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Über das Sülzkotelett

Aus der Wikipedia:

„Ein Sülzkotelett ist ein entbeintes, gekochtes Schweinekotelett, das in Fleischgelee eingelegt kalt serviert wird. Zur Zubereitung wird zuerst ein Kotelettstück vom Schwein mit Suppengrün in Salzwasser gegart und vom Knochen befreit. Die entstandene Brühe wird abgeschäumt, reduziert, entfettet, eventuell mit Essig gesäuert und mit Gelatine vermischt. Dann werden flache Formen (die es eigens für dieses Gericht auch in Kotelettform gibt) mit etwas Gelee-Brühe gefüllt, mit Gewürzgurken, Eiern und Möhrenscheiben dekoriert, Scheiben des Kotelettstücks darauf gelegt, mit Brühe aufgefüllt und alles kaltgestellt, bis die Brühe erstarrt ist.

Serviert wird dieses Gericht mit Remoulade und Bratkartoffeln oder Graubrot als Beilage.

Sülzkoteletts sind auch als Fertigprodukt erhältlich.“ (Stand 20.1.2026)

Das Sülzkotelett ist ein merkwürdiges Lebensmittel. Industriell hergestellt verkörpert es den technischen Fortschritt. Die Verarbeitung, nicht nur des Fleisches sondern auch der Sehnen, Knorpel und Sonstigem läßt es im milden Licht der Nachhaltigkeit im Sinne von „noise to tail“ erscheinen. Das Stangenei verweist ebenfalls auf die industrielle Produktion, nur was sagen die Gurke und die Möhre? Die Form des Sülzkoteletts erinnert an die Zeit der Nierentische, die Zeit des zunehmenden Wohlstands – kleinbürgerlich und doch etwas kritisch? Aß und mochte Adorno das Sülzkotelett?

Heutzutage fällt allerdings der rapide Gewichtsverlust des Sülzkoteletts auf; schreitet der fort ist es in Zukunft flach wie eine Papierseite.