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Adressrecherche – wie ging denn das?

Ich wurde gebeten einen Artikel über Alltagstechnologie auf einem anderen Blog zu veröffentlichen. Dies will ich gerne tun. Der Artikel soll beschreiben wie Ende der siebziger, Anfang der achziger Jahre des letzten Jahrhunderts – also zu internetlosen Zeiten, Studienführer und kommentierte Vorlesungsverzeichnisse per Post an mich versandt wurden. Das Problem, das ich mit diesem Artikel habe ist eine fatale Erinnerungslücke: Wie habe ich die Adressen der Universitäten recherchiert? Ausschließen kann ich die Telephonrecherche. Aber wie ging das sonst vor sich? Bin etwas ratlos…

Kein Gänseparadies für mich

Der November ist Gänsezeit und normalerweise bin ich im November im Gänseparadies. Dieses Jahr ist es anders, aus Gründen natürlich. Sehr schade. Auch daheim ist das Gänsebraten nicht gerne gesehen, auch natürlich aus Gründen. So habe ich mir kurzentschlossen in der Lebensmittelabteilung des Vertrauens in der Stadt beholfen und nach dem Wochenendeinkauf Keule, Brust und Grünkohl schnabuliert. Äußerst begeisternd….

Gänsebrust, -keule, Grünkohl

Gänsebrust, -keule, Grünkohl

Das plötzliche Verschwinden von Industry Standard aus der Lebensmittelabteilung des Vertrauens

Die Lebensmittelabteilung im Kaufhaus des Vertrauens modernisiert die angebotene Küche an den einzelnen Verzehrstände. Ein erfolgreiches Beispiel, es ist immer voll da, ist New Burger, ein weiteres Beispiel ist der Pignut BBQ-Stand. Den letzten Modernisierungsschub bekam die Küche durch Industry Standard aus Neukölln. Mein absolutes Highlight ist der gegrillte Knochen mit lecker, lecker Knochenmark. Absolut großartig und für den Snack zwischendurch der Brüller.
Neulich stelle ich beim Besuch der Lebensmittelabteilung des Vertrauens mit Verwunderung und großem Bedauern fest, daß der Stand verschwunden ist. Ob dies kommerzielle Gründe hat, sehr viel los war da ehrlich gesagt nicht, oder andere, vermag ich nicht zu sagen. Gerüchte gibt es zuhauf aber das ist hier nicht der richtige Ort zum Berichten.

Auf meinem Tumblelog stelle ich hier und hier ein paar Bilder von den von mir  verzehrten Snacks bereit.

Scheitern an Online-Formularen

Telephonie- und Breitbandzugangsbetreiber sind in unserem Haushalt verschiedene Unternehmen. Um eine höhere Bandbreite zu bekommen und auf IP-Telephonie umzustellen möchte ich beide Funktionen in die Hand des DSL-Zugangsbetreibers legen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut, mit dem Unternehmen bin ich seit Jahren sehr zufrieden. Ich logge mich mit meinen Zugangsdaten ein um den Provider- und Tarifwechsel zu bestellen. Auf einer der letzten Seiten muß ich meine Festnetznummer, die portiert werden soll, eingeben. Nach dem Drücken des „Weiter-Buttons“ erfolgt eine Fehlermeldung in der Art „Diese Rufnummer existiert schon“ und nichts geht mehr. Ich breche den Bestellvorgang etwas verunsichert ab. Ich probiere es nun mit dem Telephoniebetreiber, obwohl etwas teurer und für mich zweite Wahl. Meiner Festnetznummer werden, obwohl ich angebe, daß keine weiteren Nummern gewünscht werden, trotzdem noch zwei Nummern zugeordnet. Dazu soll ich den Betreiber meiner jetzigen Festnetznummer, die er selber ist, eingeben. In dem Auswahlmenü ist er logischerweise nicht aufgelistet. Verwirrt und verunsichert breche ich auch den Bestellvorgang ab. Nach einer Weile probiere ich es erneut beim Breitbandbetreiber bis zum erneuten Auftreten des beschriebenen Fehlers. Kurzentschlossen rufe ich das Unternehmen an. Nach der Schilderung der Fehlermeldung bekomme ich die fröhliche Antwort, daß dies bekannt sei, da auch meine Festnetznummer des DSL-Anschlusses in ihrem System sei. Ich gebe also meine Bestellung telephonisch auf und hoffe auf eine problemlose Umstellung. Aber warum ist der Fehler, wenn bekannt, nicht abgestellt?

