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Das Sakko heute

Ich besitze drei Anzüge – einen von Benvenuto mit einer Weste, in den passe ich seit Jahren nicht mehr; einen wunderschönen Sommeranzug von Armani, in den passe ich wieder und einen Anzug von Cerruti, den mag ich am liebsten. Da ich Hemden über die Hose trage und ein Anzug für mich das kaum aushaltbare Symbol der Seriosität (sprich Spießertum) ist, sollte das dazugehörige Sakko eine gewisse Länge haben damit das die Hemden covered. Die aktuelle Anzugmode scheint mir etwas seltsam zu sein. Die Sakkos haben die Länge von Bolerojäckcken stelle ich staunend fest. Warum ist das so? Wollen oder sollen die Jungs nicht erwachsen werden sondern als ausgewachsene Menschen mit den viel zu kleinen Sakkos ihre Kindheit konservieren?

Hemden im Internet

Voller Enthusiasmus mache ich mich auf die Suche nach Hemden im Internet. Bei einem Onlinefashionshop bekomme ich einen ordentlichen Rabatt sodaß die Hemden der Marke, die mich interessieren, doch spürbar billiger sind statt einem unrabattierten Preis von 99,95€. Hemden dieser Marke trage ich als Businesshemden zum Anzug denn es ist die mir einzig bekannte Marke, die schwarze Langarmhemden mit Button-Down-Kragen herstellen. Ich suche allerdings diesmal karierte Langarmhemden mit Button-Down-Kragen und freue mich zunächst sehr über das Angebot. Bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, daß es sich ausschließlich Hemden in Slim-Fit-Form handelt. Grauenhaft, erinnert das an die taillierten Hemden der 1970ger Jahre. Ich trage ausschließlich Regular-Fit-Form, was auch den Vorteil hat bestimmte Partien am Körper mit Wohlgefallen zu verhüllen. Schade, so wird es nichts mit den Hemden aus dem Internet. Ich gehe statt dessen ins Kaufhaus des Vertrauen der Holden und kaufe mir zwei karierte Langarmhemden in Regular-Fit für 19,95€ pro Hemd ganz analog. Da freut sich auch der Sparfuchs in mir.

Eine unbequeme Jeans

Daß mir der Hosen- bzw. Jeanskauf sauer aufstößt schrieb ich bereits hier. Was habe ich nur für ein Glück, daß ich wieder in meine alten Jeans aus dem vergangenen Jahrhundert passe. Besonders gerne ziehe ich meine ausgeblichenen Lieblings-Lee-Jeans mit Knöpfen statt Reisverschluß im Hosenstall an. Die mußten vor dem Tragen noch gestopft werden.

Allerdings ist unter den alten Jeans auch eine von einer Marke, die schon damals völlig uncool daher kam und die nur verschämt getragen wurde wenn es nicht mehr anders ging. Ich bin nicht so etepetete, deshalb wurde auch diese Jeans gestopft und kann getragen werden. Beim neuerlichen Tragen bemerke ich, daß der Tragekompfort unterirdisch ist, die Jeans ist völlig unbequem. Sie streicht beim Gehen unangenehm über das Perineum (bitte bei der Wikipedia suchen, traue mich nicht das zu verlinken), was hochgradig irritierend ist. Ich könnte sie ja entsorgen aber da sei der Sparfuchs in mir vor …

Ein Hemdkauf ist gar nicht so einfach

Wie ich Klamotten kaufe habe ich hier bereits vor drei Jahren beschrieben: vorher überlegen was – rein in den Laden – anprobieren – kaufen. Kein Gewese, kein Geschlamper, kein Gucken hier, kein Gucken da. Diesmal muß ein neues Hemd her und zwar ein schwarzes Langarmhemd mit Button-Down-Kragen. Da bin ich eigen, es muß ein Button-Down-Kragen sein! Die Überraschung folgt auf dem Fuße in der „Herrenabteilung des Vertrauens in der Stadt“: schwarze Langarmhemden mit Button-Down-Kragen scheint es nicht zu geben. Dieser Kragen symbolisiere Lässigkeit und dazu trage man(n) in Europa keine Krawatte wird mir erklärt – und nur Krawatten-Hemden gebe es in schwarz. Kopfschüttelnd ob dieser Erläuterungen will ich aufgeben und die Abteilung verlassen aber zufällig fällt mein Blick auf einen Ralph Lauren Stand und was sehe ich: schwarze Langarmhemden mit Button-Down-Kragen. Gepriesen sei Ralph Lauren und seine Marke „Polo Ralph Lauren“, die altertümliche Modevorschriften aufbricht und Frisches bereithält. Und natürlich trage ich das Kemd (auch zum Anzug) über der Hose.

