Schlagwort: craft beer
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Handgemachtes in Prenzelberg
Mit Freunden und ihrem Kleinkind einen Spaziergang über das „Handgemacht – junges Brauen trifft Straßenküche“ auf dem Gelände der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg ist an diesem Sonntagnachmittag eine äußerst erbauliche Beschäftigung. Das Kleine ist an diesem herrlichen Frühlingstag äußerst munter und hat seine ganz eigene Freude an diesem Ausflug.
Von der Liste der Brauereien möchte ich unbedingt den Stand von Fräulein Brauer besuchen, hatte die Holde bereits von der Brauerei im „täglichen Presseerzeugnis des Vertrauens“ unter der Rubrik „Startup“ gelesen. Fräulein Brauer hat einen Doppelbock, ein Bockbier, ein Pils und ein Export am Hahn. Ich entscheide mich für das Export, da es das Bier mit dem niedrigsten Alkoholgehalt ist. Niedrig ist der Gehalt mit 6,2% nicht wirklich aber so what… Und ich bin nicht enttäuscht, dieses Export hat Geschmack. Vom Hopfen her citraesque, kann ich kaum glauben was ich da trinke. Soll es wirklich ein Export sein oder ist es ein Fehlversuch? Völlig egal, das Export ist ein Hammer! Fräulein Brauer steht auf meiner Verkosten-Wollen-Liste ab jetzt ganz oben.
Von Vagabund probiere ich die Berliner Weisse mit sportiven 4,7%. Ein sehr schönes Sauerbier, nicht zu sauer sondern ausgewogen und herrlich trinkbar an diesem warmen Nachmittag mit fast 29 Grad. Vagabund zeigt damit wieder eindruckvoll was die Brauerei kann.
Gegessen habe ich ganz berlinerisch, nämlich ein schönes Eisbeinsandwich von Pannek seine Budike. Äußerst feines Sandwich, Geschmack und Qualität machen Lust auf mehr.

Eisbeinsandwich Und ist der Name nicht knorke?
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Begegnung mit einem Fußballfan
Heute ist DFB-Pokalfinale in der Stadt. Schon seit gestern trifft man, in den jeweiligen Vereinstrikots gewandete Fußballfans auf den Straßen. Selbst im tiefsten Kreuzberg finden sich Fans von Auswärts an meiner Lieblingsbierbar ein. Und man kommt so über das Bier leicht ins Gespräch. Ich erfahre, daß sie nicht ins Stadion gehen werden, da sie keine Tickets bekommen haben; für ein Ticket muß man sich bewerben – das wußte ich nicht. Auch an den bekannten Public-Viewing Örtlichkeiten werden sie sich das Endspiel nicht ansehen. Ich bin etwas überrascht – eine Reise quer durch die Republik zum Pokalfinale um das Spiel weder im Stadion noch im Publikum an quasiöffentlichen Gelegenheiten zu sehen – ja was denn dann? Die Lösung ist ziemlich einfach. Der Fan und seine Begleitung schauen das Spiel mit und bei einer Berliner Freundin im TV. Die Stimmung hier in der Stadt sei eben eine ganz besondere meinen sie – so mußten sie die Reise machen. Erstaunlich, nicht wahr?
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Über Inselbiere
Rügen hat also eine Insel Brauerei! Überrascht stehe ich im Getränkeland Binz und nehme die Flaschen verschiedener Sorten in die Hand. Die einzelnen Sorten haben eher lustige maritime Benamungen wie Seepferd, Insel Kap oder Baltic Dubble. Ich packe mir sechs verschiedene Flaschen ein und freue mich auf die Verkostung im Hotel.
Die Brauer machen die Verkostung für den geneigten Interessenten sehr einfach. Auf dem Papier, das die Flaschen umwickelt, werden umfangreiche Informationen, wie Bierstil, internationale Bierkategorie, Geschmack, Zutaten, Trinktemperarur, Trinkanlaß u.v.m. gegeben. In Verbindung mit den „Produktinformationen“ auf der Webseite der Brauerei geht sie einen hevorragenden Weg der Transparenz. Der geneigte Interessent ist also ohne großen Aufwand in der Lage die einzelnen Biere in eine sinnvolle Verkostungsreihenfolge zu bringen und zu genießen.
Elf der zwölf Sorten habe ich probiert, meine Bewertungen sind auf untappd zu lesen, zwei Biere unterschiedlicher Kategorien seien herausgehoben, einerseits das Insel Kap, ein Oatmeal Stout und andereseits das Meerjungfrau, ein Sour Ale. Beide Biere sind wunderbar zu trinken.

