Meine Follower auf Instagram sehen mein 2017 etwas weniger selektiv als das 2016… Oder hab ich andere Inhalte gepostet? Wie dem auch sei … knorke war es auch diesmal.

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Meine Follower auf Instagram sehen mein 2017 etwas weniger selektiv als das 2016… Oder hab ich andere Inhalte gepostet? Wie dem auch sei … knorke war es auch diesmal.

Der November ist Gänsezeit und normalerweise bin ich im November im Gänseparadies. Dieses Jahr ist es anders, aus Gründen natürlich. Sehr schade. Auch daheim ist das Gänsebraten nicht gerne gesehen, auch natürlich aus Gründen. So habe ich mir kurzentschlossen in der Lebensmittelabteilung des Vertrauens in der Stadt beholfen und nach dem Wochenendeinkauf Keule, Brust und Grünkohl schnabuliert. Äußerst begeisternd….

Die Lebensmittelabteilung im Kaufhaus des Vertrauens modernisiert die angebotene Küche an den einzelnen Verzehrstände. Ein erfolgreiches Beispiel, es ist immer voll da, ist New Burger, ein weiteres Beispiel ist der Pignut BBQ-Stand. Den letzten Modernisierungsschub bekam die Küche durch Industry Standard aus Neukölln. Mein absolutes Highlight ist der gegrillte Knochen mit lecker, lecker Knochenmark. Absolut großartig und für den Snack zwischendurch der Brüller.
Neulich stelle ich beim Besuch der Lebensmittelabteilung des Vertrauens mit Verwunderung und großem Bedauern fest, daß der Stand verschwunden ist. Ob dies kommerzielle Gründe hat, sehr viel los war da ehrlich gesagt nicht, oder andere, vermag ich nicht zu sagen. Gerüchte gibt es zuhauf aber das ist hier nicht der richtige Ort zum Berichten.
Auf meinem Tumblelog stelle ich hier und hier ein paar Bilder von den von mir verzehrten Snacks bereit.
Willy Abel war ein kluger Kontrukteur. Er entwickelte neben einem Briefmarkenautomat eine Vielzahl von Haushaltsgeräten, die dann in Massenfertigung hergestellt wurden und heute noch werden. Eines seiner Patente war auf den Eierschneider oder, wie es berlinerisch heißt – die Eierharfe.
Die Holde widmet die Eierharfe um und macht eine Bratkartoffelharfe daraus. Das Ergebnis sind feine und gleichmäßige Scheiben. Knorke – nicht wahr?
EierharfeDie Kulturtechnik der Konservierung durch Temperaturentzug ist weit verbreitet und auch in unserem Haushalt üblich. Die Technik jedoch, namentlich der Eisschrank (als Swarm/Foursquare Location auch Bierschrank genannt) erwartet in regelmäßigen zeitlichen Abständen Pflege: Der Eisschrank will abgetaut werden. Das überlegende Gemüt denkt sich – nichts einfacher als das – Eisschrank abstellen, ausräumen, abtauen, wischen, trocknen lassen, einräumen, anstellen. Um auf Nummer sicher zu gehen wird die Bedienungsanleitung bemüht. Die lacht sich eins ins Fäustchen und beschreibt den Vorgang des Abstellens mit Temperaturwähler auf Null stellen und Stecker ziehen. Das bringt den Leser in Verlegenheit, ist doch der Eisschrank ein Unterbauschrank und die Steckdose auf der Rückseite und ohne große Räumungen unerreichbar. Und was ist eigentlich mit dem Schalter an der rechten Innenwand? Ist dort ein Aus- und Einschalten des Geräts möglich? Der Schalter selbst und seine Funktion sucht der Leser in der Bedienungsanleitung vergeben. Leichtes Unbehagen stellt sich ein. Nach mehrmaligem Durchsuchen der Ablage mit den Bedienungsanleitungen der verschiedenen Haushaltsgeräten zeigt sich unschlüssig ein gefaltetes Dreifachblatt ohne Titel auf der Vorderseite. Natürlich im letzten Eck der Ablage. Und zaghaft enthüllt das Blatt tatsächlich die Funktion des seltsamen Schalters. Mit dem Schalter wird ein Eisschrankturbo angelassen, sollte die Umgebungstemperatur des Geräts unter vierzehn Grad sinken. Darauf muß man erstmal kommen….
Felix ist mit Bieren seiner Brauerei Orcabrau in da House und übernimmt vier Hähne für das Wochenende bei Heidenpeters. Schon nachmittags ist die Bar sehr gut besucht, die Wiedersehensfreude auf allen Seiten groß. Und endlich, endlich können wir seine Köstlichkeiten direkt vom Hahn verkosten, Nürnberg ist eben doch ein wenig weiter weg. Felix bietet folgende Biere an:
1. „Brokantie“ Sour Saison 5,2% – mit Sauermalz gesäuert, klassisch mit Herkules, Perle und Saphir gehopft
2. „Brokantie“ sour saison rosmarin/orange 5,5% – mit Sauermalz gesäuert und vor Kochende mit Orangenschalen, Orangensaft und Rosmarin verfeinert
3. „Kirschenwäldchen“ gose style 5,1% – mit Salz, Koriander und mit Sauermalz natürlich gesäuert, gelagert auf Kirschbaumchips
4. „anders!“ Double Pale Ale dry hopped w/ Citra & Mosaic 6,8% – viel Hopfen, wenig Malzsüße, leicht zu trinken
Da Würsteltag ist rät Felix zur Bratwurst das „Brotkanie“ mit Rosmarin und Orange, das sich als ausgezeichnet Wahl herausstellt. Rosmarin und Orange sowie die erfrischende Säure kitzeln aus der Bratwurst die gesamte Köstlichkeit heraus und ergeben so einen hervorragenden Start.