Schwarzes Langarmhemd mit Button-Down-Kragen

Schwarzes Langarmhemd mit Button-Down-Kragen

Die linke Seite

Manche Muster müssen erst sichtbar gemacht werden. Muster in Daten müssen mit Hilfe von Werkzeugen sichtbar gemacht werden allerdings legen diese Werkzeuge die Erscheinung der Muster fest.

Ganz im Gegensatz dazu erscheint bei der aktuellen Wetterlage und der damit verbundenen Bodenmorphologie ein sehr charakteristisches Muster von Dreckflecken auf meinem Hosenbein, überraschenderweise ausschließlich am linken. Mir als erschrockenem Hosenträger ist die Vermutung der Ursache ein leichtes – es sind die neuen Schuhe, genauer das markante Profil. Eine zunächst höchst zufriedenstellende Erklärung, die jedoch kurze Zeit später durch das Tragen anderer Schuhe zurückgewisen werden muß – das Muster ist das gleiche.

Hosenbeine

Hosenbeine

Nun könnte ich die Sache natürlich auf sich beruhen lassen drängt sich da nicht gleich eine neue Vermutung auf – liegt es etwa an meinem Gang? Gehe ich womöglich seltsam? Diese bohrende Frage schreibe ich hier auf und lasse sie damit einfach los.

Ein Jeanskauf

Klamottenkauf ist für mich eine Qual. Es macht mir keinen Spaß, scheint aber gelegentlich notwendig falls mal ein Bekleidungsstück kaputt geht. Danach richtet sich auch mein Einkaufsverhalten, überlegen was man braucht und dann rein in den Laden, kaufen und – zack – wieder raus, gucken und schlampern ist nicht. Das ist übrigens ein Verhalten, das ich schon als Teenie an den Tag gelegt habe. Allerdings hatte ich damals einen Markenwahn kultiviert – bei Jeans, die Marken der restlichen Bekleidung waren schnuppe. Das hat sich mit den Jahren gelegt und ist teilweise ins Gegenteil mäandriert wenn ich z.B. beim Kaufhaus um die Ecke, das es längst nicht mehr gibt, Jeans für 15€ kaufte, die jetzt noch im Schrank liegen, die allerdings aus mir unbekannten Gründen in der Weite etwas geschrumpft sind.

Neulich war es wieder soweit, eine Jeans mußte her. Ich begab mich in das Kaufhaus des Vertrauens in der City West und steuerte guter Dinge die Etage mit den Jeansmarken an jeweils eigenen Ständen an. An einem der Stände musterte mich der agile Verkäufer mit Kennerblick und empfahl mir eine sehr coole Jeans in belebendem Steingrau. Auf dem Weg zur Anprobe in die Umkleidekabine blickte ich auf das Preisschild – 170€ – und fühlte nichts, nicht mal eine Empörung ob dieses Preises. Frozen Man Syndrom, oder so. Anprobe – und was soll ich sagen der Schnitt war eine Hüfthose. H Ü F T H O S E! Das fühlte sich hochgradig unangenehm an und ich bat entschlossen um eine Hose mit normalem Schnitt. Und dann stellt sich raus, an all den Jeansständen der verschiedenen Marken gibt es keine Hosen im „klassischen“ Schnitt. Ein weiterer freundlicher Verkäufer verwies mich an die Herrenabteilung, ich verstand Altherrenabteilung, dort hätte man Jeans im „klassischen“ Schnitt und mit Stretch. Mit S T R E T CH! Was will mir der Mann sagen? Dank des Studiums der Stoiker blieb ich ruhig. Allerdings, der Tip war o.k., ich konnte eine Jeans erwerben, die mir gefiel und die im Preis in vernünftigen Dimensionen lag.

Aber eines ist klar, Klamottenkauf wird durch mir durch diese Erfahrung nicht leichter.