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Über Schaschlik

Nennt sich Schaschlik ist aber keins…

Schaschlik

Schaschlik

Über den Verlust des Fettrands

Fett ist der Geschmacksträger par excellence. Muß sein Verzehr eingeschränkt werden ist die Irritation groß. Kein Mett, keine panierten Schnitzel, keine Fritten, keine Hämmchen, nicht mal Rumpsteak, ja was soll denn jetzt werden? Auf sich selbst zurückgeworfen, hat sich das Subjekt mit seiner Natur zu beschäftigen, die es verdrängt hat. Der eigene Körper macht Angst. Diese Erfahrung ist fürchterlich. Wird der Verzicht mit Rigidität gelebt ist überzogen. Bei richtig gelebtem Verzicht werden Mett, panierte Schnitzel, Fitten und Hämmchen das zwar Seltene, das Besondere sein und genußvoller als je zuvor. Der Fettrand ist zurück.

Über das Rätsel des Mettbrötchens

Die geneigten Essenden haben das Gefühl auf dem sonnabendlichen Frühstücksmettbrötchen wäre ein Pfund gehäuft. Dieses Gefühl wird nicht über eine Maulsperre erfahren, sondern nach dem ersten Bissen hinein. Betrachten die Essenden das angebissene Stück fällt in der Mitte eine hohe Schicht Mett auf, so als sei sie in der Zubereitung mit großen Kräften das Mett tief in das Brötchen hineingedrückt. Die Brötchen sind spezielle Kaiserbrötchen. Werden sie aufgeschnitten, so wird eine tiefe Mulde in der Mitte der Hälften sichtbar, in der eine zusätzliche Menge Mett Platz findet. Großartig….!

Über Cherry Mango

Zur Fondue werden üblicherweise mehrere Saucen gereicht, selbstgemachte und gekaufte. Eine davon kann nicht im Lebensmittelladen um die Ecke erstanden werden. Die Suche wird ausgeweitet, von Kreuzberg auf Mitte. Dort ist sie vorrätig. Allerdings stellt sich zuhause heraus, daß die falsche Feinschmeckersauce eingeholt wurde, statt Cherry Mango die Curry Mango. Was tun? Recherche im Internet ergibt, daß die Cherry Mango nicht existiert – und Curry Mango ist die richtige wie bestätigt wird. Hat da etwa Sigmund Freund einen Streich gespielt? War Cherry Mango soetwas wie eine Unkonzentriertheit oder ein Tagtraum gewesen? Eine Lieblingsband des verwirrten Einholers in seiner Jugendzeit nannte sich Mungo Jerry….

2018

Gutes Essen und gutes Bier werden auf Instagram gewürdigt. Die Frage ist aber ob die Inhalte Schein sind oder doch die Wirklichkeit…

Über einen Wahlabend

Leberkäsesemmeln und Weißbier wären es wohl beim Wahlabend gewesen.  Der Wahlabend ist die Veranstaltung der Freude, der Enttäuschung, der Wut, der Vergewisserung, der Solidarität der Menschen beim gemeinsamen Erfahren der vermuteten Wahlergebnisse. Die Veranstaltung wurde abgesagt. Die Absage ist eine kleine, vielleicht nebensächliche Handlung, nicht der Rede wert. In der Absage spiegelt sich die offenkundige Desorientierung der Entscheidenden wider.

Über einen Sonntag 5

Sonntagzeitungen einsammeln. Licht anmachen. Kaffee aufsetzten. Devices anschalten. Schritte zählen. Twitter öffnen. Kopf schütteln. Medium schließen. Feuilletons durchblättern. Lachs frühstücken. Buch auslesen. Dusche benutzen. Spaziergang beginnen. Nachbarschaftspark durchqueren. Gegend fotografieren. Kreuzberg bewandern. Gutschein einlösen. Weißwürste vermissen. Brezel entbehren. Maß leeren. Mitte erlaufen. Wache passieren. Museum aufsuchen. Kanopen bewundern. Kanal entlangschlendern. Kneipe erreichen. Kölsch trinken. Wespen zusehen. Zeche zahlen. Brücke begehen. Bahnhof betreten. Rosinenschnecke kaufen. U6 fahren. Kotelett essen. Karambolage schauen. Eltern anrufen. Babylon sehen. IPA genießen. Kräftig gähnen. Gute Nacht.

