Die Zahnarztpraxis des Vertrauens liegt weit tief im Berliner Westen. Der Weg dahin ist zermürbend, insbesondere wenn man wie ich, nicht mit einem Übermaß an Tapferkeit und Heldenmut beim Zahnarzt ausgestattet ist. Also wechsele ich zu einer Praxis die fußläufig und damit gut von zuhause aus zu erreichen ist. Sowohl die Anmeldung als auch das Wartezimmer muten unauffällig, wie tausende andere an, allein es überrascht, daß die Nutzung von Smartphones nicht unerwünscht ist. Das Behandlungszimmer birgt eine weitere Überraschung – ein einladender Behandlungsstuhl, nein eine Behandlungsliege. Beruhigende Musik ertönt dezent im Hintergrund. Die Durchsicht des Gebiß ist schnell erledigt, der Zahnarzt sagt an, die Zahnarzthelferin notiert, die Ergebnisse sind auf einem Wanddisplay ablesbar. Danach geht es zum Röntgen des Gebiß in den Röntgenraum, bei Rückkehr in das Behandlungszimmer ist die Aufnahme bereits auf einem Display über der Behandlungsliege verfügbar. Beim Abschluß der Untersuchung wird ein Nachfolgetermin vereinbart, der Terminkalender ist ebenfalls auf dem Wanddisplay einsehbar. In der Zahnarztpraxis im tiefen Berliner Westen bin ich bis dahin Papier und Kugelschreiber sowie Röntgenaufnahmen auf Film gewöhnt. Die Digitalisierung schreitet auch in der Zahnarztpraxis voran. Inwieweit ist das nun „gut“ oder „schlecht“? Wird durch Digitalisierung eingesparte Zeit nun mit Zuwendung zum Patienten gefüllt oder werden mehr Patienten (pro Zeiteinheit) behandelt? Kapitalrendite. Die Frage scheint mir offen. (Eine Medaille für Mut und Tapferkeit beim Zahnarzt erhalte ich am Ende der Session leider nicht. )
Rügen hat also eine Insel Brauerei! Überrascht stehe ich im Getränkeland Binz und nehme die Flaschen verschiedener Sorten in die Hand. Die einzelnen Sorten haben eher lustige maritime Benamungen wie Seepferd, Insel Kap oder Baltic Dubble. Ich packe mir sechs verschiedene Flaschen ein und freue mich auf die Verkostung im Hotel.
Die Brauer machen die Verkostung für den geneigten Interessenten sehr einfach. Auf dem Papier, das die Flaschen umwickelt, werden umfangreiche Informationen, wie Bierstil, internationale Bierkategorie, Geschmack, Zutaten, Trinktemperarur, Trinkanlaß u.v.m. gegeben. In Verbindung mit den „Produktinformationen“ auf der Webseite der Brauerei geht sie einen hevorragenden Weg der Transparenz. Der geneigte Interessent ist also ohne großen Aufwand in der Lage die einzelnen Biere in eine sinnvolle Verkostungsreihenfolge zu bringen und zu genießen.
Elf der zwölf Sorten habe ich probiert, meine Bewertungen sind auf untappd zu lesen, zwei Biere unterschiedlicher Kategorien seien herausgehoben, einerseits das Insel Kap, ein Oatmeal Stout und andereseits das Meerjungfrau, ein Sour Ale. Beide Biere sind wunderbar zu trinken.
Auswahl Rügener Insel Brauerei
Zwölf Sorten sind, wie bereits bemerkt, im Verkauf, die Brauerei wird es sich nicht nehmen lassen zu variieren, neue Sorten zu kreieren und bereit zustellen. Zu meinem nächsten Besuch in Binz freue ich mich auf die Biere der Rügener Insel Brauerei bereits im Voraus.
