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Über eine Knechtschaft

Die Knechtschaft seiner selbst ist die schlimmste, allgegenwärtig und doch zu überwinden. Den Schritt Verpflichtung – Verschuldung seiner selbst gilt es zu nicht zu gehen. Sich selbst für durchgeführte oder nichtdurchgeführte Handlungen eine Belohnung zu geben ist zu unterlassen.

Über eine Bewegung

Philosophie ist eine Bewegung, mit deren Hilfe man sich […] von dem freimacht, was für wahr gilt, und nach anderen Spielregeln sucht.

Foucault

Über ein Ziel

Den Stürmen entkommen, läßt er sich in unwandelbarer Ruhe nieder.

Seneca

Über die Maske

Maskenpflicht in Berlin. Erstaunlich wie schnell die Gewöhnung an das Maskentragen eintritt. Es wird wenig Zeit vergehen und das Mitführen der Maske und das Aufsetzen in Räumlichkeiten wird zur Selbstverständlichkeit. In jeder Jacke wird eine Maske abgelegt werden wie eine Packung Taschentücher. Was sind Mechanismen die das bewerkstelligen? Warum gewöhnt sich die Gesellschaft so schnell daran?

Über das Nichttreffen

Wenn liebgewonnene Rituale nicht mehr durchgeführt werden, wenn das Treffen mit Freundïnnen nicht mehr stattfinden kann, dann scheint das Leben schwierig zu werden, es scheint leer zu sein. Was aber, wenn das nicht wirklich viel ausmacht. Wäre das unsozial oder das Frozen Man Syndrom…?

Über einen Hubschrauber

Die „Gelben Engel“ fliegen in normalen Zeiten über Berlin wenn Menschen in Not sind. Andere Helikopter fliegen über Berlin wenn der Staat meint in Not zu sein: bei Demonstrationen oder beim Besuch von Staatsgästen. Einen Helikopter einzusetzen um Kontaktbeschränkungen der Bevölkerung zu überwachen sind ein Novum. Meint der Staat er sei in Not?

Über die lautlose Zeitumstellung

Die Zeitumstellung erfolgt lautlos. Keine stürmische Kommentierung in den Sozialen Netzwerken, keine Geständnisse des Unwohlseins, keine Klagsamkeit und keinerlei wirre Kosten-Nutzen Ergüsse sind zu lesen. Schweigen. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf Beängstigendes. Die Wirklichkeit zeigt sich. Und wird mit der üblichen Mischung aus Verve und Nichtwissen begleitet.

Über Anpassung

Kein sonnabendliches Frühstück an der Tschechischen Bierbar? So what… Kein freitagliches Biertrinken mit den Kumpels? Schade, aber nun denn… Sonnabendliches Frühstücken und freitagliches Trinken guter Biere schmecken zuhause.
Nicht mehr mit den Öffentlichen fahren? Laufen ist gesünder. Kein Gasthörerdasein im Sommersemester? Der Bücherschrank ist reichlich bestückt und Onlinevorlesungen gibt es genug.
Kein Besuch bei der betagten Mutter? Das ist ambivalent, den Kümmerimpuls zu unterdrücken und das schlechtes Gewissen abzuschließen verlangt Vernunft und Kraft; ist anstrengend.
Erstaunen und Unverständnis wenn Menschen, deren Mantra Liberalität und Vernunft schien, sich vehement für den Ausnahmezustand erklären. Hier ist das Nichtmitmachen erste Bürgerpflicht.

Über einige Betagte

Dieses Nicht-Einfügen-Wollen, dieses freundlich Widerspenstige, dieses irritierende das Eigene-Ding-Machende, warum sind die 2. Weltkriegskinder so? Die Alten in den Familien leben in der Krise die Normalität. Wie schaffen die das…?

Über Technik und Liebe

Zitat Adorno aus „Erziehung nach Auschwitz“ in Kulturkritik und Gesellschaft II, stw, 2018, Seite 686:

Bei dem Typus, der zur Fetischisierung der Technik neigt, handelt es sich, schlicht gesagt um Menschen, die nicht lieben können.

Wird „der Technik“ durch „des Digitalen“ ersetzt, beschreibt das einen neuen Typus im 21. Jahrhundert.