Bis vor einigen Jahren war der Einkauf von Sardellenfilets beim Lebenshändler des Vertrauens einfach. Vorrätig waren einzig Sardellenfilets in Salzlake, stehend geschichtet in einem Behältnis, das einem Reagenzglas, allerdings mit flachem Boden, ähnelte. Der Deckel war eine Kombination aus Hartplastik mit einer Korkunterseite. Heute sind die Sardellenfilets in Rapsöl eingelegt und in Gläser gefüllt. Dabei gibt es zwei Varianten: stehend geschichtet oder im Kranz gelegt. Für die Unternehmen müssen beide Darreichungsformen Profit bringen sonst wären sie nicht im Angebot aber warum werden beide gekauft? Die Beschäftigten an der Bedientheke sind auf Nachfrage etwas ratlos, bemerken aber, daß die im Kranz gelegten Filets länger seien.
Schlagwort: Mitte
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Über einen Hubschrauber
Die „Gelben Engel“ fliegen in normalen Zeiten über Berlin wenn Menschen in Not sind. Andere Helikopter fliegen über Berlin wenn der Staat meint in Not zu sein: bei Demonstrationen oder beim Besuch von Staatsgästen. Einen Helikopter einzusetzen um Kontaktbeschränkungen der Bevölkerung zu überwachen sind ein Novum. Meint der Staat er sei in Not?
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Über Menzel auf Papier
Menzel in Öl scheint konservativ zu sein, Menzel auf Papier auch. Das ist nur zum Teil wahr. Sowohl in Öl als auch als Papier sind da Momente des Vorimpressionismus. Der Realismus tritt oft zurück… und die Ausstellung „Maler auf Papier“ ist großartig.
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Über die James-Simon-Galerie – Der erste Eindruck
Beim Blick vom Lustgarten auf die James-Simon-Galerie fühlt sich die Betrachterïn klein. Zwei Freitreppen müssen erklommen werden bis zum Eingang. Erinnert das nicht an den Tempel der Hatschepsut – mit seinem langgezogenen Aufstieg und der gewaltigen Säulenarchitektur? Zwar ist die Stirnseite der Galerie und der Eingangsbereich schmal, doch die umliegenden Gebäude samt den zwei Freitreppen überlisten den Blick und lassen das Ensemble mächtiger erscheinen. Im Gebäude macht sich die Ernüchterung breit, das Innere hat den Charme eines Flughafenabfertigungsgebäudes. Und ja – Abfertigung und Kanalisierung der Besucherïnnen ist die Funktion der Galerie, die Form folgt dem nicht. Das ist nicht schlecht, im Gegenteil, der Widerspruch hält zum Nachdenken an, die Museen werden interessanter.
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Über das Schokoladenhaus
In Mitte steht das Schokoladenhaus prominent am Rande des Gendarmenmarkts. Dort gibt es süße Versuchungen zu probieren und zu kaufen. Touristïnnen aus aller Welt mögen das Angebot. Vor dem Haus kniet am Rande des Bordsteins, in einiger Entfernung vom roten Teppich, der in den Laden führt ein Bettler. Mit leiser Stimme trägt er sein Anliegen vor. Die Menschen übersehen ihn. Es ist ein kaum zu ertragenden Kontrast zwischen dem süßen Luxus im Gebäude und der bitteren Armut vor ihm.