Auswahl Rügener Insel Brauerei
Zwölf Sorten sind, wie bereits bemerkt, im Verkauf, die Brauerei wird es sich nicht nehmen lassen zu variieren, neue Sorten zu kreieren und bereit zustellen. Zu meinem nächsten Besuch in Binz freue ich mich auf die Biere der Rügener Insel Brauerei bereits im Voraus.
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Die Herbstschöne
Für den Sommer braut der Johannes Heidenpeter gelegentlich ein Framboise. Sein beliebtetstes Bier, das American Pale Ale wird eine angessene Zeit lang auf gefrorenen Himbeeren gelagert und entwickelt sich so zu einem Framboise – mein absolutes Oberlieblingslieblingsbier. Im Sommer ist es herrlich zu trinken, in Sommernächten noch viel, viel herrlicher. Ein Sommerbier also, nicht für die ungemütliche oder kalte Jahreszeit gedacht. Allerdings haben er und sein Team sich doch an eine weitere Framboise gewagt, die sogenannte „Herbst Framboise“. Was für ein Ale auf den Himbeeren gelagert wird ist mir unbekannt. Im fehlt auf jeden Fall die Fruchtigkeit und der Duft der amerikanischen Hopfen, kein Aprikosen- oder Holunderblütenaroma, es fehlt die Leichtigleit. Das Ale der „Herbst Framboise“ ist schwer, der Alkoholgehalt höher. Die Schwere zusammen harmoniert ungewöhnlich mit einer gewissen Säure, es ist biergewordene Bricolage. Deshalb trinkt sich diese schwere, säuerliche Framboise wunderbar zu Pfannkuchen. Die Säure der Farmboise kontrastiert die Süße des Pfannkuchens (natürlich mit Eierlikör) zu einem ganz ungewöhnlichen Geschmackserlebnis. Passend in der eher ungemütlichen Jahreszeit ist es zum Karnevalsbeginn am 11.11. eine überraschende Herbstschöne.

Herbst Framboise, Pfannkuchen mit Eierlikör
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Eine seltsame Platzierung im Regal
Die Lebensmittelabteilung des Vertauens in der Stadt hat ihren Bierverkaufsbereich umgestaltet. Im Gegensatz zu den großzügig gestaltenen Bereichen Weine oder Hochprozentiges, die jeweils beratendes Verkaufspersonal haben, ist der Bierbereich deutlich kleiner und ohne eigenes Personal. Das fände ich für mich persönlich nicht weiter schlimm, falls der Bereich eine sich mir erschließende Ordnung hätte. Die einzige Ordnung, die ich erkennen kann ist die nach Ländern. Nicht ersichtlich ist mir eine Ordnung nach Bierarten geschweige denn eine separate Sortierung in oder nach Craftbieren vs Rest. Das führt dann zu verwirrenden Platzierungen sodaß das Black Flag Imperial Stout von Schoppe Bräu und das Pale Ale von Flying Turtle neben Standardpilsetten industrieller Brauerereien stehen.

