Die leckersten Rosinenschnecken der Stadt werden in der Lebensmittelabteilung des Vertrauens in der Stadt angeboten. Sie sind rechtsgewunden. Die beste Art sie zu verspeisen ist, sich entlang der Sutur mit Bissen in den Windungsumgang, der Apex zu nähern. Mit jedem Bissen wird der Mund mit köstlichen Rosinen gefüllt, ein Genuß. Beim Finale wird mit Wonne die Apex fein zerkaut. Nur so geht das Essen von Rosinenschnecken…
Schlagwort: erschwingliche Lebensmittel
-
Über die Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt
Wirtschaftstheorie meint Preise seien Knappheitsindikatoren. Danach müßten Bratwürste auf Berliner Weihnachtsmärkten in Mitte ein mehr als knappes Gut sein, sie müßten selten sein. Eine einfache Wald-und-Wiesen-Bratwurst wird für 4 € verkauft. Hammerpreis! Liegt der Tauschwert so deutlich über dem Gebrauchswert ist Verzicht auf den Kauf eine gute Idee – und sie sich zuhause selber zuzubereiten.
-
Über den Kiezliter
Wer mit dem Bestehenden unzufrieden ist tut gut daran dieses genau zu analysieren oder einen Blick in die Vergangeheit zu tun. Bier im Henkelmann zu kaufen und mit nach Hause zu nehmen war eine Üblichkeit. In Kreuzberg wird dieses in der Markthalle Neun erneut popularisiert und der Gegend damit eine wunderbare Trinkkultur zurück gegeben. Das lose Bier, deutlich billiger als der Flaschenverkauf macht der Nachbarschaft damit ein preislich sehr gutes Angebot und leistet einen Beitrag zur Befriedung nach den Irritationen rund um die Halle. Ästhetisch sind die Trinkflaschen in der tat….

Kiezliter
-
Über das Karfreitagsteakessen
Die Motive des Initiators des Karfreitagsteakessens liegen im Dunklen. Ob es ein Widerspruch gegen die religiöse Verzehrvorschrift oder ob es einfach die Sehnsucht nach einem geselligen Abendessen war, wer weiß? Die Essensvorlieben der Dinnergesellschaft sind in Bewegung. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Vegetarierïnnen zu….
-
Über das Schokoladenhaus
In Mitte steht das Schokoladenhaus prominent am Rande des Gendarmenmarkts. Dort gibt es süße Versuchungen zu probieren und zu kaufen. Touristïnnen aus aller Welt mögen das Angebot. Vor dem Haus kniet am Rande des Bordsteins, in einiger Entfernung vom roten Teppich, der in den Laden führt ein Bettler. Mit leiser Stimme trägt er sein Anliegen vor. Die Menschen übersehen ihn. Es ist ein kaum zu ertragenden Kontrast zwischen dem süßen Luxus im Gebäude und der bitteren Armut vor ihm.
-
Über den Verlust des Fettrands
Fett ist der Geschmacksträger par excellence. Muß sein Verzehr eingeschränkt werden ist die Irritation groß. Kein Mett, keine panierten Schnitzel, keine Fritten, keine Hämmchen, nicht mal Rumpsteak, ja was soll denn jetzt werden? Auf sich selbst zurückgeworfen, hat sich das Subjekt mit seiner Natur zu beschäftigen, die es verdrängt hat. Der eigene Körper macht Angst. Diese Erfahrung ist fürchterlich. Wird der Verzicht mit Rigidität gelebt ist überzogen. Bei richtig gelebtem Verzicht werden Mett, panierte Schnitzel, Fitten und Hämmchen das zwar Seltene, das Besondere sein und genußvoller als je zuvor. Der Fettrand ist zurück.

