Die Ledercouch, ein Zweisitzer, ist auf linken Seite belegt. Auf dieser Sitzfläche ist eine Ansammlung an Papier in verschiedenen Formen: Bücher, Zeitungsseiten, Zeitschriften, Notizen und Papierschnipsel. Ganz obenauf liegen eine Brille, ein Kopfhörer sowie ein USB-Stick. Die Basis des Haufens bilden Bücher, drei mal drei Bücher deren Rücken in den freien Raum zeigen, nach oben zeigen die Rückseiten. Darüber geschichtet ist eine zweite Lage Bücher, ebenso geordnet. Die dritte Schicht an der Armlehne besteht aus teilweise schon gilbigen Zeitungsausschnitten und bedeckt zwei mal drei Bücher. Auf den verbleibenden Büchern ist direkt an der Rückenlehne ein Stapel aus sieben Büchern gebaut, davor sind zwei aufgehäuft und daneben liegen drei Finanzzeitschriften. Zwischen allem verstreut sind Notizzettel und handschriftlich beschriebene Papierschnipsel gelagert.
(mehr …)Schlagwort: Literatur
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Über das Lesen und das Schreiben
Eine Fraktion sieht in dem Schreiben eine klare Ordnung: Einleitung, Hauptteil, Schluß. Innerhalb des Hauptteils bereitet das Geschriebene vor und führt dann auf den zentralen Gedanken hin. Die andere Fraktion sieht im Schreiben eine Notierung des Gedankenflusses. Die Gedanken werden so wie sie fließen verschriftlicht und stehen gleichberechtigt nebeneinander. Wie ist das beim Lesen? Ist es für das Denken besser ein Buch strikt von Vorne bis Hinten durchzulesen oder ist es besser sich der verwiesenen Literatur anzunehmen, sie zu lesen um sich in einen Gedankenfluß zu begeben, der wie ein Umweg scheint?
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Über das „zu lang; nicht gelesen“
Das, was kurz sein soll ergießt sich als ungenießbarer Brei vor die Augen des entnervten Publikums: Nutzungsbedingungen, AGBs, Datenschutzerklärungen. Für das Publikum geschrieben wären sie kurz, einfach und klar. Sie sind aber von Juristen für Juristen geschrieben, die sich daran ergötzen, das Publikum liest sie nicht.
In den Sozialen Netzwerken ist Kürze Programm. Die Kürze bedingt teilweise Übles, Gemeines, Dummes.
Was kurz ist in der Literatur wie Miniatur, Fragment, Aphorismus, Essay oder Traktat, zeigt durch die Form besonderen Anspruch. Kleine Formen zu deuten benötigt Kontemplation. Kontemplation ist länglich.
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Über das Lesen von Verrücktheiten
Warum liest jemand in der heutigen Zeit altgriechische Poesie wie die Ilias und Odyssee? Warum sich mit Hexameterdichtung, Lyrik und Drama aus alter Zeit beschäftigen? Unter dem gesellschaftlich herrschenden Nützlichkeitsaspekt sind das Verrücktheiten. Nützlichkeitsgedanken sickern immer tiefer in das Leben ein. Nonkonformismus hilft dagegen, das Lesen altgriechischer Poesie ist genau das und ein Fitzelchen Freiheit wird zurückgewonnen.