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Bitte beachten Sie die angezeigte umgekehrte Wagenreihung

Nachts Viertelvorzwölf auf Gleis 2 des Hauptbahnhofs Bonn: „Bitte beachten Sie die angezeigte umgekehrte Wagenreihung!“ Diese Durchsage hat der durchschnittliche Bahnreisende sicher schon einmal gehört. Brav trotte ich in den Abschnitt, für den mein Wagen angezeigt ist; es ist der erste Wagen. Es sind noch ungefähr zehn Minuten bis zum Eintreffen des Zugs. Seltsamerweise tauchen Zweifel auf ob ich wirklich im richtigen Abschnitt warte. Ich gehe langsam zur nächstgelegenen analogen Wagenstandsanzeige und sehe, daß die normale Wagenreihung meinen Wagen am Ende des Zugs zeigt. Also alles in Ordnung. Ich begebe mich wieder in den vorgesehen Abschnitt. Der Zug trifft ein, mein Wagen ist nicht im durchgesagten Abschnitt. Der Zug ist normal gereiht!

Der Platz im Zug

Wenn es paßt reise ich per Deutsche Bahn gerne in der 1. Klasse. Der Sparpreis mit BahnCard-Rabatt macht es finanziell erträglich. Die offerierte Zeitung, Wlan, Bedienung mit Speisen und Getränken am Platz und die im Preis eingeschlossene Reservierung sorgen für eine angenehme Reiseatmosphäre. Selbst zu reisestarken Zeiten mit gefülltem Zug ist so das Reisen kommod. Natürlich können unter solchen Bedingungen Abweichungen, wie ausgefallene oder verspätete Züge, fatal sein. In letzter Zeit hatte ich diesbezüglich Glück, Ausnahme war das Reisen an Weihnachten aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Ist der Zug jedoch nicht ausgelastet beobachte ich ein für mich eher überraschendes Verhalten der Mitreisenden. Diejenigen, die die Reservierung inkludiert haben setzten sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die reservierten Plätze selbst wenn der Wagen freie Plätze bietet, die bequemer und großzügiger sind. Warum werden die Optionen nicht genutzt?

Überraschung im Zug

In den vergangenen vierzehn Tagen reiste ich zweimal mit der Deutschen Bahn in der 1. Klasse (natürlich mit Spartarif) von Berlin nach Frankfurt. Auf der ersten Hinfahrt ging ich, den Üblichkeiten entsprechend, mit dem iPhone ins Wlan, das tadellos funktionierte. Den Üblichkeiten entsprechend heißt mit dem Online Manager der Telekom. Das iPad blieb im Flugmodus, da mir die erforderlichen Zugangsdaten für den Online Manager fehlten. Ich ärgere mich regelmäßig über die weniger als nutzerfreundliche Abfrage eines Zugangscodes per SMS, bei der erst die Simkarte aus dem iPad geprökelt werden muß um sie dann in ein SMS-taugliches Device zu stecken, den Code abzurufen um dann die Karte wieder ins iPad zurück zustecken. Eine Usability-Hölle. Auf der Rückfahrt bekam ich zufällig mit, als die Zugbegleitung einem Fahrgast den Wlan-Zugang erklärte, daß der Online Manager nicht mehr notwendig ist. Es reicht aus das Wlan zu konnektieren, eine Seite aufzumachen und loszusurfen. Herrrlich! Das funktioniert ja schon eine Weile in der einfachen Art und Weise.

Warum hab ich das nicht mitbekommen? Warum habe ich an alten Gewohnheiten festgehalten? War das etwa ein Streich von System I?

Bahnfahrt in den Norden

15:30 Uhr
Heute geht es per Bahn in den Norden. Was so auf einer langweiligen Bahnfahrt passiert möchte ich gerne in diesem Post protokollieren. Da ich per iPad und iPhone reise und immer noch nicht weder mit der wordpress-App noch mit blogsy warmgeworden bin, schreibe ich schonmal ein paar Sätze vorneweg, sodaß ich mir die Formatierungen dann jeweils kopieren kann. Klingt amateurhaft ist aber genau so.

16:50 Uhr
Warten in der DB Lounge. Irgendwie nicht viel los für einen Sonntag oder ist die Ferienzeit schon rum?. Es gibt Vollkornstulle mit Kochschinken und Beck’s. Lustiger jungscher Typ sitzt neben mir, der erklärt, daß er schon alle DB Lounges besucht hat, nur Hamburg fehle ihm, da führe er jetzt hin.

