Archiv der Kategorie: allgemein

Hochbetagte

Die Wochenendausgabe der Süddeutschen berichtet in der Kategorie Wissen über neue Erkenntnisse der Langlebigkeit bei Menschen. Nicht objektive Kriterien wie aktueller Gesundheitszustand, soziale Teilnahme und Funktionsstatus, sondern die subjektive Bewertung der eigenen Lebenssituation sollen relevant sein. Der gelungene Umgang mit den eigenen Ressourcen, trotz körperlicher Gebrechen sei der Schlüssel. Optimismus und Lebensmut, -willen sind wichtig. Als Jüngere ist das Hineinversetzen in die Körperlichkeit und Bedürfnisse Hochbetagter sehr, sehr schwierig. Wir dürfen hier nicht unbedingt Kausalität mit Korrelation verwechseln, denn die „Stichprobe der Hochbetagten“ ist natürlich selektiv. Aber spannend und nachdenkenswert scheinen die neuesten Forschungsergebnisse zu sein. Und persönlich relevanter werden diese Ergebnisse natürlich auch…

Heute nur Babyschritte

Die Reaktion erfolgt auf dem Fuße. Vier Wochen Trainingsabstinenz an den Kraftmaschinen hinterlässt beim erneuten Training seine Spuren. Und zwar deutliche Spuren und mit einem einfachen Wort ausgedrückt – Muskelkater. Heute schmerzen Stellen am gesamten Körper, die ich lange nicht gespürt habe und andere von denen ich nicht wußte, daß sie auch schmerzen können. Morgen wird der schmerzliche Höhepunkt der Folgen dieser Pause sein. Nicht, dass ich mich darauf freue. Heute und morgen wird mein Schritt nicht ausholend, federnd und dynamisch sein, sondern ich bin und werde nur zu einem Gang in der Lage sein – Babyschritte…

Das Wahllokal

Früher[TM] war unser Wahllokal eine richtige Wirtschaft, Kneipe, Restaurant. „Zum eisernen Gustav“ hieß die Räumlichkeit, sie existiert weiterhin am Mehringplatz als Restauration aber unter anderem Label. (Die Suchmaschine des Vertrauens findet sie samt einiger Bilder aus der Zeit) Am Wahltag wählten wir zuerst in einem Hinterzimmer, Rauchverbote gab es nicht und auch dort wurde nach meiner Erinnerung kräftig gequalmt. Nach dem Wahlakt begaben wir uns an die Theke, schraubten zwei, drei Pilsetten zu Frühschoppen und gingen danach heim. Heutzutage ist unser Wahllokal das AOK-Servicecenter. Ist das dieses Älterwerden…? Sicher nicht aber irgendwie symbolisch scheint es mir doch zu sein. Entwickelte sich die Gesellschaft in eine Richtung, an der sich das festmachen ließe? Selbstoptimierung, Veggiedays, Fitness versus Weiter-entwicklung, Friß-die-Hälfte und Erhalt der Gesundheit. Parafiskus versus Kneipe. Diese Gegensätze lassen sich aufsetzten. Aber hey – Spaß sollte sein und deshalb werde ich in einer guten Stunde rüber ins Willy-Brandt-Haus zu Wahlparty mit Biertrinken und Fachsimpeln gehen.

Dieses Kiel

Faszinierend an Kiel ist die besondere Taxi-Kultur. Taxen in schwarz, wie aus den sechziger Jahren. Gediegen, großartig!

Der Gürtel – mein Buddy

Technisches Manifest der futuristischen Malerei:

Wir werden die Sofas, auf denen wir sitzen und die Sofas werden wir.

