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Piratenente

Die Kurzreise nach Hamburg bringt aus dem Hotel des Vertrauens eine neue Mitbewohnerin nach Kreuzberg – eine Piratenente. Sie fühlt sich sofort zwischen den hier lebenden Artgenossen wohl. Da sind eine Kapitänsente, eine Seefahrerente, eine Taucherente, eine Conciergeente und noch einige mehr. Allerdings sind diese gegenüber der neuen Mitbewohnerin etwas zurückhaltend, sind sie doch von den hochgezogenen Augenbrauen und der Axt irritiert. Da die Piratenente mich entzückt, folgt ein Photo auf dem Fuße samt algorithmischer Bildverbesserung mit Perfectly Clear, etwas algorithmischem Blurring mit Tadaa SLR und etwas Lux und Helligkeit mit Instagram. Auch Artwork ist selbstverständlich willkommen und Prisma bietet dafür mit dem algorithmischen Filter, benannt nach dem großen indischen Künstler Thota Vaikuntam, den richtigen satten Gelbausdruck.

Piratenente

Piratenente

Die wundersame Instagram-2-flickr-bridge

Manchmal ist Technik besonders störrisch. Da schimpfe ich mit den Dingen als wären sie Menschen und könnten mich verstehen. Die Instagram-2-flickr-bridge ist so ein Ding. Sie setzte im vergangenen September völlig aus. Alles Löschen und Neuerstellen brachte nichts, selbst der Einsatz von iftt blieb erfolglos. Heute schaue ich zufällig auf meine flickr-Seite und sehe, daß seit September diesen Jahres Photos funktionsgemäß übertragen werden. Ein geschlagenes Jahr fast auf den Tage genau bleibt die Bridge stumm. Sehr, sehr wundersam oder wohnen Kobolde nicht nur in Fahrstühlen?

Regelmäßige Durchquerung des physischen Raums

Jeder durchquert den Raum in mehr oder weniger zyklischer Regelmäßigkeit. Ob zur Arbeitsstätte zum Einkaufen oder zur Freizeitgestaltung, wer kein Hikikomori ist, muß von einem Punkt des Raumes an einen anderen gelangen. Drei solcher regelmäßigen Gänge habe ich an den Swarm/Forsquare-Venues mit Schwarzweißbildern in Galerien protokolliert:

1. Der Weg durch Kreuzberg vom Discounter des Vertrauen nach Hause.
2. Der Weg durch Kreuzberg von Zuhause in die Lieblingsbierbar.
3. Der Weg durch Kreuzberg von Zuhause in die Stadt zur Lebensmittelabteilung des Vertrauens (untergliedert in zwei Galerien – bis zum Gebäude und innerhalb des Gebäudes).

Wähernd ich sonst meine Blogbeiträge ins Tumblelog schicke, ist die Reihenfolge heute erstmals umgekehrt. Der Inhalt wird von dort hier eingebettet.

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Ein musealer USB-Stick

In den Tiefen meiner Laptoptasche finde ich zu meiner Überaschung ein Ding – einen wirklich schönen musealen USB-Stick. Hergestellt in 2006 im EC-Kartenformat mit 1 GB Speicherplatz und und in der Karte einrastbarem Pinökel (also das Teil, das in den USB-Schlitz gesteckt wird) ist das ein schmales flaches Gadget, das bequem in jede Tasche paßt. Er ist auch nach zehn Jahren voll funktionsfähig und darauf befinder sich eine Präsentation von mir aus dem Jahre 2010. Ich verwahre ihn nun in der Laptoptasche an einem Ort, an dem ich ihn wiederfinde und werde ihn bei Gelegenheit benutzen. Ich freue mich auf die heiteren Gesichter derjenigen, die das Museumsstück demnächst bestaunen werden.

USB-Stick

USB-Stick

Und nun noch ein Finger-Pulsoximeter

Die Holde hat sich ein Finger-Pulsoximeter gekauft. Was das Gerät macht samt dem innewohnende Verfahren liest sich hier einfach. Natürlich werde ich gleich mit gemessen, diene als eine Art Referenz.

