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Orientierungslos auf der Autobahn

Wir fahren mit dem Auto auf einen Wochenendbesuch nach Hamburg. Irgendwann fällt mein Blick auf eine Entfernungsanzeige und ich lese voller Verblüffung „Dresden“ auf dem Schild, allerdings ohne Entfernungsangabe. Wie kann das sein, sind wir doch in entgegengesetzter Richtung unterwegs? Ratlosigkeit. Auf der Rückfahrt passiert Dasselbe, jetzt allerdings erscheint das Auflisten logisch, sind wir doch in der richtigen Richtung unterwegs. Wir haben gedrucktes Kartenmaterial ziemlich neuen Datums dabei und dieses hält des Rätsels Lösung bereit. Die A14, in Teilen fertiggestellt, in weiten Teilen noch in der Planungsphase wird Wismar über das Dreieck Nossen und die A4 mit Dresden verbinden. Wenn man von Hannover auf der A7 nach Hamburg fährt, wird dort eine Entfernungsangabe für Berlin gelistet? Vermutlich vor dem Kreuz Allertal – oder?

Die Suche nach der Wochenzeitschrift des Vertrauens

Ein verlängertes Wochenende auf der Insel im Ostseebad des Vertrauens – Entspannung pur, relaxen, schwimmen, schlemmen, spazierengehen und lesen. (Glotze möglichst auslassen!) Lesen ist Lebenselexier, zwei Bücher sind mitgenommen, die Zeitungen werden vor Ort gekauft. Letzteres scheint gar nicht so einfach. Die Wochenzeitschrift des Vertrauens ist nicht aufzufinden.

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Das Hotel hält selbstverständlich die überregionalen Tageszeitungen bereit und zeigt sogar gegenüber den Berliner Gästen Großzügigkeit, indem es die dortige Regionalzeitungen offeriert, jedoch die Wochenzeitschrift des Vertrauens führt es nicht. Kein Problem, es gibt ja noch mehr Geschäfte im Städtchen. Immerhin strahlt das Städtchen Urbanität aus das bemerkt der Gast im tiefsten Winter, wenn in den umliegenden Bädern der Winterschlaf Rinzug gehalten hat. Jedoch ist auch im großen, mit Zeitschriften wohlsortierten Lebensmittelgeschäft in der Stadtmitte die gewünschte Zeitschrift nicht vorhanden; ebenso in den üblichen Zeitschriftenläden. Dem geneigten Gast fällt glücklicherweise ein, daß das Städtchen hat einen Bahnhof mit ICE-Anschluß hat und sich im Bahnhof eine Filliale einer Zeitschriftenladenkette befindet. Die Wochenzeitschrift des Vertrauens ist dort vorrätig, den Gast freut es.

Zwei Zeitungswagen

Seit einigen Jahren überquere ich an einem Tag in der Woche vormittags die Kreuzung „Franz-Künstler-Straße / Alexandrinenstraße“. Und genau so lange treffe ich dort auf zwei Zeitungswagen. Die Zeitungswagen stehen sich immer mit den Lenkern gegenüber und sind an einem Straßenschild angebunden. Es scheint als hielten sie sich an den Händen. Beim Anblick denke ich an die Zusteller, wer sie wohl seien. Vermutlich werden sie ihre Schichten gemeinsam antreten, vielleicht machen sie das schon lange, lange Zeit. Ihre Tour wird keine gemeinsame sein, die Bebauung deutet auf Touren unterschiedlicher Richtungen hin und ich frage mich ob einer der Zusteller auch bis in unsere Nähe austrägt. Sie sind sich sicher menschlich näher gekommen, sind möglicherweise befreundet. Ich denke nur Freunde stellen ihre Zeitungswagen so als hielten sie sich an den Händen. (Als Zusteller zu arbeiten ist kein leichter Job.)

Zeitungswagen

Zeitungswagen

Was hat Craftbeer mit der re:publica zu tun?

Die zehnte re:publica ist vorbei, großen Dank an die Organisatoren, das habt ihr wieder knorke hinbekommen. Eine sehr gute Idee ist die Erweiterung der Räumlichkeiten um mehr Stages und einen zusätzlichen Außenbereich.