Der Gürtel reiste mit mir in die USA nach San Fransisco und das Silicon Valley, nach Ägypten auf eine Nilkreuzfahrt, nach Tunesien, auf die Insel Rügen, nach Kiel, nach Köln zu Karneval und an jede Menge weiterer Orte. Er wurde von über zwei Dekaden in Griechenland, auf Chalkidiki, genauer gesagt der Kassandra, gekauft. Seitdem begleitet er mich täglich. Nur ein einziges (modisches) Accessoire, trage ich länger. Er besteht aus dickem Leder, schwarzgefärbt mit einer metallischen Schnalle und eingraviertem Herstellerlogo. An seine Ursprungsform und Beschaffenheit erinnere ich mich nicht. Heutzutage ist er schmiegsam und weich, war er mal steif und störrisch? Der Gürtel ist handwerklich bearbeitet und somit ein Einzelstück. Diese Handarbeit strukturiert die mediale Qualität des Gürtels, gelangt die handwerkliche Arbeit des Produzenten direkt in meine Hände. Davon ist natürlich durch den jahrelangen Gebrauch nichts mehr zu erkennen.

Gürtel

Gürtel

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Gehen

Derjenige der ruht, besitzt alle Reichtümer. Ist es nicht dasselbe für denjenigen, dessen Fuß von einem Schuh umschlossen ist und der geht, als ob die ganze Erdoberfläche von Leder bedeckt wäre?

Dieses Zitat von Henry David Thoreau steht am Beginn des Buches „Lob des Gehens“ von David Le Breton. Ein unterhaltsames Buch, das zum Nach-Denken anregt, das ich aber nur bis Seite 75 geschafft habe. Über das Gehen als Sport berichtet die Sonntagszeitung auf fast einer ganzen Seite. Dieser Bericht beschreibt die abnehmende Akzeptanz der Sportart durch Verantwortliche von Olympischen Spielen und anderen Wettbewerben. Mangelnde mediale Attraktivität könnte man vermuten, mangelnde Einschaltquoten. Der Artikel bewegt mich tatsächlich dazu mir das 50 km-Gehen und das 20 km-Gehen als Liveberichtertstattung im Rahmen der Leichtathletikweltmeisterschaften im TV anzusehen. So verbringe ich gute fünf Stunden auf der Couch und sehe anderen beim Gehen zu. Was das nun mit Le Bretons Buch zu tun hat? Eigentlich nicht viel, ich hole es aus dem Regel, blättere ein wenig darin und komme zum Entschluß es (irgendwann) zu Ende zu lesen. Was mir allerdings nicht einfällt ist das Haus zu verlassen und einmal in gemächlichem Tempo durch meinen Kiez oder Kreuzberg zu gehen.

Wochenende


Eine schöne Party war das in Köln.

Überwältigende Erkenntnis

Wenn einen die Erkenntnis überwältigt ist das ein großartiges Gefühl. Wenn einen die Erkenntnis überwältigt, daß Ereignisse nicht aufgrund von Verschwörung oder Bosheit sondern durch Zufall ausgelöst werden ist das erleichternd möglicherweise auch ambivalent und sogleich stellen sich weitere Fragen. Warum hab ich das nicht gleich gesehen? Warum ärgere ich mich über meine Blindheit? Und natürlich eine Menge Fragen mehr. Introspektion ist nicht immer einfach und negative Emotionen können einerseits hilfreich sein, andererseits besteht die Gefahr eines dauerhaften gedanklichen Lock-In-Effekts.

Das Wetter ist großartig, der Himmel blau und den Menschen freundlich zugewandt, die Sonne lacht und erwärmt mit ihrer ganz eigenen Zuneigung die Luft.

Erstmal ein Bier zur Abkühlung und über die Freude eines befreiten Kopfes…

American IPA

American IPA

Eurovisiondingens

Meine Twittertimeline ist überschwemmt von braungelb-dünnpfiffigen Herzchen zum Hashtag des ESC. Das schauen sehr, sehr viele Leute stelle ich fest. Gut – Pluralität und individueller Geschmack sind Sauerstoff für die offene Gesellschaft und damit auch Distanz. Somit auch meine Distanz zu dieser Veranstaltung, die immer noch das Muffige, das Piefige des vergangenen Jahrhunderts trägt als dort Schlagersänger Schnulzen auf deutsch vortrugen. Diese Musik muß ich nicht mögen. Aber hey – andere können die Musik toll finden, das gehört zum Leben dazu.

Poken

Gut – dies ist ein Füll-Post aber ich bin sehr begestert davon, daß katti heute mit einem Tweet die Erinnerung an die Pokens auf der re:publica 2009 wachgerufen hat. Hier mein Überbleibsel:

Poken

Poken