In dieser Woche gab es eine Diskussion auf Twitter zu Autonomie, die mich heute noch nachdenklich zurückläßt. Autonomie stellt sich mir danach als ein entweltlichter Zustand da. Allerdings sind wir Menschen doch bedingte Wesen, erscheinen nicht einfach so in der Welt sondern brauchen Fürsorge, die Sprache ist schon da und verbindet uns mit anderen Menschen, sprechen wir mit uns selbst, sprechen wir mit der Sprache der Gesellschaft. Wir sind umzingelt von Üblichkeiten, die vor uns bereits erschienen sind und die uns bedingen. Die Erfindung der Uhr zwingt unser Leben in ein Zeitregime, das das Gegenteil von Autonomie ist. Was also könnte Autonomie eigentlich sein? Selber denken und sich ein Urteil bilden scheint mir in das Konzept von Autonomie zu passen. Dazu aber braucht es Zeit. Autonomie scheint bedingt durch Zeit. Darüber muß ich weiter nachdenken.
Gesichtserkennung ist eine der schwierigsten Machine Learning Anforderungen insbesondere wenn es sich um Situationen mit viel Bewegung und Dynamik handelt. Eine spaßorientierte und für spielerische Zwecke nutzbare Version einer Gesichtserkennung mit Machine Learning Algorithmen stellte Microsoft in dieser Woche auf dieser Seite im Rahmen einer Entwicklerkonferenz vor. Eine genauere Beschreibung mit Hintergrundinformationen zu diesem Tool gibt es hier. Natürlich mußte ich das sofort ausprobieren, das Ergebnis spricht für sich selbst. Nun gut ein wenig habe ich natürlich mit diesem obamisierten Bild geschummelt:
Gesichts- und MerkmalserkennungUnd nein, das Bild zeigt keine vierundreißigjährige Frau ….
Völlig überrascht bemerke ich beim Einloggen auf WordPress.com im Dashboard den Hinweis auf die Registrierung dieses Blogs auf den Tag genau vor sechs Jahren. Der erste Post ist übrigens der hier. Sechs Jahre sind schon ein ordentlicher Zeitraum und so werde ich den für heute geplanten Beitrag in Bälde veröffentlichen und mir jetzt zur Feier des Tages eine schöne kalte Flasche Craftbeer von Johannes aufmachen und genießen.
Die Lebensmittelabteilung des Vertrauens hat Ossobuco im Angebot und ich eile zum Einkauf, doch wie zubereiten? Die Wikipedia hat einen Vorschlag, den wir dankbar aufnehmen und nach eigenem Gutdünken umsetzten – Ossobuco alla milanese. Weiteren Support holen wir uns hier.
Drei schöne Beinscheiben werden gewaschen, getrocknet und aus Zimmertemperatur gebracht.
Ossobuco
In der Zwischenzeit werden zwei Möhren, ein Staudensellerie, ein Fenchel und eine Zwiebel gewaschen, gepellt und geschnippelt. Sind die Beinscheiben auf Zimmertemperatur werden sie gesalzen, gepfeffert, mehliert und mit Fett in der Pfanne scharf angebraten um die Aromen zu sichern. Nach dem Anbraten werden sie in einen großen Topf gelegt und das Fett in der Pfanne mit 400 ml Kalbsfond abgelöscht. Die Flüssigkeit aus den Pfanne über die Beinscheiben im Topf gießen, dazu kommen fertig feingehackte Tomaten mit Tomatensaft aus einer 400 gr Dose. Das geschnippelte Gemüse ebenfalls in den Topf geben und alles auf kleiner Flamme mit geschlossenem Deckel ca. 1,5 Stunden schmoren lassen. Nach Belieben Salz, Pfeffer, Pfefferkörner und weitere Gewürze zugeben.
