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Über ein Beta-Testing mit Instagram

Über die nicht-chronologische Timeline in Instagram sind wir wenig erfreut, trotzdem geben wir dem Dienst immer wieder noch eine Chance. Nicht wirklich aus vollem Herzen, sind die Locations doch nicht von Foursquare sondern Eigengewächse, was uns immer wieder Probleme bereitet und die Timeline wird dazu von völlig irrelevanter/m Werbung/Sponsoring verstopft. Gelegentlich fragt uns Instagram ob wir an einem Beta-Testing teilnehmen wollen und wir sagen gerne zu, in der Hoffnung, daß sich wesentliches zum Guten ändert. Wir probieren die Betaversion diesmal auf dem iPad aus. Mit großem Interesse wollen wir über das Neue Feedback geben – wir haben nur ein Problem: Wir wissen nicht was wir testen sollen. Und wir sehen keine Veränderung. Hinweise suchen wir vergeblich. Ein Anschreiben des Dienstes ist müßig, der Testgegenstand sollte klar sein. Aber so ist halt Instagram (sagen wir fatalistisch zu uns selbst) – unvollkommen, intransparent und eigentlich haben wir keine Lust drauf.

Aber warum benutzen wir es immer noch?

Zehnjähriger Geburtstag meines Tumblelogs

Mein Tumblelog „horax sammelt hier“ ist zehn Jahre alt geworden. Vor fünf Jahren schrieb ich über seine Wiederentdeckung. Und ja, es hat sich bewährt. Ich hoffe es wird halten…..

Zehnjähriger Geburtstag Tumblelog

Zehnjähriger Geburtstag Tumblelog

Steckdosen am Strand von Kaua’i

Unsere kleine Gesellschaft fährt die kurvige Küstenstraße vom Kilauea Lighthouse, vorbei an den Strandhäusern der Reichen und Schönen, in Richtung Anini Beach. Wir machen dort eine Lunchpause in einem Pavillon direkt vor dem Strand. Der Pavillon ist zu allen vier Seiten offen, enthält zwei große Tische und vier Bänke aus Beton. An unserem Nachbartisch sitzt ein junger Mann mit einem Ukulelenkoffer und schreibt fleißig in sein MacBook. Irgendetwas an dem Anblick des Schreibenden ist irritierend. Er hat das Ladekabel des MacBooks mit einem Pfeiler des Pavillons verbunden und bei genauerem Hinsehen wirk klar, daß in dem Pfeiler zwei Steckdosen verbaut sind. Insgesamt zwei Pfeiler des Pavillon sind mit Steckdosen ausgerüstet. Steckdosen am Strand im Nirgendwo.

Auch am Strand von Waikiki in Honolulu, sind ähnliche Pavillons verbaut, ob sie allerdings Steckdosen enthalten entzieht sich meiner Kenntnis.

Steckdosen am Strand von Kaua'i

Steckdosen am Strand von Kaua’i

Figuration des Badetuchs

Die Kulturtechnik der Körperpflege ist uralt und wurde bereits von den Ägyptern vor tausenden von Jahren betrieben. In der heutigen Welt und hier insbesondere in Hotels, scheint diese Kulturtechnik auf wundersame Weise aufgespalten zu sein. Als Indiz dafür betrachten wir das Badetuch. Befinden wir uns in unserem ganz persönlichen Bereich – in unserem Zuhause – so verwenden wir nach jeder Gelegenheit des Duschens oder Badens ein Badetuch. Das Badetuch ist groß und sehr weich. Es umschmeichelt unseren Körper, es streichelt uns, es spendet uns Wärme, es liebt uns und unseren Körper ohne Einschränkung. Begeben wir uns auf Reisen und wollen uns nach dem Duschen oder Baden auf dem Hotelzimmer in das Badetuch hüllen so treffen wir auf etwas höchst Unerfreuliches. Das Badetuch hat die Größe eines Taschentuchs, es ist kaum als Lendenschurz zu gebrauchen, es kratzt und duftet oft genug streng nach Desinfektionsmittel. Wir halten uns mit ihm so kurz wie möglich auf, nutzen das bißchen Trockeneigenschaft die es hat und flüchten so schnell wie möglich in unsere Wäsche. Ganz anders tritt uns das Badetuch im sogenannten Spa oder Schwimmbad eben des gleichen Hotels entgegen. Meist in beruhigender hellblauer Farbe, in imposanter Größe und mit einer Weich- und Zartheit, wie wir sie nur von unserem heimischen Badetuch kennen, wird es uns umhüllen. Wie kann das sein? Aufgrund welcher Gründe erscheinen uns unterschiedliche Badetücher und teilen uns in welche Figuration auf?

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Die mediale Kraft des Smartphones

Als Kurzer ging ich regelmäßig Sonnabendnachmittag ins Kino, hauptsächlich in Karl-May- und Godzillafilme.  Auch Science-Fiction fand ich großartig. In einem Film, ich weiß nicht ob es ein Perry-Rhodan-Film war, hatte der Held ein etwa backsteingroßes Gerät zur Verfügung. Damit konnte er einen undurchdringlichen aber durchsichtigen, kuppelförmigen Energieschirm um sich schalten und war so unverwundbar. Gegenstände oder Personen konnte er per unsichtbarem Strahl aus dem Gerät in die Luft heben. Ob er damit auch oral kommunizieren konnte habe ich vergessen. Kurze Zeit später war war ich fasziniert vom Communicator aus den Raumschiff Enterprise Filmen. Eine Mischung aus beiden war mein Traum als Junge.

