Die Sache mit dem Gemüsesalat

Beim Schreiben der Überschrift stutze ich – Gemüsesalat, was soll das sein, seit wann ist Salat ein Gemüse? Die Verwirrung legt sich schnell, fallen mir doch Eiersalat, Hühnersalat, Fleischsalat und weitere ein. Der (Kopf)Salat als Polysem, eingebrannt seit der Kindheit, schlägt den Begriff des Salats als Gericht. Die Bedeutung des Wortes Salat deutet auf mit Salz haltbar gemachte Gerichte und nun kann man fragen ob der Matjes oder das Pökelfleisch auch ein Salat sind. Aber das ist hier nicht das Thema.

Zum dritten Mal genießen die Holde und ich Ralf Haugs Küche, dreimal am Hochzeitstag und zum dritten Mal schreibe ich darüber am 22 Dezember eines Jahre nach 2012 und 2013. (Alle guten Dinge sind drei). Wir werden in einen kleinen separaten Raum, zwei, drei Stufen tiefer vom Gastraum geführt. Der Raum beinhaltet zwei Tische für jeweils zwei Personen und an der Stirn- und einer Längsseite lagern die Rotweinflaschen des Hauses. Sehr angenehmes Ambiente. Ich sitze der Holden gegenüber und schaue durch ein Fenster in der anderen Längsseite in den Weißweinkühlraum, der wiedreum ein Fenster zum Hotel „Vier Jahreszeiten“ hat, sodaß Hotelgäste einen Blick in den Kühlraum werfen können. Ich verzichte auf Photos der einzelnen Gänge, dies einerseits aus Respekt vor der Kunst des Teams und andererseits weil ich mich ganz auf den Geschmack von Speise und Getränk sowie das Gespräch mit der Holden konzentrieren will. Ein vegetarisches/veganes und ein Menue müt Fleisch/Fisch werden offeriert. Ich nehme folgendes (o.k. das Photo der Karte sei erlaubt):

Fünf-Gang-Menü

Fünf-Gang-Menü

Dazu bestelle ich eine Weinbegleitung mit dem ausdrücklichen Wunsch auf Rotwein zu verzichten.

Wir starten mit diversen Amuse Gueule und eines davon ist ein Gemüsesalat. Als Omnivore mit einem starken Hang zum fleischlichen überrascht mich dieser Gemüsesalat sehr. Völlig neue, klare und einmalige Aromen der einzelnen Gemüse erschließen sich meinen Papillen und mir wird schnell klar, daß dies das geschmacklich beste Gemüse ist, das ich je gegessen habe. Nach dem Genuß könnte die Entscheidung Vegetarier sein zu wollen eher leicht fallen. (Wenigstens für jemanden der schwankend ist). Dabei wird ebenfalls eine Gemüsebrühe serviert. Gereicht in einer „Mokkatasse“ also etwa zwei, drei Schluck ist diese Brühe die Konzentration alles Pflanzlichen. Großartig – gerne würden wir noch ein Tässlein genießen. Die Gänge des Menüs sind hervorragend, den ersten Gang, der Faröer Lachs, der zart und geschmackvoll den Gaumen touchiert möchten wir hervorheben. Ebenfalls hervorzuheben ist die Weinbegleitung, die mich vollstens zufrieden stellt.

Eines ist klar, beim nächsten Urlaub in Binz ist ein Dinner im freustil so gut wie sicher.

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