Schlagwort-Archive: essen und trinken

Über einen Dialog zum Schäferfrühstück

Dialog:

Ich hatte doch gesagt, ich esse keine Wurst und bat auch darum für mich keine zu kaufen.

Das ist keine Wurst, das ist Fleisch.

2019

Ikonographisch erinnert 2019 an 2016. Das ist Zufall. Traurige Ereignisse überwiegen. Die Freude und Neugier auf 2020 ist groß.

Instagram

Instagram

Über die Rosinenschnecke

Die leckersten Rosinenschnecken der Stadt werden in der Lebensmittelabteilung des Vertrauens in der Stadt angeboten. Sie sind rechtsgewunden. Die beste Art sie zu verspeisen ist, sich entlang der Sutur mit Bissen in den Windungsumgang, der Apex zu nähern. Mit jedem Bissen wird der Mund mit köstlichen Rosinen gefüllt, ein Genuß. Beim Finale wird mit Wonne die Apex fein zerkaut. Nur so geht das Essen von Rosinenschnecken…

Über die Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt

Wirtschaftstheorie meint Preise seien Knappheitsindikatoren. Danach müßten Bratwürste auf Berliner Weihnachtsmärkten in Mitte ein mehr als knappes Gut sein, sie müßten selten sein. Eine einfache Wald-und-Wiesen-Bratwurst wird für 4 € verkauft. Hammerpreis! Liegt der Tauschwert so deutlich über dem Gebrauchswert ist Verzicht auf den Kauf eine gute Idee – und sie sich zuhause selber zuzubereiten.

Über den Kiezliter

Wer mit dem Bestehenden unzufrieden ist tut gut daran dieses genau zu analysieren oder einen Blick in die Vergangeheit zu tun. Bier im Henkelmann zu kaufen und mit nach Hause zu nehmen war eine Üblichkeit. In Kreuzberg wird dieses in der Markthalle Neun erneut popularisiert und der Gegend damit eine wunderbare Trinkkultur zurück gegeben. Das lose Bier, deutlich billiger als der Flaschenverkauf macht der Nachbarschaft damit ein preislich sehr gutes Angebot und leistet einen Beitrag zur Befriedung nach den Irritationen rund um die Halle. Ästhetisch sind die Trinkflaschen in der tat….

Kiezliter

Kiezliter

Über die Wespenzeit

Im Frühjahr ist da dieses gemütliche Gebrummel – die ersten Hummeln sind unterwegs. Später dann das hellere und geschäftigere Gebrummel der Bienen. Jetzt zu Beginn des Augusts ist das helle Sirren der Wespen zu hören. Auch sie sollen nützlich sein. Nützlichkeit im Sinne von Fressen und Gefressenwerden. Blieben sie auf den Feldern, Wiesen und in den Wäldern – warum nicht. Sie gehen in der bebauten Welt an den Tellern, Schüsseln und Gläser der Menschen auf Jagd. Sie kommern nahe und haben Stacheln. Das macht sie nicht sympathisch und Stoizismus ist keine sehr verbreitete Tugend. Jedes Jahr dasselbe Theater…

Über das Weißwurstfrühstück

Weißwurstfrühstück

Weißwurstfrühstück

Über Schaschlik

Nennt sich Schaschlik ist aber keins…

Schaschlik

Schaschlik

Über das „es sollen welche kommen…“

Das feierliche Osteressen soll natürlich eine Lammkeule werden. Mit ordentlich frischem Knoblauch, Prinzeßböhnchen, Tüften und lecker Sauce. Die Einkäufe sind, bis auf das Fleisch, getätigt. (Selbst das Bier ist bereits eingeholt). Die Nachfrage bei der freundlichen Verkäuferin im Lebensmittelladen um die Ecke ergibt folgendes Ergebnis: „Es sollen welche kommen…“. Das verunsichert den geneigten Einkäufer und den @Moellus inspiriert dieser Satz zu dem Tweet: „So ungefähr war DDR“. Na denn…

Über den Verlust des Fettrands

Fett ist der Geschmacksträger par excellence. Muß sein Verzehr eingeschränkt werden ist die Irritation groß. Kein Mett, keine panierten Schnitzel, keine Fritten, keine Hämmchen, nicht mal Rumpsteak, ja was soll denn jetzt werden? Auf sich selbst zurückgeworfen, hat sich das Subjekt mit seiner Natur zu beschäftigen, die es verdrängt hat. Der eigene Körper macht Angst. Diese Erfahrung ist fürchterlich. Wird der Verzicht mit Rigidität gelebt ist überzogen. Bei richtig gelebtem Verzicht werden Mett, panierte Schnitzel, Fitten und Hämmchen das zwar Seltene, das Besondere sein und genußvoller als je zuvor. Der Fettrand ist zurück.