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Was hat Craftbeer mit der re:publica zu tun?

Die zehnte re:publica ist vorbei, großen Dank an die Organisatoren, das habt ihr wieder knorke hinbekommen. Eine sehr gute Idee ist die Erweiterung der Räumlichkeiten um mehr Stages und einen zusätzlichen Außenbereich.

Inhalte

Meine must-haves sind die Sessions von Gunter Dueck „Cargo Kulte“, Richard Sennet „The city as an open system“ und Thomas Fischer „Strafrecht, Wahrheit und Kommunikation“. Zum den must-haves gehören auch die Sessions von Freunden wie Maxim & Katrin „Fluch und Segen – intime Körperdaten in eHealth Anwendungen“ sowie der Michi „Netzinnenpolitik – Grundzüge einer Politik der Plattformgesellschaft“.

Beeindruckend sind die Ausführungen von Carolin Emcke „Raster des Hasses“. Emcke beschreibt Hass nicht einfach als Emotion des Individuums sondern sucht nach den Bedingungen, die ihn generieren, strukturieren und kanalisieren. Hass kann also sozial konstituiert werden. Ihre zentrale Frage ist: „Was sehen die Hassenden?“ (am Beispiel des belagerten Flüchtlingsbus in Clausnitz) Sie sehen im Gegenüber nicht eine Person, sie fragen nicht „Wer einer ist?“, sie müssen etwas anderes sehen, einen Stellvertreter, sie verdinglichen. Ihre Ausführungen regen mich zum Weiterdenken an.

Total fasziniert bin ich von Kate Stones  Session „A feel for print – paper music instruments“. Die Verbindung von Papier mit Musik, das Überführen des Digitalen in Analoges, Körperliches, Materielles und damit Haptisches ist eine großartige Idee. Ihre Arbeit ist eine höchst anregende, kreative Art des Tüftelns, der Bricolage. Das Überführen eines Computerprogramms zum Erstellen von Musikstücken auf ein Papier mit aufgemalten Blumen und Tieren, die jeweils ein Feature der Software beinhalten und mit deren Berühren Musikstücke erstellt werden können ist verblüffend.

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Was haben Boquerones fritos mit der re:publica zu tun?

Oha, im letzten Jahr hatte ich meine Eindrücke zur re:publica nicht im Blog festgehalten, mach ich aber für die diesjährige. Ich fange mit dem Wichtigsten an, den Inhalten, wobei ich hier selektiv vorgehe und nur die für mich spannensten notiere:

Inhalte

Überwachung durch die Geheimdienste war ein Schwerpunkt der re:publica 2014. Zu dem Thema habe ich die Session „Geheimdienste vs Demokratie“ mit Markus Löning, Katja Gloger und Christian Flisek gesehen. Mir geht es darum das politisch-institutionelle Procedere der Aufklärung und Kontrolle zu verstehen, zu verstehen was der NSA-Untersuchungsausschuß leisten kann und ob ihre Mitglieder überhaupt wollen. Mit dem Verständis wird mir klarer werden ob und wie auch von außerhalb des institutionellen Gefüges dieses Vorgehen begleitet werden kann. Der Talk war interessant, erste, eher zarte Änderungen zu Stärkung der parlamentarischen Kontrolle gegenüber den Geheimdiensten wurden besprochen.
Die Sessions zu Big Data waren für mich der zweite wichtige Bereich. Hervorzuheben ist der Vortrag von Viktor Mayer-Schönberger, der mich dazu bewogen sein Buch zu Big Data zu lesen. Zum Weiterdenken haben mich seine Bemerkungen zur Umgestaltung des Datenschutzes im Big Data Bereich angeregt. Ähnlich wie Martin Rost (ULD) in seinem Artikel zur „Soziologie des Datenschutzes“ (2013) argumentiert Mayer-Schönberger mit der strukturellen Machtasymmetrie zwischen Organisation und Individuum, die nicht mit individalisierten Einwilligungslösungen zum Verschwinden gebracht werden können. Es ist nach diesem Verständis Aufgabe der Politik kollektive Regularien zu finden. Meines Erachtens bräuchte dazu nicht einmal das Verbotsprinzip abgeschafft werden sondern Erlaubnistatbestände könnten formuliert werden, die organisations-intern und -extern kontrollierbar sein müssten und bei Vergehen strafbewehrt wären.
Leider habe ich die Sessions zur Maker Bewegung in Afrika verpaßt. In die Kategorie Maker oder Bricolage topfe ich etliche der Talks. Von „Programmieren für Nullcheckerbunnies“ bis „Web 1.0 + 2.0 remixen: Digitale Identität zurück erlangen!“ gab es einiges, daß zum Selbermachen, zum Tüfteln und Andersdenken eingeladen hat. Den gut besuchten Vortrag von @holadiho über seine Rasberry PI-Projekte kategorisiere ich mit diesem Label ebenso wie @jbennos „Open Foresight – Vorhersagen über die Zukunft mit offenen Daten und frei verfügbaren Werkzeugen“. Do-it-yourself und Tüfteln scheint sich mir vom spießig wirkenden Heimwerken des letzten Jahrhundert zu einem Ding mit emanzipatorischem Kern gewandelt zu haben.
Das menschliche Miteinander, den Respekt vor dem Anderen, die Debattenkultur thematisierten @fraeulein_tessa sowie @habichthorn jeweils in ganz eigener Weise. Teresas Talk über Gewalterfahrungen und mangelnden Respekt von Onlineaktivisten auch und gerade untereinander machen sehr nachdenklich. Frau Habichts Vortrag über das Entlieben in Zeiten des Internets war ein feiner, auch mit Selbstironie durchsetzter Vortrag.
Obwohl ich Holm Friebes Buch „Die Stein-Strategie“ bereits gelesn hatte war ich neugierig auf seine Session. In betont lässiger Manier hat er den Talk auch durchgezogen, mir scheint er hat sie wirklich verinnerlicht. Das Buch empfehle ich nachdrücklich.

