Die Berliner Verkehrsbetriebe haben eine unheimliche Kraft: Sie können, wie hier beschrieben, Minuten ins fast Unendliche ausdehnen oder zu einem Sekundenbruchteil schrumpfen lassen. Ähnliches gelingt dem Discounter des Vertrauens. In seinem Flyer für den 7.9. bis 12.9. bringt er unterschiedliche Zeiträume, die nicht verschiedener sein können, zur Deckung. Auf Seite 9 erscheint überraschend die Adventszeit mit Gewürzspekulatius, Stollenkonfekt, Weihnachtsgebäck und anderen Süßigkeiten. Auf dem Titelblatt und den Seiten 10 bis 13 manifestiert sich das Oktoberfest, hier als Wiesengenuss angesprochen, mit Weißwürsten, Grillhaxen, Leberkäse, Obazda, Oktoberfestbier und vielen anderen Spezereien. Dieses Zusammenbringen kann nur auf Magie beruhen. Ein im Flyer erwähntes Lebensmittel muß zudem aus der japanischen Lebensphilosophie des Nagomi entstammen – oder wer sonst denkt sich Weißwurstmaultaschen aus?
Schlagwort: das gute Leben
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Luft trinken
Das Atmen ist etwas, das sich unbemerkt vollzieht, Personen mit Atemproblemen wie Asthma oder COPD ausgenommen. Was geatmet wird, das wird im Lebensvollzug kaum bemerkt, Ausnahmen mögen beispielsweise Gerüche, gleich ob angenehm oder unangenehm, sein. Mit der heute einsetzenden Hitze verändert die erhitzte Luft den Atmungsvorgang: die Luft wird schwerer, flüssig, so als trinke man die Luft. Das Atmen der erhitzten Luft wird deutlich gespürt. Als Baustein für den Stoffwechsel könnte man meinen, Atmen sei Ernährung.
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Am Morgen nach der Freitagsrunde
Am Sonnabendmorgen die Vitalwerte – sowie davon abgeleitete – abzulesen birgt keine Überraschung: Schlafqualität unterirdisch, Erholung kaum vorhanden, Streßlevel auf höchsten Höhen, Herzfrequenz rasend, einzig der Blutdruck zeigt sich freundlich. Gleichlaufend mit dem fremden Blick durch die Geräte ist das leibliche Spüren: Kopfschmerz, Herzklopfen in der Brust, Unruhe, Mattigkeit.
Es gibt Lagen da unterscheiden sich Fremdblick und leibliches Spüren: Am Morgen auf Reisen sieht der Fremdblick einen Morgen nach der Freitagsrunde während das leiblich Spüren dazu entgegengesetzt ist. Was ist in so einer Situation verlässlich? Oder ist die Frage falsch…?
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Über bayerische Restaurants
Aus nördlicher Perspektive scheinen bayerische Restaurants ein Schlaraffenland zu sein: krosse Keulen, herrliches Bier – aber das Zentrale ist die Innereienküche. Das ist wichtig zu wiederholen: Innereienküche, Innereienküche, Innereienküche…… Um so seltsamer ist die Erfahrung sobald im Draußen der bayerischen Restaurants am Gendarmenmarkt meistens „Currywurst, Pommes“ gegessen wird. Das wirft Fragen auf…
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Warum sollte die SPD ihren Wählern etwas zumuten?
In (bürgerlichen) Presseorganen – aus Frankfurt, München, Hamburg und Berlin – wird die Sozialdemokratie aufgefordert ihren Wählern und Mitgliedern etwas zuzumuten. Damit ist gemeint Renten, Krankenversicherungs- und Pflegeleistungen zu kürzen und einen ungebremsten Anstieg der Mieten zu gewährleisten sowie Arbeits- und Kündigungsschutz abzubauen.
Dieselben Presseorgane schreiben allerdings nichts über Zumutungen der konservativen oder sogenannten liberalen Parteien für ihre Wähler und Mitglieder.
Was begründet dieses seltsame Ungleichgewicht?
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Über einen Sonntag 8
Schreibübung im (Sonntagstagebuch)bloggen in Sätzen mit maximal zwei Wörtern, die sich im Text nicht wiederholen dürfen – eine spielerische Modifikation.
