Die Fleischerei hat eine spezielle Kundschaft. Sie stammt aus der Mittelschicht und scheut sich nicht einen höheren Preis für die Wurst- und Fleischwaren, bei hohem Qualitätsanspruch, zu bezahlen. Lieber mal etwas Gutes, dafür nicht jeden Tag scheint die Devise zu sein. Das „Gute Leben“ eine Weltzugewandtheit im Alltäglichen zeichnet sie aus. Möglicherweise stellt sich der neue Fleischer die Kundschaft so vor und sucht nach etwas, das seinen Einstieg als Neuer in der Fleischerei mit Aufmerksamkeit bedacht. Wie wäre es mit Filet Wellington, vom Fleischer bereits bratfertig zubereitet? Filet Wellington, ein Hochamt für verlangende Geschmackspapillen, serviert mit Schwarzwurzel, Sauce Madeira, vielleicht ein feines Kartoffelgratin, das überzeugt die Genießenden. Die Zubereitung von Filet Wellington ist nicht einfach, selbst das vorgefertigte Filet, das er verkauft. Die Opazität des Garzustandes des Fleisches ist Teil der hohen Kochkunst, ein prüfendes Drücken mit dem Finger ist, ob der Ummantelung, unmöglich und nicht jeder Haushalt besitzt einen digitalisierten Herd mit intergriertem Fleischthermometer. Die Genießer können sich also selbst einer gewissen Kochkunst rühmen. Allerdings ist die Beratung der Kundschaft wesentlich, eine Zusage zur Haltbarkeit des Filets zwei Tage im Kühlschrank bis zur Zubereitung kontraproduktiv. Denn der Fleischer hat vergessen, daß der Blätterteigmatel wie eine Plastiktüte wirkt und sich die Pilzfarce für ihren mehrtägigen Einschluß ohne Luftzufuhr mit Gären und Faulen rächt. Sicher ist, der Fleischer lernt dazu.
Kategorie: essen & trinken
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Überraschendes Brot
An der Ecke Stralauer Allee und Warschauer Straße steht ein Imbißwagen. Monkey Bread bietet auf kleinem Raum Heißgetränke wie Kaffee, Tee aber auch kalte Kaffee Shots an; dazu süße Stückchen und heiße, mit Käse, Feta, Gemüse oder Pilzen gefüllte Sauerteigbrote an. Letztere, die Monkey Pockets sind äußerst lecker und eignen sich hervorragend als Snack gegen den kleinen Hunger. Ein überraschendes Brot!

Monkey Pocket Die Lage von Monkey Bread, direkt neben „Scheers Schnitzel“ ist markant und scheint vorteilhaft für beide zu sein. Nach dem Schnitzel bei Scheer zum Dessert ein süßes Stückchen und einen Kaffee bei Monkey Bread ergänzen sich wunderbar zum Lunch.
Monkey Bread hat leider keine eigene Webseite, deshalb verlinke ich hier den Instagram-Account.
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#prexmasdrinkup
Am Morgen möchte mir das Gesichtsbuch etwas Gutes tun, nämlich mir meine Erinnerung an schöne Geschehenisse auffrischen und zeigt mir deshalb einen Link zu einem Twitpic vom 23.12.2008 mit dem Hashtag #prexmasdrinkup. Zwei Pics verlinke ich hier und hier. Bin belustigt, fand doch gestern der diesjährige prexmasdrinkup mit einem ganz anderen Personenkreis in einer anderen Lokation statt.
Auf dem Drinkup vor sieben Jahren war ich übrigens der einzige Teilnehmer ohne iPhone, ich benutzte ein Blackberry. Allen Teilnehmern damals und heute wünsche ich Frohe Weihnachten.
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Die Sache mit dem Gemüsesalat
Beim Schreiben der Überschrift stutze ich – Gemüsesalat, was soll das sein, seit wann ist Salat ein Gemüse? Die Verwirrung legt sich schnell, fallen mir doch Eiersalat, Hühnersalat, Fleischsalat und weitere ein. Der (Kopf)Salat als Polysem, eingebrannt seit der Kindheit, schlägt den Begriff des Salats als Gericht. Die Bedeutung des Wortes Salat deutet auf mit Salz haltbar gemachte Gerichte und nun kann man fragen ob der Matjes oder das Pökelfleisch auch ein Salat sind. Aber das ist hier nicht das Thema.
Zum dritten Mal genießen die Holde und ich Ralf Haugs Küche, dreimal am Hochzeitstag und zum dritten Mal schreibe ich darüber am 22 Dezember eines Jahre nach 2012 und 2013. (Alle guten Dinge sind drei). Wir werden in einen kleinen separaten Raum, zwei, drei Stufen tiefer vom Gastraum geführt. Der Raum beinhaltet zwei Tische für jeweils zwei Personen und an der Stirn- und einer Längsseite lagern die Rotweinflaschen des Hauses. Sehr angenehmes Ambiente. Ich sitze der Holden gegenüber und schaue durch ein Fenster in der anderen Längsseite in den Weißweinkühlraum, der wiedreum ein Fenster zum Hotel „Vier Jahreszeiten“ hat, sodaß Hotelgäste einen Blick in den Kühlraum werfen können. Ich verzichte auf Photos der einzelnen Gänge, dies einerseits aus Respekt vor der Kunst des Teams und andererseits weil ich mich ganz auf den Geschmack von Speise und Getränk sowie das Gespräch mit der Holden konzentrieren will. Ein vegetarisches/veganes und ein Menue müt Fleisch/Fisch werden offeriert. Ich nehme folgendes (o.k. das Photo der Karte sei erlaubt):