Meine Favoriten sind das „Brokantie“ Sour Saison 5,2% und das „anders“. Das „Brokantie“ mit seiner erfrischenden aber nicht übermäßigen Säure ist ein tolles Bier für die heißen Tage. Das „anders“ überrascht mit einem weißbierhefigen Abgang. Gut zu trinken auch und gerade bei Durst. Nur mit 6,8% ist Vorsicht geboten. Die Biere von Orcabrau lassen den besonderen Stil von Felix Brauweise erkennen. Der ist nämlich eine vorsichte, fast defensive Karbonisierung. (Das galt schon für sein, vor zwei oder drei Jahren privat gebrautes und bereits legendäres auf Bacon gelagertes Ale). Dementsprechend ist der Kohlensäuregehalt gering, ich finde das spannend, kann man die Biere doch anders – intensiver – „schmecken“ und mit ihnen im Mund spielen als bei hohem Kohlensäuregehalt. Orcabraus erstes Tab Takeover in Berlin ist begeisternd.
Brewdog Berlin Mitte hat ein interessantes Takeover. Neuseeländische Brauereien präsentieren ihre Biere. Ich stehe hilflos vor der Tafel, denn ich kenne weder die Brauerein noch läßt sich aus der überwiegenden Mehrheit der angebotenen Genüsse nicht unbedingt Sorte und Brauart erschließen. Ich frage die Barfrau um Rat, genauer gesagt ich frage welche sie am liebsten trinkt und bitte sie mir einen „Flotten Vierer“ nach ihren Vorlieben zusammenzustellen. Das Ergebnis ist köstlich.

Ich trinke nach Rücksprache mit der Barfrau in folgender Reihenfolge:
1. Hippy Berliner von 8 Wired mit 4%, sehr erfrischendes Sauerbier
2. Saison Sauvin von 8 Wired mit 7%, ein schönes Saison, bananig hopfig
3. Gunnamatta von Yeastie Boys mit 6,5%, ein IPA mit Earl Grey (aromatisiert, wunderbar zitronig, mild, einfach rund
4. Big Smoke von 8 Wired mit 6,2%, ein Porter, allerdings ein wenig zuviel Rauch
Beim nächste Takeover werde ich wieder dabei sein.