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re:publica 2012 – Fummelsession und Captain Kirk

Und ja – der Wechsel des Veranstaltungsorts hat der re:publica sehr gut getan. Über 4000 Gäste fanden in der Station Berlin den Platz, den re:publica-Veteranen in den letzten Jahren schmerzlich vermißten. Acht Stages unterschiedlicher Größe waren für die Sessions ausreichend. Der ehemalige Innenhof des Postbahnhofs wurde als Ausstellungsfläche der Sponsoren und Kooperationspartner genutzt und hier war mit dem „Affenfelsen“ ein Treffpunkt und Relaxbereich zum Verweilen, Schauen und Palavern eingerichtet. Die nichtelekronische Twitterwall, sehr skurril, die Tweets wurden ausgedruckt und an die Wand geklebt, war hier ebenfalls zu finden. Klug wurde der Außenbereich vor der Halle 3 genutzt. Der Bereich war frei zugänglich und somit hatten auch Leute ohne Eintrittskarte die Gelegenheit sich mit Besuchern zu treffen und das Catering zu genießen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht, unterstützt durch das freundliche Wetter.

Rumstehen vor Halle 3

Organisation und Ablauf der re:publica sind professioneller geworden, jedoch nicht zum Schaden des Inhalts der Konferenz.

Mein Vorhaben, möglichst Sessions mit für mich neuen Inhalten zu besuchen, konnte ich umsetzen. Dabei habe ich mich auf Sessions aus den Tracks Design, Gesundheit sowie Lehrer und Schule konzentriert.
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re:publica 2012 – die Spannung steigt

Übermorgen also geht es los, die re:publica 2012 startet an einem neuen Veranstaltungsort, der Station-Berlin, einem ehemaligen Postbahnhof. Hier wird genügend Platz für die siebzehn Tracks mit fast 200 Stunden Programm und ca. 3000 erwarteten Teilnehmern sein. Freue mich sehr, daß die Bloggerkonferenz in Kreuzberg stattfindet. Heute mittag hieß es für den Vorverkauf sold out.

Einen finalen Plan welche Sessions genau ich besuchen werde habe ich noch nicht, versuche aber all die Sessions ausschließen, von denen mir die Speaker persönlich bekannt sind, bzw. die ich schon einmal gehört habe, oder in der die Thematik zu nahe zu meiner Arbeitswelt ist, mit einer Ausnahme. Warum ich so vorgehen werde? Das ist natürlich nichts Persönliches gegen mir bekannte Speaker aber eine zu starke Fokussierung auf bekannte Inhalte oder bekannte Speaker verringert m.E. die Chance auf total Überraschendes, auf wirklich für mich Neues, auf Aha-Erlebnisse bei einer solchen Veranstaltung.

Auch in diesem Jahr gibt es über die Tage ein begleitendes buntes Kulturprogramm. 😉 Fest gebucht sind bei mir selbstverständlich das erste bundesweite Iron Bloggertreffen mit gemeinsamer Bierkassenleerung und das sogenannte Traditionsabendessen einer kleinen, konspirativen Gruppe von Datenanalysten.

Besonders hinweisen darf ich auf das re:publicup 2012 Kickerturnier, das von nugg.ad als Kooperationspartner der re:publica veranstaltet wird. Hier verliert keiner wirklich und für jedes Tor gegen nugg.ad wird es von dem Unternehmen eine Spende an die Stiftung myhandicap.de geben.

© nugg.ad

Ich bin gespannt auf die nächsten Tage und freue mich auf das Klassentreffen.

Eisern Bloggen, eisern Biertrinken auf der re:publica

Wir kennen alle die Vielfalt der Blogosphäre. Von Artblogger über Laufblogger bis hin zu Wissenschaftsblogger spannt sich das Universum.

Ganz vorn dabei und brandneu sowie brandheiß sind die Iron Blogger. Die Ironblogger kann man demnächst live und in Farbe auf der re:publica beim eisernen Biertrinken treffen.

Meet ironblogger in action @ re:publica 12

Ich poste hier mit freundlicher Genehmigung von antischokke den Aufruf zum gemeinsamen Biertrinken:

Wenn ihr aufmerksam die letzten Ergebnislisten studiert habt, ist es euch sicher aufgefallen: Die Bierkasse muss dringend wieder geleert werden! 240 Euro warten darauf, von uns in Bier umgesetzt zu werden.

Bei der re:publica (2.-4. Mai 2012, Station Berlin) ist es endlich soweit: Das zweite Treffen der Berliner Iron Blogger wird zugleich auch das erste bundesweite Treffen. Wir laden die Ruhrpott-Blogger und die Freiburger ebenso ein, ihre Kassen auf der großen Bloggerkonferenz gemeinsam mit uns zu leeren.

Wir treffen uns am 3. Mai um 21 Uhr in der re:fill-bar auf dem #rp12-Gelände der Station Berlin. Die Bar ist am Abend auch für Bloggerinnen und Blogger ohne re:publica-Ticket zugänglich und hat bis 1:00 Uhr geöffnet. Kommt und trinkt zahlreich!

Und wenn ihr Lust habt, einem der bestehenden Teams beizutreten oder gar eine eigene Sektion zu gründen: Tut das! Mitgliedsanträge können nach Aufsagen der Regeln vor Ort ausgefüllt werden.

Alle Fragen gerne hier in den Kommentaren oder per Mail an Michelle Thorne und Nicole Ebber unter ironbloggerberlin@gmail.com.