Aus nördlicher Perspektive scheinen bayerische Restaurants ein Schlaraffenland zu sein: krosse Keulen, herrliches Bier – aber das Zentrale ist die Innereienküche. Das ist wichtig zu wiederholen: Innereienküche, Innereienküche, Innereienküche…… Um so seltsamer ist die Erfahrung sobald im Draußen am Gendarmenmarkt meistens „Currywurst, Pommes“ gegessen wird. Das wirft Fragen auf…
Kategorie: allgemein
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Über einen Sonntag 8
Schreibübung im (Sonntagstagebuch)bloggen in Sätzen mit maximal zwei Wörtern, die sich im Text nicht wiederholen dürfen – eine spielerische Modifikation.
Äuglein aufmachen. Toilette aufsuchen. Schlafqualität ermitteln. Blutdruckmessgerät positionieren. Holde liebkosen. Nase schneuzen. Kaffee eingießen. Draußen betrachten. Schlafzimmerfenster kippen. Betten aufschütteln. Flugmodus rausnehmen. Feedreader durchgehen. Mastodon öffnen. Eierkocher anschalten. Schnittlauch schneiden. Frühstück auskosten. Zähne putzen. Plurk grüßen. Sonntagszeitung durchforsten. Katzenwäsche durchführen. Müll rausbringen. Briefkasten aufschließen. Porter trinken. Geschirr spülen. Wasserflasche kaltstellen. Danksagung finden. Emotion zeigen. horaxnotes rebloggen. Altpapier zusammentragen. IPA schlürfen. Filegros brutzeln. Hollandaise umrühren. Abendessen verzehren. Satt sein. Muttern anklingeln. Rezept erörtern. Fernsehzeitung auswerten. Gerichtsfilm ansehen. Magerjoghurt essen. Mund spülen. Stichworte zusammentragen. Notiz schreiben. Nanostromausfall überrascht. Router rebooten. Kaffeemaschine bestücken. Ausgiebig gähnen. Blogbeitrag veröffentlichen. iPad abschalten. Gute Nacht.
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Habermas
Als hätten wir nicht im Alltag das Gefühl, der Himmel fiele uns auf den Kopf, da stirbt Jürgen Habermas.
Das geht ja eigentlich gar nicht, ist aber leider so…
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Über Relektüre
„Wenn ich zuweilen in einem meiner alten Gedankenbücher einen guten Gedanken von mir lese, so wundere ich mich, wie er mir und meinem System so fremd hat werden können, und freue mich nun so darüber, wie über einen Gedanken meiner Vorfahren.“ schreibt Georg Christoph Lichtenberg in den Gedankenbüchern, 1963 herausgegeben von Franz Mautner bei S. Fischer.
Beim erneuten Lesen einzelner Posts hier in meinem Blog oder in meinem Tumblelog ergeht es mir ähnlich. Ich wundere mich, daß ich bestimmte Sachverhalte bereits gedacht und verschriftlicht habe, die mir in der Gegenwart einfallen und irgendwie wichtig erscheinen und von denen ich denke, daß ich sie mir im Moment einfallen. Es scheint tatsächlich so zu sein, daß Verschriftlichen Vergessen heißt. Geschriebenes ist – egal ob in Binärschrift oder alphabetisch – fixiert beziehungsweise gespeichert und kann getrost vergessen werden. Vielleicht sollte ich mehr verschriftlichen um Platz für Neues zu machen…
(Beitrag vom 10.6.2021 in „horax sammelt hier“)
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Über einen Sonntag 7
Vor acht Jahren (tagebuch)bloggte ich in Sätzen mit zwei Worten – eine spielerische Modifikation – über einige Sonntage. Die Tage in dieser Kürze zu beschreiben fiel mir nicht leicht da die Worte im Text möglichst nicht wiederholt werden sollten. Das ging stockend von der Hand. Vielleicht werde ich die Schreibübung in unregelmäßigen Abständen wiederholen.
Augen aufschlagen. Latschen anziehen. Schlafqualität prüfen. Blutdruck messen. Morgen sagen. Holde küssen. Kaffee brühen. Regen betrachten. Unleidlich sein. Tablet anschalten. Mastodon öffnen. Netnewswirebutton drücken. Plurk starten. Schrippen aufwärmen. Minigurke aufschneiden. Philosophiesendung sehen. Duschen verwerfen. Bücher bestellen. Hunger bekommen. Schnitzel naschen. Balkonthermometer ablesen. Rausgehen absagen. Interdentalbürstchen austauschen. Geschirr abwaschen. Eisberge bestaunen. Senf rausstellen. Eier anpieken. Bereal bespielen. Tüften abgießen. Abendessen genießen. Gesättigt fühlen. Muttern anrufen. Trauer empfinden. Fernsehzeitung studieren. Tatort schauen. Magerjoghurt schleckern. Zähne putzen. Tippi zuhören. Stichworte zusammenreimen. Kaffeemaschine vorbereiten. Sporttasche packen. Müde werden. Blogbeitrag publizieren. Gute Nacht.
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Dummerweise verplappert
Zu Beginn der gestrigen Freitagsrunde in der Markthalle Neun habe ich dummerweise die Existenz dieses Blogs erwähnt. Es wurde sich dafür interessiert, den Namen habe ich verschwiegen; die Leute an der Bar kennen mein Tumblelog und können darüber nach hier referenzieren. Ob mir die Inhalte peinlich wären wurde gefragt und ein wenig musste ich das zugestehen. Ich möchte keine Beiträge in der ersten Form Singular schreiben denn ich denke da fehlt ein gewisser Abstand, eine gewisse Reflektion – Michel de Montaigne möge mir verzeihen. Ausnahmsweise mache ich das heute, vielleicht wirkt das Bier nach…
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Über das iPhone 8 und sein Back Cover
Im April 2019 zog das aktuelle iPhone 8 als Nachfolgerin eines defekten iPhone 8 hier ein. Knapp ein Jahr trug es die Last des Daseins als Unternehmenshandy bis 2020 diese Bürde entfiel. Seit sieben Jahren funktioniert es ohne Fehl und Tadel. Die Oberfläche ist makellos, Riefen sind nicht zu erkennen. Knöpfe und Anschlüsse tun was sie sollen. Das Betriebssystem ist etwas außer Mode, eine Applikation wird nicht mehr upgedated, eine weitere musste wegen Ausfall gelöscht werden. Eine neue Applikation konnte nicht geladen werden. Mit einer maximalen Kapazität von 93% der Batterieleistung im Neuzustand ist es fit genug keine Nachfolgerin zu dulden. Es wird wohl noch eine Weile hier wohnen.
(mehr …)
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2025
Aus Sicht des Januars scheint 2025 zum Annus Horribilis zu werden; ab April entspannt es sich um im Mai, Juni, Juli ein freundlicheres Gesicht zu zeigen. Das Jahr verhärtet sich ab Oktober und klingt im Dezember freundlich aus.
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2024
Der Blick liegt in 2024 auf dem Essen, das Bier tritt zurück.

topnine 2024 Das neue Jahr wird sicher herrlich werden.
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Gleichzeitigkeit?
Gleichzeitigkeit bei akademisch bierologischen Namensaktivitäten in der aktuellen Woche: Der Gasthörer bespricht im Seminar das Kapitel „Einbruch des Namens in das Chaos des Unbenannten“ aus Hans Blumenbergs „Arbeit am Mythos“. Der Brauer ordnet seine Angebotstafel mit neuen Schriften und benamt die Mehrzahl der nur mit Sorte benannten Biere.