Archiv der Kategorie: kulturtechnik

Über die Dialektik des Trackings

Neulich auf Twitter … Frage horax:

frage mich was adorno zum unerbittlichen kampf gegen das cookie durch sogenannte (datenschutz)aktivistïnnen sagen würde….

Antwort Malte Engler:

weniger noch kann das fehlbare Bedürfnis nach einer Einwilligung, auch nicht das verzweifelte, der Regulierung des Tracking die Erichtung weisen

Adorno, 2019, Dialektik des Trackings.

Über die Chemie der Atmosphäre

CO2, Klimawandel, Globaler Temperaturanstieg

Gelöst?
FCKW, Ozonloch, UV-Strahlung
SO2, Waldsterben, Saurer Regen.

Über Menzel auf Papier

Menzel in Öl scheint konservativ zu sein, Menzel auf Papier auch. Das ist nur zum Teil wahr. Sowohl in Öl als auch als Papier sind da Momente des Vorimpressionismus. Der Realismus tritt oft zurück… und die Ausstellung „Maler auf Papier“ ist großartig.

Über Automatisches Schreiben (2)

Perspektivwechsel: Weg von der Psychologie und hin zum künstlerischen Procedere. Automatisches Schreiben ist Montage. Ist es aus dieser Perspektive relevant ob ein Mensch schreibt oder eine Maschine?

Über Automatisches Schreiben

Veränderung eines Begriffs in der Zeit: Vor hundert Jahren war Automatisches Schreiben die Verschriftlichung von Gefühlen, Emotionen, der emporsteigenden Sedimenten des Unbewußten unter Absehung der Vernunft und ohne Korrektur des Geschriebenen. Heute ist Automatisches Schreiben Textproduktion unter Verwendung maschineller Binärschrift ohne daß die Maschinen das Geschriebene interpretieren können. Was macht das mit den Lebenden?

Über das Lesen und das Schreiben

Eine Fraktion sieht in dem Schreiben eine klare Ordnung: Einleitung, Hauptteil, Schluß. Innerhalb des Hauptteils bereitet das Geschriebene vor und führt dann auf den zentralen Gedanken hin. Die andere Fraktion sieht im Schreiben eine Notierung des Gedankenflusses. Die Gedanken werden so wie sie fließen verschriftlicht und stehen gleichberechtigt nebeneinander. Wie ist das beim Lesen? Ist es für das Denken besser ein Buch strikt von Vorne bis Hinten durchzulesen oder ist es besser sich der verwiesenen Literatur anzunehmen, sie zu lesen um sich in einen Gedankenfluß zu begeben, der wie ein Umweg scheint?

Über die James-Simon-Galerie – Der erste Eindruck

Beim Blick vom Lustgarten auf die James-Simon-Galerie fühlt sich die Betrachterïn klein. Zwei Freitreppen müssen erklommen werden bis zum Eingang. Erinnert das nicht an den Tempel der Hatschepsut – mit seinem langgezogenen Aufstieg und der gewaltigen Säulenarchitektur? Zwar ist die Stirnseite der Galerie und der Eingangsbereich schmal, doch die umliegenden Gebäude samt den zwei Freitreppen überlisten den Blick und lassen das Ensemble mächtiger erscheinen. Im Gebäude macht sich die Ernüchterung breit, das Innere hat den Charme eines Flughafenabfertigungsgebäudes. Und ja – Abfertigung und Kanalisierung der Besucherïnnen ist die Funktion der Galerie, die Form folgt dem nicht. Das ist nicht schlecht, im Gegenteil, der Widerspruch hält zum Nachdenken an, die Museen werden interessanter.

Über das „zu lang; nicht gelesen“

Das, was kurz sein soll ergießt sich als ungenießbarer Brei vor die Augen des entnervten Publikums: Nutzungsbedingungen, AGBs, Datenschutzerklärungen. Für das Publikum geschrieben wären sie kurz, einfach und klar. Sie sind aber von Juristen für Juristen geschrieben, die sich daran ergötzen, das Publikum liest sie nicht.

In den Sozialen Netzwerken ist Kürze Programm. Die Kürze bedingt teilweise Übles, Gemeines, Dummes.

Was kurz ist in der Literatur wie Miniatur, Fragment, Aphorismus, Essay oder Traktat, zeigt durch die Form besonderen Anspruch. Kleine Formen zu deuten benötigt Kontemplation. Kontemplation ist länglich.

Über „Sie leben“

So ein schöner alter Film. Alt meint hier aus den achziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Schön alt ohne Smartphones und ähnlichen Devices, nur mit TV-Geräten. Frisuren mit hippieesquem Touch der siebziger Jahre kommen darin vor und Autos mit erkenn- und schraubbaren Motoren. Roddy Piper, der Wrestler, als Hauptdarsteller im blauen Karohemd wirkt manchmal etwas unbeholfen, ist aber cool. Aliens mit Gesichtern aus „Mars attacks!“, versteckt hinter glatter Wohlanständigkeit, die niemand durchschauen will. Feingeistige Kapitalismuskritik, die ungeheuer aktuell ist.

Über das Lesen von Verrücktheiten

Warum liest jemand in der heutigen Zeit altgriechische Poesie wie die Ilias und Odyssee? Warum sich mit Hexameterdichtung, Lyrik und Drama aus alter Zeit beschäftigen? Unter dem gesellschaftlich herrschenden Nützlichkeitsaspekt sind das Verrücktheiten. Nützlichkeitsgedanken sickern immer tiefer in das Leben ein. Nonkonformismus hilft dagegen, das Lesen altgriechischer Poesie ist genau das und ein Fitzelchen Freiheit wird zurückgewonnen.