Schlagwort-Archive: Musik

Über den ersten Advent

Der erste Advent ist prall gefüllt mit Couchsitzen, Lesen, klassische-Musik-hören, Essen, Nichtstun und all die Nicht-Tätigkeiten in Kontemplation und rund um Urlaub. Nur nicht hetzen, nicht machen, nicht aktiv sein…. Herrlich!

1. Advent

1. Advent

Über K-Pop

Wer nicht weiß was K-Pop ist und die Bangtan Boys nicht kennt ist in der Kohorte der bemoosten Häupter. Jedoch! Tausende Teenies vor der Mercedes-Benz-Arena wissen es besser… So ist das Älterwerden…

Über einen Sonntag 1

Kaffeemaschine anschmeißen. Sonntagzeitungen durchblättern. Buch lesen. U1 fahren. Kaufhaus besuchen. Bier trinken. Taxidrivercap kaufen. U3 benutzen. Modemesse beiwohnen. Sardinen essen. U-Bahn nehmen. Nachbarschaftspark photographieren. Schnitzel verzehren. Eltern anrufen. TV schauen. IPA ziehen. Blogpost hochladen. Gute Nacht.

Über Einzeller und künstebezogene Praktiken

Als Einzeller wäre der Mensch unsterblich. Da der Mensch kein Einzeller ist, ist er auch sterblich. Scheint logisch.

Eine schwedische Studie zeigt, so Winfried Menninghaus in „Wozu Kunst?“ auf Seite 274:

Das Resultat ist eindeutig: Regelmäßigkeit und Häufigkeit künstebezogener Praktiken werden mit geringer Mortalitätsrate belohnt.

Solche Praktiken seien Selbermusizieren, Schreiben, Theaterspielen, Malen, Bildhauern aber auch Konzert-, Museums-, Theaterbesuche und Besuche von Lesungen oder Lesen. Künstebezogene Praktiken gehen also mit einem längeren, vielleicht auch besserem Älterwerden einher. Bei aller Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse und aller Vorsicht einer Annahme unkritischer Kausalität, könnte in der Vermutung Kants „ästhetische Lust führe ein Gefühl der Beförderung des Lebens bei sich“ (Menninghaus S.275) doch ein Körnchen Wahrheiten enthalten. Es kann sicherlich nicht schaden, sich künstebezogenen Praktiken zuzuwenden.

Eurovisiondingens

Meine Twittertimeline ist überschwemmt von braungelb-dünnpfiffigen Herzchen zum Hashtag des ESC. Das schauen sehr, sehr viele Leute stelle ich fest. Gut – Pluralität und individueller Geschmack sind Sauerstoff für die offene Gesellschaft und damit auch Distanz. Somit auch meine Distanz zu dieser Veranstaltung, die immer noch das Muffige, das Piefige des vergangenen Jahrhunderts trägt als dort Schlagersänger Schnulzen auf deutsch vortrugen. Diese Musik muß ich nicht mögen. Aber hey – andere können die Musik toll finden, das gehört zum Leben dazu.

Was hat Craftbeer mit der re:publica zu tun?

Die zehnte re:publica ist vorbei, großen Dank an die Organisatoren, das habt ihr wieder knorke hinbekommen. Eine sehr gute Idee ist die Erweiterung der Räumlichkeiten um mehr Stages und einen zusätzlichen Außenbereich.

Inhalte

Meine must-haves sind die Sessions von Gunter Dueck „Cargo Kulte“, Richard Sennet „The city as an open system“ und Thomas Fischer „Strafrecht, Wahrheit und Kommunikation“. Zum den must-haves gehören auch die Sessions von Freunden wie Maxim & Katrin „Fluch und Segen – intime Körperdaten in eHealth Anwendungen“ sowie der Michi „Netzinnenpolitik – Grundzüge einer Politik der Plattformgesellschaft“.

Beeindruckend sind die Ausführungen von Carolin Emcke „Raster des Hasses“. Emcke beschreibt Hass nicht einfach als Emotion des Individuums sondern sucht nach den Bedingungen, die ihn generieren, strukturieren und kanalisieren. Hass kann also sozial konstituiert werden. Ihre zentrale Frage ist: „Was sehen die Hassenden?“ (am Beispiel des belagerten Flüchtlingsbus in Clausnitz) Sie sehen im Gegenüber nicht eine Person, sie fragen nicht „Wer einer ist?“, sie müssen etwas anderes sehen, einen Stellvertreter, sie verdinglichen. Ihre Ausführungen regen mich zum Weiterdenken an.

