nein auch die Art des Schließens ist technisch anspruchvoller geworden. „Soft-Schließ-Komfort“ wird eine der Techniken genannt, die den Sitz im Zeitlupentempo nur durch kurzen Impuls des Erleichterten selbsttätig schließt. Ein Schauspiel, das mehrfach hintereinander wiederholt und bestaunt werden will.

WC-Sitz mit Soft-Schließ-Komfort

WC-Sitz mit Soft-Schließ-Komfort

Was ist mit der Ampel?

Die Fahrspuren der Straße sind eingeschränkt, an der Kreuzung wird nur noch eine Fußgängerampel in Betrieb gehalten. Die Rotphase dieser Fußgängerampel ist im Vergleich zum Normalbetrieb sehr, sehr lang. Wird auf den Grünphasenknopf gedrückt dauert es mehrere Minuten bis die Ampel auf Grün springt. Wer das weiß wartet gelassen. Durch das Museum in der Nähe sind sehr viele Ortsunkundige zu Fuß unterwegs, die diese Kreuzung überqueren müssen. Ist es eigentlich überraschend, daß die meisten Wartenden nicht die Gelassenheit haben die Rotphase abzuwarten? Einige drücken mehrmals den Grünphasenknopf, natürlich ohne unmittelbaren Erfolg. Ihre Gedanken sind klar lesbar – das Narrativ – die Ampel ist kaputt. Und dann Überqueren sie die Straße bei Rot. Hat etwa der Action Bias zugeschlagen?

Christiánir Nikóláusson

Die isländische Herrenfußballnationalmannschaft erfreut ja allerorten bei der diesjährigen Europameisterschaft. Ob es norwegischer Humor ist oder einfach das Mitfiebern mit dem vermeintlichen Außenseiter, drei Mitarbeiter von Verdens Gang, haben jedenfalls einen Namensgenerator auf einer Webseite bereitgestellt. Das ist äußerst faszinierend und das Ergebnis grandios:

© VG.no

© VG.no

Update zu New Burger am Wittenbergplatz

Heute, dem Datum nach, vor genau zwei Jahren, berichtete ich über New Burger. Zeit für ein Update. Ich schrieb damals und das gilt uneingeschränkt bis heute:

Eines sei noch bemerkt. Ich spüre die Liebe der Zubereitenden zu dem was sie tun, zu ihrem Job. Sie klöppeln nicht einfach Lebensmittel zusammen sondern geben sich dem hin, sie machen ein Handwerk fast ein Kunstwerk….

Auch geschmacklich sind Burger, Beilagen und Bier bis heute ganz großes Kino. Aber was hat sich geändert? New Burger hat Erfolg und zwar großen Erfolg. Egal zu welcher Stunde ich an New Burger vorbei komme, es ist immer gut besucht, Wartezeiten inklusive. Das freut mich für die Angestellten und für die Geschäftsleitung, die mit der Einrichtung ein gutes Näschen hatten. (Gut, ich gebe zu, ich weiß die Zeitpunkte wann etwas weniger los ist und ich nicht warten muß.) Eines hat die Geschäftsleitung leider nicht durchgehalten und das bedauere ich sehr, das ist der monatlich wechselnde Burger, das Special, das Kreative, das Innovative. Bei acht Burgern auf der Karte, meine ich, sollte doch der eine Burger monatsweise rollieren können. Leider sind die Zeiträume länger und der Wechsel für den neugiereigen Gast nicht absehbar. Aber mit dem letzten Monatsburger, gegessen am 11.6.2016 ist New Burger seiner Kreativität wieder auf der Spur:

Baguette Burger - Rinderpatty mit geschmolzenem Camembert, Gurken, Wildkräutersalat, Preiselbeer-Mayonnaise im französischen Baguette Brötchen

Baguette Burger – Rinderpatty mit geschmolzenem Camembert, Gurken, Wildkräutersalat, Preiselbeer-Mayonnaise im französischen Baguette Brötchen

Geschmacklich großartig, hervorragende und kreative Zusammenstellung – nur an die Eßtechnik stellt der Burger deutlich höhere Anforderungen als gewöhnlich. Zu groß um ihn mit der Hand zu essen und mit Besteck ist es aufgrund der Festigkeit des Baguette Brötchen nicht einfach ihn mundgerecht zu zerlegen. Bei dem Baguette Burger ist auch die Kreativität des Gastes gefragt.

New Burger kann ich weiterhin uneingeschränkt empfehlen.

Über Alterszuschreibungen

Mit Ágnes Heller läßt sich der folgende Gedankengang entwickeln:

Das Alter ist ein objektiver Begriff. Das Alter ist mit einem Meßsystem reliabel erheb- und es ist darstellbar. Bemächtigt sich die, nach Kant apriori bei jedem Menschen vorhandene Einbildungskraft dieses Begriffs, ist es möglich über diesen objektiven Begriff alles zu denken. Die Einbildungskraft beeinflußt das Denken und umgekehrt. Die Phantasie ist in der Lage Vor-Urteile zu erzeugen.

Ältere Menschen sind risikoscheu weil sie sich ihrer Endlichkeit bewußt sind.
Ältere Menschen sind risikofreudig weil sie sich ihrer Endlichkeit bewußt sind.

Beide sich widersprechende Kausalaussagen sind in der Gesellschaft vorhanden und deshalb Vor-Urteile.

