Schlagwort-Archive: Mitte

Über die James-Simon-Galerie – Der erste Eindruck

Beim Blick vom Lustgarten auf die James-Simon-Galerie fühlt sich die Betrachterïn klein. Zwei Freitreppen müssen erklommen werden bis zum Eingang. Erinnert das nicht an den Tempel der Hatschepsut – mit seinem langgezogenen Aufstieg und der gewaltigen Säulenarchitektur? Zwar ist die Stirnseite der Galerie und der Eingangsbereich schmal, doch die umliegenden Gebäude samt den zwei Freitreppen überlisten den Blick und lassen das Ensemble mächtiger erscheinen. Im Gebäude macht sich die Ernüchterung breit, das Innere hat den Charme eines Flughafenabfertigungsgebäudes. Und ja – Abfertigung und Kanalisierung der Besucherïnnen ist die Funktion der Galerie, die Form folgt dem nicht. Das ist nicht schlecht, im Gegenteil, der Widerspruch hält zum Nachdenken an, die Museen werden interessanter.

Über das Weißwurstfrühstück

Weißwurstfrühstück

Weißwurstfrühstück

Über das Schokoladenhaus

In Mitte steht das Schokoladenhaus prominent am Rande des Gendarmenmarkts. Dort gibt es süße Versuchungen zu probieren und zu kaufen. Touristïnnen aus aller Welt mögen das Angebot. Vor dem Haus kniet am Rande des Bordsteins, in einiger Entfernung vom roten Teppich, der in den Laden führt ein Bettler. Mit leiser Stimme trägt er sein Anliegen vor. Die Menschen übersehen ihn. Es ist ein kaum zu ertragenden Kontrast zwischen dem süßen Luxus im Gebäude und der bitteren Armut vor ihm.

Über einen Sonntag 5

Sonntagzeitungen einsammeln. Licht anmachen. Kaffee aufsetzten. Devices anschalten. Schritte zählen. Twitter öffnen. Kopf schütteln. Medium schließen. Feuilletons durchblättern. Lachs frühstücken. Buch auslesen. Dusche benutzen. Spaziergang beginnen. Nachbarschaftspark durchqueren. Gegend fotografieren. Kreuzberg bewandern. Gutschein einlösen. Weißwürste vermissen. Brezel entbehren. Maß leeren. Mitte erlaufen. Wache passieren. Museum aufsuchen. Kanopen bewundern. Kanal entlangschlendern. Kneipe erreichen. Kölsch trinken. Wespen zusehen. Zeche zahlen. Brücke begehen. Bahnhof betreten. Rosinenschnecke kaufen. U6 fahren. Kotelett essen. Karambolage schauen. Eltern anrufen. Babylon sehen. IPA genießen. Kräftig gähnen. Gute Nacht.

Über ein Photo

Nefertiti oder wer ist das?

Im Neuen Museum

Im Neuen Museum

Über das Schreiben des Wortes Schwein

Auf über fünfzig verschiedene Arten wird das Wort Schein auf diesem Artefakt geschrieben. Und zwar vor langer Zeit…

Artefakt aus der Ausstellung "Fleisch" im Alten Museum Berlin

Artefakt aus der Ausstellung „Fleisch“ im Alten Museum Berlin

Über den Blick von einer Brücke

Falls die Mitteilsamkeit nicht wirklich sprudeln will, jedes Wort nur mit Mühe einfällt und die Sätze sich nicht zusammenfügen wollen, dann hilft der kontemplative Blick von einer Brücke.

Blick von der Weidendammer Brücke

Blick von der Weidendammer Brücke

Über den korinthischen Helm

Im Alten Museum, in der Ausstellung „Griechische Kunst“ sind im Bereich „Zeit der Helden -Das frühe Griechenland“ einige Kriegshelme, auch korinthische Helme genannt, ausgestellt. Ihre Größe überrascht, sie fallen eher klein aus und es stellt sich die seltsame Frage ob die Köpfe der Träger damals kleiner waren als heute. Oder ist das nur eine Sache der Perspektive? Sie wirken auch durch die Dicke bzw. Zartheit des Materials eher filigran – eierschalenartig. Wie können wir uns heute die Träger von damals vorstellen? Sie verbergen ihre Geheimnisse vor uns und teilen uns doch so viel mit und regen das Spekulative in uns an. Sie sind einfach schön.

Über Veränderung in Toilettenräumlichkeiten

Dort wo der Platz knapp ist werden Toilettenräumlichkeiten unabhängig vom Geschlecht eingerichtet. Wir sehen es im Flugzeug oder in der Bahn. Sogar die ein oder andere Speisewirtschaft weist dies so aus, allerdings nur wenn die Fläche des Gastraums eine bestimmte Größe nicht überschreitet.

Im unteren Foyer des „Neuen Museums“ werden die Toilettenräumlichkeiten, gemäß geltenden Rechts, abhängig vom Geschlecht ausgewiesen. Dies überrascht uns nicht. Überrascht sind wir allerdings vom Vorhandensein eines Babywickeltisches in beiden Räumlichkeiten. Das nennen wir progressiv.

Geburtstagsbrunch des Kaufhauses des Vertrauens

Das Kaufhaus des Vertrauens in der Stadt begeht dieses Jahr das 110-jährige Bestehen. Herzlichen Glückwunsch! Dazu werden an drei Sonntagen jeweils ein Geburtstagsbrunch in der Lebensmittelabteilung veranstaltet. Zum ersten Termin wurden rund 600 Tickets ausgegeben, zum heutigen 1200 und zum zukünftigen bis jetzt bereits 1600 Tickets. Zur Öffnungszeit um 11 Uhr war die Warteschlange rund ums Haus bis in die Passauer Straße lang. Der Einlaß ging trotzdem schnell vonstatten, um 11:08 Uhr erreichte ich die 6. Etage. Mit vielen Bekannten verbrachte ich eine schöne Zeit, wir hatten Spaß, aßen gut und tranken die Budweiserfässer der Tschechischen Bierbar aus. Alles easy, tutti und knorke. Meine verzehrten Schnittchen habe ich im Tumblelog hier und hier abgelegt.