Mit klarem Auftrag betrete ich den Verkaufsbereich für Seafood in der Lebensmittelabteilung des Vertrauens: Nordseekrabben, Westerländer Krabbensalat und Schollenfilets. Der Andrang ist übersichtlich, ich werde sofort bedient und während der freundliche Verkäufer die Schollenfilets pariert fällt mein Blick auf ein etwas ausgefallenes Angebot – Seeigel. Mein Interesse ist natürlich geweckt, allein es erscheint mir doch seltsam in so einem Stachelhäuter ein Nahrungsmittel zu sehen. Neugierig aber mit einem gehörigen Maß Skepsis ordere ich einen Seeigel und erkundige mich nach Zubereitungsart und Geschmack, die Antworten deuten eher auf ein Abenteuer.
Unterseite des Seeigels
Der Seeigel wird Vorspeise zum Dinner. Er kann roh oder gekocht gegessen werden, ich entscheide mich für die rohe Variante.
Heute ist eine gute Gelegenheit auf „horax schreibt hier“ ein Blog vorzustellen, das seinem geneigten Publikum sicherlich viel Anregungen und Diskussionsstoff bietet und bieten wird, das Blog Lieblingsbier von Bierblogger Felix vom Endt. Felix Blog lag ein halbes Jahr im Dornröschenschlaf, hat nun ein Relaunch erfahren und ist seit dieser Woche wieder online. Für Felix war Lieblingsbier vor dem Relaunch eher ein Magazin, zukünftig soll es klar als Blog mit den Themenbereichen Bier, Essen sowie Kultur ausgerichtet sein. Ich bin sehr gespannt und nehme Lieblingsbier in meine Blogrolle auf. Felix habe ich an der Heidenpeters Bar kennengelernt. Felix hat in Craft Beer Brauereien in Vancouver gebraut, braut bei Johannes Heidenpeters mit und ist auch Heimbrauer. Felix weiß genau wovon er spricht, seine Gedanken zu Bier, Brauen und gutes Essen sind höchst anregend. Ich schätze ihn als onlineaffinen interessanten und sympathischen Mensch, seine Gedanken auf Lieblingbier empfehle ich gerne weiter.
Gewisse Streiche spielt mir mein Gehirn ja gelegentlich und wenn ich das bemerke, bemerke ich es meistens mit Amusement wie die Filtertütensache. Ein Streich letzte Woche war völlig überraschend. Mich im Urlaub befindend wollte ich kurz ins Büro um einige Unterlagen abzulegen und etwas zu drucken. Bewußt ließ ich meine Paßwortnotizen daheim und schon in der U-Bahn auf dem Weg ins Office versuchte ich das Paßwort für die Macbookverschlüsselung zu erinnern. Es gelang mir nicht. Ich versuchte zu entspannen und nicht mehr weiter daran zu denken. Im Büro angekommen und das Macbook wie üblich angeschlossen erinnerte ich das Paßwort immer noch nicht. Ich mußte aufgeben, meine Sachen stehenlassen um wieder nach Hause zu fahren um in den Notizen nachzusehen. Beim Gang von der heimischen U-Bahnstation in Richtung der Wohnung war das Paßwort kurz vor dem Zuhause überraschend wieder präsent, sofort – ohne zu zögern und ohne Anstrengung.
Ich denke immer noch darüber nach, war es Zufall oder wollte etwas im Unbewußten mich von irgendeinem Tun abhalten? Verwirrend ….
Hier ist es nun – Horax Pale Ale – mein erstes selbstgebrautes Bier. Sieht es nicht wunderschön aus – goldgelb mit einem feinen Schaum im Champagnerkelch? Ich bin glücklich. Allerdings – und das war so nicht geplant, schmeckt es eben nicht nach Pale Ale, der Cascade Hopfen kommt nicht so durch wie erwartet, Zitronen oder Aprikosenaromen fehlen. Es ähnelt etwas dem Eschenbräu Pils in seiner malzigen Note. Das ist, wie gesagt unerwartet, es trübt meine Freude jedoch nicht.
horax pale ale
Verwendet habe ich die Braubox der Besserbrauer, die einen wirklich guten Start für den Anfänger bietet. Ich empfehle sie nachdrücklich.