Heute nur Babyschritte

Die Reaktion erfolgt auf dem Fuße. Vier Wochen Trainingsabstinenz an den Kraftmaschinen hinterlässt beim erneuten Training seine Spuren. Und zwar deutliche Spuren und mit einem einfachen Wort ausgedrückt – Muskelkater. Heute schmerzen Stellen am gesamten Körper, die ich lange nicht gespürt habe und andere von denen ich nicht wußte, daß sie auch schmerzen können. Morgen wird der schmerzliche Höhepunkt der Folgen dieser Pause sein. Nicht, dass ich mich darauf freue. Heute und morgen wird mein Schritt nicht ausholend, federnd und dynamisch sein, sondern ich bin und werde nur zu einem Gang in der Lage sein – Babyschritte…

Die mediale Kraft des Smartphones

Als Kurzer ging ich regelmäßig Sonnabendnachmittag ins Kino, hauptsächlich in Karl-May- und Godzillafilme.  Auch Science-Fiction fand ich großartig. In einem Film, ich weiß nicht ob es ein Perry-Rhodan-Film war, hatte der Held ein etwa backsteingroßes Gerät zur Verfügung. Damit konnte er einen undurchdringlichen aber durchsichtigen, kuppelförmigen Energieschirm um sich schalten und war so unverwundbar. Gegenstände oder Personen konnte er per unsichtbarem Strahl aus dem Gerät in die Luft heben. Ob er damit auch oral kommunizieren konnte habe ich vergessen. Kurze Zeit später war war ich fasziniert vom Communicator aus den Raumschiff Enterprise Filmen. Eine Mischung aus beiden war mein Traum als Junge.

Heute, halbwegs in Würde gealtert, besitze ich mit dem iPhone ein Gerät, das mich mit der „Welt“ in vielerlei Art verbindet, so wie ich es mir damals als Junge nicht habe träumen lassen. Es ist ein ständiger aber auch unbemerkter Begleiter und sichtbar wird es dann, wenn es nicht funktioniert. Dann erst zeigt sich seine mediale Kraft der „Welterzeugung“.

Der verflixte Rückschaufehler

Er entfaltet sich unbemerkt, greift immer zu auch wenn wir uns anstrengen ihn zu vermeiden – der Rückschaufehler. Zur Begriffsklärung verweise ich auf den Artikel in der Wikipedia. Holadiho hat mich dankenswerterweise an den Rückschaufehler in einem Social Media Beitrag zur „Schulz-Story“ im „Der Spiegel“ erinnert. Der Fehler erwischt mich regelmäßig. Drei Beispiele in der Politik beziehungsweise politischen Kommunikation möchte ich im Zusammenhang mit dem Fehler kurz ausführen.

Zwei Seiten verzerren die „Schulz-Story“. Der Autor baut in sein Werk eine retrospektive Verzerrung ein und auch der Leser liest den Bericht in Kenntnis des Ergebnisses und verzerrt in diese Richtung. Nicolas Nassem Taleb behandelt in seinem Buch „Der schwarze Schwan“ den Rückschaufehler. Ab Seite 30ff erläutert Taleb wie das Buch „Berliner Tagebuch – Aufzeichnungen 1934-1941“ von William L. Shirer seine Sicht auf die theoretische Geschichte und Philosopie veränderte. Shirer beschreibt in seinem Tagebuch Ereignisse und seine Gedanken in der Zeit des Nationalsozialismus ohne Kenntnis der Zukunft. Ereignisse werden notiert wie sie abliefen und Gedanken wie sie in dem Moment waren. Taleb wird deutlich, daß es einen Unterschied im im Denken und Schreiben zwischen dem Vorher und dem Nachher gibt.. (Tatsächlich ist das Tagebuch redigiert erschienen!! In welchem Umfang ist unklar). Wie kann uns dieser Hinweis helfen? Machen wir folgendes Gedankenexperiment und stellen uns einen Bericht vor, indem einerseits die politischen Inhalte des Tagebuchs von Martin Schulz (ja er schreibt ein Tagebuch) und Interviewsequenzen mit ihm im Original und andererseits daneben die unbearbeiteten damaligen Notizen des Autors stünden. Wäre dieser Bericht ein anderer? Sicherlich enthielte der Bericht ein völlig anderes Denk-Bild der Ereignisse und Erwartungen. Eine Seite der Verzerrung wäre abgestellt, die Verzerrung des Lesers jedoch nicht. Trotzdem wären für den konzentrierten Leser andere Einsichten möglich.