Finger-Pulsoximeter

Finger-Pulsoximeter

Ein weiteres Verfahren samt Gerät zur Überwachung der Körperfunktionen ist also in unseren Haushalt eingezogen und das hat mich angeregt, die Verfahren bzw Geräte, die wir besitzen, einmal auf zulisten:

Eine Waage zur Messung des Körpergewichts.
Mehrere Thermometer (mit Quecksilber als auch digital) zur Messung der Körpertemperatur.
Ein Brustband und jeweils ein Empfangsgerät in Fahrrad- und Ruderergometer zum herzfrequenzgesteuerten Training.
Ein Formular aus starkem Papier zum Protokollieren des Widerstands, der Dauer der Übung sowie Datum des Krafttrainings.
Ein Finger-Pulsoximeter zur Messung des Sauerstoffgehalts im Blut.

Diese Verfahren und Geräte scheinen nicht die Speerspitze der vernetzten Digitalisierung zu sein, die Protokollierung der Daten wird nur beim Krafttraining angewandt. Das spiegelt unsere Haltung zur Überwachung von Körperfunktionen wider: Messung ausschließlich um Abweichungen vom Zustand der Gesundheit zu ermitteln bzw als Erinnerungshilfe zum letzten Training. Keine Messungen zum Zwecke der Optimierung von Fitness, denn die Optimierung von Fitness kennt keine Grenze sondern ist eine selbstgewählte Tretmühle ohne Ausgang und damit sinnlos.

Der Platz im Zug

Wenn es paßt reise ich per Deutsche Bahn gerne in der 1. Klasse. Der Sparpreis mit BahnCard-Rabatt macht es finanziell erträglich. Die offerierte Zeitung, Wlan, Bedienung mit Speisen und Getränken am Platz und die im Preis eingeschlossene Reservierung sorgen für eine angenehme Reiseatmosphäre. Selbst zu reisestarken Zeiten mit gefülltem Zug ist so das Reisen kommod. Natürlich können unter solchen Bedingungen Abweichungen, wie ausgefallene oder verspätete Züge, fatal sein. In letzter Zeit hatte ich diesbezüglich Glück, Ausnahme war das Reisen an Weihnachten aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Ist der Zug jedoch nicht ausgelastet beobachte ich ein für mich eher überraschendes Verhalten der Mitreisenden. Diejenigen, die die Reservierung inkludiert haben setzten sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die reservierten Plätze selbst wenn der Wagen freie Plätze bietet, die bequemer und großzügiger sind. Warum werden die Optionen nicht genutzt?

Und was mach ich mit Peach?

Wieder ist ein neues Social-Media-Messenger-Techno-Dings aufgetaucht – Peach. Ein rosa Pfirsich zur Kommunikation und mit sogenannten „Magic Words“, Kurzbefehle für technische Funktionen wie z.B. das Teilen von Locationen („here“) oder das Wetter („weather“) bzw. das Erstellen von Zeicnungen („draw“). Das Ausprobieren ist kinderleicht und macht Spaß (jedenfalls jetzt noch am Anfang).

Peach

Peach

Peach ist so frisch, daß zur Zeit noch kein Wikipediaeintrag existiert. Mal sehen wie lange sich Peach hält und ob es den Weg vieler Dingse in die Bedeutungslosigkeit geht. Ein Plurk ist es jedenfalls nicht.

Überraschung im Zug

In den vergangenen vierzehn Tagen reiste ich zweimal mit der Deutschen Bahn in der 1. Klasse (natürlich mit Spartarif) von Berlin nach Frankfurt. Auf der ersten Hinfahrt ging ich, den Üblichkeiten entsprechend, mit dem iPhone ins Wlan, das tadellos funktionierte. Den Üblichkeiten entsprechend heißt mit dem Online Manager der Telekom. Das iPad blieb im Flugmodus, da mir die erforderlichen Zugangsdaten für den Online Manager fehlten. Ich ärgere mich regelmäßig über die weniger als nutzerfreundliche Abfrage eines Zugangscodes per SMS, bei der erst die Simkarte aus dem iPad geprökelt werden muß um sie dann in ein SMS-taugliches Device zu stecken, den Code abzurufen um dann die Karte wieder ins iPad zurück zustecken. Eine Usability-Hölle. Auf der Rückfahrt bekam ich zufällig mit, als die Zugbegleitung einem Fahrgast den Wlan-Zugang erklärte, daß der Online Manager nicht mehr notwendig ist. Es reicht aus das Wlan zu konnektieren, eine Seite aufzumachen und loszusurfen. Herrrlich! Das funktioniert ja schon eine Weile in der einfachen Art und Weise.

