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Wunderliche Schnellschüsse

Ich bin auf der Konferenz „Digitales Leben – Vernetzt. Vermessen. Verkauft?“ auf der Heiko Maas seine Ideen zu soetwas wie einer „Algorithmenregulierung“ vorstellt. Das was ich höre ist aber nicht das, was ein Onlinemedium vor der Konferenz veröffentlicht hat und auch weitere literale Medien nach der Konferenz veröffentlichen werden. Der Minister hat nur etwas mehr Transparenz zu Algorithmen angesprochen, wie diese ausgestaltet werden kann soll aber dem politischen Prozeß überlassen werden. Es gibt von ihm keinerlei Vorgaben. Nicht gefordert hat er die Vorstellung jedes komplexen Algorithmus bei einer Aufsicht. Genehmigungsverfahren soll es nicht geben. Also bürokratische Monster sollen nicht geschaffen werden. Daß der Minister seine Ideen noch kurzfristig öffentlich vorgestellt hat mag man ihm nachsehen, er möchte halt Aufmerksamkeit haben. Daß nun einige Medien so wunderliche Schnellschüsse über seine Rede absondern mag auch mit Aufmerksamkeitsdefiziten erklärt werden. Über Letzteres kann ich aber nur den Kopf schütteln.

Flotter Vierer (1)

Brewdog Berlin Mitte hat ein interessantes Takeover. Neuseeländische Brauereien präsentieren ihre Biere. Ich stehe hilflos vor der Tafel, denn ich kenne weder die Brauerein noch läßt sich aus der überwiegenden Mehrheit der angebotenen Genüsse nicht unbedingt Sorte und Brauart erschließen. Ich frage die Barfrau um Rat, genauer gesagt ich frage welche sie am liebsten trinkt und bitte sie mir einen „Flotten Vierer“ nach ihren Vorlieben zusammenzustellen. Das Ergebnis ist köstlich.

Flotter Vierer "New Zealand takeover"

Flotter Vierer „New Zealand takeover“

Ich trinke nach Rücksprache mit der Barfrau in folgender Reihenfolge:

1. Hippy Berliner von 8 Wired mit 4%, sehr erfrischendes Sauerbier
2. Saison Sauvin von 8 Wired mit 7%, ein schönes Saison, bananig hopfig
3. Gunnamatta von Yeastie Boys mit 6,5%, ein IPA mit Earl Grey (aromatisiert, wunderbar zitronig, mild, einfach rund
4. Big Smoke von 8 Wired mit 6,2%, ein Porter, allerdings ein wenig zuviel Rauch

Beim nächste Takeover werde ich wieder dabei sein.

Über Hoffnung

Am 24.07.2008 war ich zur legendären Rede Barack Obamas an der Siegessäule in Tiergarten dabei. In der Rückschau ist das Erinnerte umgeschrieben, angereichert, abgepeckt, verändert eben. Meine Erwartung war riesig, wurde auch nicht enttäuscht. Ein wohliges Gefühl zwischen 200000 Leuten zu stehen und eine große Rede zu hören, nein keine Rede sondern eine Predigt. Kritisches Zuhören war in diesem Moment nicht möglich, einen Tag später erst setzte soetwas wie Reflektion ein. Ich empfand das damals als ambivalent. Noch heute wundere ich mich, wie sehr mich die Immersion gepackt hatte. Aber bei aller Kritik an seiner Politik wird eines immer bleiben – die Hoffnung.

Erster Besuch bei Brewdog Berlin Mitte

Die Liebe zu Bier treibt seltsame Blüten. Auch bei mir. Bin ich doch Equity Punk oder ganz profan gesagt, Anteilseigner bei Brewdog. Die Anteile kaufte ich eher aus einer philantropischen Gemütsregung heraus, ohne Kenntnis darüber, daß Brewdog eine Bar in Berlin eröffnen wird. Die Bar ist eröffnet und ich ergreife die Gelegenheit nach einem Besuch im BMWI mit der M8 bis vor die Tür zu fahren. Ein geräumiger Tap Room, eine imposante Theke mit dreißig Zapfhähnen und eigenen Bieren sowie Gastbieren. Im Angebot ist eine Viererprobe in kleineren Gläsern mit dem der geneigte Biertrinker aus dem gesamten Angebot vom Hahn auswählen kann.