Heute, halbwegs in Würde gealtert, besitze ich mit dem iPhone ein Gerät, das mich mit der „Welt“ in vielerlei Art verbindet, so wie ich es mir damals als Junge nicht habe träumen lassen. Es ist ein ständiger aber auch unbemerkter Begleiter und sichtbar wird es dann, wenn es nicht funktioniert. Dann erst zeigt sich seine mediale Kraft der „Welterzeugung“.

Urlaub ohne Mobile

Die Holde liest in der gedruckten Version der Tageszeitung des Vertrauens und bemerkt, anlässlich eines Artikels zum zwanzigsten Todestag von Lady Di, daß wir genau an diesem Tag im Urlaub waren. Ich erinnere mich, wir waren in Tunesien und ich sah auch die Sonderberichterstattung zum Unfall im TV-Sender CNN. Ich erinnere mich an die Hotelanlage, den Strand, die Lage des Zimmers zum Meer – seitlicher Meerblick genannt – und das Essen. Ich frage nach Urlaubsbildern, doch wir rätseln ob wir überhaupt Photos machten. Und während ich die Frage ausspreche wird mir klar, daß wir vor zwanzig Jahren keine Mobiles, geschweige denn Mobiles mit Kameras hatten. Ein seltsames Gefühl beschleicht mich, eine Zeit ohne Mobiles erscheint mir fast undenkbar oder besser gesagt weit zurückliegend, eine Ewigkeit her. Da drängt sich der Gedanke auf, ob es ein Zuviel an Gebrauch gibt. Ich denke nicht, denn wir werden sicher auch dafür eine Kulturtechnik der mobilen/digitalen Kommunikation/Medialität entwickeln ob nun das Mobile ein Ding bleibt oder ob es eine Erweiterung meines Leibes ist. Aber irgendwie, in einer für mich noch nicht beschreibbaren Art und Weise, durchdringen wir uns schon gegenseitig ….

iPhone-Display

iPhone-Display

Die Sache mit der Jodelei

Beim Lesen in der papiernen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fällt mir ein Artikel über Jodel auf. Was das ist sagt der Link. Zu meiner Überaschung existiert die Applikation seit 2014 und ich könnte Stein auf Bein schwören noch nie von ihr gehört zu haben. Weder in irgendeinem journalistischen Format, der Twittertimeline noch im Gesichtsbuch oder im persönlichen Gespräch bin ich über Jodel gestolpert. Selbst als Gasthörer der FU Berlin ist mir die App dort nicht in den Räumlichkeiten begegnet. Natürlich lade ich sie runter und schaue mir auch einzelne Channel an: Foodporn und FU Berlin könnten interessant sein.

Was mich allerdings verwirrt ist die Tatsache erst heute von der Applikation zu erfahren. Ist das dieses Älterwerden und/oder eine (damit) verbundene selektive Wahrnehmung… ?

Bitte beachten Sie die angezeigte umgekehrte Wagenreihung

Nachts Viertelvorzwölf auf Gleis 2 des Hauptbahnhofs Bonn: „Bitte beachten Sie die angezeigte umgekehrte Wagenreihung!“ Diese Durchsage hat der durchschnittliche Bahnreisende sicher schon einmal gehört. Brav trotte ich in den Abschnitt, für den mein Wagen angezeigt ist; es ist der erste Wagen. Es sind noch ungefähr zehn Minuten bis zum Eintreffen des Zugs. Seltsamerweise tauchen Zweifel auf ob ich wirklich im richtigen Abschnitt warte. Ich gehe langsam zur nächstgelegenen analogen Wagenstandsanzeige und sehe, daß die normale Wagenreihung meinen Wagen am Ende des Zugs zeigt. Also alles in Ordnung. Ich begebe mich wieder in den vorgesehen Abschnitt. Der Zug trifft ein, mein Wagen ist nicht im durchgesagten Abschnitt. Der Zug ist normal gereiht!

Notiz zu Pownce

Um die Jahre 2007 und 2008 traten zahlreiche Mikrobloggingdienste auf den Plan. Die meisten sind verschwunden und heute fallen mir im Gespräch die meisten nicht mehr ein. Ein interessanter Dienst war Pownce. Trotz des für mein Ohr ungewöhnlichen Namens vergesse ich ihn immer wieder. Die Notiz soll ihn nun für mich festhalten. Ein weiterer Dienst ist fanfou, ein chinesischer Twitter-Klon, der 2009 der Zensurbehörde zum Opfer fiel und geschlossen wurde, ab 2010 jedoch wieder geöffnet ist. Von der Wiedereröffnung habe ich erst heute erfahren und mein Account existiert heute noch. Ich kann also wieder in China auf deutsch schreiben …

Screenshot vom chinesischen Microbloggingservice fanfou

Screenshot vom chinesischen Microbloggingservice fanfou

Minuten unterschiedlicher Dauer

Ich stehe auf dem U-Bahnhof Hallesches Tor und warte auf den Zug. Vier Minuten bis Ankunft. Die Sonne scheint und so gehe ich zur Erbauung langsam bis zum Ende des Bahnsteigs und wieder zurück. Dies dauert ungefähr zwei Minuten. Die Fahrzeitanzeige zeigt immer noch vier Minuten an. Zwei weitere Minuten vergehen – immer noch vier Minuten bis Ankunft des Zuges. Solche sich dehnenden Minuten kenne ich selbstverständlich aus langer Erfahrung, doch auch der ärgste Skeptiker lernt hier in der Nahverkehrsmatrix die Nichtlinearität der Zeit. Natürlich machte ich auch die Erfahrung in der anderen Richtung: Aus vier oder fünf Minuten wurden im Bruchteil eines Wimpernschlages nur noch eine Minute Wartezeit. Die atmende Zeit ist ein gar faszinierendes Ding.