Sogenannte wichtige Leute oder solche, die sich wichtig nehmen sind schnellen Schrittes. Sie rennen fast. Rennen sie auf ein Ziel zu oder rennen sie vor etwas davon? Rennen sie um der Zeit zu entfliehen? Befinden sie sich in einem raumzeitlichen Durcheinander? Warum schreiten die Weisen?
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Über ein neues Device
Ein neues Device ist eingezogen. Geerbt hat es die Anwendungen und das Wissen des alten, das nun seine wohlverdiente Ruhe in der Tiefe und Stille einer Schublade genießt. Einen Namen hat das neue bereits, die Fetischisierung ist am ersten Tag vollständig.
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Über Fragen zur Gebrechlichkeit
Wenn die Beine versagen und der Verlust des Gangs vollzogen ist, wie fühlt sich der Mensch? Wenn die anerzogenen Regeln der Notdurft nicht mehr eingehalten werden können, wie fühlt sich der Mensch? Wenn die Worte nicht mehr formuliert werden können, wie fühlt sich der Mensch? Wenn die Augen zusehens schwächer werden, wie fühlt sich der Mensch? Die Traurigkeit, die den Menschen erfaßt, wenn er nicht mehr laufen, nicht mehr sehen, nicht mehr anerzogen Notdurft verrichten, nicht mehr richtig sprechen und nicht mehr richtig sehen kann, was macht das mit seinem Denken? Wie kann der traurige, nichtgehende, nicht mehr wie anerzogen Notdurft verrichtende, schlecht sprechende und schlecht sehende Mensch würdevoll als Mensch leben und begleitet werden?
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Über den Verlust des Fettrands
Fett ist der Geschmacksträger par excellence. Muß sein Verzehr eingeschränkt werden ist die Irritation groß. Kein Mett, keine panierten Schnitzel, keine Fritten, keine Hämmchen, nicht mal Rumpsteak, ja was soll denn jetzt werden? Auf sich selbst zurückgeworfen, hat sich das Subjekt mit seiner Natur zu beschäftigen, die es verdrängt hat. Der eigene Körper macht Angst. Diese Erfahrung ist fürchterlich. Wird der Verzicht mit Rigidität gelebt ist überzogen. Bei richtig gelebtem Verzicht werden Mett, panierte Schnitzel, Fitten und Hämmchen das zwar Seltene, das Besondere sein und genußvoller als je zuvor. Der Fettrand ist zurück.
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Über don’t meet because it’s Thursday
Das Wort „Leadership“ bewirkt eine Gänsehaut und das Zusammenziehen der Nackenmuskulatur. „Führung“ ist eine personifizierte Form des gesellschaftlichen Drucks, „Führungsprinzipien“ ihre Anwendung.
„Don’t meet because it’s Thursday“ ist ein negativ formuliertes „Führungsprinzip“. Nicht die Geschäftigkeit, nicht die Anwesenheit zählen. Auch die beliebten Sätze – das haben wir immer schon so gemacht; das haben wir noch nie gemacht – die Killer- und Todschlagphrasen jeglicher Veränderung werden damit negiert. Empirisch wird das Prinzip obstruiert indem Arbeitsprozesse so gestaltet werden, daß Geschäftigkeit und Anwesenheit doch trotz gegenteiliger Verlautbarung wieder als wesentliche Faktoren gesehen werden. Und Beharrungskräfte in der Organisation nehmen gemeinhin die Stärke der Gravitation Schwarzer Löcher ein. Trotzdem, das Prinzip bietet Chancen, denn es läßt Raum für das Finden von unbekannten Lösungen. Die Frage ist nur, in welcher Konstellation innerhalb der Organisation es sich verwirklichen läßt?