Vierer Probierset

Vierer Probierset

Ich nehme drei Biere von Brewdog – Vagabond mit 4,5%, Punk IPA mit 5,6%, 5am Saint mit 5% – sowie das Gastbier Vagabund Old Fashioned mit 7,5% und bin mehr als angenehm überrascht. Das frische Punk IPA erinnert an die Scheurebe, sehr fruchtig grapefruit-ig und gut zu trinken. Das Red Ale 5am Saint ist ausgewogen malzig mit einem Schuß Meersalz im Abgang. Das Vagabund Old Fashioned ist einfach rund, sämig und voll im Geschmack. Es werden sicher noch viele weitere Besuche folgen, denn es gibt noch eine Menge zu entdecken auch Biere in Flaschenabfüllung. Ein Statement, das ich voll unterschreiben kann ist der Name des Wifis:

Wifi Brewdog Berlin Mitte

Wifi Brewdog Berlin Mitte

Im Übrigen eine geeignete Location um die Iron Blogger Berlin Bierkasse zu leeren.

Suppentage

In dieser Woche ist das kulinarische Highlight nicht Gesottenes oder Gebratenes, auch keine Sterneküche sondern zwei Suppen.

In einem Brauhaus in Mitte nehme ich die Gulaschsuppe „ungarische Art“ als Kleinigkeit zum Bier. Sie wird in einem Töpfchen mit einem Roggenbrötchen serviert. Die Rindfleischstücken sind auf den Punkt und keine kleinen Kökel sondern ordentliche Stücke. Ungarisch mag an der Suppe das eine oder andere Stück Paprika sein, ich finde sie so gewürzt, daß der Geschmack des Fleisches betont wird und nicht von Schärfe überlagert und bedeckt wird. Sehr überraschend, meine Erwartungen werden übertroffen.

Gulaschsuppe

Gulaschsuppe

In der Lebensmittelabteilung des Vertrauens bestelle ich nach den anstrengenden Ostereinkäufen eine gratinierte Schneckensuppe mit Knoblauch. Heiß ist sie, sehr heiß und aromatisch, den herrlichen Knoblauchgeschmack werde ich bis in den Schlaf nicht mehr los. Anders als durch den Eigengeschmack des Rindfleischs bei der Gulaschsuppe ist an der Schneckenuppe kräftige Würze notwendig und sie gibt das auch her. Ich bin begeistert.

Gratinierte Schneckensuppe mit Knoblauch

Gratinierte Schneckensuppe mit Knoblauch

#prexmasdrinkup

Am Morgen möchte mir das Gesichtsbuch etwas Gutes tun, nämlich mir meine Erinnerung an schöne Geschehenisse auffrischen und zeigt mir deshalb einen Link zu einem Twitpic vom 23.12.2008 mit dem Hashtag #prexmasdrinkup. Zwei Pics verlinke ich hier und hier. Bin belustigt, fand doch gestern der diesjährige prexmasdrinkup mit einem ganz anderen Personenkreis in einer anderen Lokation statt.

Auf dem Drinkup vor sieben Jahren war ich übrigens der einzige Teilnehmer ohne iPhone, ich benutzte ein Blackberry. Allen Teilnehmern damals und heute wünsche ich Frohe Weihnachten.