Total fasziniert bin ich von Kate Stones  Session „A feel for print – paper music instruments“. Die Verbindung von Papier mit Musik, das Überführen des Digitalen in Analoges, Körperliches, Materielles und damit Haptisches ist eine großartige Idee. Ihre Arbeit ist eine höchst anregende, kreative Art des Tüftelns, der Bricolage. Das Überführen eines Computerprogramms zum Erstellen von Musikstücken auf ein Papier mit aufgemalten Blumen und Tieren, die jeweils ein Feature der Software beinhalten und mit deren Berühren Musikstücke erstellt werden können ist verblüffend.

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Bowie

Er hat mich seit den Endsechzigern musikalisch begleitet, am 10.1.2016 ist er gestorben. „The Jean Ginie“ möchte ich auf meiner Seite einbetten. So long David Bowie!

Lemmy

Silver Machine von Hawkwind hatte ich in der Jugend mit dem elterlichen Magnetophon aus dem Radio aufgenommen und ewig gedudelt. (Wir hatten ja nix anderes, Stereoanlagen waren zu teuer.) Es war und ist eines meiner Lieblingsstücke aus dem Jahr 1972. Lemmy spielt Baß und singt. Dass er nur wenige Tage nach seinem siebzigsten Geburtstag am 24.12.2015 und kurz nach einer Krebsdiagnose gestorben ist bewegt mich. Mit Respekt verlinke ich diesen Titel hier. (Achtung: Video nicht unter CC-Lizenz!)

Über Loco-Motion

Ohrwürmer fressen sich in das Gehirn, verwirren den Geist, blockieren sowohl Denken als auch Wollen und betäuben die Seele. The Loco-Motion ist so einer, der mich gelegentlich heimsucht. Drei sehr bekannte Versionen gibt es, das Orginal gesungen von Little Eva, die Siebziger-Jahre-Variante von Grand Funk Railroad und ein Cover aus den Achzigern von Kylie Minogue. Mein Favorit ist die Grand-Funk-Variante insbesondere auch in der Live-Version von 1974.

Zur Erbauung habe ich alle drei Versionen mal eingebettet.

(Die Videos sind nicht unter einer Creative Commons Lizenz lizensiert)

Getrübter Rückblick

In einer Diskusson über Musik verfalle ich gnadenlos einer narrativen Verzerrung und konstruiere eine Geschichte um den Entstehungszeitpunkt eines Musikstücks plausibel darzustellen. Es handelt sich dabei um Ian Durys Hit me with your Rhythm Stick von 1978. Dessen Veröffentlichzeitpunkt sowie das Wirken Ian Durys verlege ich in die achziger Jahre. Die Geschichte die ich dazu konstruiere scheint mir zwar logisch ist aber grundfalsch. In dieser Zeit habe ich regelmäßig auf BFBS John Peel’s Music gehöhrt. Ich finde John Peel hätte Ian Dury und seine Musik interessant gefunden und garantiert in seiner Sendung vorgestellt. Ob John Peel jemals Musik von Ian Dury gespielt hat erinnere ich natürlich nicht. Und diese Verknüpfung der Musik mit dem vermehrten Hören der Radiosendung läßt mich einen grandiosen Fehlschluß machen. Ich bin überzeugt viele Fehlschlüsse werden aufgrund solcher Geschichten getroffen und trüben den Rückblick auf die Vergangenheit.

Ich durchsuche meine übriggebliebenen analogen Musikkassetten aus uralten Zeiten und finde in der Tat noch ein Tape von Ian Dury aus den Siebzigern. Eine funktionierende Hardware zum Abspielen der Kassette habe ich seit Jahre nicht mehr. Aber dafür gibt es ja die ein oder andere digitale Möglichkeit, die ich hier einbinden kann.

Ian Dury mit Sex and Drugs and Rock and Roll.


Achtung: Dieser Titel hat möglicherweise keine Creative Commons Lizenz