17:30 Uhr
Erster Halt Spandau. Zug ist pünktlich aber übervoll. Frage mich ob er auf seiner Fahrt von Leipzig aus Reisende aus ausgefallenen Zügen aufnehmen mußte. Sitze auf einem Einzelplatz um meine Ruhe zu haben, werde mich aber später den Mitreisenden widmen. Denke die Fülle wird bis Hamburg anhalten. Kann von meinem Platz aus sehen, daß viele Leute vor dem Dienstabteil stehen und mit den Bahnangestellten diskutieren.

19:00 Uhr
Zug leert sich erwartungsgemäß in Hamburg Hauptbahnhof. Weiß immer noch nicht warum er so übervoll bis hierher war. Denke lieber an diese Bierbar ohne Namen auf der Südseite des Bahnhofs wo es leckeres Astra auch in kleinen Gläsern gibt. Jetzt auf meinen Lieblingsplatz, einem Doppelsitzer mit kleinem Tischchen am Fensterplatz und Beinfreiheit, gewechselt. Endlich zwei Steckdosen für iPad und iPhone. Na klar, Speisewagen gibt es auch nicht, sondern einen Notverkauf in Wagen Neun. Bei meiner letzte Reise mit diesem ICE im letzten Jahr war das genau so. Warum kriegt die Bahn das eigentlich nicht gebacken? Das letzte warme Beck’s im Notverkauf ergattert, muß eine Stunde halten.

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Empfehlungsmarketing oder Adreßsammlung? Post von der Deutschen Bahn

Gelegentlich bekomme ich Werbung per Post von der Deutschen Bahn. Als BahnCard-Kunde und früherer Vielfahrer sind mir einzelne Gutscheine oder ähnliche Aufmerksamkeiten immer willkommen gewesen. Der letzte Werbebrief läßt mich dann doch zweifeln ob ich dies länger akzeptieren kann. Was ist geschehen?
Der Inhalt des Werbebrief besteht in der Aufforderung der Deutschen Bahn einem Freund oder einer Freundin eine sogenannte Schnupper BahnCard 25 zu schenken und ihn zu bitten auf einen Besuch vorbei zukommen. Dafür bekommt der Angeschriebene eine einmalige Vergünstigung zu den Konditionen einer BahnCard 25 für die 2. Klasse. Dafür ist eine sogenannte Empfehlerkarte der Deutschen Post beigelegt. Diese bereits frankierte Karte enthält auf der Vorderseite eine vorformulierte Besuchseinladung sowie das Feld für Name und Anschrift des Beschenkten. Zusätzlich erkennt man eine alphanumerische Beschriftung und einen 2D-Barcode.

Vorderseite der Empfehlerkarte

Nach Erhalt der Empfehlerkarte kann der Angeschriebene ausschließlich an einem Schalter der Deutschen Bahn eine Fahrkarte mit Rabatt erwerben, wobei die Empfehlerkarte am Schalter vorzulegen ist. Die Rückseite der Karte enthält auf der rechten Seite die Schnupper BahnCard, die mit einem Tagesstempel Gültigkeit erlangt und auf der linken Seite ein Datumsfeld und eine Feld für die DB Verkaufsstellennummer. Darüber ist eine Datenschutzbelehrung in einer schlechter lesbaren Schriftart als der restliche Text abgedruckt. Der Mitarbeiter am Schalter trennt nun die Schnupper BahnCard per Schere von dem Rest ab und händigt sie dem Kunden aus. Die linke Seite behält der Schaltermitarbeiter denn darauf sind auf der gegenüberliegenden Seite Name und Anschrift des Kunden geschrieben.

Rückseite der Empfehlerkarte

Eine Perforation in der Kartenmitte, damit der Kunde seinen Namen und seine Adresse abtrennen kann ist nicht vorgesehen.

Diese Werbeaktion dient meine Erachtens ausschließlich dazu der Deutschen Bahn neue personenbezogene Daten zu liefern. Dabei ist die Aktion ist völlig intransparent. Zum Erwerb der vergünstigten Reise sind die personenbezogenen Daten des Kunden irrelevant und der Kunde wird nirgendwo klar um seine Zustimmung zum Erhalt von Werbung gefragt. Ich glaube dies ist auch gar nicht gewünscht, denn sonst wäre eine Abrißkante in die Karte eingefügt gewesen. Diese Werbeaktion hebelt m.E. auch Koppelungsverbot des BDSG §28 Abs. 3b aus. Weiterhin frage ich mich nach der Bedeutung des 2D-Barcodes. Sind da möglicherweise Informationen über den Absender gespeichert? Will man hier auch noch soziale Beziehungsgeflechte aufdecken?
Diese Werbeaktion finde ich, gelinde gesagt, unverschämt gegenüber dem heutigen und dem zukünftigen Kunden. Ich überlege ernsthaft meine Zustimmung zum Erhalt von Werbung der Deutschen Bahn zu widerrufen.