Das Straßenfest zum zwanzigsten Karneval der Kulturen besuchte ich, den Üblichkeiten folgend, gleich am ersten Tag, am Freitagnachmittag. Zu der Zeit erwartete ich, wie jedes Jahr, noch wenig Publikum und gutes Durchkommen um die Strecke schnellen Schrittes abzulaufen und mir interessante Aussteller zu merken, die ich dann gezielt besuchen könnte. Aber – Überraschung das Straßenfest war schon gut besucht, insbesondere am Waterloo-Ufer drängten sich bereits die Interessenten. Es war also mächtig was los.
Waterloo-Ufer
Das Angebot war eigentlich wie jedes Jahr, auffällig nur die Zahl der „Vodka-Bars“. Vodka scheint einen Hype zu erfahren.
Ich aß ein sehr leckeres Schaschlik, trank dazu verschiedene Vodka und zum Abschluß ein Augustiner gegen den Durst. Internationale Biere waren selbstverständlich präsent, Craftbiere nicht oder so unscheinbar präsentiert, daß ich sie übersah.
In der Erwartung noch deutlich erhöhter Besucherzahlen verzichtete ich auf weitere Besuche an den Folgetagen. Im kommenden Jahr dann wie üblich.
Heute ist Tag des deutschen Bieres, der eigentlich kein wirklicher Feiertag für die Biertrinker sondern eher ein Feiertag für die (Groß)Brauindustrie ist. Der Tag erinnert an den Erlaß der Bayerischen Landesordnung von 1516, in dem das „Bayerische Reinheitsgebot“ verschriftlicht wurde. Warum das Reinheitsgebot im 21. Jahrhundert langsam antiquitiert und verbraucherunfreundlich ist schildert Volker Quante in seinem Blog. Welche Seltsamkeiten dieser Erlaß bedeutet ist auf der Seite Bier des Tages zu lesen. Felix gar, fordert ganz geekig ein Reinheitsgebot 2.0. Diesen Ausführungen möchte ich mich gerne anschließen und plädiere einerseits für das Selberbrauen oder für den Schwenk der Konsumgewohnheiten hin zu Bieren von (kleineren) Brauereien die handwerklich produzieren. Also Prost!
In der Markthalle Neun findet heute die zweite Wurst und Bier statt. Von 11 bis 19 Uhr ist das Verkosten von Craft Bieren und fleischlichen Genüssen angesagt. Ich bin pünktlich um 11 Uhr da, denn es wird garaniert voll werden, nasche leckere Bratwürste und delektiere mich an den Bieren von Heidenpeters, AleBrower, Hans Müller Sommelierbier/ Hans-Craft sowie Kehrwieder und anderen Köstlichkeiten. Wie vermutet, ist es recht schnell voll in der Halle, die Stimmung ist außerordentlich gut, um 14 Uhr verabschiede ich mich leider schon. Ich verlasse die Markthalle an einer riesigen Schlange Eintrittwilliger, die bis auf die Straße reicht, vorbei. Im nächsten Jahr werde ich gerne wieder dabei sein – und natürlich pünktlich zu Beginn.
Heute ist eine gute Gelegenheit auf „horax schreibt hier“ ein Blog vorzustellen, das seinem geneigten Publikum sicherlich viel Anregungen und Diskussionsstoff bietet und bieten wird, das Blog Lieblingsbier von Bierblogger Felix vom Endt. Felix Blog lag ein halbes Jahr im Dornröschenschlaf, hat nun ein Relaunch erfahren und ist seit dieser Woche wieder online. Für Felix war Lieblingsbier vor dem Relaunch eher ein Magazin, zukünftig soll es klar als Blog mit den Themenbereichen Bier, Essen sowie Kultur ausgerichtet sein. Ich bin sehr gespannt und nehme Lieblingsbier in meine Blogrolle auf. Felix habe ich an der Heidenpeters Bar kennengelernt. Felix hat in Craft Beer Brauereien in Vancouver gebraut, braut bei Johannes Heidenpeters mit und ist auch Heimbrauer. Felix weiß genau wovon er spricht, seine Gedanken zu Bier, Brauen und gutes Essen sind höchst anregend. Ich schätze ihn als onlineaffinen interessanten und sympathischen Mensch, seine Gedanken auf Lieblingbier empfehle ich gerne weiter.