Inhalte

Meine must-haves sind die Sessions von Gunter Dueck „Cargo Kulte“, Richard Sennet „The city as an open system“ und Thomas Fischer „Strafrecht, Wahrheit und Kommunikation“. Zum den must-haves gehören auch die Sessions von Freunden wie Maxim & Katrin „Fluch und Segen – intime Körperdaten in eHealth Anwendungen“ sowie der Michi „Netzinnenpolitik – Grundzüge einer Politik der Plattformgesellschaft“.

Beeindruckend sind die Ausführungen von Carolin Emcke „Raster des Hasses“. Emcke beschreibt Hass nicht einfach als Emotion des Individuums sondern sucht nach den Bedingungen, die ihn generieren, strukturieren und kanalisieren. Hass kann also sozial konstituiert werden. Ihre zentrale Frage ist: „Was sehen die Hassenden?“ (am Beispiel des belagerten Flüchtlingsbus in Clausnitz) Sie sehen im Gegenüber nicht eine Person, sie fragen nicht „Wer einer ist?“, sie müssen etwas anderes sehen, einen Stellvertreter, sie verdinglichen. Ihre Ausführungen regen mich zum Weiterdenken an.

Total fasziniert bin ich von Kate Stones  Session „A feel for print – paper music instruments“. Die Verbindung von Papier mit Musik, das Überführen des Digitalen in Analoges, Körperliches, Materielles und damit Haptisches ist eine großartige Idee. Ihre Arbeit ist eine höchst anregende, kreative Art des Tüftelns, der Bricolage. Das Überführen eines Computerprogramms zum Erstellen von Musikstücken auf ein Papier mit aufgemalten Blumen und Tieren, die jeweils ein Feature der Software beinhalten und mit deren Berühren Musikstücke erstellt werden können ist verblüffend.

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Vershicert

Seit einiger Zeit falle ich ja, lobet die Werbewirtschaft, nicht mehr in die „werberelevante Zielgruppe“ sondern bin werblich tot. Das ist entspannend, das ist großartig. Auch in die Zielgruppe der neu erschienenen „Frankfurter Allgemeinen Woche“ falle ich nicht. (Habe ich eben erst gelesen.) Trotzdem habe ich sie mir am ersten Erscheinungstag und in dieser Woche im Zeitungsladen des Vertrauens gekauft um sie für mich zu testen. Zu Testzwecken lag sie allerdings der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ in der letzten und in dieser Woche bei, sodaß ich jeweils 3,50€ unnötigerweise ausgegeben habe. Und nein, auch daß ich sie bereits am Erscheinungstag erhalte macht die Geldausgabe nicht wett. Ein klein wenig komme ich mir vershicert vor. Gelernt aus der Übung ist Geduld, warten auf kommenden Sonntag, und wenn ich sowieso nicht die Zielgruppe bin …

Vier Wochen ohne Sonntagszeitung

Seit vier Wochen wird die abonnierte Sonntagszeitung nicht mehr geliefert. Die Gründe sind ein Rätsel. Mehrfache Anrufe im Kundenzentrum fruchten nichts. Freudliche Mitarbeiter registrieren den Sachverhalt, entschuldigen sich, versprechen der Sache nachzugehen und immer wieder Ratlosigkeit. Gutscheine werden geschickt, sodaß ich mit dem Gutschein der Vorwoche beim Büdchen des Vertrauens die ausgebliebene Sonntagszeitung holen kann. Ist aber nicht Sinn eines Abonnements die Zeitung beim Büdchen des Vertrauens per Gutschein zu holen. Zeitgleiche Ereignisse werden zu Kausalitäten umgedeutet: beginnt doch die Nichtlieferung just in dem Moment, indem als Gratistreueleistung die Werktagsausgabe der Zeitung für zwei Wochen geliefert wird. Zusammenhänge werden vom Kundenservice verneint. Ratlosigkeit bei mir. Ist da ein großes schwarzes Loch des Nichtverstehens zwischen Verlag, Agentur und Zusteller?

Am Mittwoch werde ich erneut einen Entschuldigungsbrief des Verlags samt Gutschein für die Zeitung erhalten, den ich am kommenden Sonntag einlösen könnte. Ob es kommenden Sonntag mit der Zustellung klappt?