Schlagwort-Archive: Kreuzberg

Über ein Stillleben mit Schuhen

Wenn der Ranzen nach dem Dinner spannt und die Sättigungsmüdigkeit den Geist ergreift ist nur ein einfaches Bild von Dingen vor dem Haus möglich.

Stillleben

Stillleben

Über die Merkwürdigkeit des Schienenersatzverkehrs

Der Schienenersatzverkehr ist gedanklich eine einfache Sache. Er transportiert die Fahrgäste entlang der Schienen von einem Anfangspunkt zu einem Endpunkt. Dies in beide Richtungen. Anzunehmen wäre, dass mit Ankunft des Schienenverkehrs die Ersatzfahrzeuge bereit stünden um ohne Zeitverzug den Weitertransport zu gewährleisten. Dieses ist mitnichten so. Die in Sichtkontakt fahrenden Busse haben ihre eigene Taktung, die vom Intervall des Schienenersatzverkehrs unabhängig ist. Zwei oder drei Busse fahren, wie gesagt, in kurzen Abständen hintereinander die Haltestellen an und bleiben so in Sichtkontakt. Sichtkontakt zu den Bussen hat damit auch die wartende Menge der Fahrgäste. Und der größte Teil von ihnen drängt auf und in den ersten Bus. Ist das ein massenpsychologisches Handeln? Oder ist das gesellschaftlich induziert indem dem Einzelnen Aktivität oder Hektik als Norm auferlegt wird? Was es auch sei, es bleibt merkwürdig.

Über das Loslassen von Dingen

Dinge können mit Subjektivität und Objektivität aufgeladen sein. Subjektivität meint die Erinnerungen, Emotionen und Geschichten des Menschen, die sich im Ding sedimentieren. Objektivität meint die „Versunkenen Kosten“ des Dings, rechenbar als Quantitäten als Geld, die sich im Ding ebenfalls manifestieren. So geht das Ding über sich hinaus und steht dem Menschen als gegenüber als etwas Besonderes. Wie kann er davon lassen ohne Schmerz?

Über die Auszügler

Verschiedenste Presseveröffentlichungen schrieben in den letzten Tagen von Horst Seehofer als Auszügler und von seinem zukünftigen Amt als Auszugshaus. Das wird für den 68 jährigen sicher eine erfüllte Zeit werden. Auszügler und Auszugshaus sind typische bayerische Begriffe haben wir gelernt. Diese mußten wir in der Suchmaschine des Vertrauens zunächst nachschlagen. Mittels unserer Empathie können wir uns sehr gut in die Seehofersche Situation hinein versetzen, ist uns ein Leben im Auszugshaus selber nicht unbekannt.

Über die Sache mit Schulle

In der Sache „Martin Schulz“ ist seine Person nicht wirklich von erstem Interesse. Er hat gehandelt wie er handeln konnte, was für ihn möglich war. Rätselhaft und paradox sind die Reaktionen des Publikums. Darunter seien Journalisten, Parteifreunde, Parteivorstand und Delegierte gemeint. Als ob er ihnen als Erlöser erschienen wäre, die Berichte voll Lobpreisungen, mit 100 Prozent gewählt – Blumenkränze und Hosiannagesänge. Und am Ende dann Hohn, Spott und Mißachtung. Wie kann das sein? Die Euphorie am Beginn, resultiert die aus der Freude über den Rückzug seines Vorgängers, der ihnen zur Qual geworden war oder war sie eine Art Selbstbeweihräucherung? Die Negativität am Ende, camoufliert sie die Scham des Irrtums am Beginn? Darüber wäre nachzudenken.

Über die Physik der leeren Plastikflaschen im Winter

Leere Plastikflaschen, genauer gesagt leere Wasserflaschen, werden beim Discounter des Vertrauens zurückgegeben. Auch hier handelt es sich um einen Leergutautomaten, der aber mit seinen technischen Eigenschaften und als sozialer Ort vollständig anders erscheint als andere. Wir thematisierten das bereits hier. Im Winter wirkt nun die Physik auf die leeren Flaschen in besonderer Weise ein. Die Luft in den geschlossenen leeren Flaschen wird durch die niedrigen Temperaturen heruntergekühlt, erzeugt einen Unterdruck beult die Flaschen nach innen ein. Das wiederum hat zur Folge, daß die Lesesensorik bei Eingabe der verbeulten Flaschen stark überfordert ist und diese nicht angenommen werden. Also müssen die Eingebenden diese regelmäßig händisch in ihre ursprüngliche Form zurückbringen. Aber paradox ist, daß, sobald der Automat sie angenommen hat, sie von ihm mit lautem Schmatzen so flach wie möglich gepresst werden.

