Schlagwort-Archive: Kunst

Über Live Canning

Aktuell läuft die Berlin Beerweek. Zwei Events dem Live Canning gewidmet, dem Abfüllen von Craftbier vor Publikum. Das regt zum Nachdenken an.

Aus der Fadheit industriell produzierter Biere hat sich die Craftbierszene entwickelt. Diese Szene wächst. Das Brauen besonderer Biere deren Geschmack im Gegensatz zur Fadheit der industriellen Biere steht scheint ein Schritt zur Ästhetisierung der Brauwirtschaft zu sein. Die Hervorhebung sinnlicher Wahrnehmung, die Betonung von besonderem Genuß und Geschmack deuten darauf hin. Dass es die Beerweek überhaupt gibt zeigt u.a. die Eventisierung rund um das Craftbier. Auch das Live Canning ist als Event Teil davon aber noch mehr. Während des Events setzt es den Druck künstlerischer Etiketten auf die Dosen die Ästhetisierung fort. Die Anzahl der Dosen sind limitiert. Die Dosen werden zum Kunstwerk und zum Sammlerobjekt. Das Publikum beim Live Canning wird so zur Anhängerschaft. Und diese wird wiederkommen… Ästhetisierung und Eventisierung katechisieren auch die Gläubigen, die Craftbiertrinkenden.

Über das Schreiben des Wortes Schwein

Auf über fünfzig verschiedene Arten wird das Wort Schein auf diesem Artefakt geschrieben. Und zwar vor langer Zeit…

Artefakt aus der Ausstellung "Fleisch" im Alten Museum Berlin

Artefakt aus der Ausstellung „Fleisch“ im Alten Museum Berlin

Über den korinthischen Helm

Im Alten Museum, in der Ausstellung „Griechische Kunst“ sind im Bereich „Zeit der Helden -Das frühe Griechenland“ einige Kriegshelme, auch korinthische Helme genannt, ausgestellt. Ihre Größe überrascht, sie fallen eher klein aus und es stellt sich die seltsame Frage ob die Köpfe der Träger damals kleiner waren als heute. Oder ist das nur eine Sache der Perspektive? Sie wirken auch durch die Dicke bzw. Zartheit des Materials eher filigran – eierschalenartig. Wie können wir uns heute die Träger von damals vorstellen? Sie verbergen ihre Geheimnisse vor uns und teilen uns doch so viel mit und regen das Spekulative in uns an. Sie sind einfach schön.

Über Einzeller und künstebezogene Praktiken

Als Einzeller wäre der Mensch unsterblich. Da der Mensch kein Einzeller ist, ist er auch sterblich. Scheint logisch.

Eine schwedische Studie zeigt, so Winfried Menninghaus in „Wozu Kunst?“ auf Seite 274:

Das Resultat ist eindeutig: Regelmäßigkeit und Häufigkeit künstebezogener Praktiken werden mit geringer Mortalitätsrate belohnt.

Solche Praktiken seien Selbermusizieren, Schreiben, Theaterspielen, Malen, Bildhauern aber auch Konzert-, Museums-, Theaterbesuche und Besuche von Lesungen oder Lesen. Künstebezogene Praktiken gehen also mit einem längeren, vielleicht auch besserem Älterwerden einher. Bei aller Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse und aller Vorsicht einer Annahme unkritischer Kausalität, könnte in der Vermutung Kants „ästhetische Lust führe ein Gefühl der Beförderung des Lebens bei sich“ (Menninghaus S.275) doch ein Körnchen Wahrheiten enthalten. Es kann sicherlich nicht schaden, sich künstebezogenen Praktiken zuzuwenden.

Du hackst Computer – ich hacke die Welt

„Du hackst Computer – ich hacke die Welt“ sagt MacGyver in der erste Folge des Reboots der TV-Erfolgsserie aus den achtziger Jahren um eine neue Kollegin für das Team zu gewinnen. Die ersten Kritiken des Reboots sind eher durchwachsen, ich gebe dem Reboot eine Chance.

Aber nicht die Serie an sich ist interessant sondern die Denkungsart, die Problemlösungsart des Protagonisten – die eines Bricoleurs. Und die Figur des MacGyver ist das filmgewordene Ideal des Bricoleurs. Heutzutage manifestiert sich diese Denkungsart des Tüftlers sozial und kulturell in der Gestalt des Makers oder Makerbewegung. Das ist spannend zu beobachten …

Edvard Munch und der Burger

Über Prisma und wie ich es nutze berichtete ich bereits. Dass damit Essensbilder nicht unbedingt „verbessert“ werden sondern beim Betrachter einen eigenen Blick entstehen lassen können bemerkte ich ebenfalls. Der Filter „Der Schrei“ nach vier Werken von Edvard Munch gibt dem „Punkin Beef Burger“ mit gebratenem Kürbisfleisch einen interessanten Spin. Ob Edvard Munch einen Burger so gemalt hätte?