An diesem sonnigen aber kalten Wochenende haben wir Appetit auf einen schönen Kasselerbraten mit Sauerkraut, ein herrliches Essen für die kalte Jahreszeit. Im Lebenmittelgeschäft des Vertauens am Potsdamer Platz kann ich ein schönes 1,5 Kilogrammstück Kasselerkotelette erstehen und lasse das gute Stück gleich ordentlich ausschälen, damit wir weniger Arbeit haben. Fleisch, Knochen und ein paar Zutaten wie Zwiebel und etwas Suppengrün werden mit gebrutzelt.
Kasselerbraten
Was soll man eigentlich nach dem Essen mit dem Knochen anfangen, an dem sich noch nennenswerte Fleischreste befinden? Etwa Wegwerfen?
Im Hofbräuhaus Früh soll ein moderner Papst gesichtet worden sein. Meine Kölner Freunde können das sicher überprüfen. Ich selber habe einen in der niedersächsischen Provinz, weit, weit am Ostzipfel des Braunschweiger Landes photographiert. Er ist zwar nicht mehr funktionsfähig aber mit wohligen Schauern erinnere ich mich an das vergangene Jahrhundert als er noch in Betrieb war und ich ihn ebenfalls das ein oder andere Mal in Gebrauch nahm.
Papst, Pabst, Kotz- oder Speibecken
Warum nun so ein Spei- oder Kotzbecken die Benamung Papst erhalten hat weiß natürlich die Wikipedia, die ich ausführlich zitieren darf:
In der Studentensprache wird das Speibecken Pabst oder Papst genannt. Ersteres sei angeblich vom lateinischen Verb pabere (spucken, speien) abgeleitet – tatsächlich ist dieses Wort in keinem Wörterbuch verzeichnet –, eher kann es auf die üblichen Schreibvarianten im mittelhochdeutschen (p/b wie z. B. auch k/g) zurückgeführt werden kann. Die Bezeichnung Papst (Babst) aus dem althochdeutschen Wort bâbes für den Abtritt und für einen Toilettenstuhl (in Anspielung auf den „Stuhl Petri“) ist bereits im 16. Jahrhundert bei Johann Fischart nachgewiesen und findet sich mundartlich und studentensprachlich im Zusammenhang mit Erbrechen überwiegend in protestantischen Gebieten. Hier ist auch schon das Verb papsten für sich übergeben belegt. Für den Begriff des Erbrochenen gilt in der Studentensprache das Wort „Papstat“. Die frühe Übernahme in die Studentensprache als Synonym für Speibecken oder Toilette sollte Ausdruck einer besonderen Verachtung der römischen Kirche sein.
Was ich mich allerdings frage ist, ob so ein Papst ein typisches Männerding darstellt.
Der GrafTypo hat ja einen feinen Artikel mit dem Titel „Fische, die ich nicht mehr esse“ gebloggt. Davon inspiriert könnte ich meinen kurzen Post etwa „Fische, die ich eigentlich nicht mehr essen sollte“ nennen. Ich schreibe darin über den Gelbflossen-Thun, der auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht und zur Zeit mit „gering gefährdet“ bewertet wird. Ich sollte mich in Zurückhaltung üben und den Verzehr eigentlich ganz vermeiden.
Der Fischhändler des Vertrauens hatte Gelbflossen-Thun in Sashimi-Qualität im Angebot. Wobei Angebot eher ein relativer Begriff ist, war der Kilopreis von 79,90€ auf 49,90€ reduziert. Beim Kauf vom 500 Gramm ist das schon eine erkleckliche Summe. Der Thun in Sashimi-Qualität hat ein Aussehen wie ein hervorragendes Stück Rindersteak, rote Farbe mit einer feinen Maserung.
Das Designhotel niXe in Binz auf Rügen beheimatet das gleichnamige Restaurant, dessen Küchenchef der Sternekoch Ralf Haug ist. Leider habe ich die Hotelräumlichkeiten noch nicht betreten, der Blick auf das Haus an der Binzer Strandpromenade ist allerdings vielversprechend. Insbesondere der Neubau zur Gartenseite mit der Holzfassade und den großen Fenstern läßt die hohe Einrichtungsqualität des Hauses erahnen.
Eine hohe Einrichtungsqualität hat auch die Ausstattung des Restaurants, wobei die raffinierte Illumination besonders hervorzuheben ist. Ein größerer Gastraum ist vorhanden, allerdings gibt es auch eine Art Chambre séparée, gewölbeartig, mit großen Steinen umwandet. Hier namen wir Platz und waren etwas über die liebevolle Dekoration überrascht, die nur auf unserem Tisch auslag.
