Schlagwort-Archive: Berlin

Freitag ist Würsteltag (7)

Wer Südafrika besucht und eine gute Bratwurst zu schätzen weiß wird an der Boerewors nicht vorbeikommen. Rind, Schwein sowie afrikanisches Wildfleisch wie Antilope oder Zebra sind die fleischlichen Zutaten. Und wie sieht das für unsere Breiten aus? Eine Boerewors in Berlin zu genießen ist natürlich möglich und wenn regionale fleischliche Zutaten verwendet werden, hochwillkommen. Die Berliner Boerewors enthält ebenfalls Rind und Schwein, sowie Reh und Hirsch als Wildzugabe. Üblicherweise zu einer großen Schnecke gerollt, knotet die freundliche Bedienung zwei Bratwürste ab. 10 Minuten benötigen sie auf dem Fleischereigrill. Kräftig gewürzt mit Koriander, Muskatnuss ist der Geschmack etwas Besonderes. Wohlausgewogen harmoniert dazu ein Stout – nicht nur als Rotweinsubstitut zum Wild – sondern darüber hinaus als besonderes Getränk mit eigenem Charakter.

Boerewors, Rind, Schwein, Reh und Hirsch dazu ein Stout

Boerewors, Rind, Schwein, Reh und Hirsch dazu ein Stout

Über den Datenmineur

Das Englische hat den Data Miner, das Deutsche hat seinen Datenhuber. Die schweizer Schriftsprache hat den Datenmineur. Das liest sich unauffällig doch der Klang des Wortes beim Lesen ist ungewöhnlich. Ist der Klang gediegen oder gar vornehm, hofratartig? Nur – der Leser wird ihn bei sich selbst hören und erleben. Ist die Lautsprache in der Schweiz nicht völlig anders?

Über die tödliche Männergrippe

Die tödliche Männergrippe hat uns fest in ihrer Gewalt. Die Wurst & Bier heute vorzeitig verlassen. Nicht mal das Bier schmeckt. Sehr schade….

Über Revolutionsfotos

Berlin in der Revolution 1918/19: Die Ausstellung im Museum für Fotografie ist chronologisch nach Monaten sortiert. Liebknecht, Luxemburg, Ebert, Noske sind präsent, Scheidemann ist unsichtbar. Flankiert von Plakaten der Theater, Kinos, Etablissements sind die Fotos das Zeugnis der revolutionären Vergeblichkeit in Berlin. Die abgebildete Mode, die Schnitte der Mäntel, die Form der Hüte und die Mützen versetzen den Betrachter in eine Zeitreise zurück in die Armut der Umstände, in die Not der Nachkriegsmonate und machen die Mühen sichtbar mit etwas Würde zu überleben. Die Wahrheit der Fotos der Massen auf Kundgebungen und Demonstrationen kontrastieren nur unmerklich mit der Falschheit der gestellten Aufnahmen von kämpfenden Regierungssoldaten und Revolutionären in den Straßen des Regierungs- und des Zeitungsviertels. Die Unwahrheit verwandelt sich in Wahrheit während der Refexion darüber, daß die tatsächlichen Kämpfe in der unmittelbaren Nachbarschaft stattgefunden haben die heute fast täglich durchquert wird.

Über Cherry Mango

Zur Fondue werden üblicherweise mehrere Saucen gereicht, selbstgemachte und gekaufte. Eine davon kann nicht im Lebensmittelladen um die Ecke erstanden werden. Die Suche wird ausgeweitet, von Kreuzberg auf Mitte. Dort ist sie vorrätig. Allerdings stellt sich zuhause heraus, daß die falsche Feinschmeckersauce eingeholt wurde, statt Cherry Mango die Curry Mango. Was tun? Recherche im Internet ergibt, daß die Cherry Mango nicht existiert – und Curry Mango ist die richtige wie bestätigt wird. Hat da etwa Sigmund Freund einen Streich gespielt? War Cherry Mango soetwas wie eine Unkonzentriertheit oder ein Tagtraum gewesen? Eine Lieblingsband des verwirrten Einholers in seiner Jugendzeit nannte sich Mungo Jerry….

Über das gruseligste Etwas in 2019

Das gruseligste Etwas in 2019 hat folgenden Namen: ag 60 plus.

2018

Gutes Essen und gutes Bier werden auf Instagram gewürdigt. Die Frage ist aber ob die Inhalte Schein sind oder doch die Wirklichkeit…

Über eine einfache Frage

Die einfache Frage „Haben Sie Linda?“ wird beantwortet mit dem Satz „Nein aber wir können sie bestellen.“ Die umgebaute Obst-und Gemüseabteilung im Kaufhaus des Vertrauens in der Stadt ist die Konkretion davon was dort beim Umbau schiefläuft. Selbst Carnivoren fühlten sich in der alten Abteilung wohl. Wunderbar präsentiert, ein Schaufenster mit üppiger Lebensart und Lebensfreude war sie mit ihren geerntete Früchten. Jetzt eingedampft auf eine schmale Fläche ist die die Gemüsepräsentation in einem Discounter noch erstaunlich. Das Anbieten von Smoothies zeigt den Trend, zeigt wie die Macher sich das vorstellen, eine Gegenwart soll die Zukunft sein. Damit kommt man nicht über das Aktuelle hinaus, etwas Zukunftsfestes ist das nicht. Deutlich und fast obszön schlägt das Profitmotiv hervor – eine Fremdfirma betreibt jetzt die Abteilung. Das Kaufhaus wandelt sich vom Anbieter von Gütern zum reinen Vermieter von Fläche zuungunsten von Qualität und Kundenservice. Keine lebendige Erfahrung, kein Bestaunen und Genießen von etwas Besonderem, nein kaltes Entsetzen macht sich in der hochsterilen Atmosphäre der kalten Geschäftstätigkeit breit.

Was wird unter solchen Bedingungen nur aus der Tschechischen Bierbar werden?

Über den ersten Advent

Der erste Advent ist prall gefüllt mit Couchsitzen, Lesen, klassische-Musik-hören, Essen, Nichtstun und all die Nicht-Tätigkeiten in Kontemplation und rund um Urlaub. Nur nicht hetzen, nicht machen, nicht aktiv sein…. Herrlich!

1. Advent

1. Advent

Über einen Kunstkompass

Die Übersetzung von Kunst in Ränge und Listen sprich in Zahlen scheint merkwürdig. Kann Kunst der allgemeinen Verdinglichung doch entfliehen. Selbst wenn sich Rankings nicht auf Verkaufszahlen und Preise, sich nicht direkt auf den Tausch beziehen, werden Künstler ihrer Bedeutung nach zahlenmäßig bewertet. Diese Bedeutungssetzung erinnert an die Wissenschaft an die Zitathäufigkeit. Merkwürdig daran ist, das viele Menschen solcherart Rankings für etwas Wahres halten.