Schlagwort-Archive: Medien

Über Anpassung

Kein sonnabendliches Frühstück an der Tschechischen Bierbar? So what… Kein freitagliches Biertrinken mit den Kumpels? Schade, aber nun denn… Sonnabendliches Frühstücken und freitagliches Trinken guter Biere schmecken zuhause.
Nicht mehr mit den Öffentlichen fahren? Laufen ist gesünder. Kein Gasthörerdasein im Sommersemester? Der Bücherschrank ist reichlich bestückt und Onlinevorlesungen gibt es genug.
Kein Besuch bei der betagten Mutter? Das ist ambivalent, den Kümmerimpuls zu unterdrücken und das schlechtes Gewissen abzuschließen verlangt Vernunft und Kraft; ist anstrengend.
Erstaunen und Unverständnis wenn Menschen, deren Mantra Liberalität und Vernunft schien, sich vehement für den Ausnahmezustand erklären. Hier ist das Nichtmitmachen erste Bürgerpflicht.

Über Technik und Liebe

Zitat Adorno aus „Erziehung nach Auschwitz“ in Kulturkritik und Gesellschaft II, stw, 2018, Seite 686:

Bei dem Typus, der zur Fetischisierung der Technik neigt, handelt es sich, schlicht gesagt um Menschen, die nicht lieben können.

Wird „der Technik“ durch „des Digitalen“ ersetzt, beschreibt das einen neuen Typus im 21. Jahrhundert.

Über die Ortsabwesenheit

Reist ein Mensch für einige Tage an einen anderen Ort ist das möglicherweise ein Urlaub. Urlaub heißt für Arbeitslose „Ortsabwesenheit“. 21 Tage haben sie davon im Jahr. Ortsabwesenheit meint auch Reisen am Wochenende oder an Feiertagen. Das ist von der Arbeitsagentur zu genehmigen. Die Kundïnnen müssen sich Reisen genehmigen lassen – wie gesagt als Kundïnnen – was für eine Camouflage. Offiziell heißt es, die Arbeitsagentur möchte so schnell wie möglich vermitteln. Am Wochenende? Ob die Einschließung bei aller Digitalisierung nicht eher eine Disziplinarmaßnahme ist?

Über Personalisierung in der Presse

Ein Blick in die Wochenzeitung aus Hamburg: Maßgebliche Artikel sind personalisiert. Personen, ihre Psysche, ihre vermeintlichen Gedanken sind Gegenstand der Berichterstattung. Politik fehlt, Boulevardisierung statt Inhalt. Warum dafür bezahlen? Das Geld wäre in Bier besser angelegt. Warum wird die Presse immer unpolitischer? Boulevard verkauft sich, Politik nicht. Zum Kotzen….

Über das Posten ohne Blume

Einfach schreiben, einbinden anderer Inhalte wie Bilder, Videos, Links… Es scheint Tumblr nähert sich tatsächlich einem Blog. Beruht diese Modifikation auf der Übernahme durch WordPress?

Über ein TV-Programm am Neujahr 2020

Ein TV-Sender bringt am Neujahrstag von 10:50 Uhr bis Mitternacht einen Laurel & Hardy Film nach dem anderen. Was bedeutet das? Schlägt die Kulturindustrie zu und überzieht den Zuschauer mit Schein und Ablenkung vom gesellschaftlichen Zwang? Lachen als Zustimmung zum Gegebenen und Negierung des möglich Besseren versucht sie zu erheischen, damit alles bleibt wie es ist? So einfach ist es nicht. Laurel & Hardy Filme sind heute, gerade im Abstand ihrer Erscheinungsjahre, anarchisch und subversiv. Diejenigen, die die Filme in ihrer Kinderzeit gesehen haben erinnern sich. Die alten Slapstickfilme, auch der anderen mit Chaplin und Keaton, reißen die Scheinhaftigkeit dessen auf, was mehltauartig über die Gesellschaft verbreitet werden soll zum Zweck des Stillhaltens. Mehr Filme davon…!

2019

Ikonographisch erinnert 2019 an 2016. Das ist Zufall. Traurige Ereignisse überwiegen. Die Freude und Neugier auf 2020 ist groß.

Instagram

Instagram

Über eine Twittersperre

Twitter hat Kosmar gesperrt nachdem er 200 inaktiven Accounts entfolgt ist. Twitter sah dies als Bedrohung an. Das ist grotesk und zeigt die Maßlosigkeit von Automatisierung. Die Politik, das Unverständnis der Digitalisierung im politischen Betrieb, ist ursächlich daran beteiligt. Leider kann sich davon auch bis heute die Sozialdemokratie nicht freisprechen, ist das NetzDG ein Baby des ehemaligen Justizministers. Netzpolitische A**chtritte durch D64 sind nötiger denn je. Keine kosmaresquen Tweets mehr lesen zu können ist kein großes Kino von Twitter. Schämt und entschuldigt euch!

Über die Dialektik des Trackings

Neulich auf Twitter … Frage horax:

frage mich was adorno zum unerbittlichen kampf gegen das cookie durch sogenannte (datenschutz)aktivistïnnen sagen würde….

Antwort Malte Engler:

weniger noch kann das fehlbare Bedürfnis nach einer Einwilligung, auch nicht das verzweifelte, der Regulierung des Tracking die Erichtung weisen

Adorno, 2019, Dialektik des Trackings.

Über Menzel auf Papier

Menzel in Öl scheint konservativ zu sein, Menzel auf Papier auch. Das ist nur zum Teil wahr. Sowohl in Öl als auch als Papier sind da Momente des Vorimpressionismus. Der Realismus tritt oft zurück… und die Ausstellung „Maler auf Papier“ ist großartig.