Über einen Sonntag 4

Den Sonntag in Sätzen mit zwei Worten zu zeigen ist so einfach nicht. Insbesondere wenn im Text die Worte möglichst nicht wiederholt werden sollen. Das geht stockend von der Hand. Eine spielerische Modifikation: Im ersten Absatz ist der Text randomisiert. Zunächst wird das erste Wort per Zufallszahl sortiert, in einem weiteren Schritt das zweite Wort. Der Zweite Absatz enthält den ursprünglichen Text.

Eltern frühstücken. Armbandtracker sein. Müde bestaunen. Missmutig betrachten. Gedanken durchstreifen. Stichworte belegen. Dinner hereinholen. Wasser zusammenreimen. Krimi anrufen. Spaziergang folgen. Champignonscheiben auslesen. Philosophiesendung grummeln. Balkontür schließen. Kaffee brühen. Spaghetti sehen. Tablet schmökern. Holde trinken. Schrippe anschalten. Feuilleton bewundern. Museumsbesuch genießen. Couch naschen. Gute verschieben. Haare aufmachen. Twitter Nacht. Kulinarik schauen. Kolosskalmare schneiden. Sonntagzeitungen werden. Wohnung bekommen. Satt abblasen. Hunger küssen. Regen knotzen.

Sonntagzeitungen hereinholen. Kaffee brühen. Armbandtracker auslesen. Balkontür schließen. Tablet anschalten. Twitter aufmachen. Feuilleton schmökern. Holde küssen. Philosophiesendung sehen. Spaghetti frühstücken. Haare schneiden. Stichworte zusammenreimen. Regen betrachten. Missmutig grummeln. Spaziergang abblasen. Museumsbesuch verschieben. Schrippe belegen. Couch knotzen. Gedanken folgen. Wohnung durchstreifen. Kulinarik bewundern. Hunger bekommen. Champignonscheiben naschen. Dinner genießen. Kolosskalmare bestaunen. Satt sein. Eltern anrufen. Krimi schauen. Wasser trinken. Müde werden. Gute Nacht.

Über einen Sonntag 3

Kaffeekapsel einhängen. Dinge zusammensuchen. Koffer packen. Instantkaffee aufgießen. Zimmer bezahlen. Hotel verlassen. Sportplatz überqueren. Kurzpflegedienst antreten. Rollstuhl schieben. Würzfleisch bestellen. Schnitzelteller dinieren. Mittagessen photographieren. Aquavit stürzen. Trinkgeld geben. Vater beschäftigen. Fußballbundesliga schauen. Rosinenschnecke knabbern. Tschüß sagen. Taxi nehmen. Bye Städtchen. Zug fahren. Buch beenden. Hallo Berlin! S-Bahn einsteigen. U-Bahn benutzen. Kreuzberg erreichen. Nachbarschaft durchlaufen. Briefkasten leeren. Wohnungstür aufschließen. Holde küssen. Freude empfinden. Post lesen. Erleichterung zeigen. Eltern anrufen. Sonntagzeitung überfliegen. Krimi gucken. Dosenbier trinken. Gute Nacht.

Über einen Sonntag 2

Kaffeemaschine bestücken. Sonntagzeitung durchblättern. Klamotten sortieren. Frau küssen. Nachbarschaftspark durchqueren. Bier zischen. U6 benutzen. S-Bahn besteigen. Zug fahren. Gleis wechseln. Currywurst versagen. Weißbier bestellen. Zielort erreichen. Hotel betreten. Zimmer beziehen. Koffer auspacken. MacBook anschließen. Hafenspitze umrunden. Café aufsuchen. Lufthansacocktail genießen. Wespen ertragen. Fußgängerzone begehen. Matjesbrot essen. Holde benachrichtigen. Dinner fröhnen. Gänge photographieren. Eltern anrufen. Bar besuchen. Cocktails trinken. Bekannte treffen. Lustig sein. IPA ziehen. Blogpost vergessen. Gute Nacht.