Fünf-Gang-Menü Dazu bestelle ich eine Weinbegleitung mit dem ausdrücklichen Wunsch auf Rotwein zu verzichten.
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Über Inselbiere
Rügen hat also eine Insel Brauerei! Überrascht stehe ich im Getränkeland Binz und nehme die Flaschen verschiedener Sorten in die Hand. Die einzelnen Sorten haben eher lustige maritime Benamungen wie Seepferd, Insel Kap oder Baltic Dubble. Ich packe mir sechs verschiedene Flaschen ein und freue mich auf die Verkostung im Hotel.
Die Brauer machen die Verkostung für den geneigten Interessenten sehr einfach. Auf dem Papier, das die Flaschen umwickelt, werden umfangreiche Informationen, wie Bierstil, internationale Bierkategorie, Geschmack, Zutaten, Trinktemperarur, Trinkanlaß u.v.m. gegeben. In Verbindung mit den „Produktinformationen“ auf der Webseite der Brauerei geht sie einen hevorragenden Weg der Transparenz. Der geneigte Interessent ist also ohne großen Aufwand in der Lage die einzelnen Biere in eine sinnvolle Verkostungsreihenfolge zu bringen und zu genießen.
Elf der zwölf Sorten habe ich probiert, meine Bewertungen sind auf untappd zu lesen, zwei Biere unterschiedlicher Kategorien seien herausgehoben, einerseits das Insel Kap, ein Oatmeal Stout und andereseits das Meerjungfrau, ein Sour Ale. Beide Biere sind wunderbar zu trinken.

Auswahl Rügener Insel Brauerei
Zwölf Sorten sind, wie bereits bemerkt, im Verkauf, die Brauerei wird es sich nicht nehmen lassen zu variieren, neue Sorten zu kreieren und bereit zustellen. Zu meinem nächsten Besuch in Binz freue ich mich auf die Biere der Rügener Insel Brauerei bereits im Voraus.
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Eine feine Suppe
Eine wirklich feine Suppe wird im Ho Do Ri in Schöneberg serviert – koreanische Blutwurstsuppe. Solche Kreationen wecken mein Interesse und ich werde nicht enttäuscht. Mit viel koreanischen Zutaten ziehen die Blutwurststücke in einer delikaten Brühe. Ebenfalls geschmacklich auf dem Punkt ist die Rinderrippchensuppe.
Empfehlenswert – uneingeschränkt empfehlenswert!

Koreanische Blutwurstsuppe
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Garzeitnotiz an mich selbst
Mein Tafelspitz-Blogbeitrag dient mir als Rezept zum Nachschlagen. Jetzt noch eine Notiz an mich selbst zum Niedrigtemperaturgaren von Rindersteaks:
Rechne bitte mit gut zwei Stunden Garzeit im Ofen bei 80 Grad bei einem Gewicht des Fleischstücks von ca. 700 gr. Danke!