Bierplatzierung Ich wünsche mir da ein wenig mehr Klarheit und Herzblut, so wie das in anderen Bereichen der Lebensmittelabteilung des Vertrauens gang und gäbe ist.
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Kurzbesuch auf der Biermeile
Vor zehn bis fünfzehn Jahren war mein letzter Besuch auf dem Internationalen Berliner Bierfestival und dieses Wochenende ist es wieder mal soweit. Ich bin in Gesellschaft, wir sind an handwerklich produzierenden Brauereien interessiert. Es ist heiß, viel zu heiß für einen längeren Besuch. Wir besuchen u.a. die Stände von Bierlinie, Brewdog, Rollberg, Braukunstkeller und Dérer. Einige Kühlmaschinen sind zu schwach, die offerierten Biere daher zu warm.
Ein wirklich herausragender Sud ist das Salted Lime Wit/Gose von Vagabund, das Dérer am Hahn hat. Sehr erfrischend, säuerlich und leicht mit 4,8% ist das ein Bier, das sich ausgezeichnet bei der Hitze trinken läßt. Der Gemeinschaftssud von Braukunstkeller und Kehrwieder Kreativbrauerei, das „historische“ Köpenicker Moll, ein Rauchbier mit Rauch- und Sauermalznoten und 5,2% wird auf Maulbeerbaum-Chips gelagert. Es wird in der Flasche gereicht. Ich finde das Bier interessant, hat aber eine Trinktemperatur von deutlich über 6 Grad, eine erneute Verkostung wäre angemessen.
Die Biermeile versteht sich als eine internationale Veranstaltung mit 340 Brauereien aus 87 Ländern mit ca. 2400 Bieren und erwartet 800.000 Besucher über drei Tage. Das ist für die Veranstalter ein Erfolg. Mein Besuch im nächsten Jahr ist offen.
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Bericht zum Craft Beer Crawl der Bierinseln Berlin
Der mit Spannung erwartete Tag ist da, der Craft Beer Crawl der Bierinseln Berlin beginnt. (Felix schreibt über die Hintergründe, die Bedeutung der Bierinsel Initiative wie immer kenntnisreich in diesem Post.) Eine Route habe ich mir bereits festgelegt. Alle ausgesuchten Bierinseln auf diesem Kurs sind Gelegenheiten, die ich noch nicht besucht habe. Eine Menge neuer Eindrücke erwarten mich.
Pünktlich um 12 Uhr geht es mit der U6 vom Mehringplatz zur Seestraße, dann sind es nur ein paar Schritte zu Fuß bis zur ersten Bierinsel, der Vagabund Brauerei. Beim Betreten des Taprooms habe ich das Gefühl einer Zeitreise in die Vergangenheit. War ich doch in einem anderen Leben rund um die damalige TFH und im Afrikanischen Viertel unterwegs. Der Taproom erinnert in Lage und Ausstattung daran. Vier Biere sind am Hahn, ich wähle drei davon aus und bitte den Vagabunden mir die richtige Reihenfolge zu benennen, in der ich die Biere verkosten soll, das Ergebnis ist folgendes:

Vagabund Brauerei: von rechts, Double IPA 7,1%, Szesuan Saison 5,2%, Rainer`s Rye Saison 7,5% Die Gläser empfinde ich sehr angenehm, die Temperatur der Biere ist an diesem doch heißen Tag auf den Punkt. Die drei Biere schmecken mir ausgezeichnet und ich bin mir sicher, daß dies nicht mein letzter Besuch bei Vagabund sein wird.
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Route der Bierinseln Berlin
Was die „Bierinseln Berlin“ sind, ist hier zu lesen. Der famosen Craft Beer Crawl lege ich meine persönliche Route zugrunde. Sie beginnt im Wedding, führt über Gesundbrunnen nach Prenzlauer Berg und Mitte und endet schließlich in Kreuzberg. Von den insgesamt 21 Bierinseln besusche ich sieben, zusätzlich kommt noch die Stammbar dazu. Die Route mit den Taprooms und Besuchszeiten sind auf den folgenden beiden Bildern aus Swarm zu sehen:

craft beer crawl 1 
craft beer crawl (2) Ein umfangreicherer Post zur „Bierinseln Berlin“ folgt in den nächsten Tagen.
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Über die „Bier & Burger“ Gang
Wir sind nun eine „Bier & Burger“ Gang, die weltbeste natürlich und geheim. Geheim deshalb, weil unsere Kommunikation auf Threema läuft. Und weltbeste deshalb, weil tolle Leute dabei sind und Serendipität unser Gemüse ist, wie sich gleich beim ersten Treffen herausstellt. Zeitpunkt und Lokation des ersten Treffens wird also verabredet und -sieh da, Sidol- eine Tischreservierung ist nicht möglich, da die Braterei Ruhetag hat, was sie aber auf der Homepage nicht vermerkt. Weitere Tischreservierungen bei alternativen Bratereien schlagen fehl und so treffen wir uns ohne Tischreservierung auf der gegenüberliegenden Straßenseite vom Hops. Wir sind pünktlich, großes Hallo und die Burgerfans beschließen spontan einen Besuch im Restaurant Spätzle & Knödel zwei Schritte vom Hops entfernt. Ich bin begeistert, schwäbische Küche ist großartig und bis zu dem Zeitpunkt kannte ich das Restaurant nicht. Unsere Iron Blogger Berlin Bierkassenleerung machen wir grundsätzlich im Hops, zu anderen Gelegenheiten bin ich dort ebenfalls und mir fällt das „Spätzle & Knödel“ jetzt erst auf. Die scheinbare Malaise eines Ruhetags der gewünschten Braterei schafft eine überraschende und wohlfeile Alternative. Ich nehme ein Wiener Schnitzel mit Gurken-Kartoffelsalat für 14,90€ von der Sonderkarte und trinke dazu ein angenehmes Oberelchinger Prälat. Die Mitessenden sind mir ihrer Wahl ebenfalls sehr zufrieden.
Wiener Schnitzel mit Gurken-Kartoffelsalat
