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Über unverständliche Werbung

Werbung sollte verständlich sein um zu wirken. Dies ist eine Voraussetzung über die kaum nachgedacht wird, so banal scheint sie zu sein. So gibt es die Plurk App in deutscher Sprache. (Plurk ist ein Social Media Dienstleister und in Asien sehr erfolgreich. Ich nutze Plurk seit 2008) Die dort ausgelieferte Werbung von Unternehmen in Form von Antworten auf das eigene Geschriebene wird jedoch nur in chinesischer Schrift gezeigt. Wer kein Chinesisch beherrscht versteht die Werbung nicht. Möglicherweise betrachtet der ein oder die andere zu Beginn der „Plurkkarriere“ die ikonographische und geheimnisvolle Form der Schriftzeichen, die auch als ästhetisch schön empfunden werden können, etwas länger. Aber – die Werbung wird nicht den gewünschten Effekt erreichen. Die Auslieferung in chinesischen Schriftzeichen zeigt, daß die Werbetreibenden oder genauer Plurk die angesprochenen Nutzer zur selben Sprachgemeinschaft zählen. Damit scheint die Ansprache als Person gegeben zu sein. Aber ist es das wirklich, fühlt sich der Nutzer durch automatisierte und damit hochfrequente, unverständliche Werbung als Person angesprochen? In dem Kontext wäre die Frage eher zu verneinen.

Zensur im Web – die chinesische Methode

Zum heutigen 20. Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens scheint die chinesische Führung das Internet als einen nicht geheueren Ort der Freiheit, der Aufklärung, des Widerspruchs und anderer gefährlicher Machenschaften zu sehen, denn kurzerhand wurden schon seit einigen Tagen Webseiten gesperrt. Darunter befinden sich populäre Dienste wie z.B. Flickr, oder Twitter. Ebenfalls seit gestern ist mein eigener Account bei dem chinesischen Twitterklon fanfou.com gesperrt.

Sperrung meines fanfou-Accounts

Sperrung meines fanfou-Accounts

Natürlich gab es dazu auch eine offizielle Begründung des Dienstes, der diese Sperrung als Maintenance deklariert.

Diese Art der Zensur bleiben hoffentlich untaugliche Mittel von Diktaturen, die sich so schnell wie möglich auflösen. Für die deutsche Politik gibt es in Sachen Internet nichts, aber auch gar nichts in China zu lernen.