In der Vorweihnachtszeit ist noch ein Besuch in Binz auf Rügen angesagt obwohl die Wetteraussichten alles andere als rosig sind. Nieselregen bei zwei Grad sind nicht unbedingt der Hit. Die Reise per Bahn begann hoffnungsvoll, keine Verspätung in Berlin, angenehme Mitreisende und freundliche Zugbegleiter schienen vielversprechend. Leider dann doch noch neunzig Minuten Verspätung am Zielort.
Das diesmal ausgesuchte Zimmer mit Meerblick ist fantastisch. Wohnen und Schlafen getrennt, Kitchenette, Meerblick mit großem Balkon (im Winter eher gehaltlos), Gästetoilette und Bad mit Dusche und Spaßbadewanne.
Blick von der Strandpromenade auf Zimmer und Balkon:
Auf meinem Kurztrip nach Hamburg in der vergangenen Woche hatte ich die Freude mit der wunderbaren Sibylle in der Bank zu Abend zu essen. Ich entschied mich für das Entenmenue, was mich keine Sekunde reut. Das Menue bestand aus fünf Gängen und, um es gleich vorneweg zu sagen, man kann es ohne Völlegefühl danach genießen.
Der erste Gang, die Vorspeisenvariation wurde mit einer Étagère auf drei Etagen serviert:
1. Ententerrine mit Walnüssen & Backpflaumen dazu Shitakepilze, Apfel-Selleriesalat & Chili-Papaya-Vinaigrette
2. Entenleberparfait mit Süssweingelee dazu Quittenkompott & Brioche
3. Gebratene Entenstopfleber auf Selleriecreme geröstete Schalotten & Trüffeljus
Ausflüge an den Scharmützelsee bereiten mir große Freude, denn rund um den See finden sich kulinarische Perlen wie das Café Dorsch in Bad Saarow-Strand. Überrascht hat mich der interessant terrassierte Außenbereich, in dem man sich auf verschiedenen Ebenen, umgeben von Kiefern und Eichen und mit Seeblick, auf das Angebot des Hauses einlassen kann. Glücklicherweise hatten wir einen Tisch zu früher Mittagsstunde reserviert und saßen so in einem windgeschützen, sehr sonnigen Außenbereich direkt am Haus mit wunderbarem Blick auf den See. Die Wand des Hauses war mit einer, der Holden unbekannten, rotblühenden Pflanze berankt. Der Inhaber persönlich beantwortete die Fragen der Holden zu diesem Gewächs. Seine Leidenschaft für diese Dinge waren unübersehbar.
Natürlich hatte ich bereits im Internet die Speisenkarte studiert, die den Grundstock des Speisenangebots bildet und analog mit saisonalen Gerichten ergänzt wird. Ich entschloß mich zu Zurückhaltung und damit für drei Gänge:
Endlich mal eine Woche Urlaub. Und bekomme gleich einen Hals wie unfaßbar unkonfortabel das einfache Teilen eines Photos auf WordPress mit einem Apple-Device ist. Und das Taggen funzt auch nicht. Sehr arm A B E R der Urlaub ist knorke!
Seit Urzeiten wohne ich in Kreuzberg und seit einer Ewigkeit gibt es schon das Restaurant Altes Zollhaus am Carl-Herz-Ufer. Obwohl fußläufig wenige hundert Meter von meinem Zuhause entfernt, hat es bis gestern aus unerfindlichen Gründen nie zu einem Besuch gereicht. Das Zollhaus hat drei „Geschwister“, das Restaurant Aigner, die Rotisserie Weingrün und das Weingut Horcher, wobei sich das Restaurant Aigner und ich uns bereits kennen.
Wir hatten für vier Personen reserviert und selbstverständlich hatte ich Speisen- und Weinkarte bereits vor Tagen auf der Webseite des Restaurants studiert. Lobenswert ist, das die Karten im Internet auch tatsächlich die aktuellen sind. Der Gastraum mit den verputzten aber ungestrichenen Wänden, die mit Bildern der Gegenwartskunst dekoriert sind, empfing uns mit einer Atmosphäre des Landhausstils. An diesem Abend überwogen im Publikum eher bemooste Häupter, was sicherlich auch am Preisniveau des Restaurants liegt. Wir entschieden uns alle vier jeweils für unterschiedliche Drei-Gang-Menüs, die mit 40 Euro pro Menu ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis zeigen.