Schlagwort-Archive: gute digitale arbeit

Tüftler und Theoretiker

Auf dem Forschungsgipfel sagt der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, laut Telekom-Twitter-Account folgende Sätze:

„In der digitalen Welt siegen Tüftler über Theoretiker. Dafür müssen wir in Unternehmen Freiräume schaffen.“

Die beiden Sätze werfen mir Fragen auf. Erste Frage: Sind in der analogen Welt Theoretiker erfolgreicher als Tüftler und haben nicht auch in der analogen Welt Ingeneure und Handwerker die Nase vor gehabt und Theoretiker die Dinge nachlaufend erklärt? Die zweite Frage: Wer hat Freiräume in der analogen Welt; Theoretiker? Und daran schließen sich die dritte und noch mehr Fragen an: Wie müssen Unternehmen organisiert sein, damit Tüftler ihre Freiräume haben? Sind die hierarchisch, miltärisch, nach Befehl und Gehorsam organisierten Unternehmen für die Zukunft gerüstet? Sind Überwachung am Arbeitsplatz und Überwachung von Produktionsmitteln wie Rechner der Mitarbeiter samt Präsenzkultur zeitgemäß oder muß sich da was änderen?
Und wie verhält sich sich das Druckersche „Management by Objectives“ zum Vorgehensweise des Tüftlers?

#digitalLEBEN – Pausanias wirft ein Stöckchen

Der Pausanias hat mir in einem Blogbeitrag ein Stöckchen zugeworfen, das ich ihm nun beantworten möchte. Über Digitalisierung zu schreiben ist natürlich schwieriger als in der zunehmend digitalisierten Gesellschaft zu leben. Bemühe mich also um Verständlichkeit.

In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich …

… nichts, denn ähnlich wie Markus Gabriel meine ich, daß es die Welt nicht gibt. (Sorry Mäx aber diese Klugscheißerei mußte sein…) Meine Umgebung, mein Leben, das ist richtig, wird zunehmend digitalisiert und das seit langem. Denke ich unendlich viele Jahre zurück, an den Beginn meines Studiums, an dem ich in Sekundengeschwindigkeit mit Statistikprogrammen Faktorenanalysen rechnete, zu denen man in noch älteren Zeiten tagelang mit Millimeterpapier und Zirkel arbeitete, so war das erstaunlich. Wahrscheinlichkeiten ergodischer Systeme habe ich durch das Programmieren kleinerer BASIC Anwendungen verstanden. Digitalisierung dringt zwar in Produktionsprozesse ein, mein Stuhl auf dem ich gerade sitze ist aber noch ziemlich analog, ebenfalls das Fenster, aus dem ich schaue. Die digitale Kommunikation erweitert meine „Reichweite“ und erlaubt vielfältige Verbindung zu Menschen die physisch entfernt aber mir nah sind ebenso wie ungewollte bzw. erzwungene Kommunikation.

Mein Computer ist für mich …

… eine Maschine. Davon habe ich drei in Besitz: Laptop, Tablet und Smartphone. Vor unendlich vielen Jahren als kleiner Junge habe ich immer die Kommunikatoren bzw. Assistenten in den Perry Rhodan Filmen und der Raumschiff Enterprise Serie bewundert. Das wollte ich immer haben, etwas ähnliches scheint das Smartphone zu sein.

Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist…

… mir jedenfalls unbekannt, da ich heute nicht vorhersehen kann was ich morgen wissen werde. Von daher ist mir das Verwenden von Superlativen ein Greuel. Ich würde mir aber Fortschritte im Bereich der Medizin wünschen, denn die Digitalisierung eröffnet die Chance personalisierte Medizin technisch und auch wirtschaftlich möglich zu machen. Eine weitere Chance ist das Zugänglichmachen von Wissen, gerade auch Wissen, das ganz spezielle Antworten auf verzwickte Fragen im Alltagsleben gibt.

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Kommentar zum netzpolitischen Kongreß der SPD Bundestagsfraktion

Vorbemerkung: Die Tagesordnung des Kongresses vom 15.6.2012 ist im Blog der SPD-Bundestagsfraktion zu lesen. Martin Oetting hat dankenswerterweise die Keynote von Urs Gasser live mitgebloggt.

In Presseerzeugnissen und Blogs ist vieles über diesen Kongreß geschrieben worden, auf Twitter sind unzählige Kommentare in 140 Zeichen zu lesen gewesen, ich möchte mich auf zwei Aspekte beschränken. Der erste ist personeller Art und bezieht sich auf Frank-Walter Steinmeier auch als Stellvertreter seiner Generation, der zweite Aspekt ist inhaltlicher Art und bezieht sich auf den Diskussionspunkt „Gute digitale Arbeit“.

„Sowohl, als auch“ – „ja, aber“ in dieser abwägenden Art äußerte sich Frank-Walter Steinmeier zu den Fragen und Stichworten des Moderators. Jeder Chance eines Aspekts der Digitalisierung wurde sogleich das Risiko gegenübergestellt. Schließlich das Eingeständnis, in seiner Bewertung des Strukturwandels durch Digitalisierung noch zu keinem Urteil gekommen zu sein. Dies ist kein Beinbruch, um sich ein Urteil bilden zu können braucht man Zeit, andererseits sollte man dann aber jederzeit Gründe für sein Urteil geben können.
Ein Urteil zum Datenschutz und Digitalisierung hat sich Frank-Walter Steinmeier bereits gebildet und hier könnte Kritik ansetzen, denn anekdotische Ausführungen und die Vergleiche eines Staatswesens aus den beginnenden achziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts samt seiner autoritären Sicherheitsgesetzgebung mit einem Internetunternehmen aus dem 21. Weiterlesen