Warum hab ich das nicht mitbekommen? Warum habe ich an alten Gewohnheiten festgehalten? War das etwa ein Streich von System I?

Threema zum Zweiten

Die Erstinstallation von Threema führte ich im August 2013 auf meinem iPhone durch. Die Zahl der Kontakte blieb übersichtlich, sechs Personen insgesamt, davon heute zwei inaktive. Als ich das Gerät wechselte versetze ich Threema in den wohlverdienten Dämmerschlaf, die iMessage war auch damals bevorzugter Messanger. Ich wurde dieser Tage von einem weiteren Kontakt gebeten Threema zu reaktivieren was ich heute auch tat. Da ich kein Backup durchgeführt hatte war das Generieren einer neuen ID notwendig, die alten Kontakte waren zu meiner Überraschung bereits markiert. Wenn Threema, dann volle Pulle, eine Verknüpfung der ID mit Mobilfunknummer oder Mailadresse habe ich abgelehnt. Irgendwie ist die Usability des Dienstes aber immer noch nicht wie ich mir das vorstelle. Ich habe es nicht geschafft den Account mit einem Avatar zu verknüpfen. Mein neuer Kontakt war völlig ratlos ob er mich trotz übermittelter ID auch gefunden hatte. Ein Tag an dem Threema zwei Menschen an den Rand des Wahnsinns gebracht hat.

Gedanken am Tag nach dem SPD Parteikonvent

Auch heute morgen ist die Sonne aufgegangen, hat die Kaffeemaschine ihren Dienst getan, lagen die Sonntagszeitungen vor der Tür, stand das Willy-Brandt-Haus steinern-gläsern auf der anderen Straßenseite und kein Tor zur Hölle als lava-glühender Schlund ist an seine Stelle getreten. Das Leben geht weiter.

Der SPD Parteikonvent hat gestern die Vorratsdatenspeicherung beschlossen, das hat mich erstaunlich ruhig gelassen obwohl dieser Beschluß ein Fehler ist. Der Beschluß ist sachlich falsch, er ist politisch falsch, was die Befürworter in der SPD möglicherweise unter Schmerzen lernen werden. Die SPD ist vor solchen falschen Entscheidungen nicht gefeit selbst die Ikone der Sozialdemokratie, Willy Brandt, hat Anfang der siebziger Jahre dem Radikalenerlaß zugestimmt. Damit wurden Teile einer junge Generation unter Generalverdacht gestellt, vorgeführt und diskriminiert. Der Fehler wurde erkannt und behoben. Auch die Vorratsdatenspeicherung wird von deutscher wie europäischer Gerichtsbarkeit unter die Lupe genommen und Fehler werden korrigiert werden. Der politische Schaden, den die Zustimmung zur Vorratsdatenspeicherung gerade unter der jüngeren Generation anrichtet ist noch nicht abzusehen. Ohne Not könnte sich die SPD damit eines händerringend gesuchten langfristigen Wählerpotentials entledigen. Sie dokumentiert mit dem Beschluß ihre Tradition einer Partei der vergangenen Disziplinargesellschaft, in deren DNA noch tief die überkommenen Methoden der Aufklärung wie Überwachung und die Disziplinen verwurzelt sind. Auch das wird in Zukunft notwendig sein zu modernisieren um nicht dauerhaft in einem Zwanzigprozentkeller zu verharren. Trotzdem hat mich, wie bereit geschrieben, diese Entscheidung erstaunlich ruhig gelassen denn sie wird korrigiert werden.