Man photographiert Dinge um sie aus dem Sinn zu verscheuchen. (Franz Kafka nach Gustav Janouch)
Für dieses Jahr habe ich bewußt keine Herzliste aufgestellt, denn mir erscheint es wichtiger die Vorauaussetzungen der Notwendigkeit einer solchen Herzliste, “…was aber im Alltag auf Grund von Zeitmangel, Stress oder fehlender Ruhe meist untergeht”, möglichst zu verändern. Die Grundstock für das gute Leben ist die Vermittlung von vita activa und vita contemplativa und nicht ein Übergewicht von „Aktivität“. Auch einen schriftlichen Jahresrückblick habe ich mir verkniffen, dafür aber im Gesichtsbuch die Funktion Jahresrückblick auf Basis der eingestellten Photographien genutzt. Die Kommentare zum Ergebnis sind irgendwie belustigend, von „Essen und Bier, mehr gabs nicht…“ über „man könnte sagen: beer & burger“ und „fast etws monothematisch – aber genau mein Ding“ zu „geradezu kronknorke“ wird das Übergewicht von Essens- und Bierbildern beschrieben. Dabei ist dies nur eine ziemlich kleine Auswahl an Bildern, die ich an anderen Orten aufbewahre. Die für mich wirklich wichtigen Bilder, die, die ich sehe wenn ich die Augen geschlossen gehalte, die sozusagen aus dem Unbewußten kommen sind das gezeigte Panorama und die Homebrewingbilder. Letzteres ist sicher keine Überraschung, das Panorama „verstehen“ nur drei Menschen mit denen ich im Gesichtsbuch verbunden bin.
Heute ist mein erster Brautag, ich habe es also getan: Mein erstes Bier gemaischt, geläutert, Hopfen gekocht, viel sterilisiert und die Würze in das Glasgefäß zum Gären abgefüllt. Jetzt heißt es abwarten bis nächste Woche. Bin völlig erledigt von der Aufregung und dem Tag. Deshalb erlaube ich mir nur eine kurzen Post und das Weitere dann wenn das Bier fertig ist.
Das erste Bier von Johann Heidenpeter trinke ich auf dem Berliner Craft Bier Fest 2014 am 30 Mai. Das erste ist das Saisonniére, das zweite ist die Thirsty Lady und das dritte ist das Pale Ale, das ich sofort zu meinem Lieblingsbier erkläre. Meine Bewertungen zu den Bieren von Heidenpeters und anderen kann sich der geneigte Interessent bei Untappd ansehen. Danach dauert es eine Weile bis zu einem zufälligen Besuch in der Markthalle IX bei dem ich nun auch den Stand von Heidenpeters entdecke. Selbstverständlich trinke ich die Karte herunter was nicht sonderlich schwer ist, da sie grundsätzlich drei Biere umfaßt. Der selbstgebaute Stand aus Holz, hinten in der Ecke der Markthalle drückt Minimalismus aus, was ich besonders sympathisch, denn nichts lenkt den Besucher vom Genießen der Biere ab. Im Gespräch mit Bedienung und Kunden, sowie auch einer kurzen Recherche auf den einschlägigen Blogs beginne ich das Konzept von Heidenpeters zu verstehen und bin schon ein klein wenig beeindruckt von Johanns klarer Art der Selbstbestimmung. Das Bier zu brauen, das man selbst für das richtige hält ohne sich hereinreden zu lassen und dieses noch zum Erfolg zu führen finde ich bemerkenswert. Das ist ja fast „Steve-Jobs-artig“. Seit diesem ersten zufälligen Besuch komme ich, so oft es die Zeit erlaubt, wieder. Es ist irgendwie ein gutes Gefühl zu wissen, daß unter seinen Füßen im Keller des Gebäudes der Brauprozeß stattfindet. Das Bier wird in kleinen Mengen produziert, auch hier will Johann sich nicht irgendwelchen Zwängen ausliefern. Ich bin nur froh über den Außerhausverkauf, den man ebenfalls am Stand tätigen kann. Zwei Euro für eine 0,33l Flasche handgebrautes Bier finde ich angemessen und nehme gerne sechs davon fürs Wochenende mit. Zweifünfzig für ein Glas im Ausschank ist ebenfalls angemessen. Ich glaube, hätte das Heidenpeters Hocker an seinem Stand, dann wären meine Sessions dort sicherlich länger aber ich vermute mal darauf wurde bewußt verzichtet.
Pale Ale von Heidenpeters
Ich finde es hochspannend, wie z.B. das Pale Ale je nach gebrauter Charge mal mehr, mal weniger im Geschmack differiert denn in einem handwerklichen Verfahren kommte es im Zeitablauf zu Abweichungen im Produktionsprozeß. Ich empfehle die Biere von Heidenpeters nachdrücklich.