Über die Wurst und Bier 2018 – Der Tag

Nach dem Prolog steht nun der große Tag an. Bei strahlendem Sonnenschein ist es zunächst nicht sehr voll in der Markthalle Neun, das ändert sich zum Nachmittag hin rapide. Drei Sessions mit jeweils vier Flights stehen auf dem Programm:

  1. American Dream – klassische Combos der US-Craft Beer Szene
  2. Beyond Borders – Biere jenseits des Reinheitsgebotes in Kombination mit außergewöhnlichen Fleischwaren
  3. „Heute stehen wir nicht mehr auf“ – nachtschwarze Biere und wohlige Pates für eine winterschlafähnliche Bettschwere

Eine vollständige schriftliche oder bildliche Protokollierung der Sessions ist leider unmöglich.
Beeindruckend ist tatsächlich das Angebot an dunklen Bieren – Stout oder Porter. Großartig ist der Geschmack von „Cookie Monster“, einem Stout aus einer polnischen Brauerei.

Photos von den Sessions gibt es auf „horax sammelt hier“ und zwar hier und hier sowie vom Drumherum hier und hier.

Über die Wurst und Bier 2018 – Der Prolog

Zwei Stunden lang dauert der Prolog, mit dem schönen Titel „Großes Wurst & Bier Tasting“, zur diesjährigen „Wurst und Bier“. In sechs Flights werden wurstige Köstlichkeiten und dazu harmonierende Biere verkostet. Schon die Geruchsproben an den Würsten sind eine Offenbarung. Leider findet eine schriftliche Protokollierung nur unzureichend statt, hier ein listenartiger Überblick:

  1. Geräucherter Hausmacher Leberwurst, Käsekrainer dazu Gose
  2. Heißgeräucherter Bauchspeck dazu Saison mit Lemongras
  3. Rehsalami, reine Rindfleischsalami dazu Mango Sour Ale
  4. Argentinisch inspirierte Blutwurst dazu IPA
  5. Salami mit Fichtennadeln und Blauschimmel, Steinbocksalami dazu New England IPA mit Apfelsaft und Fichtennadeln
  6. Chorizo dazu Stout

Die Biere kommen von Heidenpeters und Ödipus, die Wurst von Kumpel und Keule. Bilder von der Verkostung gibt es auf „horax sammelt hier“.

Der letzte Besuch auf der „Wurst und Bier“ war 2015.

Über den Regenschirm

In unseren Tagen ist er abgemeldet, kaum jemand interessiert sich für ihn. Er wird verloren, er wird vergessen, lieblos bringen wir ihn außer Sicht – der Regenschirm. Dabei hat er eine lange Karriere; nicht in seiner heutigen Funktionalität, sondern als Sonnenschutz der für die vornehme Blässe sorgte. Und mit dem Erscheinen des Dandys wurde er zum Modeaccessoire und damit zum Medium, das für seinen Besitzer Botschaften übermittelt. Nur durchhalten konnte er seine Medialität nicht. Er ist zum unbeachteten Gebrauchsgegenstand geworden.

Mein eigenes Tun ist entsprechend: Regelmäßig verliere ich ihn oder er wird während des Gebrauchs zerstört. Bei Letzterem dreht sich die Sache im Kreise. Je billiger er gebaut und verkauft wird, desto schlechter ist die Qualität, desto eher geht er kaputt. Und ein neuer Regenschirm wird von mir so billig wie möglich gekauft, denn ein teurer Kauf lohnt sich nicht weil er mir im Gebrauch kaputt geht. Und die Schleife beginnt von vorn.

Regenschirm

Regenschirm

Regenschirm

Den Text zum Bild gibt es in der kommenden Woche….

Regenschirm

Regenschirm