Äuglein aufmachen. Toilette aufsuchen. Schlafqualität ermitteln. Blutdruckmessgerät positionieren. Holde liebkosen. Nase schneuzen. Kaffee eingießen. Draußen betrachten. Schlafzimmerfenster kippen. Betten aufschütteln. Flugmodus rausnehmen. Feedreader durchgehen. Mastodon öffnen. Eierkocher anschalten. Schnittlauch schneiden. Frühstück auskosten. Zähne putzen. Plurk grüßen. Sonntagszeitung durchforsten. Katzenwäsche durchführen. Müll rausbringen. Briefkasten aufschließen. Porter trinken. Geschirr spülen. Wasserflasche kaltstellen. Danksagung finden. Emotion zeigen. horaxnotes rebloggen. Altpapier zusammentragen. IPA schlürfen. Filegros brutzeln. Hollandaise umrühren. Abendessen verzehren. Satt sein. Muttern anklingeln. Rezept erörtern. Fernsehzeitung auswerten. Gerichtsfilm ansehen. Magerjoghurt essen. Mund spülen. Stichworte zusammentragen. Notiz schreiben. Nanostromausfall überrascht. Router rebooten. Kaffeemaschine bestücken. Ausgiebig gähnen. Blogbeitrag veröffentlichen. iPad abschalten. Gute Nacht.
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Über einen Sonntag 7
Vor acht Jahren (tagebuch)bloggte ich in Sätzen mit zwei Worten – eine spielerische Modifikation – über einige Sonntage. Die Tage in dieser Kürze zu beschreiben fiel mir nicht leicht da die Worte im Text möglichst nicht wiederholt werden sollten. Das ging stockend von der Hand. Vielleicht werde ich die Schreibübung in unregelmäßigen Abständen wiederholen.
Augen aufschlagen. Latschen anziehen. Schlafqualität prüfen. Blutdruck messen. Morgen sagen. Holde küssen. Kaffee brühen. Regen betrachten. Unleidlich sein. Tablet anschalten. Mastodon öffnen. Netnewswirebutton drücken. Plurk starten. Schrippen aufwärmen. Minigurke aufschneiden. Philosophiesendung sehen. Duschen verwerfen. Bücher bestellen. Hunger bekommen. Schnitzel naschen. Balkonthermometer ablesen. Rausgehen absagen. Interdentalbürstchen austauschen. Geschirr abwaschen. Eisberge bestaunen. Senf rausstellen. Eier anpieken. Bereal bespielen. Tüften abgießen. Abendessen genießen. Gesättigt fühlen. Muttern anrufen. Trauer empfinden. Fernsehzeitung studieren. Tatort schauen. Magerjoghurt schleckern. Zähne putzen. Tippi zuhören. Stichworte zusammenreimen. Kaffeemaschine vorbereiten. Sporttasche packen. Müde werden. Blogbeitrag publizieren. Gute Nacht.
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Stehend geschichtet oder im Kranz gelegt
Bis vor einigen Jahren war der Einkauf von Sardellenfilets beim Lebenshändler des Vertrauens einfach. Vorrätig waren einzig Sardellenfilets in Salzlake, stehend geschichtet in einem Behältnis, das einem Reagenzglas, allerdings mit flachem Boden, ähnelte. Der Deckel war eine Kombination aus Hartplastik mit einer Korkunterseite. Heute sind die Sardellenfilets in Rapsöl eingelegt und in Gläser gefüllt. Dabei gibt es zwei Varianten: stehend geschichtet oder im Kranz gelegt. Für die Unternehmen müssen beide Darreichungsformen Profit bringen sonst wären sie nicht im Angebot aber warum werden beide gekauft? Die Beschäftigten an der Bedientheke sind auf Nachfrage etwas ratlos, bemerken aber, daß die im Kranz gelegten Filets länger seien.
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Über die Flasche Ingwer Sirup
Links neben dem Messerblock und vor dem Behältnis mit verschiedenen Küchenutensilien, wie Schöpfkellen, Heber, Wender und Kochlöffeln, steht eine Flasche Ingwer Sirup. Die schlanke Flasche ist 30,5 Zentimeter hoch, enthält 375 Milliliter Ingwer Sirup und hat einen kombinierten Plastik-Kork-Verschluß, der mit einer Folie versiegelt ist. Spuren im Inneren des Flaschenhalses zeigen, daß einiges an Flüssigkeit trotz der Versiegelung verdunstet ist. Am Boden der Flasche befindet sich ein Aufkleber mit dem Verbrauchsdatum: Spätestens zu verbrauchen bis 20.4.2012. Die Flasche Ingwer Sirup stammt aus den Nullerjahren. Sie erregt keine Aufmerksamkeit und hat sich vom Lebensmittel zur Dekoration gewandelt.
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Selbstreferentielles (5)
Das Blog bekam im Januar vor fünf Jahren einen neuen Anstrich. Auch im Januar dieses Jahres ist es soweit: Nach einem responsiven, „klassischem Theme“ hat es ein Block-Theme bekommen.
„Poema“ ist minimalistisch, zum Lesen sehr gut geeignet. Viele Installationen von Poema scheint es nicht zu geben; es ist ein Nischentheme. Die gewählte Schriftart ist Fira Sans.