Auf über fünfzig verschiedene Arten wird das Wort Schein auf diesem Artefakt geschrieben. Und zwar vor langer Zeit…

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Auf über fünfzig verschiedene Arten wird das Wort Schein auf diesem Artefakt geschrieben. Und zwar vor langer Zeit…

Falls die Mitteilsamkeit nicht wirklich sprudeln will, jedes Wort nur mit Mühe einfällt und die Sätze sich nicht zusammenfügen wollen, dann hilft der kontemplative Blick von einer Brücke.

Sprache kann überraschen, kann Rätsel aufgeben, gebiert Wohlklang. In einem Text über Leibniz wird folgendes wiedergegeben: Liselotte von der Pfalz schreibt in einem Brief an den Hannoverschen Oberstallmeister Christian Friedrich von Harling zum Tode von Gottfried Wilhelm Leibniz, dass sie der „schleunige tod von dem armen herrn von Leibniz surpreniert“ habe.
Surpreniert meint „überrascht“ und kommt von dem Alt-Französischen „sorprendre“.
Surprenieren ist ein wohlklingendes Wort, so aus der Welt gefallen und einfach schön. Es sollte mehr auf Twitter genutzt werden.
Die Lustlosigkeit für das körperliche Training kann aus einem unausgeruhten oder auch gesundheitlich angeschlagenen Körper resultieren. Ruhe ist dann angesagt. Die Frage jedoch woher die Lustlosigkeit zum Denken kommt scheint rätselhaft. Ist das womit gedacht wird, das Denkende, etwas, das sich ebenfalls erschöpfen kann oder gesundheitlich angeschlagen sein kann?
Im Alten Museum, in der Ausstellung „Griechische Kunst“ sind im Bereich „Zeit der Helden -Das frühe Griechenland“ einige Kriegshelme, auch korinthische Helme genannt, ausgestellt. Ihre Größe überrascht, sie fallen eher klein aus und es stellt sich die seltsame Frage ob die Köpfe der Träger damals kleiner waren als heute. Oder ist das nur eine Sache der Perspektive? Sie wirken auch durch die Dicke bzw. Zartheit des Materials eher filigran – eierschalenartig. Wie können wir uns heute die Träger von damals vorstellen? Sie verbergen ihre Geheimnisse vor uns und teilen uns doch so viel mit und regen das Spekulative in uns an. Sie sind einfach schön.
Taxonomien mögen in der Logik und im Formalen ihre Berechtigung haben. Die Abstraktion und Deduktion unterstützen sie vortrefflich. Über das Verteilte, das Zerstreute, das Plurale, das Zufällige, das Vieldeutige sagen sie nichts. Deshalb sagen sie wenig über das Lebendige.
Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts war die Idee der McDonaldisierung der Gesellschaft ein aller Munde. Die McDonaldiserung des Arbeitslebens manifestiert sich am Sichtbarsten heutzutage im Großraumbüro. Quantifizierung, Erwartbarkeit und Homogenität sind die Kennzeichen dieser Transformation. Meist ist es Mitarbeitern nicht gestattet diese einheitlichen, glatten, überall auf der Welt wiedererkennbaren Gelegenheiten zu verändern, zu individualisieren. Das ist ein starkes Zeichen der Kolonialisierung des Geistes der Mitarbeiter im Namen und im Sinn der Zwecke der Organisation. Das Großraumbüro ist der moderne Wiedergänger Johann Joachim Beckers „Kunst- und Werckhaus“.
Dinge können mit Subjektivität und Objektivität aufgeladen sein. Subjektivität meint die Erinnerungen, Emotionen und Geschichten des Menschen, die sich im Ding sedimentieren. Objektivität meint die „Versunkenen Kosten“ des Dings, rechenbar als Quantitäten als Geld, die sich im Ding ebenfalls manifestieren. So geht das Ding über sich hinaus und steht dem Menschen als gegenüber als etwas Besonderes. Wie kann er davon lassen ohne Schmerz?