Die „narrative Verzerrung“ ist nach Nassim Taleb das Unvermögen logische Verknüpfungen zwischen einer Reihe von Fakten zu unterlassen. Das Bedürfnis einer Reihe von Fakten (kausale) Narrative oder Muster zuzuschreiben ist unwiderstehlich; erst dann ergeben Fakten Sinn und Ordnung, geben Kontrolle über die Fakten. Werden z.B. Wahlentscheidungen nach Altersgruppen graphisch präsentiert so werden sie interpretiert, eine Betrachtung ohne Extraktion von Mustern bzw. ohne eines Narrativs oder das Eingeständnis „das sagt mir nichts“ kommen so gut wie nie vor. „Narrative Verzerrung“ kann sowohl die Anwendung als auch die Generierung von Vor-Urteilen sein. Das Sprechen über das Ergebnis nach Altersguppen zum Brexit im Vereinigten Königreich ist mit Vor-Urteilen behaftet.

Die technisch-mathematische Anwendung der Mustererkennung ist das Data Mining und Big Data. Für viele sind die Muster die Logik der Fakten, nicht etwa nur das Korrelat. Dabei kann es zu Fehlschlüssen kommen. Wäre es nicht sinnvoll in diesem Bereich von soetwas wie maschinellen Vor-Urteilen zu sprechen?

Wo ist der Ort des kulturellen Diskurses?

Vom achtzehnten bis zum zwanzigsten Jahrhundert waren die Salons und Kaffeehäuser die Orte des kulturellen Diskurses. Ágnes Heller schreibt in ihrem Buch „Die Welt der Vorurteile“ über diese vorurteilsfreien Diskussionen. Einige Charakteristika der Gespräche als lose Aufzählung:

Jeder darf sprechen. Es gibt keinen Neid, keinen Ehrgeiz, keine Frustration, keine Überlegenheit. Niemand spricht ad hominem. Es wird nichts entschieden, Konsens ist unnötig. Die Freude am Gespräch ist das einzige Interesse.

Wo sind in unserer Zeit die Orte des Gesprächs um des Gesprächs willen? Die einzigen Orte die ich gefunden habe sind die Bierbars, die ich (gelegentlich) besuche…

Zwei Zeitungswagen

Seit einigen Jahren überquere ich an einem Tag in der Woche vormittags die Kreuzung „Franz-Künstler-Straße / Alexandrinenstraße“. Und genau so lange treffe ich dort auf zwei Zeitungswagen. Die Zeitungswagen stehen sich immer mit den Lenkern gegenüber und sind an einem Straßenschild angebunden. Es scheint als hielten sie sich an den Händen. Beim Anblick denke ich an die Zusteller, wer sie wohl seien. Vermutlich werden sie ihre Schichten gemeinsam antreten, vielleicht machen sie das schon lange, lange Zeit. Ihre Tour wird keine gemeinsame sein, die Bebauung deutet auf Touren unterschiedlicher Richtungen hin und ich frage mich ob einer der Zusteller auch bis in unsere Nähe austrägt. Sie sind sich sicher menschlich näher gekommen, sind möglicherweise befreundet. Ich denke nur Freunde stellen ihre Zeitungswagen so als hielten sie sich an den Händen. (Als Zusteller zu arbeiten ist kein leichter Job.)

Zeitungswagen

Zeitungswagen

Ein Hemdkauf ist gar nicht so einfach

Wie ich Klamotten kaufe habe ich hier bereits vor drei Jahren beschrieben: vorher überlegen was – rein in den Laden – anprobieren – kaufen. Kein Gewese, kein Geschlamper, kein Gucken hier, kein Gucken da. Diesmal muß ein neues Hemd her und zwar ein schwarzes Langarmhemd mit Button-Down-Kragen. Da bin ich eigen, es muß ein Button-Down-Kragen sein! Die Überraschung folgt auf dem Fuße in der „Herrenabteilung des Vertrauens in der Stadt“: schwarze Langarmhemden mit Button-Down-Kragen scheint es nicht zu geben. Dieser Kragen symbolisiere Lässigkeit und dazu trage man(n) in Europa keine Krawatte wird mir erklärt – und nur Krawatten-Hemden gebe es in schwarz. Kopfschüttelnd ob dieser Erläuterungen will ich aufgeben und die Abteilung verlassen aber zufällig fällt mein Blick auf einen Ralph Lauren Stand und was sehe ich: schwarze Langarmhemden mit Button-Down-Kragen. Gepriesen sei Ralph Lauren und seine Marke „Polo Ralph Lauren“, die altertümliche Modevorschriften aufbricht und Frisches bereithält. Und natürlich trage ich das Kemd (auch zum Anzug) über der Hose.

Schwarzes Langarmhemd mit Button-Down-Kragen

Schwarzes Langarmhemd mit Button-Down-Kragen

Heute ist Handtuch-Tag

Heute ist Towel Day und was der Tag sein will erklärt die Wikipedia sehr schön hier. Im vergangenen Jahr habe ich das Haus mit Handtuch verlassen und instagrammiert, in diesem Jahr ebenfalls ein „Selfie“ gepostet.

Towel Day 2015

Towel Day 2015

So ein Handeln ist vor mir selbst erklärungsbedürftig, habe ich kein Buch von Douglas Adams gelesen und an die Verfilmung von „Per Anhalter durch die Galaxis“ nur eine schwache Erinnerung. Ich bin also kein Fan. Warum sollte ich andere Menschen nachahmen? Das Erlangen von Aufmerksamkeit ist nicht wirklich stichhaltig und das Gefühl zu einer Gruppe (Fans) zu gehören erklärt das Handeln ebenfalls nicht. Es geht eigentlich nur darum (zur Entlastung?) Blödsinn, Quatsch, etwas Verrücktes zu machen und dafür in anderen, gewichtigeren Kontexten vernünftig zu handeln. (Ich soll früher soetwas wie der Klassenclown gewesen sein behaupten meine Eltern, die Erinnerung daran ist aber ausgelöscht)

Towel Day 2016

Towel Day 2016

Einen schönen Towel Day!