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Wann wird mein Home smart sein?

Smart Home ist in aller Munde. Ich verzichte auf die Begriffserklärung zu Smart Home und verweise auf einen Artikel in der Wikipedia, der für diesen Zweck genügt. Der überwiegende Teil des Wohnungsbestandes in Berlin sind Mietwohnungen, so auch meine.

Liest man die einschlägigen Artikel in Zeitungen, Fachzeitschriften und sonstigen Publikationen oder beschäftigt sich mit den Broschüren von Smart Home Technologieanbietern so wird schnell deutlich, daß das Smart Home eher als Konsumgut betrachtet wird und der Mieter seine Wohnung mit Eigenkäufen einrichten soll und der Vermieter mit dem Smart Home scheinbar nichts zu tun hat. Diese Sichtweise ist grundfalsch, Smart Home ist „Infrastruktur“ und damit vor allem Vermietersache. Sicherheit, Energiesparen, technische Funktionalität gewährleisten, Anschluß an leitungsgebundene Kommunikationssysteme sind Felder, die der kluge Vermieter bestellen kann. Ich nehme meine Wohnung als Beispiel. Die Gegensprechanlage und die Wohnungstür sind Mietsache. Diese könnte der Vermieter durch smarte Lösungen ersetzen. Die Heizungsanlage läuft mit Nachtabsenkung, die Thermostate sind analog mit Bimetalldrahtschaltung ausgestattet und funktionieren gut. Die Substitution der Heizungsthermostate auf meine eigenen Kosten ist nicht gerade rational.

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Das Wahllokal

Früher[TM] war unser Wahllokal eine richtige Wirtschaft, Kneipe, Restaurant. „Zum eisernen Gustav“ hieß die Räumlichkeit, sie existiert weiterhin am Mehringplatz als Restauration aber unter anderem Label. (Die Suchmaschine des Vertrauens findet sie samt einiger Bilder aus der Zeit) Am Wahltag wählten wir zuerst in einem Hinterzimmer, Rauchverbote gab es nicht und auch dort wurde nach meiner Erinnerung kräftig gequalmt. Nach dem Wahlakt begaben wir uns an die Theke, schraubten zwei, drei Pilsetten zu Frühschoppen und gingen danach heim. Heutzutage ist unser Wahllokal das AOK-Servicecenter. Ist das dieses Älterwerden…? Sicher nicht aber irgendwie symbolisch scheint es mir doch zu sein. Entwickelte sich die Gesellschaft in eine Richtung, an der sich das festmachen ließe? Selbstoptimierung, Veggiedays, Fitness versus Weiter-entwicklung, Friß-die-Hälfte und Erhalt der Gesundheit. Parafiskus versus Kneipe. Diese Gegensätze lassen sich aufsetzten. Aber hey – Spaß sollte sein und deshalb werde ich in einer guten Stunde rüber ins Willy-Brandt-Haus zu Wahlparty mit Biertrinken und Fachsimpeln gehen.

Urlaub ohne Mobile

Die Holde liest in der gedruckten Version der Tageszeitung des Vertrauens und bemerkt, anlässlich eines Artikels zum zwanzigsten Todestag von Lady Di, daß wir genau an diesem Tag im Urlaub waren. Ich erinnere mich, wir waren in Tunesien und ich sah auch die Sonderberichterstattung zum Unfall im TV-Sender CNN. Ich erinnere mich an die Hotelanlage, den Strand, die Lage des Zimmers zum Meer – seitlicher Meerblick genannt – und das Essen. Ich frage nach Urlaubsbildern, doch wir rätseln ob wir überhaupt Photos machten. Und während ich die Frage ausspreche wird mir klar, daß wir vor zwanzig Jahren keine Mobiles, geschweige denn Mobiles mit Kameras hatten. Ein seltsames Gefühl beschleicht mich, eine Zeit ohne Mobiles erscheint mir fast undenkbar oder besser gesagt weit zurückliegend, eine Ewigkeit her. Da drängt sich der Gedanke auf, ob es ein Zuviel an Gebrauch gibt. Ich denke nicht, denn wir werden sicher auch dafür eine Kulturtechnik der mobilen/digitalen Kommunikation/Medialität entwickeln ob nun das Mobile ein Ding bleibt oder ob es eine Erweiterung meines Leibes ist. Aber irgendwie, in einer für mich noch nicht beschreibbaren Art und Weise, durchdringen wir uns schon gegenseitig ….

iPhone-Display

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