Spaziergang auf der Friedrichstraße

Die Friedrichstraße gliedert sich in drei Bereiche. Von Süd nach Nord, vom Mehringplatz zum ehemaligen Checkpoint Charlie, erstreckt sich in der Südlichen Friedrichstadt die steingewordene Persistenz des alten Berlin (West) mit seinen Bauten des Landesarbeitsgerichts und des Landesamts für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, eine eher graue Zeile mit wenig Menschen auf der Straße. Nördlich davon bis Unter den Linden folgt die Einkaufs-, die Konsumstrecke in den neu erbauten Quartieren. Hier bewegt sich die  große Menge Touristen gemächlich an den Auslagen der Geschäfte vorbei. Der Bereich der Friedrichstraße in der Dorotheenstadt ist seltsam vertraut mit dem Bahnhof Friedrichstraße, dem Tränenpalast und der ewigen Kreuzung Friedrich- Oranienburger Straße.

Ein Spaziergang vom Mehringplatz zum Bahnhof Friedrichstraße ist ein Leichtes. Diesen Weg gehe ich aber nicht in Form des Schlendern oder Flanieren sondern in einem eher schnellen Schritt, der ein Ziel oder Unruhe vermuten läßt. Müßiges Gehen scheint sowohl unter der Bedingung der Persistenz der Örtlichkeit als auch in der Masse von Menschen unmöglich. Kontemplative Ruhe stellt sich erst beim Besuch des Buchladens ein, in der Anschauung der verschiedenen Werke mit ihren Formen, Schriftarten, Einbänden und Farben. Der Spaziergang wird in der Kölschkneipe mit dem Lesen der ersten Seiten des neuerworbenen Buches bei einigen Kölsch abgeschlossen. Mit der U-Bahn geht es anschließend in gehobener Stimmung nach Hause.

Bericht zum Craft Beer Crawl der Bierinseln Berlin

Der mit Spannung erwartete Tag ist da, der Craft Beer Crawl der Bierinseln Berlin beginnt. (Felix schreibt über die Hintergründe, die Bedeutung der Bierinsel Initiative wie immer kenntnisreich in diesem Post.) Eine Route habe ich mir bereits festgelegt. Alle ausgesuchten Bierinseln auf diesem Kurs sind Gelegenheiten, die ich noch nicht besucht habe. Eine Menge neuer Eindrücke erwarten mich.

Pünktlich um 12 Uhr geht es mit der U6 vom Mehringplatz zur Seestraße, dann sind es nur ein paar Schritte zu Fuß bis zur ersten Bierinsel, der Vagabund Brauerei. Beim Betreten des Taprooms habe ich das Gefühl einer Zeitreise in die Vergangenheit. War ich doch in einem anderen Leben rund um die damalige TFH und im Afrikanischen Viertel unterwegs. Der Taproom erinnert in Lage und Ausstattung daran. Vier Biere sind am Hahn, ich wähle drei davon aus und bitte den Vagabunden mir die richtige Reihenfolge zu benennen, in der ich die Biere verkosten soll, das Ergebnis ist folgendes:

Vagabund Brauerei: von rechts, Double IPA 7,1%, Szesuan Saison 5,2%, Rainer`s Rye Saison 7,5%

Vagabund Brauerei: von rechts, Double IPA 7,1%, Szesuan Saison 5,2%, Rainer`s Rye Saison 7,5%

Die Gläser empfinde ich sehr angenehm, die Temperatur der Biere ist an diesem doch heißen Tag auf den Punkt. Die drei Biere schmecken mir ausgezeichnet und ich bin mir sicher, daß dies nicht mein letzter Besuch bei Vagabund sein wird.

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Route der Bierinseln Berlin

Was die „Bierinseln Berlin“ sind, ist hier zu lesen. Der famosen Craft Beer Crawl lege ich meine persönliche Route zugrunde. Sie beginnt im Wedding, führt über Gesundbrunnen nach Prenzlauer Berg und Mitte und endet schließlich in Kreuzberg. Von den insgesamt 21 Bierinseln besusche ich sieben, zusätzlich kommt noch die Stammbar dazu. Die Route mit den Taprooms und Besuchszeiten sind auf den folgenden beiden Bildern aus Swarm zu sehen:

craft beer crawl 1

craft beer crawl 1

craft beer crawl (2)

craft beer crawl (2)

Ein umfangreicherer Post zur „Bierinseln Berlin“ folgt in den nächsten Tagen.