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Zeitabschnitte

Ende Oktober haben meine Eltern ihr Auto verkauft und die gemietete Garage gekündigt. Das ist jetzt nichts Weltbewegendes aber ich weiß genau, daß sie darin einen besonderen Moment sehen. Ein Zeitabschnitt ist beendet, das Gefühl Herr über die eigene Mobilität zu sein ist beendet. Dieser Schnitt wurde notwendig, da beide als Betagte, machen würden meinen bereits Hochbetagte ein immer größer werdendes Risiko für sich und Andere im Straßenverkehr darstellten. Sie sind traurig über den gemachten Schritt, ich finde ihn aber mutig, sehe ihre Traurigkeit natürlich auch und sie geht mir nah. Der Schritt beendet einen Zeitabschnitt, er fügt einen neuen hinzu. In diesem werden sie sich zurechtfinden müssen und sie werden das schaffen. Solche Zeitabschnitte strukturieren das Leben, stellen die Erfahrung auf Dauer und schaffen somit Sinn. Das macht Hoffnung. Schaue ich auf mein eigenes Leben so ist es ebenfalls mit Zeitabschnitten und sinnvollen Erzählungen die diese verbinden gefüllt. Das macht mich heute wiederum hoffnungsvoll, neugierig und voller Erwartung.

Eine Herzliste für 2014

Die Zeit zwischen den Jahren scheint eine besondere, teils heitere, teils nachdenkliche, Stimmung bei den Menschen hervorzurufen. Frau Dingens erstellte sich gestern eine Herzliste für das kommende Jahr. Sie meint damit nicht eine Liste guter Vorsätze, die sich eh in Luft auflösen ehe das neue Jahr begonnen hat sondern eine Liste von Aktivitäten „…was aber im Alltag auf Grund von Zeitmangel, Stress oder fehlender Ruhe meist untergeht“. Ich finde die Idee famos. Allerdings modifiziere ich die Liste für mich noch ein wenig und nehme keine Aktivitäten auf, die ich als verpflichtend ansehe, die ich zu mir selbst mit den Worten des „müssens“ oder „sollens“ spreche wie z.B. ich müßte mal wieder zum Krafttraining gehen. Nein, die Liste soll „freie“ Aktivitäten enthalten, die hoffentlich nicht durch das Niederschreiben zum Müssen oder Sollen mutieren.

1. öfter nach Westdeutschland reisen
2. mit der Holden in den Zoologischen Garten bzw. Tierpark gehen
3. eines meiner beiden Berlinbücher von Franz Hessel lesen
4. einen Fisch niedertemperaturig garen
5. eine interessante Nachfolgespielerei für den Nabaztag finden

Die Liste sei ggf. modifizierbar.