Dry aged Entrecôte
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Die Herbstschöne
Für den Sommer braut der Johannes Heidenpeter gelegentlich ein Framboise. Sein beliebtetstes Bier, das American Pale Ale wird eine angessene Zeit lang auf gefrorenen Himbeeren gelagert und entwickelt sich so zu einem Framboise – mein absolutes Oberlieblingslieblingsbier. Im Sommer ist es herrlich zu trinken, in Sommernächten noch viel, viel herrlicher. Ein Sommerbier also, nicht für die ungemütliche oder kalte Jahreszeit gedacht. Allerdings haben er und sein Team sich doch an eine weitere Framboise gewagt, die sogenannte „Herbst Framboise“. Was für ein Ale auf den Himbeeren gelagert wird ist mir unbekannt. Im fehlt auf jeden Fall die Fruchtigkeit und der Duft der amerikanischen Hopfen, kein Aprikosen- oder Holunderblütenaroma, es fehlt die Leichtigleit. Das Ale der „Herbst Framboise“ ist schwer, der Alkoholgehalt höher. Die Schwere zusammen harmoniert ungewöhnlich mit einer gewissen Säure, es ist biergewordene Bricolage. Deshalb trinkt sich diese schwere, säuerliche Framboise wunderbar zu Pfannkuchen. Die Säure der Farmboise kontrastiert die Süße des Pfannkuchens (natürlich mit Eierlikör) zu einem ganz ungewöhnlichen Geschmackserlebnis. Passend in der eher ungemütlichen Jahreszeit ist es zum Karnevalsbeginn am 11.11. eine überraschende Herbstschöne.

Herbst Framboise, Pfannkuchen mit Eierlikör
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Am Wildbuffet
Nördlich von Berlin, weit draußen im Brandenburgischen, findet heute das erste Wildbuffet der Saison statt. Im vergangenen Jahr schrub ich u.a. darüber hier. Eher bemooste Häupter, denen das Gerne-Gut-Essen am Leibesumfang anzusehen ist, treffen sich pünktlich um zwölf Uhr mit bereitgehaltenen Tellern (un)geduldig in einer Schlange zum Defilee vor den aufgereihten Köstlichkeiten. Wildschwein, Rehbraten, Hirschgulasch, Wildbuletten und Wildbratwürste warten neben Sättigungs- und Gemüsebeilagen auf den Verzehr. Die Teller der Hungrigen sind nach der Parade wohlgefüllt, den Üblichkeiten entsprechend – also wie zuhause gewohnt – mit Fleisch und Beilagen. Bei einer solchen Gelegenheit ist meine Wahl eine andere – Fleisch, Fleisch und nochmals Fleisch – ohne Resonanz auf die gewohnte Knappheit, denn dieses Buffet signalisiert Überfluß und Beilagen sind verzichtbar. Oder vielleicht doch nicht?
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Eine seltsame Platzierung im Regal
Die Lebensmittelabteilung des Vertauens in der Stadt hat ihren Bierverkaufsbereich umgestaltet. Im Gegensatz zu den großzügig gestaltenen Bereichen Weine oder Hochprozentiges, die jeweils beratendes Verkaufspersonal haben, ist der Bierbereich deutlich kleiner und ohne eigenes Personal. Das fände ich für mich persönlich nicht weiter schlimm, falls der Bereich eine sich mir erschließende Ordnung hätte. Die einzige Ordnung, die ich erkennen kann ist die nach Ländern. Nicht ersichtlich ist mir eine Ordnung nach Bierarten geschweige denn eine separate Sortierung in oder nach Craftbieren vs Rest. Das führt dann zu verwirrenden Platzierungen sodaß das Black Flag Imperial Stout von Schoppe Bräu und das Pale Ale von Flying Turtle neben Standardpilsetten industrieller Brauerereien stehen.

Bierplatzierung Ich wünsche mir da ein wenig mehr Klarheit und Herzblut, so wie das in anderen Bereichen der Lebensmittelabteilung des Vertrauens gang und gäbe ist.